Terminologie in Musikkritiken - eine kritische Analyse (von A-Z)

Vom 7. Juni bis 14. Juni 2024, 17:00 Uhr, findet die 14. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme hier zu registrieren.
  • Im Grunde fragst du ja: "Wo ist das Problem?".


    Nein, tue ich nicht. Das ist Deine Interpretation. - Ich hatte den Eindruck, dass Du in der geschilderten Eile Deines Postings den Zusammenhang einiger Sätze der Kritik überlesen haben könntest. So hast Du etwa den "Dickbrettbohrer" der Rezensentin in den Mund gelegt, dabei war das ihrerseits bereits ein Zitat. Solche Ungenauigkeiten wollte ich aufzeigen.

    Dass Expression und Konstruktion miteinander verknüpft sind, ist (zumindest in der Musik des 19. Jahrhunderts) doch selbstverständlich?


    Wenn man sich auf eine globalgalaktische Betrachtung zurückzieht, kann man natürlich immer sagen, dass die Form den Inhalt bestimmt und umgekehrt. Das wäre aber dann die Sorte Allgemeinplatz, die Du augenscheinlich hier zu kritisieren beabsichtigst.

    Ich habe die Rezensentin so verstanden, dass sie das nicht wollte. Implizit habe ich mitgelesen, dass Liszt beispielsweise Emotionen durch einen Beckenschlag (-> das ist das Hugo-Wolf-Zitat über Brahms' 4.) ausdrückte, wohingegen Brahms seine Emotionalität weniger durch orchestrale Klangfarben als vielmehr durch satztechnische Architektur im Großen wie im Kleinen vermittelt. Wenn es dem Dirigenten gelungen sein sollte, dies dem Hörer nachvollziehbar zu machen, wäre dies m. E. eine große Leistung. Die Rezensentin hat dem geneigten Leser mitgeteilt, dass genau dies in der fraglichen Aufnahme Ereignis wurde.

    Am meisten stört mich vermutlich, dass die Autorin Phrasen verwendet, die alles und nichts bedeuten.

    Der Klang ist angeblich transparent, aber nicht asketisch. Tempi sind forsch, aber nicht gehetzt. Überall finden sich doppelte Böden, sodass man letztlich nichts erfährt. Am konkreten Beispiel belegt wird nichts.


    Vielleicht wäre es am hilfreichsten, wenn Du mal eine Rezension zu einer CD so schriebest, wie Du es Dir optimalerweise vorstellst. Dann können wir ja mal darüber reden.

    Dass hier die Knappen auf Zuruf in dieselbe Kerbe hauen, ist ja nichts grundsätzlich Neues ...

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Implizit habe ich mitgelesen, dass Liszt beispielsweise Emotionen durch einen Beckenschlag (-> das ist das Hugo-Wolf-Zitat über Brahms' 4.) ausdrückte, wohingegen Brahms seine Emotionalität weniger durch orchestrale Klangfarben als vielmehr durch satztechnische Architektur im Großen wie im Kleinen vermittelt. Wenn es dem Dirigenten gelungen sein sollte, dies dem Hörer nachvollziehbar zu machen, wäre dies m. E. eine große Leistung. Die Rezensentin hat dem geneigten Leser mitgeteilt, dass genau dies in dieser Aufnahme Ereignis wurde.


    Dann bin ich nicht geneigt genug. Ich bezweifele aber auch, dass der normale Leser (das ist ja keine Fachzeitschrift, sondern eine Wochenzeitung) geneigt genug ist.

    Vielleicht wäre es am hilfreichsten, wenn Du mal eine Rezension zu einer CD so schriebest, wie Du es Dir optimalerweise vorstellst. Dann können wir ja mal darüber reden.


    Zuerst einmal ist das ein merkwürdiger Wunsch. Ich verlange auch nicht von dir, dass du mir Stücke besser vorspielst, wenn du eine Aufnahme nicht magst. Ich habe für WDR3 einige CD-Besprechungen geschrieben und produziert, war aber mit dem Ergebnis fast immer unzufrieden. Interpretationsforschung ist für mich das vielleicht kniffeligste Feld, will man nicht willkürlich richten, sondern nachvollziehbar urteilen.
    Inzwischen mache ich aus diesem Grund kaum noch Rezensionen und wenn, dann zu Werken, die ich schon jahrelang kenne, wenn möglich selbst gespielt habe. Trotzdem flüchte ich mich gerne - und das ist, finde ich, keine schlechte Taktik - gerne in Entstehungs- und Gattungsgeschichte, weil in diesem Bereich die Fakten härter sind. So muss man nicht zur Interpretation schwallen, wenn man nichts sagen kann. Aber von dieser Mühe merke ich bei dem ZEIT-Artikel eben gar nichts, das ist so hingeschlonzt.

  • 2. MB ist immer noch auf dem Kriegspfad!


    Mitnichten, lieber Yorick. Weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart.

    Ich bezweifele aber auch, dass der normale Leser (das ist ja keine Fachzeitschrift, sondern eine Wochenzeitung) geneigt genug ist.


    Über den "normalen" Leser kann ich nichts sagen. - Worauf gründet sich Deine Einschätzung? - Im Übrigen hast Du m. E. in Deinem ersten Posting nicht die Rolle des Advokaten des Ottonormallesers eingenommen, sondern Deinen persönlichen Standpunkt vertreten. Du hast geschrieben, dass Du brechen könntest - Du, und nicht etwa ein fiktiver Duderinscher Normalleser.

    Zuerst einmal ist das ein merkwürdiger Wunsch.


    So sind Wünsche manchmal ... :D

    Ich verlange auch nicht von dir, dass du mir Stücke besser vorspielst, wenn du eine Aufnahme nicht magst.


    Gute Idee! Das würde spätestens bei den Instrumenten, die ich gar nicht spielen kann, auch schiefgehen. Aber vielleicht kannst Du ja schreiben?

    Ich habe für WDR3 einige CD-Besprechungen geschrieben und produziert,


    Und siehe da: Tatsächlich! Und Du hast es sogar getan!

    war aber mit dem Ergebnis fast immer unzufrieden.


    Ach. Und wie gehst Du mit dieser Unzufriedenheit um?

    Trotzdem flüchte ich mich gerne - und das ist, finde ich, keine schlechte Taktik - gerne in Entstehungs- und Gattungsgeschichte, weil in diesem Bereich die Fakten härter sind. So muss man nicht zur Interpretation schwallen, wenn man nichts sagen kann.


    Ja. Das kann man verstehen.

    Aber von dieser Mühe merke ich bei dem ZEIT-Artikel eben gar nichts, das ist so hingeschlonzt.


    Dass Du nichts davon merkst, das glaube ich Dir, wenn Du es sagst. Den zweiten Teil - na ja, darüber könnte man reden. Und vorsichtig in Erwägung der Vita und der Position der Rezensentin darüber nachdenken, ob sie sich etwas "Dahingeschlonztes" leisten kann. - Woher nimmst Du eigentlich Dein Urteil?

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich hatte Frau Spinola für eine festangestellte Mitarbeiterin der ZEIT gehalten, die nicht nach Zeilen bezahlt wird. Als Rezension ist das viel zu kurz und recht dürftig, das sehe ich genauso (und ich glaube nicht, dass ein routinierter Schreiber mehr als 20 min. für so etwas braucht...) Wirklich ärgerlich finde ich den Text zwar nicht, allerdings weitgehend überflüssig. Ein Text in der gedruckten "Zeit" neulich zu Andras Schiff (von einem anderen Redakteur) hat mich da mehr genervt, da der sich nicht zwischen Porträt des Pianisten als Mensch, Porträt des Pianisten als Musiker, Diskussion seiner Konzerte und seiner neuesten Aufnahmen (wo dann noch ein bißchen Weihrauch zu den Werken, spätem Beethoven und Bach, abgebrannt werden musste) entscheiden konnte und letztlich alles und nichts davon enthielt.
    Außer nichtssagenden Attributen ("kühne 4. Sinfonie) werden tatsächlich weitgehend Strohmänner, d.h. ein bestimmtes Brahms-Bild aufgebaut, dass angeblich durch diese Neuaufnahme korrigiert wird. Diese Vorurteile (melancholisch, Dickbrettbohrer) sind in dieser Pauschalität nicht interessant, deswegen ist es ihre Widerlegung ebensowenig. (Außerdem sind sie, wenn auch Klischees, nicht vollkommen aus der Luft gegriffen, aber wenn man das untersuchen will, darf man sie nicht als wohlfeile Strohmänner behandeln.)
    Dennoch bleiben ein paar Bemerkungen, die die Interpretation halbwegs nachvollziehbar charakterisieren könnten. Freilich sind das Andeutungen oder Thesen (wie zB der letzte Satz des Textes mit dem vielstimmig wuselnden Naturklang, für die man sich Belege oder konkrete Beispiele gewünscht hätte... In einem so kurzen Text geht das kaum, aber wenn nicht die Hälfte davon für das Verdreschen von Strohmännern verbraucht worden wäre, hätte man ja vielleicht ein oder zwei Stellen exemplarisch betrachten können.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)


  • Mitnichten, lieber Yorick. Weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart.


    Ich denke schon, dass er dieses Thema hier ein wenig zu persönlich nimmt; obwohl er sich - ich betonte es bereits mehrfach - diesen Schuh nicht anziehen muss. Ganz im Gegenteil verkörpert er das positive Gegenstück zur beschriebenen Misere.

  • Ich hatte Frau Spinola für eine festangestellte Mitarbeiterin der ZEIT gehalten, die nicht nach Zeilen bezahlt wird.

    Frau Spinola war festangestellte Leiterin des Musikressorts bei der FAZ. Diesen Posten hat sie nach eigener Aussage freiwillig verlassen, um mehr Zeit für eigene Projekte zu haben. Für die ZEIT schreibt sie jedenfalls als freie Mitarbeiterin.


    Viele Grüße

    Bernd

    .

  • Interessant ist freilich auch die Frage nach den Adressaten einer solchen Rezension. Ich vermute mal, dass man nicht damit rechnet, dass jemand, der noch nie eine Brahms-Sinfonie gehört hat, den Text liest und sich daraufhin die CDs kauft. Aber man wird davon ausgehen, dass ein Spektrum vom Hardcore-Sammler, der die Werke in 20+ Aufnahmen vorliegen hat, bis zu einem Hörer, der vielleicht eine alte Platte noch im Schrank stehen, Brahms ein paarmal im Abonnement-Konzert gehört und vielleicht eben auch das Klischee des schwerblütigen, sperrigen Komponisten im Hinterkopf hat, ansprechen möchte.
    Insofern wäre eine detailbesessene Rezi (leider verschleppt X das Seitenthema im Kopfsatz der 3., hier höre man unbedingt Bruno Walter 1951; dafür hat man den tranquillo-Abschnitt im Finale der 2. seit Furtwängler 1945 nicht mehr so magisch-entrückt gehört) wohl fehl am Platze, abgesehen davon, dass man, wollte man sich nicht auf wenige willkürliche Details beschränken, eine Sonderbeilage der ZEIT benötigen würde, um so etwas zu machen.

    Und wie gesagt, findet man schon angedeutet, was und warum der Rezensentin gefallen hat. Ungeachtet dessen finde ich viele Kritikpunkte Duderinos berechtigt, v.a. die an solchen "moderato ma non troppo" Phrasen wie "forsch, aber nicht gehetzt", die Genauigkeit vortäuschen, in Wirklichkeit aber außerordentlich vage sind.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Zitat von »El Duderino«
    Wenn ich sowas lese, könnte ich brechen.

    Da sind wir zwei.

    Drei. Wobei man vielleicht gerechterweise dazusagen muss, dass Chailly offenbar schon so manchen verbalen Flachpass vorgegeben hat: Er hat sich "akribisch in die Materie versenkt", hat sogar "Partituren neu studiert", nein sowas! Pathos habe sich "wie ein Schatten" auf die Partituren gelegt, bis er gekommen ist, sie - und uns - davon zu befreien. Solchen Quatsch muss man offenbar mehr dem Dirigenten als der Rezensentin vorwerfen. Von der hätte ich gern mal erfahren, welcher Brahms-Interpret denn allen Ernstes der Meinung ist, "der ganze Brahms bestehe nur aus Melancholie", wo denn die Schwemme der Einspielungen der Ungarischen Tänze eigentlich stattgefunden hat, was ich mir unter "forschen, nicht aber gehetzten" und gleichzeitig "disziplinierten" Tempi vorzustellen habe, und was das alles mit Mahler zu tun hat...

    Muss man den Unterschied von "das" und "dass" kennen, wenn man festangestellte Redakteure der FAZ öffentlich kritisiert?

    Im Usenet gab es "Herrmann's Law", welches da hieß: "Wer mit Rechtschreib- und Tippfehlern eines Diskussionsteilnehmers argumentiert, hat verloren." (siehe http://www.bruhaha.de/laws.html)

    Christian

  • Was das mit dem an Mahler gemahnenden "wuselnden Naturklang" aus sich hat, wüßte ich auch gern. Und was für "Alternativversionen" da geboten werden, ebenso.

    Ein klein bißchen neugierig macht die Rezension schon, das muß man ihr lassen...

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Wobei man vielleicht gerechterweise dazusagen muss, dass Chailly offenbar schon so manchen verbalen Flachpass vorgegeben hat: Er hat sich "akribisch in die Materie versenkt", hat sogar "Partituren neu studiert", nein sowas! Pathos habe sich "wie ein Schatten" auf die Partituren gelegt, bis er gekommen ist, sie - und uns - davon zu befreien. Solchen Quatsch muss man offenbar mehr dem Dirigenten als der Rezensentin vorwerfen.


    Ich wäre geneigt, Chailly teilweise zu absolvieren. Er hat wohl eine Interview gegeben, die sich in der Pressemappe wiederfindet.
    Eher: er hat zig Interviews gegeben, wo ihm die gleichen Fragen gestellt wurden und hat je nach Situation mehr oder weniger ausführlich geantwortet, wahrscheinlich nach dem x-ten Interview automatisch mit denselben Floskeln. Für die Pressemappe hat man irgendwas rausdestilliert, woraus die Rezensentin sich bedient hat.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Und was für "Alternativversionen" da geboten werden, ebenso


    Ein "Alternative opening" der Vierten, Dauer 46 Sekunden und eine andere Version des langsamen Satzes der Ersten. Sie wurde für eine Aufführung in England fertiggestellt, die nicht stattgefunden hat. Das Material wurde bis auf ein paar Streicherstimmen vernichtet, woraus man diese Alternativversion rekonstruiert hat.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Ich bin halt froh, dass er Dirigent und kein Kritiker ist. Denn: seine Beethoven- und Brahms-Einspielungen und auch seinen Mahler finde ich großartig, ziemlich genau mein persönlicher Geschmack. Also wenigstens dirigieren höre ich ihn gerne...

    Lucius Travinius Potellus
    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

  • was ich mir unter "forschen, nicht aber gehetzten"


    "bewegt, aber nicht zu schnell"

    Zitat


    und gleichzeitig "disziplinierten" Tempi vorzustellen habe,


    Alle Musiker des Orchesters spielen im selben Tempo!

    Zitat


    und was das alles mit Mahler zu tun hat...


    Das wäre zumindest mal eine originelle These, wenn sie denn irgendwie belegt würde. Bei beiden wuselts irgendwie naturnah, jedenfalls wenn Chailly den Brahms dirigiert.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)


  • Alle Musiker des Orchesters spielen im selben Tempo!

    nö. Weder zu langsam noch zu schnell.

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

  • nö. Weder zu langsam noch zu schnell.


    heißt das nicht tempo giusto? :D

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)


  • heißt das nicht tempo giusto? :D

    na ja, Beethoven meinte schon "wir können beynahe keine tempi ordinarii [= giusti] mehr haben" - also bei Brahms dann erst recht nicht, da muß es bei "nicht zu langsam, nicht zu schnell" bleiben. Mit dem Metronom hatte Brahms es ja auch nicht so.

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

  • Hm, was ist denn an "forsch, aber nicht gehetzt" so unglücklich und missverständlich? Chailly wählt im Durchschnitt schnelle Tempi, das kann man ja locker messen. Nun habe zumindest ich bei manchen Aufführungen/Aufnahmen mit schnellen Tempi, egal welches Werk, schon den Eindruck, dass Tempo, Werk und Ausführende nicht zusammen passen, dass das also subjektiv für mich zu schnell oder "gehetzt" klingt. Das geht mir z. B. in manchen Passagen der Aufnahme der Missa solemnis mit Zinman so, um mal nur ein Beispiel zu nennen, das mir persönlich als besonders auffällig in Erinnerung geblieben ist. Es ist ja eigentlich eine Binsenweisheit, dass das gleiche Tempo abhängig von der Tagesverfassung und dem Aufführungsort (mal ganz abgesehen von den subjektiven Befindlichkeiten des Rezipienten) angemessen wirken kann oder eben nicht. Chailly macht's hier für Frau Spinola wohl genau richtig, und als potentieller Käufer kann man sich auf schnelle Tempi einstellen, was einem dann liegen kann oder nicht. So what?

  • Hm, was ist denn an "forsch, aber nicht gehetzt" so unglücklich und missverständlich?

    Darunter allein kann ich mir noch etwas vorstellen, aber was dann "diszipliniert" bedeuten soll, weiß ich nicht. Egal, ich habe die Aufnahmen gehört, und ich teile die Einschätzung von Frau Spinola so oder so nicht. Selbst "historisch" betrachtet habe ich erhebliche Zweifel, ob dieses Brahms-Bild besonders nahe am "Original" liegt.

    Christian

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