Smetana - Mein Vaterland -- Zyklus sinfonischer Dichtungen

  • Mein erster vollständiger Zyklus war der von Dorati (10/1986):
    (P) 1986 Philips Classics

    Den habe ich erst im letzten Februar erworben: hat mir klanglich sehr gut gefallen, doch das Tempo empfand ich eher als zu langsam - speziell Tabor klingt mit seinen 13'57" so ausgewalzt, daß ich verwundert bin, was Dorati damit erreichen wollte.


    Hallo Joasquin,
    die von Dir abgebildete Dorati-Aufnahme von 1986, ist die Gleiche, die ich in Beitrag 4 besprochen hatte. Die Aufnahme ist, wie dort erwähnt, bei Philips, Decca und ganz aktuell bei Newton erschienen.
    Du bist der Erste, der seine Eindrücke dazu abgibt (wenn auch nur zu Tabor). Und ich kann Dir hier nur zustimmen, denn das ist auch mein Eindruck. Dorati hat gerade bei Tabor und Blanik die Chance vertan, etwas packendes auf die Beine zu stellen. Dennoch insgesamt ein wunderbar klangschöne Aufnahme, die schöne Momente mitbringt.

    Die von Dir höher eingeschätzten Smetacek-Aufnahmen kenne ich nicht. Aber als Tscheche und mit 74Min ist er mit meinem Favorit Ancerl/Tschechische PH (75Min) in bester Gesellschaft.


    Mit Verlaub : es scheint fast keine Rolle zu spielen, wer dirigiert - solange nur das Tschechische Philharmonische Orchester spielt.


    Hallo b-major,
    ich habe auch den Eindruck, dass gerade die tschechischen Aufnahmen besonders herausragend sind. So weit ich das übersehen kann, sind es aber auch die tschechischen Dirigenten, die ihre erwähntes Nationalbewustsein mit angemessen böhmischem Temprament einbringen. Dann kann nur eine würdige Aufnahme als Endergebnis herauskommen.
    :D ;+) Ja, Du solltest mal ...


    Zu Kubelik:
    Hallo Peter,
    Interessant finde ich auch Deine in Beirag 13 gemachte Auflistung über Rafael Kubelik´s zahlreiche Aufnahmen von Mein Vaterland. Das zeigt welch grosse Affinität Kubelik zu dem Werk hatte.
    Auf CD habe ich keine der Kubelik-Aufnahmen (da ich nach Ancerl keine Notwendigkeit mehr sah). Aber eine alte TB-Aufzeichnung habe ich auch heute noch gedanklich als wirklich herasuragende Sicht abgespeichert - es müsste die Aufnahme mit den Wiener PH gewesen sein.

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Ja, Du solltest mal ...

    Ich denke auch...so mit einer Flasche Staropramen in der Hand und einem Prager Rattler zu Füßen, daß müßte klappen...

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Immer nur traditionell-symphonisch ist auch "langweilig" :whistling:

    Die Moldau klingt in einer verkürzten Variante auch nur von Solo-Harfe gespielt sehr schön

    Hier gespielt von Varvara Ivanova :

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    aber der Wein-Geist der Moldau ist hier verdichtet : ;+)

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    8o :vv: ^^


    :wink:

    amamusica :pfeif:

    Ein Blümchen an einem wilden Wegrain, die Schale einer kleinen Muschel am Strand, die Feder eines Vogels -
    all das verkündet dir, daß der Schöpfer ein Künstler ist. (Tertullian)

    ...und immer wieder schaffen es die Menschen auch, Künstler zu sein.
    Nicht zuletzt mit so mancher Musik. Die muß gar nicht immer "große Kunst" sein, um das Herz zu berühren...


  • Ich habe zufällig vor fast genau einem dreiviertel Jahr mich durch zahlreiche Aufnahmen dieses so wunderbaren Werkes durchgehört. Darunter waren auch Exoten wie von Sir Malcom Sargent, Sir Roger Norrington und Paavo Berglund.


    Ebenfalls angehört hatte ich mir Zdenek Marcal/RSO Stuttgart und Milwaukee Symphony Orchestra und Eliahu Inbal/RSO Frankfurt.


    Ich möchte hier vor allem zur Harnoncourt-Einspielung was sagen, denn an ihr scheiden sich die Geister. Für mich hat der Dirigent hier meisterhaft am Werk vorbei dirigiert. Auch mir sind die Zähigkeit vieler Stellen (besonders die Moldau fließt nicht, sie steht da, als ob sie durch Baumstämme am weiterfließen abgehalten worden ist) aufgefallen, die sich mit fein ausgehörten und ausgespielten Passagen abwechseln.


    Als extrem gut empfand ich einige Aufnahmen, die hier noch überhaupt nicht erwähnt wurden. So hat Libor Pesek den Zyklus 1995 beim "Prager Frühling" mit der Tschechischen Philharmonie eingelspielt, der sehr empfehlenswert ist. Die Firma Naxos hat mit Antoni Wit und dem Polnischen RSO Katowice ebenfalls eine wunderbare Einspielung vorgelegt, die es sich lohnt mal anzuhören.


    Jiri Belohlavek hat den Zyklus 1990 mit der Tschechischen Philharmonie Prag in einer ebenfalls feinen Aufnahme präsentiert.


    Konform gehe ich mit den Meinungen über Vaclav Smetacek, der sich sehr gut geschlagen hat, bei Antal Dorati sehe ich es anders. Hier hat vor allem auch das unglaublich gute Concertgebouw Orkestra für einen Klang gesorgt, der doch den Tschechen in nichts nachsteht.


    Norringtons sehr noble Einspielung mit den London Classic Players ist die mir einzig bekannte Einspielung mit einem Historischen Instrumente-Orchester. Überzeugt hat er mich damit nicht. Doch werde ich mich die Tage nochmals hinsetzen und mir seine Fassung anhören.


    Bei Rafael Kubelik kann ich auf die Einspielungen von 1959, 1971, 1984 und 1990 zurück greifen. Jene von 1959 war meine älteste Einspielung in Stereo. Sie war auch der Anfang meines Hörens durch das Werk und die ganzen Dirigenten. An ihr habe ich die anderen Einspielungen quasi "gemessen". Warum,liegt auf der Hand. Wer außer Kubelik hat so eine große Erfahrung mit dem Zyklus in der neueren Zeit?


    Von seinen Einspielungen war alle mindestens "sehr gut" meiner Meinung nach. Die "Beste" hier zu nennen, wäre sicher unangemessen, aber von der Emotion her, aber auch dem unglaublich hingebungsvollen Spiel der Tschechischen Philharmonie von seinem legendären Rückkher-Konzert von 1990 steht hier für mich ganz Oben.


    Vaclav Neumann wurde bereits genannt, seine Denon-Einspielung ebenso. Sie gehört für mich ebenfalls unter die ersten drei Einspielungen.


    Vaclav Talich von 1954 war meine älteste Einspielung überhaupt. Sie ist ausgezeichnet, trotz des Mono-Klanges eine der besten Fassungen aller. Da ich aber mit Mono-Einspielungen so meine Probleme habe. würde sie bei mir durch diese Einschränkung nicht ganz vorne landen. Man mag mir das bitte nachsehen, aber auch das ist für mich ein Kriterium, die Technische Qualität.


    Die tolle 3-CD-Box von Brilliant Classics unter Kuchar wurde bereits gelobt, ich tue das auch gerne noch einmal. Hier wurde richtig gute Arbeit abgeliefert, ohne Frage ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.


    Zur Berglund-Einspielung aus den 70-er Jahren mit der Staatskapelle Dresden möchte ich auch was schreiben. Sie ist, auch durch das ausgezeichnete Orchester, eine höchst "nordisch" klingende Einspielung geworden. Fast so, als ob Sibelius nach Tschechien ausgewandert wäre. Doch sie bietet eine geschlossene Auffassung, die man sicher nicht als "böhmisch" bezeichnen würde. Schlecht ist sie nicht, sondern auf ihre Art interessant. Denn stellen sich hier keine Musiker aus dem slawischen Teil der Erde zur Verfügung, aber ein Orchester mit extrem hoher Klangschönheit und ein Dirigent, der durchaus die Dimensionen eines so großen Werkes zu erfassen und umzusetzen vermag.


    Die einzige Einspielung, die mich noch mehr enttäuscht hat als jene mit Harnoncourt war die Kombination Vladimir Valek/Prager RSO von 1991. Hier wird kein einziges Lautstärke-Zeichen so gespielt, wie es tatsächlich notiert ist. Einfach nur durchgehend laut, Unterschiede gibt es nur von Forte zu Fortefortissimo, aber kein Piano, keine feinen Abstufungen, keine Steigerungen,die das Wort verdient gehabt hätten.


    Ich möchte betonen, dass mir Harnoncourt sowohl bei Dvoraks Sinfonischen Dichtungen als auch seiner Slawischen Tänze ausgesprochen exzellent gefallen hat. Da ich auch sonst seine Sichtweise oftmals zu schätzen weiß, und auch im anderen Klassik-Forum die Meinungen über seinen Smetana sehr unterschiedlich ausgefallen waren, musste ich mir diese Doppe-CD einfach kaufen und hören.


    So, das war mal meine Darstellung des Werkes in Kurzform.


    VG, Maurice

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • So, ich habe mir die Norrington-Einspielung noch einmal angehört heute. Eine auf ihre Art sicher geschlossene und homogen wirkende Einspielung, die aber durch das vibratolose Spiel der Streicher mir persönlich nicht die "Wärme" hat, die ich mir hier wünschen würde. Ich finde diesen Ansatz im Bereich der Romantik nicht immer angemessen. Was im Barock und der Klassik noch viel zur Gewinnung neuer Seiten und Einsichten in das Werk bietet und logisch erscheint, mag sich bei mir hier nicht mehr erschließen. Doch das ist meine ganz persönliche Meinung. Eine Aufnahme, die ich nicht als topp, aber durchaus hörenswert einstufen würde.


    Gerade zu Ende gegangen ist als Aufnahme von Zdenek Macal mit dem Milwaukee Symphony Orchestra. Obwohl er im Zeitraster von Norrington liegt und das amerikanische Orchester munter drauf los spielt, bietet die Aufnahme mehr dieser Wärme und Seele als bei Norrington. Doch Norrington holt aus dem Stück weitaus mehr heraus als Macal. Piano und Crescendi-Zeichen werden bei Norrington weitaus ernstes genommen. Man hört klare Unterschiede, erheblich deutlicher als bei Macal. Und der hat mit der Telarc eine exzellente Firma und Technik zur Hand.


    Vielleicht noch interessant wären Zdenek Kosler und Jaroslav Krombholc.....


    VG, Maurice

    Viele Grüße sendet Maurice

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  • Besprechungen zu Einspielungen kann ich leider keine Beisteuern, dafür hier noch weitere Transkriptionen -

    etwa für vierhändiges Klavier:

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    und die "Königin der Instrumente" darf als "krönender Abschluss" ;+) auch nicht fehlen:

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    Ob man nun die Transkriptionen mag, und ob man nun die Interpretationen für gelungen hält, darüber kann man sicherlich diskutieren, interessant und hörenswert allemal!

    Hier dagegen wurde die Moldau zum Ausgangspunkt für symphonisch-impressionistische Orgelimprovisation 8o :

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    :wink:

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  • Inzwischen gibt es doch einige weitere Einspielungen dieses herrlichen Werkes. Wer kann dazu was sagen? Wer kennt sie?

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    Leider wollten nicht alle Bilder so rein wie sie sollten.

    Interessant ist vielleicht, dass der noch recht junge Dirigent Jakub Hrusa schon zwei Einspielungen vorgelegt hat, davon eine mit den Bamberger Symphonikern. Ein Vergleich mit der Kuhn-Einspielung mit dem gleichen Orchester wäre vielleicht reizvoll. Dabei sind auch einige "Exoten". Ich selbst habe keine der Einspielungen je gehört.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Talich 1954 - Supraphon oder Naxos? Was sagen die Experten?

     

    Im Voraus vielen Dank für Tipps!

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • alich 1954 - Supraphon oder Naxos? Was sagen die Experten?

    Ich kenne nur die Naxos, und die klingt für das Aufnahmedaum (ich meinte, es wäre 1954 gewesen) recht gut.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • (ich meinte, es wäre 1954 gewesen)

    Ja. Wie gesagt.

    Hier schreibt jemand, dessen Herz für die Supraphon-Fassung schlägt. Mag aber sein, dass es die ältere Ausgabe ist, nicht die in der Talich-Edition.
    http://classicalsource.com/db_control/db_…iew.php?id=4721

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    Gruß
    MB

    :wink:

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  • Mag aber sein, dass es die ältere Ausgabe ist, nicht die in der Talich-Edition

    Das wird so sein. Die im Text genannte Nummer -SU 3826-2 bezieht sich nicht auf die Talich - Edition - SU 1913-2 001- . Grundsätzlich finde ich Gefallen an der hörbar-typischen Akustik des Rudolfinums, die beim Remastern deutlicher hervortritt . Für die Special Edition konnte auf die Mastertapes zurückgegriffen werden , während Naxos sich wie dort üblich mit Schallplatten beholfen haben wird . Das muß keineswegs schlechter klingen, im Gegenteil , wenn die Bänder vom Zahn der Zeit angenagt wurden, kann ein LP Transfer deutlich besser ausfallen .( Die Auswahl der LP-Pressungen usw. spielt natürlich auch noch eine Rolle, aber das soll nicht Thema sein ). Hier sind die Bänder noch hörbar in verhältnismäßig gutem Zustand gewesen . Letztlich aber bleibt die Wahl der Ausgabe auch eine Geschmacksfrage .

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Vielen Dank für Eure Rückmeldung! In den Tiefen des Internets, Abteilung Hetzgasse, konnte ich noch einen alten Eintrag unseres Forianers Michael Schlechtriem finden, der die Ausgabe in der Talich-Edition lobte. Ich denke, die wird's wohl werden ... und dazu Ancerl, den ich bei Dvorak klasse fand. Offenbar nicht als einziger ...

    Viele Grüße
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich denke, die wird's wohl werden ... und dazu Ancerl, den ich bei Dvorak klasse fand

    Aller guten Dinge sind 3 : nimm noch den Sejna dazu . Aber die ist gesucht und teuer geworden . ( Ansonsten kursiert noch eine 1969er Liveaufnahme mit Ancerl und dem Boston SO aus Tanglewood, inkl.echtem Gewitter in Stereo . Naturnah .)

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  • Lieber b-Major, danke für den Tipp, dem ich gerne blind vertraue! :verbeugung2: Aber weißt Du, was noch so alles auf meiner Liste für den nächsten Monat steht ...? Ich sage mal nur Ančerl und Talich ... mit Smetana und Janaček. Letzteren gibt's ja auch noch. :zahlen1: Dazu div. Streichquartette tschechischer Komponisten mit tschechischen Quartetten. :zahlen1: :zahlen1:

    Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben - und vielleicht gibt es ja mal eine schicke Edition mit Karel Šejnas Aufnahmen.

    Gruß
    MB

    :wink:

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  • Rafael Kubelik (1959)

    (P) 1959 Decca SXL 2064/5 (2 LPs) [74:29]
    rec. 03.-07. April 1958 (Sofiensaal, Wien)

    Wiener Philharmoniker
    D: Rafael Kubelik

    Das war Kubeliks erste Stereo-Aufnahme des Zyklus: eine farbige, pointierte Interpretation mit Hang zur Größe. Vysehrad setzt langsam ein und steigert sich zu einem gewichtigen Tutti, die Moldau fließt mal lieblich, mal mit Dramatik durch die verschiedenen Regionen, Sarka kann mit einer straffen Diktion überzeugen, Böhmens Hain und Flur präsentieren sich mal lyrisch, mal fröhlich, Tabor kommt mit Wucht und gewaltiger Geste nicht uninteressant daher, und Blanik rundet das Paket mit einer unbekümmerten Darstellung ab. Immer spürt man die Dringlichkeit Kubeliks, diesen Stücken eine besondere Lebendigkeit zu verleihen, ihnen Raum zur Entfaltung zu gewähren. - Die Wiener folgen jeder Regung mit virtuoser Brillanz und großer Klangschönheit und erweisen sich als bestens eingespielt.

    Die Aufnahme stammt noch aus den 1950er Jahren und gehört somit zu den ersten Stereo-Aufnahmen Deccas. Die Klangbühne ist gut abgebildet, mit gutem Stereo-Panorama und einer recht nahen Mikrophonierung des Orchesters. Die Wiener klingen satt und geschlossen, lassen aber einzelne Details noch gut erkennen. Das kann auch heute noch überzeugen, auch wenn man ihr Alter ein bißchen anmerkt (etwas wenig ausgeprägter Frequenzraum und eine mittlere Dynamik). Spätere Aufnahmen mögen präziser und wuchtiger klingen, aber haben kaum eine noch bessere Abstimmung wie diese hier. Eine gewinnende Hörerfahrung... :jaja1:

    Fazit: eine liebevolle Interpretation in guter Klangqualität. Fein... :thumbup:

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Das war Kubeliks erste Stereo-Aufnahme des Zyklus: eine farbige, pointierte Interpretation mit Hang zur Größe. Vysehrad setzt langsam ein und steigert sich zu einem gewichtigen Tutti, die Moldau fließt mal lieblich, mal mit Dramatik durch die verschiedenen Regionen, Sarka kann mit einer straffen Diktion überzeugen, Böhmens Hain und Flur präsentieren sich mal lyrisch, mal fröhlich, Tabor kommt mit Wucht und gewaltiger Geste nicht uninteressant daher, und Blanik rundet das Paket mit einer unbekümmerten Darstellung ab. Immer spürt man die Dringlichkeit Kubeliks, diesen Stücken eine besondere Lebendigkeit zu verleihen, ihnen Raum zur Entfaltung zu gewähren. - Die Wiener folgen jeder Regung mit virtuoser Brillanz und großer Klangschönheit und erweisen sich als bestens eingespielt.

    Die Aufnahme stammt noch aus den 1950er Jahren und gehört somit zu den ersten Stereo-Aufnahmen Deccas. Die Klangbühne ist gut abgebildet, mit gutem Stereo-Panorama und einer recht nahen Mikrophonierung des Orchesters. Die Wiener klingen satt und geschlossen, lassen aber einzelne Details noch gut erkennen. Das kann auch heute noch überzeugen, auch wenn man ihr Alter ein bißchen anmerkt (etwas wenig ausgeprägter Frequenzraum und eine mittlere Dynamik). Spätere Aufnahmen mögen präziser und wuchtiger klingen, aber haben kaum eine noch bessere Abstimmung wie diese hier. Eine gewinnende Hörerfahrung...

    Fazit: eine liebevolle Interpretation in guter Klangqualität. Fein...

    Ich hatte sie damals als Ausgangs-Interpretation für meinen Hörvergleich des Werkes genommen. Klanglich habe ich eine etwas andere Wahrnehmung als Du. Man erkennt schon, dass sie aus dem Jahre 1959 ist. Ich halte sie auch nicht für Kubeliks beste Einspielung des Werkes, aber das ist Ansichtssache.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Man erkennt schon, dass sie aus dem Jahre 1959 ist

    Das schrieb ich ja auch... :)

    Was die Interpretation betrifft: ich kenne nur diese von ihm - und zwei weitere Einspielungen von anderen Dirigenten. Ich kann nicht beurteilen, was Kubelik bei anderen Aufnahmen anders gemacht hat; aber dadurch bleibt der Raum offen für das Wesentliche: ob Kubelik es grundsätzlich versteht, diese Musik zu vermitteln. Und das schafft er, finde ich... :thumbup:

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  • Was die Interpretation betrifft: ich kenne nur diese von ihm - und zwei weitere Einspielungen von anderen Dirigenten. Ich kann nicht beurteilen, was Kubelik bei anderen Aufnahmen anders gemacht hat; aber dadurch bleibt der Raum offen für das Wesentliche: ob Kubelik es grundsätzlich versteht, diese Musik zu vermitteln. Und das schafft er, finde ich..

    Ich habe ja nicht an der Einspielung direkt kritisiert, aber er versteht es ausgezeichnet, was ich auch nicht anders erwartet habe.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Man erkennt schon, dass sie aus dem Jahre 1959 ist.

    Das erinnert mich an "Diamonds are forever", und zwar an die Szene, in welcher James Bond erkennt, dass der älteste Grundwein des servierten Sherrys im Jahr 1851 gewachsen ist.

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Eine Vorbemerkung : Aus nur mir bekannten und nur von mir zu vertretenden Gründen lege ich Wert darauf , daß Dirigent und Orchester Landsleute von Smetana sind .

    Bei meinen Präferenzen von Ma Vlast hat sich eine . wie ich meine , wichtige Veränderung ergeben . Die absolut bevorzugte Aufnahme von Karel Ancerl und dem Tschechischen Philharmonischen Orchester ist nunmehr die Live-Aufnahme vom Prague Spring International Music Festival , aufgezeichnet in der Smetana (!) Halle am 12.Mai 1968 . Ancerl live war noch eine andere Klasse als im Studio , was z.B. auch bei der auf einer Tournee in Toronto 1967 entstandenen Aufnahme der selben Protagonisten zu hören war . Aber hier - daheim - klingt es noch mal intensiver . Und ich meine , wehmütig . Das mag dem Wissen geschuldet sein , daß Karel Ancerl umgehend nach Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes am 21.8.1968 nach Toronto ins Exil ging , wo er dann 1973 auch verstarb . Ob er wohl etwas von der Entwicklung ahnte , als er dieses Werk dirigierte ? - Die bei Amazon abgebildete CD ist über Amazon nicht zu beziehen , die Anbieter schicken alles mögliche , nur nicht diese Aufnahme . Einfach und für ca. 12 € inkl. Porto als Einschreiben gibt es die CD direkt vom Tschechischen Rundfunk , im Netz : http://www.radioteka.cz . Kreditkarte erforderlich .

    Zum Reinhören : https://www.youtube.com/watch?v=MBitQp8UcCw


    Und eine weitere Aufnahme ist bei mir hinzugekommen .Jaroslav Krombholc leitete für viele Jahre das Prager Radio - Sinfonieorchester . Bekannt ist er aber als exzellenter Dirigent insbesondere tschechischer Opern . Gegen Ende seines Lebens erstellte er seine eigene Aufführungsausgabe von Ma Vlast , die er seiner an fünf Tagen mit seinem Prague Radio Symphony Orchestra im Juni 1973 für den tschechischen Rundfunk entstandenen Einspielung zugrunde legte . Eine gediegene Interpretation , übrigens auch aus der Smetana - Halle ..


    Bild nicht einstellbar . ASIN B0002N5WR6 https://www.amazon.de/Ma-Vlast-My-Co…&s=music&sr=1-1


    Somit sind meine Aufnahmen nunmehr neben den beiden genannten meine unverzichtbare von Karel Sejna mit dem Tschechischen Philharmonischen Orchesteri aus dem Jahr 1950 ( wer mal eine Ahnung bekommen möchte , was ich da so mag : https://www.youtube.com/watch?v=McqlE89MlbY ) , Vaclav Talich mit dem selben Orchester 1954 , dazu die für mich insgesamt geschlossenste von Vaclav Smetacek (1980 , Supraphon-Ausgabe) , wieder mit den Tschechischen Philharmonikern (korregiert nach Hinweis von Maurice) , welche dann auch Rafael Kubelik beim Konzert und der wohl emotionalsten Aufnahme von Ma Vlast im Mai 1990 leitet .

    Durch diese Aufnahmen höre ich den Zyklus nur noch als Ganzes , und bin nicht mehr versucht , die vermeintlichen Rosinen herauszupicken . Ma Vlast - eine Sinfonie ?

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

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