BADARZEWSKA-BARANOWSKA: Gebet einer Jungfrau - ein Gipfelwerk?

  • Nö, bei op. 33/3, um das es hier geht, werden die Töne am Anfang nicht einzeln nacheinander angeschlagen. Von welchem Stück sprichst Du eigentlich?

    Ah, 30/3, nicht 33/3!

    :)

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Tja, so ist das Leben.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Nö, bei op. 33/3, um das es hier geht, werden die Töne am Anfang nicht einzeln nacheinander angeschlagen. Von welchem Stück sprichst Du eigentlich?

    Ich spreche von op. 30 Nr. 3. Darum ging es auch die ganze Zeit:

    Das Lied ohne Worte op. 30/3 in E-Dur von Mendelssohn

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Also Du meinst, dass die Definition in dem Lehrbuch falsch ist. Ist ja OK.

    Nein, das meine ich nicht und habe es auch nicht angedeutet. Ich kenne das Lehrbuch nicht und nicht den Zusammenhang, in dem diese Definition gebracht wird. In gewissen Zusammenhängen kann sie durchaus zutreffend sein. Wenn sie allgemeingültig sein soll, ist sie unvollständig bzw. zu speziell. Schau Dir mal eine Harfe an und überlege, die da die Finger liegen bleiben können. Oder denke dir einen Akkord mit mehr als zehn Tönen, der gebrochen wird. Wie stellst Du Dir das vor? Oder wie nennst Du das dann?

  • Es geht da ums Klavier, wie man ja auch an der Formulierung erkennen kann.

    Eine Harfe, die eine Harfe imitiert, stelle ich mir übrigens auch spaßig vor.

    Erinnert mich etwas an "Ohne Alternative ist der Tunnel alternativlos".

    Staatssekretärin: "Mit 15 wollte ich zur Militärmusik"
    Mit nur 27 Jahren ist Claudia Plakolm Jugend-Staatssekretärin. Sie sprach mit "Heute" über Ziele, Sandwich-Kinder, Lobautunnel und Herbert Kickl.
    www.heute.at

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Übrigens noch zu Ergänzung: Dass bei einem Arpeggio das Weiterklingen der Töne zwingend durch das Festhalten der Tasten (statt durch Pedal) zu erfolgen hat, ist schon deshalb Unsinn, weil der Name "Arpeggio" von "arpa" also der Harfe abgeleitet ist, die aber weder Dämpfer noch ein Tonhaltepedal hat. Sowohl in Bezug auf die technische Ausführung als auch auf das klangliche Ergebnis (durch den größeren Resonanzraum) kommt man also beim Klavier der Sache mit dem von Mendelssohn vorgeschriebenen Pedal sogar näher.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Da habe ich auch nichts dagegen, ich war nur bezüglich op. 33/3 irritiert, was sich ja aufgelöst hat.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Da habe ich auch nichts dagegen, ich war nur bezüglich op. 33/3 irritiert, was sich ja aufgelöst hat.

    Ok.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Wie soll man nun die Einleitung zum Gebet spielen?

    Lang Lang betet in meinen Ohren sehr anrührend.

    :thumbup:

    Die Einleitung bietet einen maximalen Kontrast.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Am besten ist ja wohl, man spielt das gar nicht. Weder die Einleitung noch den Rest. Es sei denn als Witz. Es gibt so viel gute Musik. Wer braucht diesen Schund?

  • Erstens spricht es weltweit Millionen an, zweitens ist es kulturgeschichtlich ein wichtiges Stück.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Ja. Im kulturgeschichtlichen Seminar kann das sinnvoll sein.Aber es ist und bleibt Schund. Warum Schund spielen, wenn man Wertvolles spielen kann?

  • Weil der Wert der Stücke auch zwischen 0 und 1 liegen kann und die Rezeptionsgeschichte in die Wertung einfließt, das Stück ist also heute wertvoller als es wäre, wenn es nie Erfolg gehabt hätte.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Am besten ist ja wohl, man spielt das gar nicht. Weder die Einleitung noch den Rest. Es sei denn als Witz. Es gibt so viel gute Musik. Wer braucht diesen Schund?

    👍👍

    Später, auf irgend eine niemals aufgeklärte Weise, ist einzelnen Familiengliedern das »Wort« bekannt geworden, dieses desperate Wort, das in jener Nacht Herr Permaneder sich hatte entschlüpfen lassen. Was hatte er gesagt? – »Geh' zum Deifi, Saulud'r dreckats!«.

  • Das hier ist auch interessant:

    ZGMTH - Analyse des Werturteils – Analysen, wer urteilt?

    Das "Gebet" als klanggewordene weibliche Körperchoreographie, vergleichbar mit Gitarrenrock.

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Also Du meinst, dass die Definition in dem Lehrbuch falsch ist. I

    ich finde, sie beschreibt einen Fall von "Arpeggio". meines Wissens werden gebrochene Akkorde bisweilen so bezeichnet, auch wenn die einzelnen Töne NICHT weiterklingen - auch wenn das im strengen Sinne nicht "harfenartig" ist.

    Heißt das bei Bläsern anders?

    Andersrum nenne ich eine Melodie "arpeggio" gespielt, wenn ich durch Fingersatz auf der Gitarre dafür sorge, dass die einzelnen Töne weiterklingen können über den Beginn des nächsten Tones hinaus. Wenn es also klingt wie auf der Harfe gespielt.

    der Normalfall ist natürlich das Weiterklingende rauf und/oder runter von Akkorden.

    Wenn ich jetzt bei einem (Dur)Dreiklang noch None und Sexte dazunehme, habe ich ein Arpeggio, das zugleich eine Tonleiter (die pentatonische) ist, aber in der Wirkung wie ein Arpeggio - weil ich die Tonleiter auch als Akkord begreifen kann bzw so hören kann.

    Und selbstverständlich wird dadurch ein Arpeggio keine Tonleiter.

    beschreibt also den von Euch besprochenern Fall sicher korrekt, eignet sich aber nicht zum allgemeingültigen Gesetz.

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Ich weiß nicht, was solche Spitzfindigkeiten bringen sollen*. Die aufgeplusterte absteigende Linie, mit der die Jungfrau ihr Gebet einleitet, ist kein Arpeggio, sondern eine Tonleiter, es ist nämlich kein Akkord. Das besagte Lied Ohne Worte beginnt aber mit einem gebrochenen Akkord, also einem Arpeggio. Die beiden Einleitungen haben also außer der Tatsache, dass sie das Stück einleiten (was für jede Einleitung gilt) nichts miteinander gemein. Fertig ist die Laube.


    *Es stimmt auch nicht. Ein Arpeggio ist ein gebrochener Akkord. Eine Tonleiter ist kein Akkord. Und wenn ein Akkord vorkommt, der alle Töne der Tonleiter übereinanderschichtet und gebrochen gespielt wird, ist es ein Arpeggio und keine Tonleiter. Dafür süielt es überhaupt keine Rolle, ob beim Spielen der Tonleiter das rechte Pedal gedrückt gehalten wird oder nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von Argonaut ()

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!