Lyrik-Capriccio

  • Robert Herrick: To Daffodils


    Fair Daffodils, we weep to see
    You haste away so soon;
    As yet the early-rising sun
    Has not attain'd his noon.
    Stay, stay,
    Until the hasting day
    Has run
    But to the even-song;
    And, having pray'd together, we
    Will go with you along.


    We have short time to stay, as you,
    We have as short a spring;
    As quick a growth to meet decay,
    As you, or anything.
    We die
    As your hours do, and dry
    Away,
    Like to the summer's rain;
    Or as the pearls of morning's dew,
    Ne'er to be found again.


    ***


    :wink: Agravain

  • Giacomo Leopardi: Primavera brilla nell'aria


    Primavera d'intorno.
    Brilla nell' aria
    e per li campi esulta,
    sí ch' a mirarla intenerisce il core
    odi greggi belar, muggire armenti
    e gli altri augelli contenti
    a gara insieme,
    per lo libero ciel
    fan mille giri,
    pur festeggiando il lor tempo migliore.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Ja natürlich sind auch Eichendorff und Hugo Wolf ein sehr gelungenes Künster-Duo, gerade auch was den Frühling angeht. Wobei ich allerdings Morike noch besser für Hugo Wolf finde. Und für mich geht halt nichts über den Inbegriff meiner deutschen Romantik ( rein subjektiv, bitte jetzt keine geisteswissenschaftliche Epochendiskussion vom Zaun brechen..... :rolleyes: ) Liederkreis opus 39. Wer am Rhein geboren ist und im Ausland gelandet ist, so interessant und beglückend es dort auch sei, wird das vielleicht verstehen. (denkt euch hier bitte einen leider nicht vorhandenen Loreley-Smilie dazu)
    Hat eigentlich jemand Eichendorffs Kindertoten- Gedichte vertont.? Das müsste doch eine sehr lohnende Vorlage sein, denn die können es m.E. absolut mit Rückert aufnehmen.
    Liebe Sonntagsgrüsse an alle Gedichtliebhaber(innen) :fee:

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

  • Mein Frühlingsgedicht stammt aus der Feder von Frieda Port ( 1854 -1926 ), einer in München geborenen Lyrikerin und Übersetzerin von röm. und grch. Dichtern des klassischen Altertums.


    Es waltet


    Es waltet rings des Frühlings erster Gruss -
    Ein leises Knospen, halb entfaltet Grün -
    Ein Schleier deckt die Sonne, zart Gewölk
    Stieg Nachts empor, doch dringt des Himmels Blau,
    Verheissung naher Seligkeit, hindurch -
    Es kos't die Luft - wie eine liebe Hand,
    Die mehr nicht wagt, mit deinen Locken spielt.



    [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_205.gif] Mozartinaa

    " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"

  • Liebe Fairy,


    Deine Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich in der Bretagne geboren und seit über 20 Jahren buchstäblich im Aus-land ge-landet bin, da der nächste Meerestrand über 500 km entfernt ist. Noch dazu konnte man vor 20 Jahren die Strecke Lille-Köln nicht in 3 Zugstunden bewältigen ...


    Deshalb für Dich


    Josef von Eichendorff: Heimweh


    Wer in die Fremde will wandern,
    Der muß mit der Liebsten gehn,
    Es jubeln und lassen die andern
    Den Fremden alleine stehn.


    Was wisset ihr, dunkele Wipfel,
    Von der alten, schönen Zeit?
    Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
    Wie liegt sie von hier so weit!


    Am liebsten betracht ich die Sterne,
    Die schienen, wie ich ging zu ihr,
    Die Nachtigall hör ich so gerne,
    Sie sang vor der Liebsten Tür.


    Der Morgen, das ist meine Freude!
    Da steig ich in stiller Stund
    Auf den höchsten Berg in die Weite,
    Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!



    Du gestattest mir eine Wolf-Vertonung, 1948 in Köln mit Peter Anders' nostalgie-erfüllten Stimme aufgenommen:
    "https://www.youtube.com/watch?v=9Gbd8o3yLGM


    und für mich, ein Frühlingsgedicht in Prosa vom größten Romantiker aus der Bretagne:


    François-René de Chateaubriand: le printemps en Bretagne


    Le printemps, en Bretagne, est plus doux qu'aux environs de Paris, et fleurit trois semaines plus tôt. Les cinq oiseaux qui l'annoncent, l'hirondelle, le loriot, le coucou, la caille et le rossignol, arrivent avec des brises qui hébergent dans les golfes de la péninsule armoricaine.
    La terre se couvre de marguerites, de pensées, de jonquilles, de narcisses, d'hyacinthes, de renoncules, d'anémones, comme les espaces abandonnés qui environnent Saint-Jean-de-Latran et Sainte-Croix-de-Jérusalem, à Rome.
    Des clairières se panachent d'élégantes et hautes fougères ; des champs de genêts et d'ajoncs resplendissent de leurs fleurs qu'on prendrait pour des papillons d'or.
    Les haies, au long desquelles abondent la fraise, la framboise et la violette, sont décorées d'aubépines, de chèvrefeuille, de ronces dont les rejets bruns et courbés portent des feuilles et des fruits magnifiques.
    Tout fourmille d'abeilles et d'oiseaux. les essaims et les nids arrêtent les enfants à chaque pas. Dans certains abris, le myrte et le laurier-rose croissent en pleine terre, comme en Grèce; la figue mûrit comme en Provence ; chaque pommier, avec ses fleurs carminées ressemble à un gros bouquet de fiancée de village.


    Aujourd'hui, le pays conserve des traits de son origine : entrecoupé de fossés boisés, il a de loin l'air d'une forêt et rappelle l'Angleterre :c'était le séjour des fées, et vous allez voir qu'en effet j'y ai rencontré ma sylphide. Des vallons étroits sont arrosés par de petites rivières non navigables. Ces vallons sont séparés par des landes et par des futaies à cépées de houx. Sur les côtes, se succèdent phares, vigies, dolmens, constructions romaines, ruines de châteaux du moyen-âge, clochers de la renaissance : la mer borde le tout. Pline dit de la Bretagne : Péninsule spectatrice de l'Océan.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Lieber Philbert, erstmal un très grand merci für dieses wunderschöne (mir noch unbekannte!!!) Lied, dessen Pathos ich mir gerne gefallen lasse. :kiss:
    Ja, wenn es nicht um der Liebe (oder nackter Not ) Willen ist, ist es wohl kaum zu ertragen, Heimat und Familie und Freunde zu verlassen. Eine Heimat wie die Bretagne zu verlieren, war auch für Chateuabriand eine Katastrophe und der text spiegelt die Liebe zu diesem sehr schön Land wider. Ich habe eine Freundin, die der Liebe willen aus St Malô an den Rhein (auch da wo er am schönsten ist) gezogen ist und nach 10 Jahren die Waffen gestreckt hat, weil sie es nciht mehr ausgehalten hat, vom Meer getrennt zu sein. Vor einigen Jahren ist ihr Liebster vom Rhein mit nach St Malô gezogen- das scheint besser zu funktionieren....... Und ich fahre jeden Sommer hin, die Bretagne ist für mich eindeutig das schönste Fleckchen Erde in diesem an schönen Fleckchen nicht eben armen Land.
    Und was die Feen angeht, kann man Chateuabriand nur beipflichten: die haben dort ihre natürliche Heimat und das nicht nur im Märchenwald von Broceliande. Welche Liederzyklen helfen Dir denn gegen das Mal du pays? Meine Freundin hatte aus Verzweiflung sogar angefangen, keltische Harfe zu lernen. :fee:

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

  • Friedrich Hölderlin: An meine Freundinnen


    Mädchen! die ihr mein Herz, die ihr mein Schicksal kennt,
    Und das Auge, das oft Tränen im Tale weint
    In den Stunden des Elends –
    Dies mein traurendes Auge seht!


    In der Stille der Nacht denket an euch mein Lied,
    Wo mein ewiger Gram jeglichen Stundenschlag,
    Welcher näher mich bringt dem
    Trauten Grabe, mit Dank begrüßt.


    Aber daß ich mein Herz redlich und treu, und rein
    Im Gewirre der Welt, unter den Lästerern
    Treu und rein es behielt, ist
    Himmelswonne dem Leidenden.


    Mädchen! bleibet auch ihr redlich und rein und treu!
    Gute Seelen! Vielleicht wartet auf euch ein Los,
    Das dem meinigen gleicht. Dann
    Stärkt im Leiden auch euch mein Trost.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Friedrich Hölderlin: An Neuffer


    März. 1794


    Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,
    Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz,
    Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder
    Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.


    Noch tröstet mich mit süßer Augenweide
    Der blaue Himmel und die grüne Flur,
    Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude,
    Die jugendliche freundliche Natur.


    Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben,
    So lang uns Armen Gottes Sonne scheint,
    Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben,
    Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • William Blake: To Spring


    O thou with dewy locks, who lookest down
    Through the clear windows of the morning, turn
    Thine angel eyes upon our western isle,
    Which in full choir hails thy approach, O Spring!


    The hills tell one another, and the listening
    Valleys hear; all our longing eyes are turn’d
    Up to thy bright pavilions: issue forth
    And let thy holy feet visit our clime!


    Come o’er the eastern hills, and let our winds
    Kiss thy perfumèd garments; let us taste
    Thy morn and evening breath; scatter thy pearls
    Upon our lovesick land that mourns for thee.


    O deck her forth with thy fair fingers; pour
    Thy soft kisses on her bosom; and put
    Thy golden crown upon her languish’d head,
    Whose modest tresses are bound up for thee.


    ***


    :wink: Agravain

  • April


    Das erste Grün der Saat, von Regen feucht,
    Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht.
    Zwei große Krähen flattern aufgescheucht
    Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht.


    Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht,
    So ruhn die Berge hinten in dem Blau,
    Auf die ein feiner Regen niedergeht,
    Wie Silberschleier, dünn und zitternd grau.


    (Georg Heym)



    :wink:
    Renate

    Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)

  • Friedrich Hölderlin: Der Wanderer


    Einsam stand ich und sah in die afrikanischen dürren
    Ebnen hinaus; vom Olymp regnete Feuer herab.
    Fernhin schlich das hagre Gebirg, wie ein wandelnd Gerippe,
    Hohl und einsam und kahl blickt' aus der Höhe sein Haupt.
    Ach! nicht sprang, mit erfrischendem Grün, der schattende Wald hier
    In die säuselnde Luft üppig und herrlich empor,
    Bäche stürzten hier nicht in melodischem Fall vom Gebirge,
    Durch das blühende Tal schlingend den silbernen Strom,
    Keiner Herde verging am plätschernden Brunnen der Mittag,
    Freundlich aus Bäumen hervor blickte kein wirtliches Dach.
    Unter dem Strauche saß ein ernster Vogel gesanglos,
    Ängstig und eilend flohn wandernde Störche vorbei.
    Nicht um Wasser rief ich dich an, Natur! in der Wüste,
    Wasser bewahrte mir treulich das fromme Kamel.
    Um der Haine Gesang, um Gestalten und Farben des Lebens
    Bat ich, vom lieblichen Glanz heimischer Fluren verwöhnt.
    Aber ich bat umsonst; du erschienst mir feurig und herrlich,
    Aber ich hatte dich einst göttlicher, schöner gesehn.


    Auch den Eispol hab ich besucht; wie ein starrendes Chaos
    Türmte das Meer sich da schröcklich zum Himmel empor.
    Tot in der Hülse von Schnee schlief hier das gefesselte Leben,
    Und der eiserne Schlaf harrte des Tages umsonst.
    Ach! nicht schlang um die Erde den wärmenden Arm der Olymp hier,
    Wie Pygmalions Arm um die Geliebte sich schlang.
    Hier bewegt' er ihr nicht mit dem Sonnenblicke den Busen,
    Und in Regen und Tau sprach er nicht freundlich zu ihr.
    Mutter Erde! rief ich, du bist zur Witwe geworden,
    Dürftig und kinderlos lebst du in langsamer Zeit.
    Nichts zu erzeugen und nichts zu pflegen in sorgender Liebe,
    Alternd im Kinde sich nicht wiederzusehn, ist der Tod.
    Aber vielleicht erwarmst du dereinst am Strahle des Himmels,
    Aus dem dürftigen Schlaf schmeichelt sein Othem dich auf;
    Und, wie ein Samenkorn, durchbrichst du die eherne Hülse,
    Und die knospende Welt windet sich schüchtern heraus.
    Deine gesparte Kraft flammt auf in üppigem Frühling,
    Rosen glühen und Wein sprudelt im kärglichen Nord.


    Aber jetzt kehr ich zurück an den Rhein, in die glückliche Heimat,
    Und es wehen, wie einst, zärtliche Lüfte mich an.
    Und das strebende Herz besänftigen mir die vertrauten
    Friedlichen Bäume, die einst mich in den Armen gewiegt,
    Und das heilige Grün, der Zeuge des ewigen, schönen
    Lebens der Welt, es erfrischt, wandelt zum Jüngling mich um.
    Alt bin ich geworden indes, mich bleichte der Eispol,
    Und im Feuer des Süds fielen die Locken mir aus.
    Doch, wie Aurora den Tithon, umfängst du in lächelnder Blüte
    Warm und fröhlich, wie einst, Vaterlandserde, den Sohn.
    Seliges Land! kein Hügel in dir wächst ohne den Weinstock,
    Nieder ins schwellende Gras regnet im Herbste das Obst.
    Fröhlich baden im Strome den Fuß die glühenden Berge,
    Kränze von Zweigen und Moos kühlen ihr sonniges Haupt.
    Und, wie die Kinder hinauf zur Schulter des herrlichen Ahnherrn,
    Steigen am dunkeln Gebirg Festen und Hütten hinauf.
    Friedsam geht aus dem Walde der Hirsch ans freundliche Tagslicht;
    Hoch in heiterer Luft siehet der Falke sich um.
    Aber unten im Tal, wo die Blume sich nährt von der Quelle,
    Streckt das Dörfchen vergnügt über die Wiese sich aus.
    Still ists hier: kaum rauschet von fern die geschäftige Mühle,


    Und vom Berge herab knarrt das gefesselte Rad.
    Lieblich tönt die gehämmerte Sens und die Stimme des Landmanns,
    Der am Pfluge dem Stier lenkend die Schritte gebeut,
    Lieblich der Mutter Gesang, die im Grase sitzt mit dem Söhnlein,
    Das die Sonne des Mais schmeichelt in lächelnden Schlaf.
    Aber drüben am See, wo die Ulme das alternde Hoftor
    Übergrünt und den Zaun wilder Holunder umblüht,
    Da empfängt mich das Haus und des Gartens heimliches Dunkel,
    Wo mit den Pflanzen mich einst liebend mein Vater erzog,
    Wo ich froh, wie das Eichhorn, spielt auf den lispelnden Ästen,
    Oder ins duftende Heu träumend die Stirne verbarg.
    Heimatliche Natur! wie bist du treu mir geblieben!
    Zärtlichpflegend, wie einst, nimmst du den Flüchtling noch auf.
    Noch gedeihn die Pfirsiche mir, noch wachsen gefällig
    Mir ans Fenster, wie sonst, köstliche Trauben herauf.
    Lockend röten sich noch die süßen Früchte des Kirschbaums,
    Und der pflückenden Hand reichen die Zweige sich selbst.
    Schmeichelnd zieht mich, wie sonst, in des Walds unendliche Laube
    Aus dem Garten der Pfad, oder hinab an den Bach,
    Und die Pfade rötest du mir, es wärmt mich und spielt mir
    Um das Auge, wie sonst, Vaterlandssonne! dein Licht;
    Feuer trink ich und Geist aus deinem freudigen Kelche,
    Schläfrig lässest du nicht werden mein alterndes Haupt.
    Die du einst mir die Brust erwecktest vom Schlafe der Kindheit
    Und mit sanfter Gewalt höher und weiter mich triebst,
    Mildere Sonne! zu dir kehr ich getreuer und weiser,
    Friedlich zu werden und froh unter den Blumen zu ruhn.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Friedrich Hölderlin: Guter Rat

    Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden,
    Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Friedrich Hölderlin: Menschenbeifall


    Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll,
    Seit ich liebe? warum achtetet ihr mich mehr,
    Da ich stolzer und wilder,
    Wortereicher und leerer war?


    Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt,
    Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
    An das Göttliche glauben
    Die allein, die es selber sind.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Friedrich Hölderlin: Des Morgens


    Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
    Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
    Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
    Rauscht es und schimmert; und um die grauen


    Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
    Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
    Wie Fluten am Gestade, wogen
    Höher und höher die Wandelbaren.


    Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
    Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
    Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
    Auge, du Freudiger! zu, solang du


    In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
    Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
    Du möchtest immer eilen, könnt ich,
    Göttlicher Wandrer, mit dir! – doch lächelst


    Des frohen Übermütigen du, daß er
    Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
    Mein sterblich Tun und heitre wieder
    Gütiger! heute den stillen Pfad mir.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Christina Rossetti: May


    I cannot tell you how it was;
    But this I know: it came to pass--
    Upon a bright and breezy day
    When May was young, ah pleasant May!
    As yet the poppies were not born
    Between the blades of tender corn;
    The last eggs had not hatched as yet,
    Nor any bird forgone its mate.

    I cannot tell you what it was;
    But this I know: it did but pass.
    It passed away with sunny May,
    With all sweet things it passed away,
    And left me old, and cold, and grey.


    ***


    :wink: Agravain

  • Friedrich Hölderlin: Die Scherzhaften


    Immer spielt ihr und scherzt? ihr müßt! o Freunde! mir geht dies
    In die Seele, denn dies müssen Verzweifelte nur.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • A Gravestone Upon The Floor In The Cloisters Of Worcester Cathedral


    'MISERRIMUS,' and neither name nor date,
    Prayer, text, or symbol, graven upon the stone;
    Nought but that word assigned to the unknown,
    That solitary word--to separate
    From all, and cast a cloud around the fate
    Of him who lies beneath. Most wretched one,
    'Who' chose his epitaph?--Himself alone
    Could thus have dared the grave to agitate,
    And claim, among the dead, this awful crown;
    Nor doubt that He marked also for his own
    Close to these cloistral steps a burial-place,
    That every foot might fall with heavier tread,
    Trampling upon his vileness. Stranger, pass
    Softly!--To save the contrite, Jesus bled.


    (William Wordsworth)



    :wink:
    Renate

    Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)

  • Friedrich Hölderlin: Geh unter, schöne Sonne


    Geh unter, schöne Sonne, sie achteten
    Nur wenig dein, sie kannten dich, Heilge, nicht,
    Denn mühelos und stille bist du
    Über den Mühsamen aufgegangen.


    Mir gehst du freundlich unter und auf, o Licht!
    Und wohl erkennt mein Auge dich, Herrliches!
    Denn göttlich stille ehren lernt ich,
    Da Diotima den Sinn mir heilte.


    O du des Himmels Botin! wie lauscht ich dir!
    Dir, Diotima! Liebe! wie sah von dir
    Zum goldnen Tage dieses Auge
    Glänzend und dankend empor. Da rauschten


    Lebendiger die Quellen, es atmeten
    Der dunkeln Erde Blüten mich liebend an,
    Und lächelnd über Silberwolken
    Neigte sich segnend herab der Aether.


    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Henry Wadsworth Longfellow: Ultima Thule - My Cathedral


    Like two cathedral towers these stately pines
    Uplift their fretted summits tipped with cones;
    The arch beneath them is not built with stones,
    Not Art but Nature traced these lovely lines,
    And carved this graceful arabesque of vines;
    No organ but the wind here sighs and moans,
    No sepulchre conceals a martyr's bones.
    No marble bishop on his tomb reclines.
    Enter! the pavement, carpeted with leaves,
    Gives back a softened echo to thy tread!
    Listen! the choir is singing; all the birds,
    In leafy galleries beneath the eaves,
    Are singing! listen, ere the sound be fled,
    And learn there may be worship with out words.


    ***


    :wink: Agravain

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