Schostakowitsch - Gesamtaufnahmen seiner Sinfonien

  • Korrektur: Von der rechten NIX! die Linke ist Barshai, siehe unten

    Begründung:
    Wolfgang Teleton würde sicherlich den russischen Orchesterklang vermissen, aber mir geht hier zuviel durcheinander:

    Die Aufnahmen mit Järwi sind alle sicherlich alle gut (2, 3, 11, 12, 13, 14, 15) aber nicht überragend. Previns 8. ist dessen schlechteste Aufnahme mit Werken von DS, viel besser ist Previn mit der 4. die von Chung ist gut, aber nicht herausragend.
    Karajan mit der 10 ist dagegen "eine Bank", aber sie steht quer zu vielen anderen, weil sie die Orchesterbrillianz vor das Drama stellt.
    Bernsteins 7 verfehlt meiner Meinung nach auch das Drama, indem er es so übersteigert, dass daraus Filmmusik wird. (Ich sage nur Svetlanov!!) Die 6. ist wie die 1. gelungen, die 9 sowieso. Die ist ein Fest für Bernstein. Die beste Einspielung des Schubers.

    Rostropowitsch macht aus der 5. in seiner Washingtoner Aufnahme reine Bekenntnismusik. Die Aufnahme entstand kurz nach seiner Aussiedlung und ist der pure Versuch, DS als Oppositionellen darzustellen. Dabei unterschlägt Rostropowitsch die Doppelbödigkeit der 5. total und macht reine Dissidentenmusik draus. Damals am Ende des kalten Krieges wurde die Aufnahme als Sensation gefeiert.

    Der Eindruck ist daher ein zwiespältiger, weil es ein Sammelsurium von Interpretationsauffassungen der Werke von DS ergibt, das Einsteiger eher verwirrt.
    Ich würde immer bei den Standards anfangen und da ist Barshai mit Abstand der Beste in Preis/Qualitätsrelation. Besseres gibt es nur für deutlich mehr Geld.
    Gruß aus Kiel

    "Mann, Mann, Mann, hier ist was los!"

    (Schäffer)

  • Die linke Box enthält die Barschai GA?

    Von den drei GA's, die du nennst, finde ich Jansons recht enttäuschend, zumal von ihm ja bekannt ist, dass Schostakowitsch zu seinen Lieblingskomponisten zählt. Gut finde ich eigentlich nur seine letzten Aufnahmen mit dem BR.

    Bei der rechten Box weiss ich nicht, wer welche Sinfonie dirigiert. Karajan hat wohl nur die Zehnte dirigiert. Ich habe mir vor ein paar Monaten mal die frühere der beiden (drei?) Aufnahmen zugelegt. Ich finde sie gut, aber sie kommt nicht an meine Favoriten heran (Bychkow, Petrenko, Fedossejew, Roschdestwenski). Chung mit der Vierten ist auch nicht schlecht. Von Neeme Järvi habe ich die Dreizehnte, die ich für ungewöhnlich halte, weil die lauteren Stellen teilweise in hohem Tempo fast trocken "abgehandelt" werden; manchmal höre ich sie deswegen ganz gerne.

    Ich würde ja zu Petrenko raten (es fehlt noch die 13., die aber bald kommen sollte). Viele haben m. E. Referenzstatus (1, 3, 5, 6, 9, 10, 12). Gelungen finde ich auch die GA von Ashkenazy, obwohl ich zu den letzten Aufnahmen nichts sagen kann. (Z. B. kenne ich die Vierte nur in der frühen Aufnahme mit dem RPO.)

    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Die CD-Box von Brilliant enthält die Sinfonien-Gesamtaufnahme mit dem WDR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Rudolf Barshai.

    In der DGG-Box sind folgende Aufnahmen vorhanden:
    1. + 7. Sinfonie: Chicago Symphony Orchestra, Leonard Bernstein
    2. + 3. Sinfonie: Göteborger Sinfoniker und Chor, Neeme Järvi
    4. Sinfonie: Philadelphia Orchestra, Myung-Whun Chung
    5. Sinfonie: National Symphony Orchestra of Washington, Mstislav Rostropovich
    6. + 9. Sinfonie: Wiener Philharmoniker, Leonard Bernstein
    8. Sinfonie: London Symphony Orchestra, Andre Previn
    10. Sinfonie: Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
    11. - 15. Sinfonie: Göteborger Sinfoniker und Chor, Neeme Järvi

    Armin

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Schreib ich doch!


    Sorry, habe nicht richtig gelesen.

    Previn 8 finde ich übrigens nicht schlecht (ich kenne nur die spätere bei der DG).

    maticus

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  • Und was ist nun mit Kondrashin (Aulos statt Melodiya, nirgendwo erhältlich), Swetlanow, Mrawinsky, Roshdestwensky? Finde keine Links!


    Maxim Schostakowitsch ist mir überhaupt kein Begriff!


    Und sind Gergijew, Bychkov, Petrenko schon fertig? Wie sieht es da mit der Klangqualität aus?

  • RE: Maxim Schostakowitsch

    Maxim Schostakowitsch ist mir überhaupt kein Begriff!


    Maxim Schostakowitsch ist im Prinzip ein ganz grosser Dirigent der Werke seines Vaters. Die alten Melodiya-Aufnahmen mit russischen Orchestern waren ganz Gross. Darunter die Sinfonie Nr.15 (Melodiya), die ich als Erste auf LP hatte.
    Ein Konzertabend mit der Sinfonie Nr.10 u.a. unter Maxim mit dem Orchester der Beethovenhalle Bonn war damls ein unvergessens Erlebnis.
    Hochinteressiert war ich dann natürlich auch ca ~ 2005 auch an seiner Sinfonien - GA mit den Prager Sinfonikern (Supraphon) .

    Leider war das für mich die Enttäuschung des Jahres, weil die Aufnahmen klanglich ziemlich vernebelt sind und die Prager Sinfoniker auch nicht den "russischen Schostakowitsch-Klang" hinbekommen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zu seinen frühenen Aufnahmen mit der Moskauer PH.
    ;+) Ich weis, dass jetzt von einigen wieder Einwände kommen ... :D ... aber diese Supraphon-GA habe ich nicht für Wert befunden zu behalten (zumal sie mit über 70Euro recht teuer war). Ich habe die GA als CD-R zum späteren Verifizieren als CD-R behalten, für den Fall wenn das Thema mal zur Sprache kommt; aber auch im Nachhinein nie wieder irgendwelche Vorteile für diese GA entdecken können.

    Ich bin mir sicher - wenn sich Maxim Schostakowitsch damals des WDR SO Köln bedient hätte, dann wäre so eine rundum gute GA wie mit Barshai (Brillant) entstanden.
    :-OOOO- Dahingenend möchte ich Hans (Doc Stänker) eindeutig zustimmen, dass das die GA für Einsteiger ist und auch klanglich ohne Tadel aufgenommen ist. Es gibt keine Sinfonie in der Barshai-GA die nicht mindestens "gut" gelungen wäre.
    Man muss aber nicht den linken Klotz aus Beitrag 41 kaufen, sondern kann auch die Sinfonien-GA alleine nehmen und ist dann mit 20Euro dabei.

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • RE: Kondraschin

    Die Kondraschin-GA der Schostakowitsch - Sinfonien (Melodiya, Aufnahmen 1964 - 1974) ist seit ihrem Erscheinen auf LP bis heute auf CD (bei Melodiya und AULOS) immer verfügbar gewesen. Wir haben seit Tamino-Zeiten ellenlange Diskussionen hinter uns, welche neu remasterte Auflage auf CD, den klanglichen Vorzug geniesst.
    :thumbup: Ich sage genau wie Michael AULOS; denn die koreanischen Toningenieure haben mit der DSD-Technik im Jahre 2006 das beste aus den Originalbändern herausgeholt. Selten habe ich so eine immense Klangverbesserung gegenüber der LP-Auflage oder auch der Erstauflage von Melodiya auf CD feststellen können, wie hier. Die letzten Aufnahmen in der GA haben ein Qualität die mit heutigen Digitalaufnahmen vergleichbar sind. Dass die 1962er Jahre - Aufnahmen bei der desolaten russischen Aufnahmetechnik nicht ganz so einwandfrei sind, dürfte verständlich sein, denn Wunder können die koreanischen Techniker auch nicht vollbringen. Letztendlich klingen alle 15 Sinfonien höchst brauchbar.

    :thumbup: Die Interpretation hat den Status, dass sich alle anderen GA erst einmal daran messen müssen und sollten.

    :angel: Nicht nur für mich ist das eine der wichtigsten und grössten klassischen GA des 20.Jhd auf CD:

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    Melodiya/AULOS, 1962 - 1975, ADD

    Da diese AULOS-GA derzeit nur in Japan verfügbar ist; muss man auf die Melodiya-GA, die ebenfalls 2006 neu remastert wurde, zurückgreifen.
    Michael hat als ebenso grosser Schostakowitsch - FAN wie ich, als einiger der wenigen beide GA zur Verfügung gehabt, auf Herz und Nieren geprüft.
    Ergebnis: Die AULOS-GA bleibt als grosser Edelstein im Bestand !

    Die Version als Melodiya-GA mit Remastering von 2006 ist diese hier - und verfügbar ! -

    Melodiya, 1962 - 1975, ADD

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Das heißt im Klartext, die bessere Aulos ist nicht erhältlich und die "nur" gute kostet 100 Mäuse. Auch die von Roshdestwensky ist nicht bezahlbar oder gibt es auch da Alternativausgaben?


    Bleiben Swetlanow und Mrawinsky, der eine nicht vollständig, der andere klanglich übel?

  • RE: Roshdestwensky

    Auch die von Roshdestwensky ist nicht bezahlbar oder gibt es auch da Alternativausgaben?


    Auf Roshdestwensky sollte man keinesfalls verzichten. Wenn es zur Sache geht: Mit mehr Sidehitze geht kaum noch !
    Man müsste jetzt Einzelbetrachtungen vornehmen um Kondraschin oder Roshdestwensky für die eine oder andere Sinfonie den Vorzug zu geben.

    Alternativausgaben gibt es von Eurodisc. In dieser Version habe ich alle 15Sinfonien als Einzel-CD, die ich auch nihct missen möchte.
    Es sind Digitalaufnahmen um ~1988. Klanglich sind die (nach Worten der Kritik) etwas eigenwillig ausgesteuert, sodass man bestimmten Instrumentengruppen den Vorzug einräumt.
    :thumbup: Bei mir hat sich dieser Sound des Staatlichen SO des Kutusministeriums der UDSSR Moskau so eingebrannt, dass ich diesen als absolut TOP empfinde. So darf für mich Schostakowitsch klingen - diesen Wahnsinns Orchestersound finde ich nur noch bei Kondraschin !

    Ganz herausragend und kaum je irgendwo besser und tiefgehender gehört ist die Sinfonie Nr.15 mit Roshdestwensky.
    Die Sinfonie Nr.6 ist der absolute Wahnsinn. Der Finalschluss ist bei fast allen anderen Aufnahmen dagegen ein braver Abklasch. Da sitzt man nur noch mit offenem Mund im Stereohörsessel ... Whow !

    Die deutschen Eurodisc-CD´s sehen so aus:
    [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WUe6pxjYL._SX450_.jpg]--> .. [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41sHTF7oF1L.jpg]-->
    Eurodisc/Melodiya, 1988, DDD

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Bleiben Swetlanow und Mrawinsky, der eine nicht vollständig, der andere klanglich übel?

    Beide sind "nicht vollständig". Und das aus gutem Grund. Es gibt entbehrliche Schostakowitsch-Sinfonien (jedenfalls die Nr. 2 und 3; meiner Meinung nach auch die Nr. 13 und 14, aber dies sehen hier im Forum viele anders), so dass hochkompetente Schostakowitsch-Dirigenten wie z.B. die von Dir genannten mit Fug und Recht einen Bogen um die von ihnen nicht geschätzten Werke machten. Man sollte bei Schostakowitsch also statt einer Gesamtaufnahme lieber erst einmal absolut herausragende Einzelaufnahmen der wichtigen Sinfonien sammeln. Die man dann, wenn es denn irgendwann unbedingt alle 15 sein sollen, um Einzelaufnahmen von den übrigen Sinfonien ergänzen kann.

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Zu den Rozhdestvensky-Aufnahmen:

    Diese sind günstig erhältlich, allerdings über hmv Japan.:

    "http://www.hmv.co.jp/en/artist_Shos…Limited_5210189"


    Die Bestellung verläuft problemlos, man braucht allerdings eine Kreditkarte. Ich habe schon oft dort bestellt.

    Das Label Venezia hat auch noch andere (russische) Schätze zu bieten, es lohnt sich unbedingt ein Blick darauf zu werfen, was hier alles
    veröffentlicht worden ist:

    "http://www.hmv.co.jp/en/search/adv_1/labelcode_%23VENZ/"

    Roger
    :wink:

    "Ich brauche keine Musikkritiker"
    (Gennadi Roshdestwenskij)

  • Empfehlenswert ist auch Fedossejew, der aber auch nur ca. maximal die Hälfte eingespielt hat, soweit ich weiss.

    maticus

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                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Und sind Gergijew, Bychkov, Petrenko schon fertig? Wie sieht es da mit der Klangqualität aus?

    Gergiev hatte bei Philips schon mal einige Schostakowitsch-Sinfonien aufgenommen und später auf dem eigenen Mariinsky-Label einen neuen Zyklus gestartet und da fehlen bis jetzt die Sinfonien Nr. 12 - 14 auf CD. Wobei die Sinfonie Nr. 14 gibt es auf dieser DVD:

    Soweit ich weiß fehlt bei Petrenko bis jetzt nur noch die Sinfonie Nr. 13.

    Semyon Bychkov hatte bei Philips schon mal die Sinfonien Nr. 5 & 8 mit den Berliner Philharmonikern aufgenommen. Später hat er mit dem WDR Sinfonieorchester Köln die Sinfonien Nr. 4, 7, 8, 10 & 11 neu aufgenommen. Ob da noch weitere Aufnahmen kommen weiß ich nicht.

    Klanglich gibt es bei diesen Aufnahmen wahrscheinlich nichts auszusetzen. Einige dieser Aufnahmen gibt es auch als Hybrid-SACDs.


    Armin

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Und sind Gergijew, Bychkov, Petrenko schon fertig? Wie sieht es da mit der Klangqualität aus?


    Bychkow: Es sieht mir nicht so aus, dass die Serie mit dem WDR bei Avie fortgesetzt wird. Ich kenne daraus die Nrn. 4, 8, 10 und 11, die klanglich perfekt sind und m. E. auch Richtung moderner Referenzstatus gehen.
    Petrenko: Fehlt nur noch Nr. 13, sollte demnächst erscheinen. Klang ebenfalls perfekt, und einige Nrn. (1, 3, 5, 6, 9, 10, 12) richtig gut, moderne Referenz. Sicherlich bestes Preis-Leistungverhältnis. Aber nicht nur relativ, sie ist auch absolut auf höchstem Niveau.
    Gergiev: Zu der neu entstehenden Serie beim Mariinski Label habe ich hier schon Negatives geschrieben. Ich halte sie teilweise klanglich unbefriedigend und musikalisch belanglos.

    maticus

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  • Mravinsky hat es verdient, der größte Dirigent von Werken Schostakowitsch überhaupt zu sein (...)
    den ich über Barschai, Roshdestwenski und Kondrashin stelle, weil das, was die drei mir zu sagen haben, ich bereits bei Mravinsky kennen lernen konnte. "Im Osten eben nix Neues"

    Wie so oft bin ich mit dem Doc einer Meinung. Unter all den (wahrlich guten) Schostakowitsch-Exegeten aus der UdSSR ragt Mrawinsky in einer Weise heraus, dass ich Barshai und Kondrashin eigentlich nur dann brauche, wenn sie ausnahmsweise (und in einem Fall vertretungsweise, da Mrawinsky die ihm angetragene Uraufführung ablehnte, weil ihm das Werk missfiel) anstelle von Mrawinsky mal die Uraufführungsdirigenten waren. Da ich aber die 13. und die 14. eigentlich auch nicht brauche (im Falle dieser beiden Sinfonien waren Kondrashin und Barshai die Uraufführungsdirigenten), bleibt für mich nur die 4., die ich zwingend mit Kondrashin hören muss. Ebenso wie ich bei der 15. - neben Mrawinsky - zwingend Maxim Schostakowitsch haben muss (zumal ich im Saal zugegen war, als er nicht allzu lange Zeit nach der Uraufführung dieses Werk in Hamburg dirigierte). Roshdestwenskij hat keine Uraufführung verantwortet, fällt deswegen für mich jedenfalls nicht unter "zwingend zu haben". Zur Erinnerung die Liste der Uraufführungsdirigenten aller 15 Sinfonien:

    Sinfonie Nr. 1: Nikolai Malko
    Sinfonie Nr. 2: Nikolai Malko
    Sinfonie Nr. 3: Alexander Gauk
    Sinfonie Nr. 4: Kyrill Kondrashin
    Sinfonie Nr. 5: Jewgenij Mrawinsky
    Sinfonie Nr. 6: Jewgenij Mrawinsky
    Sinfonie Nr. 7: Samuil Samosud
    Sinfonie Nr. 8: Jewgenij Mrawinsky
    Sinfonie Nr. 9: Jewgenij Mrawinsky
    Sinfonie Nr. 10: Jewgenij Mrawinsky
    Sinfonie Nr. 11: Natan Rakhlin
    Sinfonie Nr. 12: Jewgenij Mrawinsky
    Sinfonie Nr. 13: Kyrill Kondrashin
    Sinfonie Nr. 14: Rudolf Barshai
    Sinfonie Nr. 15: Maxim Schostakowitsch

    Sowjetaufnahmen sollte man unbedingt durch "West"-Aufnahmen ergänzen. Zuallererst möchte ich dabei Leonard Bernstein mit der 5. live aus Tokyo 1979 nennen (der 1959er Studioaufnahme mit demselben Orchester und demselben Dirigenten haushoch überlegen).

    «Denn Du bist, was Du isst»
    (Rammstein)

  • Da ich aber die 13. und die 14. eigentlich auch nicht brauche

    Das kann ich mir bei Dir nicht vorstellen.
    Zumindest die 13. kannst du sicher brauchen, da bin ich mir sicher.

    Wirklich, ohne irgendeinen Hintergedanken, denn das Ding ist ein Thriller.
    Salopp ausgedrückt.

    Zitat

    Sowjetaufnahmen sollte man unbedingt durch "West"-Aufnahmen ergänzen. Zuallererst möchte ich dabei Leonard Bernstein mit der 5. live aus Tokyo 1979 nennen (der 1959er Studioaufnahme mit demselben Orchester und demselben Dirigenten haushoch überlegen).

    Ja, die ist klasse, auch wenn Bernstein den Schluß nicht kapiert und völlig gegen die Partitur inszeniert.
    Aber darüber wurde ja schon geredet,und ich finde diese Aufnahme auch-trotzdem- immer noch gewaltig.
    Für mich gibt es halt doch ein richtiges Leben im falschen, und diese Aufnahme gehört für mich unbedingt dazu.
    Es ist auch eine meiner Lieblingsaufnahmen dieser Sinfonie, auch wenn sie mit der Partitur gerade im Schlußsatz nicht mehr viel gemein hat.

    Ein Ritardando in ein Acellerando umzudeuten, das muß man sich halt erstmal trauen...............

    Das ist mir auch erst aufgefallen, als ich das Werk in den 90ern mal unter Antoni Wit spielte und mich wunderte, warum er den Schluss so eigenartig langweilig anging.
    So hohl halt, immer langsamer werdend, bis die Streichersechzehntel wirklich lästig wurden in Ihrer Penetranz.

    Aber es stand genau so notiert, und er hat es dann auch erklärt.
    Vehement erklärt.
    Und er hat Recht.

    Das ist die musikalische Beschreibung einer Gehirnwäsche.

    Bernstein hat daraus einen Triumph gemacht.
    Das klingt toll, und ich schätze diese Aufnahme trotzdem.
    Aber richtig ist es m.M. nach nicht.

  • ich würde keinesfalls behaupten wollen, der entstehende Zyklus unter Petrenko sei der Beste, der je erschienen ist, aber er scheint ENDLICH den elendigen Vollgas Interpreten eine stimmige, quasi intimere, Auffassung zur Seite zu stellen, die Bestand haben kann und daher als Template für spätere dienen kann.

    Ich halte das für eine interessante Wortmeldung, denn natürlich ist man schon geprägt durch Experten wie Teleton, die einen kräftigen Zugang mögen, harten russischen Orchesterklang und hochemotionale Dirigenten wie Bernstein. Bei Mahler hat man ja die gleiche Diskussion, ob nun Bernstein oder Chailly.

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