PUCCINI: Tosca – Kommentierte Diskographie

  • Quanta promessor...weiß jemand hier, wer 'promessa' klar und deutlich so gesungen hat, wie Professor?


    Doppeltes Ziel neige ich bald zu wollen, der Kopf des Rebellen, es/ist nicht das Kostbarste.


    A doppia mira tendo il voler, né il capo del ribelle è la più preziosa...


    Das è bedeutet an der Textstelle keinesfalls ein "und", wie ich bis vor kurzem leichtfertig dachte.


    "http://www.murashev.com/opera/Tosca_libretto_German_Italian"


    Hier bei Murashev werden die Worte folgendermaßen übersetzt:


    "Doppelte Beute soll mir mein Falke bringen,
    das Haupt des Rebellen ist nicht der große Preis"


    Kann sich jeder aussuchen, welche Übersetzung ihm richtiger erscheint. Wer Murashev bevorzugt, kann mir aber bitte sagen, wo dort im Original vom Preis und Falke die Rede ist?

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

  • Doppeltes Ziel neige ich bald zu wollen, der Kopf des Rebellen, es/ist nicht das Kostbarste. Lässt sich sogar gut singen die Zeile. Frage mich, warum die Übersetzungen oftmals so lieblos und unüberlegt geraten sind.

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

  • Quanta promessor nel tuo pronto sospetto - nel tuo cor, ich denke, das ist es was sich der betreffende Sänger dabei dachte. Wie ich bereits schon einmal sagte, muß man die Reime der Baritone fischen wie Perlen. Bei dem Sänger den ich meine, hätte sich Fischer-Dieskau auch sein "capestra" abhören können. Weiß ja nicht, wie der darauf kam, das Wort capestre so zu singen.

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

  • A dopp ja mira ten do il vo leer. Nel capo del Ribelle e la pi-u prezi-osa. Das klingt einfach zu gut.

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

  • Die ganz Gewieften würden nun einwerfen, ja, warum hat denn derjenige nicht "quanta" auch hinten mit "o" betont? Bloß hat quanto eine andere Bedeutung als quanta. Das Wort "promessor" ist mit anderer Betonung immer noch promessa, nur anders gebogen, da "promessor" nicht im Sprachschatz der Italiener vorkommt. Es kann also nicht falsch verstanden werden, wenn man richtig zu-hört.

    Jean Paul: "In Schillers gesammelten Werken ist überall »Religionempfindung, Wahrheitgefühl, Landschaftmalerei, Einbildungkraft« zu finden."

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    Nach längerer Zeit habe ich mir diese Version wieder einmal gegönnt (und endlich aus eigenem Besitz). Sicher die psychologisch eindringlichste "Tosca", die es gibt. Traumhaft gesungen und gespielt. Antonio Pappanos Dirigiergestik mag zwar theatralisch wirken, aber das Ergebnis ist superb.
    Natürlich beeindrucken Angela Gheorghiu und Ruggiero Raimondi besonders. Aber David Cangelosi als Spoletta und Enrico Fissore als Mesner sind in ihren Nebenrollen ebenso gut, nicht zu vergessen Maurizio Muraro als Angelotti. Ich würde auch Alagna nicht als schwächer einstufen, er verkörpert ideal den Typus, der dem Regisseur Benoit Jacquot sichtlich vorschwebte: Dieser Cavaradossi ist in seinem Gefühlsleben viel einfacher gestrickt, was er auch nicht verbergen kann und will. Er ist viel naiver als seine Floria, die zwar Scarpia anfangs unter- und ihren eigenen Einfluß bei Hof überschätzt, die aber, sobald sie die Situation erkannt und ihren Schock einigermaßen im Griff hat, sehr zielbewußt und weitsichtig agiert (daß sie trotzdem getäuscht wird, ist unausweichlich, daran hätte auch sicher nichts geändert, hätte sie Scarpias Wünsche erfüllt). Die vergleichsweise simplen Empfindungen Cavaradossis, sein starkes Lieben und Hassen ohne Verstellung, bringt Alagna vorzüglich zum Ausdruck.
    Die schwarzweißen realistischen Einblendungen sind das einzige Manko des Films, was aber vermutlich nicht jeder so empfindet. Ansonsten ist alles perfekt.

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    Homo sum, ergo inscius.

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