Wieviel Klassik-CDs benötigt man wirklich?

  • Wieviel Klassik-CDs benötigt man wirklich?

    Gestern habe ich mich erwischt. Ich hatte gesehen, dass es wieder die Horrowitzgesamtausgabe und die Heifetzgesamtausgabe geben soll. Doch dann kam ich ins wanken. Brauch ich die wirklich? Habe doch schon genug Boxen, mehrer Gesamtausgaben von Bach, Beethoven, Mozart. Außerdem viele einzelne cds.


    Was brauche ich wirklich. Sollte ich nicht bewußter hören, und cds mehrfach hören?


    Eigentlich müßte ich mit 100 cds auskommen.


    20 mit Symphonien, 10 mit Klavierkonzerten, 20 mit Konzerten anderer Art (Violine, Trompete und was es noch so gibt), 20 mit Klavierkomposiitonen. 20 mit Kammermusik. Und 10 mit ....? Was haltet ihr von meinen Gedankengängen?


    gruß T.f.

  • 20 mit Klavierkomposiitonen

    Nimmt man zB das, was Maurizio Pollini eingespielt hat, wobei er bei den vertretenen Komponisten keine Gesamtaufnahme sondern das ihm Wichtige aufgenommen hat,
    findet man
    für Chopin 9 CD
    Schumann 4 CD
    Schubert 3CD
    XXtes Jahrhundert 6CD


    ... da sind wir schon bei 22 CD. Darunter sind zwar ein paar Klavierkonzerte, aber noch kein Beethoven, kein Brahms, kein Liszt, kein Ravel, kein Bach, kein Skrjabin, kein Mussorgsky ...


    20 wird wohl nicht reichen.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Wie viel man braucht? Wer ist "man"? :D


    20 mit Symphonien


    Mal schauen: Mozart wenigstens 3, Beethoven 5, Schubert wenigstens 1, Schumann 2, Brahms 2 (mit Glück), Bruckner 8 (Sinf. 3-9), Mahler ca. 10, jetzt sind wir über 20, und da fehlen noch Schosti, Prokofieff, Sibelius, Nielsen, Tschaikowsky, Dvorak, Tüür, Pettersson, ...


    20 mit Kammermusik.


    Corelli, op. 5: 2, Bach, Violine solo: 2; Haydn opp. 20+33+50+71+74+76 = 10, Mozart Klarinettenquintett: 1, Haydn-Quartette: 3, Beethoven Streichquartette: 7, da sind wir schon wieder über zwanzig, da fehlt Schubert, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Dvorak, Debussy, Ravel, Schosti, Schönberg, Berg, Webern, Janacek, von Musik nach 1950 ganz zu schweigen ...


    Opern fehlen auch. Alleine die bekannteren Opern von Mozart, Verdi, Wagner, Puccini und Strauss können ja schon zur Verarmung führen.


    Ich glaube, vierstellige Zahlen sind nicht unüblich für "Sammler" ... doch gerne gebe ich dir Recht: Lieber wiegen statt zählen, lieber zehn richtige gute CDs im Regal und die intensiv gehört statt 1.000 Staubfänger.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe


  • Eigentlich müßte ich mit 100 cds auskommen.
    20 mit Symphonien, 10 mit Klavierkonzerten, 20 mit Konzerten anderer Art (Violine, Trompete und was es noch so gibt), 20 mit Klavierkomposiitonen. 20 mit Kammermusik. Und 10 mit ....? Was haltet ihr von meinen Gedankengängen?
    gruß T.f.


    Liebe Telefrau , das deckt ja noch nicht mal den Grundstock mMn ab! :hide:
    Hörst du keine Opern, Oratorien, Messen ?


    LG palestrina


    Wie oben erwähnt , ist das mit den Symphonien so eine Sache, wenn ich mir von einem Komponisten eine Symphonie gefällt, möchte ich auch hören wie die anderen sich anhören !

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • 100 CDs sind zuwenig. Möchte man wirklich eine repräsentative Sammlung oder eine spezielle Nische ausfüllen, stößt man mit 100 CDs sehr schnell an eine Grenze. Dafür gibt es heute einfach zuviele Aufnahmen von zuvielen guten/interessanten/wichtigen Werken. Ich würde es auch nie auf die Menge begrenzen, sondern lieber aufs Repertoire.


    Speziell bei Boxen ist das natürlich ein besonderes Feld: was hat man schon, was nicht? Wieviel CDs reizen einen wirklich? usw. Man sollte sich mal mit dem Inhalt der Box beschäftigen und die Vor- und Nachteile nachvollziehen, die die Box für Einen selbst hat. Und dann entscheiden.


    Bei den beiden Boxen würde ich sicherlich nicht lange fackeln, wenn man an Horowitz bzw. Heifetz interessiert ist und bisher noch nichts (oder nur wenig) hatte. Aber man muß nachher sehr geduldig sein, wenn man die Boxen durchhört... :yes:


    Und eine Strichliste führen... ;+)



    Stör dich nicht an der Menge. Dafür bist du mit 100 CDs nicht in der richtigen Größenordnung, um sich daran zu stören... :D



    jd :wink:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Möchte man wirklich eine repräsentative Sammlung oder eine spezielle Nische ausfüllen, stößt man mit 100 CDs sehr schnell an eine Grenze.

    Klar, dann ist auch mit 1000 CDs nichts zu machen.
    Aber für das persönliche Glück?

    This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)

  • Oh doch - 1000 CDs könnten für eine repräsentative Sammlung ausreichen, da bin ich mir sicher. Und das persönliche Glück braucht sich erst recht nicht an 100 CDs zu halten - sondern an den Titeln, die einem was bedeuten. Das können 5 CDs sein oder 50 (oder 500, je nachdem).



    jd :wink:

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    Hudebux

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    jd

  • Oh doch - 1000 CDs könnten für eine repräsentative Sammlung ausreichen, da bin ich mir sicher.

    Ich wäre versucht, einen neuen Thread aufzumachen.
    Wie teilst Du die 1000 auf die Epochen/Jahrhunderte auf?
    :wink:

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  • Ich will hier nicht als Spaßbremse auftreten (und wenn doch, dann :hide: ), aber in den Zeiten der Streamingdienste wie spotify, simfy usw. ist diese Frage doch eher theoretischer Natur geworden.
    ich muss sagen, mein Kaufverhalten hat sich doch extrem gewandelt. In den letzten 6 Monaten keine CD mehr erworben.


    Beste Grüße
    Achim

  • Bei mir hat sich nichts geändert, ich will die Aufnahmen in fester Form haben.

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  • Hängt davon ab, was "Repräsentativ" bedeutet - es setzt voraus, daß man zunächst einen Kanon an repräsentativen Werken zusammenstellt.


    Und da beginnt das Problem - was ist wichtig, bedeutend, ungewöhnlich, meisterhaft, routiniert...? Wie sind die Epochen zueinander gewichtet?


    Neben Epochen sind die jeweiligen Gattungen wichtig, dann die historischen Veränderungen innerhalb der Gattungen bzw. Epochen. Dann wären Komponisten zu nennen und ihre wichtigsten Werke.


    Wobei ich noch hinzufügen möchte: die 1000 CDs bezeichne ich als Maximum für eine repräsentative Sammlung - und jedes Werk ist nur in 1 Einspielung vertreten (bzw. jedes Werk wird nur einmal gezählt).


    Bei Interpretationsvergleichen sieht das wiederum ganz anders aus, wie dir ja wohl klar sein wird.


    -----


    Eine Verteilung in Zahlen ist schwer zu fassen. Zumeist läuft es mit 1750-heute auf 66,6-75% des Gesamtvolumen hinaus. Das hat aber nicht unbedingt etwas damit zu tun, daß dieses Werke bedeutender sind als die der Alten Musik - es heißt nur, worauf hat man den Fokus gelegt.


    Allerdings sollte man alle Epochen und fast alle Gattungen verteten haben - egal, mit wievielen Werken.



    jd :wink:

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    Hudebux

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    jd

  • Ich will hier nicht als Spaßbremse auftreten (und wenn doch, dann :hide: ), aber in den Zeiten der Streamingdienste wie spotify, simfy usw. ist diese Frage doch eher theoretischer Natur geworden.


    Fragt sich freilich, wie lange die Zeiten der Streamingdienste anhalten und ob die immer das haben werden, was man selber haben will. Von schlechten Verbindungen auf dem Lande gar nicht zu reden...


    Ich habe vor einigen Jahren mal überschlagen, dass ich mit 500 bis 1000 CDs ganz gut hinkäme. Wenn jedes Stück, das ich haben will, nur in einer Interpretation vorliegt, würden mir 1000 ziemlich sicher ausreichen.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Ich habe vor einigen Jahren mal überschlagen, dass ich mit 500 bis 1000 CDs ganz gut hinkäme. Wenn jedes Stück, das ich haben will, nur in einer Interpretation vorliegt, würden mir 1000 ziemlich sicher ausreichen.


    Ja, so sehe ich das auch - alles darüber ist halt Luxus. Man gönnt sich ja sonst nichts... :D


    Apropos: heute bekam ich wieder 2 CDs... :mlol:



    jd :-I

    "Interpretation ist mein Gemüse."

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    jd

  • [quote='putto','index.php?page=Thread&postID=294752#post294752']Bei mir hat sich nichts geändert, ich will die Aufnahmen in fester Form[/qoute]


    :thumbup:


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Kann man die CDs, die man "braucht", an einer Anzahl festmachen?
    Nein, natürlich nicht.
    Der eine hat vielleicht 50 CDs, der andere 5000; beim einen ist Platzmangel der Grund für keine weiteren Neukäufe, beim anderen das Geld, beim dritten die Konzentration auf das bereits bestehende CD-Konvolut, auf Konzentration statt In-die-Breite-Gehen ...


    ... ach, jeder hat nun mal seine eigenen Vorlieben. Das kann man nicht objektivieren.
    Ich z. B. habe ganz einfach keinen Platz mehr in den CD- und LP-Schränken und auch keinen Platz für neue Regale oder Schränke. Viel hat sich im Lauf der Jahre angesammelt, zwei Nachlässe kamen hinzu; Dubletten gibts auch, die lagern im Keller. Neues würde sich auf einem Tisch oder auf dem Boden stapeln: wenig sinnvoll, finde ich. Ich sage einfach: man kann nicht alles haben. ;+)

    Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."

  • Zitat

    Wieviel Klassik-CDs benötigt man wirklich?



    Alle, die ich mir leisten kann und will. Sich eine Obergrenze zu setzen, macht sicher einen gewissen Sinn, aber ich bevorzuge das Rotieren der CDs. So werde ich bei Gelegenheit wieder zwei Kisten zusammenstellen, die dann verkauft werden. Wie klein oder groß die Kisten ausfallen, weiß ich nie dabei. Doch es ist mir nicht möglich, alle CDs zu behalten, einfach aus Platzgründen alleine schon.



    Wie ich die Wahl treffe, kommt sicher auch darauf an, ob mir die Aufnahme gefallen hat, sich um eine als "sehr gut" oder hervorragend" in diversen Zeitschriften oder auch hier im Forum angekommen ist. Doch letztendlich ist es natürlich alleine meine Sicht der Einspielung, ob sie weiterhin im Regal stehen bleibt oder weg kann.



    Ich habe natürlich im Kopf schon gewisse Bereiche, die der Neuordnung oder durch Ausmisten umgestaltet werden müssen. Mal schauen....



    VG,Maurice

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Hallo Maurice,
    Deine Rotationsidee finde ich gut. Ich selbst habe ca. 500 bis 800 cds (habe sie noch gar nicht durchgezählt). Intensiv höre ich vielleicht 100 Stück, d.h.
    mit intensiv meine ich mindestens 10 - 20 mal im Jahr. Wo verkaufst Du denn die "Kisten"? Bin noch nie auf die Idee gekommen, sollte ich mal tuen, da meine Regal fast voll sind. gruß T.f.

  • Ich glaube, ich besitze höchtens 100 CDs. Meinen unstillbaren Hunger nach Musik stille ich in der Regel über unsere ziemlich unerschöpfliche Musikbibliothek, wo ich mir nach Lust und Laune auch ausgefallene Stücke nach Hause hole.

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