Klassik am Computer (2. Versuch mit etwas anderen Vorzeichen)

  • Das ist es: :klatsch:

    Freuen wir uns doch ob der großen Vielfalt über die wir
    heutzutage verfügen können, und seien wir etwas lockerer im Umgang mit der
    Meinung anderer. Musik ist die schönste Sache der Welt und wir wollen uns daran
    freuen, und nicht daran verzweifeln.


    Sonnige Grüße
    Eusebius

    beste grüße von Florestan5

  • Ja, absolut und das ist bereits ein rein physikalisches Phänomen: stelle dich z.B. neben Michael Schlechtriem wenn er Cello spielt oder leg dich unter Christian Köhns Flügel. Oder setz dich vor einen Chor der eine BachPassion singt oder neben einen Opernsänger der sein Bestes gibt und Du spürst nicht nur die Schwingungen des Instrumentes rein physisch , du spürst auch die Schwingungen des Musikers, des Raumes, der Mithörer und ganz besonders die Resonanz, die das alles bei Dir auslöst.

    Und diese Möglichkeit ist dem gewöhnlichen Konzertgänger gegeben? ;+) Michael Schlechtriem sitzt mittendrin, im Raum der Schwingungsmoden und Resonanzdichten - die Folge scheint aber nicht Wolke 7 sondern vielmehr ein Tinnitus zu sein, wie er bei nicht wenigen auftritt, die ganz nah am Ort des Geschehens sind.


    Aber mal im Ernst, liebe Fairy. :)
    Ich verstehe, was Du meinst und auch ich kenne das pulsierende Gefühl, wenn der Körper selbst in Schwingung gerät.
    Allerdings hinkt der Vergleich mit dem Koch meiner Ansicht nach schon ziemlich. Wenn, dann wäre ein Vergleich mit der Molekularküche zu ziehen und da gibt es eben nicht wenige, die von den Spitzenköchen dieser Spielart absolut begeistert sind.


    Was machen wir denn mit Komponisten, die akustische Instrumente und elektronische Klänge mischen und dabei absolut fesselnde Kompositionen schaffen oder mit einem Stockhausen, der in seinem WDR-Studio bezaubernd Sinnliches mit elektronischen Klängen zu generieren wusste?
    Zumindest sollte man vielleicht nicht allgemein die Wirkungsmacht einer solchen Musik in Abrede stellen.


    :wink:

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • Den 1. Thread habe ich kaum mitbekommen. Nun ohne diesen 2. weiter gelesen zu haben (schon mal Sorry für die Redundanz):


    1) Die Idee, klassische Musik am Rechner zu interpretieren ist ein Versuch der gemessen an der über Jahrhunderte gewachsenen Tradition des Instrumentalspiels in seiner Entwicklung noch irgendwo zwischen Frühchenstation und Entbindungsaal steckt. Was einmal daraus werden mag, bleibt so oder so einfach abzuwarten.


    Was ist hier genau mit Interpretieren gemeint? Meinst du nicht die spieltechnische Umsetzung der Partitur? Interpretation ist ja noch mehr, nämlich die Herstellung von Beziehungen, Hervorheben und Zurückstellen von Einzelheiten.
    Der Anfang der Umsetzung einer Partitur in ein klingendes Resultat am Computer besteht wohl in Midi-Files, die die Partiturvorschriften idealerweise mechanisch wiedergeben. Man kann bezweifeln, dass das bereits Musik ist.
    Abgesehen von den Möglichkeiten, durch bessere Soundfiles vom frühen Midi-Gepiepse näher an den intendierten Klang eines Orchesters, Klaviers etc. heranzukommen, muss für eine ernstzunehmende Aufführung über den Computer noch Interpretation im angedeuteten erweiterten Sinn hinzukommen.


    Aber ist diese Interpretation nicht unabhängig vom Medium, durch das sie realisiert wird? Gehört die Umsetzung klassischer Musik am Rechner nicht genauso viel oder genauso wenig zur langen Tradition der Interpretation wie eine "konventionelle" Umsetzung, befindet sich also keineswegs im Frühchen-Stadium?


    Ansonsten finde ich es gut, dass neue technische Möglichkeiten es mehr Menschen ermöglichen, sich mit klassischer Musik zu beschäftigen. Dabei muss ja nicht gleich eine Interpretation herauskommen, die es mit anderen aufnehmen kann.


    Der Rechner ist nur ein Mittel. Halt auch ein Instrument. Seine klanglichen Möglichkeiten und die Virtuosität in seiner Bedienung sind vielleicht noch entwicklungsbedürftig, wenn ein mit konventionellen Umsetzungen konkurrierendes Resultat herauskommen soll. Die Interpretation kann dagegen bereits auf eine längere Tradition zurückblicken.


    Zitat

    2) So wenig wie Youtube den Fernseher, der Fernseher das Kino, das Kino das Theater und das Theater das Buch (oder anderesherum) jemals ersetzt hat, so wenig geht es auch in diesem Thema darum, dass die eine wohl entwickelte und hoch verdienstvolle Form der musikalischen Praxis irgend eine "Alternative" zu der anderen sich überhaupt gerade erst in ihren Möglichkeiten andeutende Form darstellen würde, über die auch nur irgend eine Entscheidung getroffen werden müsste. Interessanter finde ich viel eher die Möglichkeiten gegenseitiger Anregung zwischen etablierteren und dieser noch ganz jungen Form musikalischer Betätigung zu diskutieren.


    Ich vermute, da ergibt sich ein Dilemma:
    a) Entweder man strebt mit dem neuen Instrument Computer ein mit konventionellen Umsetzungen vergleichbares Resultat an. Da stellt sich dann die Frage: Wozu überhaupt?


    b) Oder man macht damit etwas, was nur auf dem Computer möglich ist. Was wäre in diesem Fall neu, anders oder besser? Ein höherer Grad an Präzision? So schlimm scheint es mir um das Niveau konventioneller Musikpraxis nicht bestellt zu sein.
    Wenn am Computer etwas Neues, etwas Anderes gemacht wird, hat man es schlicht mit einer Bearbeitung, wenn nicht gar mit einer neuen Komposition zu tun. Klar kann ein Arrangement seinen eigenen Reiz haben. Aber inwiefern soll es die herkömmliche Interpretationspraxis beeinflussen? Das leuchtet mir eher in Bezug auf die Besinnung auf historische Instrumente und Spielpraxis ein.

    Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)


  • Eine musikalische Aufführung ist durchaus ein Ereignis, das viele Sinne anspricht. Die physische Erfahrung des Klangs in einem bestimmten Raum kann durch die heimische Stereoanlage - und sei sie noch so gut - nicht ersetzt werden. Das ist aber noch nicht alles: man sieht ja auch etwas bei der musikalischen Aufführung (diese Erkenntnis hat z. B. Stockhausen zu Bühnenanweisungen auch bei Instrumentalwerken motiviert), und der Raum hat eine bestimmte Atmosphäre (Optik, Gerüche etc.).


    Ein konkretes Beispiel: ich habe mal Bachs Fantasie und Fuge g-moll für Orgel in einer Kirche gehört, die gar nicht so groß, aber sehr schön ausgestaltet war. Der Organist war nicht allzu brilliant, der eine oder andere falsche Ton war dabei, und trotzdem war die Erfahrung des Stücks in dieser Atmosphäre gewaltig. Als der Schlußakkord den ganzen Kirchenraum füllte, war das einfach überwältigend - keine noch so gute Aufnahme könnte dieses Live-Erlebnis wiedergeben.


    So gesehen sind Tonträger lediglich "Helfer", die uns mit Musik versorgen, auch wenn uns das Live-Erlebnis gerade nicht offensteht. Ein Tonträger mit herkömmlich gespielten Instrumenten vermittelt uns diese Illusion zumindest noch halbwegs, die von mir bisher gehörten Computer-Beispiele hingegen haben das Synthetik-Prädikat sozusagen eingraviert.


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Die Musik hinter dem Vorhang ist kein Gegenbeispiel Die Musiker sind anwesend; das Publikum ist in Kontakt,wenn auch nciht visuell, der Vorhang ist eine Abdämpfung aber kein Hindernis. Die Ton-Schwingungnen sind trotz Vorhang im Raum. Wenn auch abgeschwächt.

    Naja, abgedämpft ist es ja so oder so, schon durch das Publikum, das vor einem sitzt.


    Ich habe gelesen, dass die Holzstühle in Bayreuth probeweise einmal gepolstert wurden, doch das hat man wieder rückgängig gemacht, weil es der Akustik geschadet haben soll.


    Anderes Beispiel: wenn ich in der Oper weiter links sitze, höre ich teilweise ganz andere Instrumente als wenn ich rechts sitze. Habe das selbst erlebt in der Volksoper. Links höre ich in der Salome die Trompete sehr gut, rechts dafür die große Trommel, dafür ist die Trompete viel leiser. Also schon die Sitzposition verändert das ganze Hörerlebnis live.

  • Die Stärken der Libraries sehe ich bei FIlmmusik


    Die werden bei heutiger Filmmusik auch gerne genutzt, zumal dann, wenn kein Budget für ein Sinfonieorchester vorhanden ist.


    Auf der Seite dieses Komponisten (der mir übrigens persönlich bekannt ist und den ich als Person sehr
    schätze ;+) ) gibt es solche "gesampelte" orchestrale Filmmusik zu hören:


    "http://siegfriedfriedrich.com/audio/"


    (Konzertante Werke von ihm (mit "richtigem" Orchester/Ensemble) sind unter "http://siegfriedfriedrich.com/musik/" zu finden).



    Auch Pop-Produzenten, die ein Streichorchester in ein Songarrangement integrieren wollen, nutzen oft gesampelte Streicher. Bewilligt allerdings der A&R die Finanzierung, so nehmen auch die lieber ein echtes - weil eben doch besser klingendes - Streichorchester anstelle der Prothese.

    zwischen nichtton und weißem rauschen


  • Mir ist in diesem Sinne Livemusik auf akustischen Instrumenten (alle Instrumente, die Klânge auf synthetische Weise erzeugen, kommen für mich bereits nicht in Frage und das fängt schon bei der E-Gitarre an) die einzig wirklich komplette Musik


    Hallo, Fairy!


    Als mittlerweile 15-jähriger Nutzer auch von Synthesizern kann ich Dir selbstverständlich nicht zustimmen. :pfeif:


    Geht's aber vielleicht zumindest etwas weniger apodiktisch, ohne gleich Musiker mit anderen instrumentalen Vorlieben in den Rang in den Rang des "unechten" (keine "wirklich komplette Musik", wie Du es nennst) abzuschieben? :whistling:


    Würde mich zumindest freuen, wenn Du unsereins auch anerkennst! :)


    Gruß,


    Normann

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Hallo Tyras,
    Deine Fragen zielen genau auf den heiklen Punkt der Diskussion, schon weil einige hier den Begriff "Interprtation" auch ganz physisch an das vorgesehenen Instrmente binden. Kurz mit dem Begriff "Instrumentalspiel" gleichsetzen. Aus deren Sicht verbietet es sich überhaupt von einer "Interpretation" zu sprechen, wenn man wie ich die Vorgaben einer Partitur als Vorgaben für die Klanggestalt versteht und nicht als Anleitung für die Spielhandlung an dem vom Komponisten für das (angeblich) ausschließlich dafür vorgesehen Gerät. Das würde allerdings schon jede Beethovensonate auf einem Steinway zur Bearbeitung machen, da Beethoven ja nur einen Broadwood hatte.


    Ich sehe es wie du, dass "Interpretation" natürlich auch eine ganze Reihe Gestaltungentscheidungen betrefffen, die sich überhaupt erst aus dem Verständnis des Zusammenhanges ergeben und damit weit über die bloß "richtige" oder gar "objektive" Reproduktion der Vorgaben des Notentextes hinaus gehen die hier so mancher "ausübende Musiker" zum eigentlichen "objektiven" Qualitätskriterium einer der Interpretation zu erklären versucht.


    Wenn sehr gute und sehr fein nuancierbare Klangliche Möglichkeiten es erlauben mit Klavierklängen diese Gestaltungsentscheidungen in einem dem normalen Pianisten nur noch schwer zugänglichen zuverlässigkeit zu treffen, dann eröffnen sich meiner Meinung nach dem Interpreten am PC Möglichkeiten, die ihm in dieser Genauigkeit auch an einem Guten Flügel nicht in der Selbstveständlichkeit bereitstehen. Ich habe z.B. großen Spaß gehabt in meiner Aufnahme der Goldbergvariation am Steinway
    "http://klassik-resampled.de/bach" dort dann
    =>J.S.Bach (Steinway) !!!!( Es gibt auch eine Cembaloversion, von der hier nicht die Rede ist)
    =>Clavierübungen IV Goldbergvariationen)


    1) Die im Cembalo durch den Registerwechsel notwendig eher großflächigen dynamischen Unterscheidungen habe ich dort nachempfunden indem ich bei Wiederholungen den Klang durch die Verschiebung (Softpedal) änderte, mit der am Klavier ein generell etwas gedämpfterer Klang zu hören ist.
    2) Innerhalb der Variationen aber habe ich gleichwohl die Unterscheidung z.B. in Var.5 von figurativem und Motivischem z.B. in Var.6 in Vorangehende und dagegen konsequent etwas abgetönte folgende Kanonstimme differenziert.
    3) Schließlich ging es dann innerhalb dieser ja noch immer analytisch schematischen Dynamischen Differenzierung auch noch darum die Phrasierung der jeweiligen muusikalischen Gedanken mit einer entsprechenden Dynamischen Veränderung nachzuzeichnen.


    Ich habe als ich an dieser Aufnahme gearbeitet habe Interpretationen von ca.8-10 anderen der wichtigsten Goldberg-Variationen-Interpreten verglichen und in keiner Aufnahme auch nur ansatzweise eine entsprechend konseqent gestafffelte Gestaltung der Dynamik finden können.


    Obwohl ich also wahrscheinlich etwas dem Klavierspieler kaum in diesem Maß zu gebote stehendes realisiert habe, habe ich dafür keine einzige im Notentext enthaltene Anweisung verändert, wie dies geschieht, wenn man eine Komposition Bearbeitet um es auf einem anderen Instrument zu spielen.


    Unbenommen von jeder persönlichen geschmacklichen Beurteilung darüber, wie überzeugend oder gelungen meine Realisation der hier beschriebenen Variationen 5+6 würde ich schon sagen, dass mein Vorgehen genau dem entspricht, was ich in deiner Auffassung als Wesen der Interpretation erläutert gefunden habe: "nämlich die Herstellung von Beziehungen, Hervorheben und Zurückstellen von Einzelheiten".


    Wenn dies also tatsächlich möglich ist, frage ich ehrlich gesagt nicht wozu soll man sie nutzen, sondern nur noch, warum man denn auf diese Möglichkeiten verzichten sollte? Ist die möglichkeit in viel differenzierterem Maße zu gestalten nicht auuch schon eines der Überzeugendsten Argumente gewesen um eben nicht den Broadway Flügel über die Jahrhunderte zu konservieren, sondern sehr wohl auf dem Steinway auch Musik zu "interpretieren", die lange vor der Gründung der Firma Steinway 1853 komponiert wurde.


    Ich gebe dir vollkommen Recht, dass die Interpretation als solche durchaus an genau der Tradition anknüpfen kann und muss, die sich für die klassische Musik über Jahrhunderte etabliert hat. Was genau aber gegenüber der Tradition des Instrumentalspiels in seiner Entwicklung noch sehr am Anfang ist, ist die handwerkliche Praxis mit denen die erkannten musikalischen Sachverhalte optimal umgesetzt werden. Es git immer bessere digitale "Instrumente" ihre Bedienung verbessert sich immmer mehr, aber es gibt praktisch keine Erfahrung oder "Schule", die genau diese Übertragung der musikalischen Einsicht in eine technisch/handwerkliche Praxis weitergibt wie es das im Instrumentalspiel schon in wirklich beeindruckender Weise gibt.
    Auf dieser Ebene befindet sich schon noch eine Menge unbekanntes Terrain, wenn man sich für diesen Ansatz interessiert.


    Auf die Frage wozu man sich dafür interessieren könnte sehe ich eine Reihe möglicher für mich zumindest attraktiver Antworten.
    1) Es ist erfordert eine ausgesprochen interessante Reflexion auf viele nicht immer beewusst weitergegebene Aspekte unserer Interpretationskulltur, die möglicherweies auch für traditionelle Instrumentalisten interessant zu erfahren wäre wenn sie mit den dabei aufkommenden Fragen zur Interpretation in Berührung kämen.
    2) Die Gestaltungweise einer klassischen Interprtation am Rechner realisieren können sollte der Qualität zugute kommen, mit dem man am Rechner auch Repertoire realisieren kann, das die Möglichkeiten traditioneller Instrumentalisten in irgendeiner Hinsicht überfordert.
    3) Am am Rechner könnten musikalisch sinnvolle und doch immer noch experimentelle neue Deutungen von klassischem Repertoire erprobt werden und damit ach Anstöße für künftige Auffassungen anderer Musiker geben.
    4) Die Gestaltungsweise der Interpretation klassischer Werke, wird den Sprachcharakter von am PC produzierter Musik deutlich erhöhen.


    Es geht aber nicht und in keiner Weise darum "zu konkurrierenden" Ergebnissen zu kommen. Wie gesagt es handelt sich um eine eigene Form musikalischer Gestaltung, sie würde als "Imitation, Simulation, Nachahmung", die sich an der Erfüllung irgendwelcher äußeren Maßstäbe messen müsste sionnlos in ihren eigenen Möglichkeiten reduziert. In meinen Augen geht derlei völlig an dem schlichten Sachverhalt vorbei, dass verschiedene Dinge durchaus parallel existieren können, und sich dabei sogar gegenseitig fruchtbarr anregen können, ohne dass man dazu irgendeine Entschgeidung zwischen beiden Formen überaupt bräuchte.


    Zumindest werde ich mir von keinem Verfechter der absoluten Wahrheit jedes Konzertereignisses (seit wann gibt es denn keine schlechten Konzerte mehr, da waren aber Generationen von Musikkritikern ja wohl ganz anderer Meinung) es nehmen lassen auch gerne wo immer es mir gefällt mp3's von Musik zu hören die ich gerne mag. Dieses ganze Forum könnte sich seine Zusammenarbeit mit Amaton und JPC schenken und auf Spendensuche gehen, wenn hier alle, die ernsthaft so vehement gegen angeblich nicht "echte" Musikaufnnahmen sprechen, tatsächlich keine hören würden.


    (sorry dass s bei mir immer so lang wird)
    Gruß
    fahl5

  • Geist aber kann weiterhin nicht und wird auch nie in einen Computer eingebaut werden:


    Für mich ist Geist immer noch die jedes materielle/akustische/biochemische Detail überragende Fähigkeit zur stimmig/sprechend/überzeugend empfundene Synthese von einzelheiten zu einem zusammenhängenden Ganzen zu leisten, ähnlich wie es nur das Leben mit den von ihm organisierten chemischen und biologischen Details kann.
    2) "Der Geist weht wo er will"
    3) Aber genausowenig "im PC" wie in dem "Holz", aus dem die Träume des klassischen Instrumentalisten sind. Es sind doch die Träume (die musikalische Vorstellungen) selbst und die hat schließlich nur und immer der musizierende Mensch, egal welche Technik er für deren Unsetzung verwendet.

    Da muss ich doch mal zustimmen: ob etwas geistvoll - oder geistreich? - wenn nicht gar - vergeistigt - komponiert bzw umgesetzt wird, hängt niemals von der Technik ab.
    Also Geistlosigkeit wäre nun das, was ich am allerwenigsten zu bemängeln hätte. Da würde ich es eher mit fairy halten, die mit

    ich werde durch ein Medium nicht am musikalischen Mitdenken gehindert, sondern auf das Denken reduziert.

    das speziell ver-geistigte an reproduzierter Musik ganz gut andeutet.
    Aber auch ich liebe es, Musik beim Autofahren zu hören, und bin da sehr dankbar für die medialen Möglichkeiten...

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Wie gesagt es handelt sich um eine eigene Form musikalischer Gestaltung, sie würde als "Imitation, Simulation, Nachahmung", die sich an der Erfüllung irgendwelcher äußeren Maßstäbe messen müsste. In meinen Augen gehen derlei völlig an dem schlichten Sachverhalt vorbei, dass verschiedene Dinge durchaus parallel existieren können, und sich dabei sogar gegenseitig fruchtbarr anregen können, ohne dass man dazu irgendeine Entschgeidung zwischen beiden Formen überaupt bräuchte.

    Nun ja. "Simulation, Nachahmung" sind schon irgendwie darin enthalten - sonst könntest Du ja die Noten auch mit Klängen interpretieren, die nun gerade nicht von echten Instrumenten gesampelt wurden. sozusagen "switched on bach" mit moderneren Mitteln....

    Zumindest werde ich mir von keinem Verfechter der absoluten Wahrheit jedes Konzertereignisses (seit wann gibt es denn keine schlechten Konzerte mehr, da waren aber Generationen von Musikkritikern ja wohl ganz anderer Meinung) es nehmen lassen auch gerne wo immer es mir gefällt mp3's von Musik zu hören die ich gerne mag.

    ganz Deiner Meinung...

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

  • Ich sehe es wie du, dass "Interpretation" natürlich auch eine ganze Reihe Gestaltungentscheidungen betrefffen, die sich überhaupt erst aus dem Verständnis des Zusammenhanges ergeben und damit weit über die bloß "richtige" oder gar "objektive" Reproduktion der Vorgaben des Notentextes hinaus gehen die hier so mancher "ausübende Musiker" zum eigentlichen "objektiven" Qualitätskriterium einer der Interpretation zu erklären versucht.

    Das hat niemand getan, weder ein ausübender Musiker noch ein "ausübender" (was willst Du mit den Anführungszeichen eigentlich sagen?). Du setzt auch im neuen Thread Deine gezielten Verdrehungen und Unterstellungen fort. Das macht die Ergebnisse Deiner "Interpretationen" allerdings auch nicht besser.


    Christian

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • sonst könntest Du ja die Noten auch mit Klängen interpretieren, die nun gerade nicht von echten Instrumenten gesampelt wurden.


    ...was ich sowieso für viel interessanter halte als die "Nachahmung", die ohnehin nie das akustische Original wird ersetzen können.


    Wäre es da nicht konsequenter und ehrlicher von vornherein zur Elektronik und den ihr eigenen Möglichkeiten, jenseits von Imitationen des "Nichtelektronischen" zu stehen?

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Hallo Philmus, schön etwas von Dir zu lesen.
    Da sind wir ja in einigem doch ganz nah bei einander.


    Gut, dass ich Musik wirklich "interressant" finde und durchaus ziemlich große Begeisterung auch für den darin enthaltenen "musikalischen Gedanken" haben kann, ist sicher von Mensch zu mensch individuell mindestens so unterschiedlich wie dies auch alle anderen Arten von Gedanken sein können.


    Zum Glück gibt es ja auch ganz unterschiedliche Formen die Musik, so dass da doch jeder nach seiner Facon selig werden kann.


    Du hast Recht, dass ja schon dadurch, dass die Sampleproduzenten ausdrücklich in ihrern Instrumenten das gesamte klassische Instrumentarium in allen nur irgend abbildbaren Nuancen ausdrücklich "imitieren" enthält eben genau diese Nachahmung. Das stimmt einfach.


    Ich versuche nur deutlich zu machen, dass ich dagegen nicht unter der Maßgabe eines zu erreichenden Vorbildes gestalte, sondern mich dabei an die Partitur halte.
    Wenn ich mir anhöre, was andere Interpreten z.B. aus den Goldbergvariationen gemacht habe, und dann doch etwas mache, was ich in den anderen Interpetationen so überhaupt nicht finde, dann ist das eben keine Nachahmung irgend eines Originals sondern meine Auffassung, in der ich aus dem Notentext, und den von mir darin gesehenen musikalischen Zusammenhängen in meinem Verständnis schon interpretiere und nicht irgend einem Original hinterherlaufe, selbst, wenn die Klaviersamples tatsächlich eine Art digitale Reproduktion eines ganz bestimmten Flügels darstellen.


    Hallo Christian.
    Ich habe mir vorgenommen auch auf dich freundlich zu reagieren. Ich beantworte daher einfach wonach du fragst:
    Ich habe "ausübender Musiker" in Anfführungszeichen gesetzt, weil diese Bezeichnung nicht von mir stammt sondern ein Zitat darstellt (dass ich hoffentlich richtig erinnere).


    Meine Frage an Dich lautet:


    Ist das hier Dein Beitrag zu dieser Diskussion?

    Zitat

    zitat ChKöhn:
    Du setzt auch im neuen Thread Deine gezielten Verdrehungen und
    Unterstellungen fort. Das macht die Ergebnisse Deiner "Interpretationen"
    allerdings auch nicht besser.

    Wenn ja, würde ich mich freuen, wenn wir - was auch immer - hier Grundsätzlich sachbezogen und nicht ad hominem diskutieren. Ich fürchte aber da ist mir ehrlich gesagt der Sachbezug von Vokabeln wie "Deine gezielten Verdrehungen und Unterstellungen" ebensowenig nachvollziehbar, wie der Sachbezug der daraus gezogene Folgerung "Das macht die Ergebnisse Deiner "Interpretationen" allerdings auch nicht besser. " Ist das wirklich die einizige Art in der Du dich an einer sachlichen Diskussion beteiligen kannst?
    gruß
    fahl5

  • Das hat niemand getan, weder ein ausübender Musiker noch ein "ausübender" (was willst Du mit den Anführungszeichen eigentlich sagen?).



    Ausübender Musiker bzw. Künstler: Ausübender Künstler = wer ein Werk aufführt, singt, spielt oder auf eine andere Weise darbietet oder an einer solchen Darbietung künstlerisch mitwirkt.


    Grundvoraussetzung ist u.a. Kreativität.



    „Ausübender“ Musiker: Jemand, der (evtl.) mangels eigener Kreativität eine tumbe Recheneinheit benutzt, um einen Notentext zu Gehör zu bringen?

  • Ich versuche nur deutlich zu machen, dass ich dagegen nicht unter der Maßgabe eines zu erreichenden Vorbildes gestalte, sondern mich dabei an die Partitur halte.


    Spätestens hier wird mir ganz fahl...

  • Spätestens hier wird mir ganz fahl...



    Ein Thread zu diesem Thema musste bereits geschlossen werden. Es wäre schön, wenn dieses Mal alle Beteiligten sachlich blieben - im Sinne eines konstruktiven Dialogs. Danke!


    Caesar73


    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • Und...
    was soll dieses ad hominem Wortspiel nun genau zum Thema dieser Diskussion beitragen?

    Gar nichts.


    Dieser schlechte (und gegen Forenregel 10 verstoßende) Beitrag sollte wahrscheinlich nur dazu dienen, deine dir nicht wohlgesonnene Leute zum Lachen zu bringen und die Diskussion ins Lächerliche zu ziehen. Normal wird so ein Wortspiel sofort versplittert. Noch dazu, wo in dem Beitrag bis auf diese Beleidigung absolut nichts sachdienliches enthalten war.



    EDIT: Moderation war diesmal schneller ;) Trotzdem: als ich einmal ein dummes Wortspiel mit dem Namen eines anderen Mitglieds gemacht habe, wurde das sofort versplittert. Zurecht.


  • Und...was soll dieses ad hominem Wortspiel nun genau zum Thema dieser Diskussion beitragen?


    Sag mal, merkst Du eigentlich nicht, dass Du die ganze Zeit "ad hominem" unterwegs bist, um Deine Ansichten zu bekräftigen?


    Aber Kreativität ist leider eine rein menschliche Eigenschaft. Und ohne diese ist künstlerische Qualität nicht denkbar und machbar. Du wirst mit Deiner tumben Recheneinheit niemals künstlerisch hochwertige Ergebnisse erzielen.


    Ich glaube, es handelt sich hier um das ewig gleiche Spiel: Die Errichtung eines Ersatz-Kriegsschauplatzes, weil es an der eigentlichen Front zu brenzlig ist.

  • Jemand, der (evtl.) mangels eigener Kreativität eine tumbe Recheneinheit benutzt, um einen Notentext zu Gehör zu bringen?

    bei aller Kritik an der "Imitation": Eine "tumbe Recheneinheit" zu halbwegs differenzierten Klängen zu bringen scheint mir ohne Kreativität nicht möglich. Auch wenn das eine andere Art der Kreativität istals die, die man zum Komponieren braucht - es ist tatsächlich die des Interpreten, allerdings ohne die handwerklichen, gewissermaßen "materialen" Fähigkeiten des klassischen Instrumentalisten. Sondern eine gewissermaßen vergeistigte, die das Ausfallen der "Körperintelligenz" durch bewußte Entscheidungen kompensieren muß.

    Wäre es da nicht konsequenter und ehrlicher von vornherein zur Elektronik und den ihr eigenen Möglichkeiten, jenseits von Imitationen des "Nichtelektronischen" zu stehen?

    meine Rede...

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

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