Im Schatten der Wiener Klassik - weniger bekannte Komponisten des klassischen Zeitalters

  • Josef Myslivecek (1737 - 1781)

    Der Mozart-Freund .Josef Myslivecek gehört auch genannt. Sein Ouvre umfasst eine Vielzahl von Sinfonien, Konzerten und Opern. Ein bisschen was davon liegt auf CD vor, wobei mir besonders gut sein Belerofonte, eine Opera Seria, und seine Violinkonzerte gefallen.

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    Spartacus
    :wink:

    Für Monika

  • Michael Haydn (1737 - 1806) - von den Zeitgenossen als einer der bedeutendste Kirchenmusiker der Epoche gesehen

    André-Ernest-Modeste Grétry (1741 - 1813) - Protagonist der Pariser Opéra Comique

    Franz Ignaz Danzi (1763 - 1826) - Opern, Singspiele, Instrumentalmusik

    Joseph Leopold Edler von Eybler (1765 - 1846) - Kirchenmusiker (mehr als die Hälfte seiner Werknummmern) und Hofkapellmeister in Wien nach Salieri

    François-Joseph Gossec (1734 - 1829) - offizieller Komponist der Französischen Republik

    Friedrich Wilhelm Herschel (1738 - 1822) - Oboist, Komponist, bedeutender Astronom

    Étienne-Nicolas Méhul (1763 - 1817) - viele Opern...

    Nicolas Isouard (1775 - 1818) - auch viele Opern und etliche Kirchenmusik

    Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745 - 1799), der "französische Mozart"

    viele Grüße

    Bustopher


    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Kleine Ergänzung aus deutschen Landen

    Johann Rudolf Zumsteeg (10. Januar 1760 - 27. Januar 1802 ) - als Stuttgarter Mozart von den Zeitgenossen angesehen, bahnbrechend im Kunstlied

    Johann Friedrich Reichardt (25. November 1752 - 27. Juni 1814 ) - wichtiger Liederkomponist, "Des Knaben Wunderhorn" wurde ihm gewidmet, in Erwartung, dass er daraus komponiere

    Franz Ignaz Beck ( 20. Februar 1734 - 31. Dezember 1809 ) - Sinfoniker des "Sturm und Drang"

    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Zurück zum Thema

    Mein Vorschlag für den Komponisten im Schatten wäre Cherubini.

    kann ich nur unterstützen. Zu allen den von uliwer genannten Gründen kann man hinzufügen, daß er 20 Jahre lang (1822-1842) einflußreicher Kompositionslehrer im Pariser Conservatoire national de musique war und deshalb die nachfolgenden Generationen entscheidend prägte.
    Ein anderer wäre Gaspare Spontini, der auch international tätig und anerkannt wurde, aber nicht ganz die Sammlung an Lorbeeren einheimste, die Cherubini gebracht wurden. Immerhin werden einige seiner Opern noch aufgeführt und La Vestale ist auch von Callas verkörpert worden.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Ja, genau. Ich gehöre zu den 970 Ungebildeten, die diesen thread klicken, da ich ebenfalls eine Schwäche für die Zeitgenossen Haydns und Mozarts habe.

    Gottseidank gibt es immer wieder Berufene - schnoddrige Berufsmathematiker, Verzeihung -statistiker und HobbyeinBuchzumThema-Leser, die sich zum Ideal des Klassischen sehr belesen zu scheinen haben, aber mutig genug sind, die ihnen sicher bekannte Geschichte des bedeutenden Malers der griechischen Antike Apelles und dessen Konfrontation mit einem vorlauten Schuster zu ignorieren.
    Durch ihre aphoristischen Einschübe motiviert, habe ich heute Sinfonien von Myslivecek, Vanhal, Gossec und Krommer gehört.
    Bin schon ganz gespannt, wie uns 970 Ungebildeten mit einer kunstorientierten Abhandlung des 18. Jhd. die KOMPONISTEN im Schatten der drei Berühmten ins rechte Licht und auf ihre Epochenzugehörigkeit überprüft werden.
    Überkandideltes haben meine ungebildeten Ohren nicht vernommen.
    Aber vielleicht kann man das ja wieder mit dem so trivialen wie falschen "jehäufigerdesto"-Gesetz schnell gerade rücken - frei nach dem Motto: eine Mozart-Sinfonie hat mehr Verzierungen als Beethovens 5. - ergo: Rokkoko.

    In diesem Sinne bin und bleibe ich gespannt auf Geschichten aus 1000 und 1 (Um)Nacht(ung).

    :wink:

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • Und um gleich den Segel aus den Wind zu nehmen, ich würde natürlich nur posten, um die üblichen Provokationen vom Stapel zu lassen, richte ich hiermit eine Frage an alle die, die wirklich gerne die Zeitgenossen hören und sich mit deren Musik beschäftigen, so wie der threadstarter dies intendierte:

    Also Philbert und Mauerblümchen, Peter und Malcolm: mal raus mit der Sprache: Concerto Köln oder Mathias Bamert/London Mozart Players?

    Ich muss gestehen, dass Concerto Köln einen unglaublichen Drive entwickeln können, der sehr reizvoll wirkt und manches Werk dem heutigen Ohr vielleicht näher kommen lässt.
    Allein, mir fehlt es manchmal an Eleganz und Anmut, die so einigen Werken (z.B. die langsamen Sätze bei Myslivecek) zu Eigen sind. Hier hat Bamert wirklich ein Händchen, er scheint mir ganz auf die Musik selbst zu vertrauen, lässt die Musik fließen und die Linien geschmeidig erscheinen. Klar, in manchen fehlt dann doch mal das Knäcke - Vanhal unter Vlcek (Supraphon) ist meine Referenz.
    Und (deshalb doch nicht ganz "allein") - die Auswahl der Sinfonien finde ich bei Bamert meist geglückter als bei den Komponisten, die auch das Concerto Köln eingespielt hat - z.B. Vanhal! Aber auch Myslivecek oder Kozeluh.

    Insofern singe ich gerne ein Loblied auf Bamerts Schwäche für die im Schatten-Stehenden und Chandos, die das mittragen.

    :wink:

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • Also Philbert und Mauerblümchen, Peter und Malcolm: mal raus mit der Sprache: Concerto Köln oder Mathias Bamert/London Mozart Players?

    Ich muss gestehen, dass Concerto Köln einen unglaublichen Drive entwickeln können, der sehr reizvoll wirkt und manches Werk dem heutigen Ohr vielleicht näher kommen lässt.
    Allein, mir fehlt es manchmal an Eleganz und Anmut, die so einigen Werken (z.B. die langsamen Sätze bei Myslivecek) zu Eigen sind. Hier hat Bamert wirklich ein Händchen, er scheint mir ganz auf die Musik selbst zu vertrauen, lässt die Musik fließen und die Linien geschmeidig erscheinen. Klar, in manchen fehlt dann doch mal das Knäcke - Vanhal unter Vlcek (Supraphon) ist meine Referenz.
    Und (deshalb doch nicht ganz "allein") - die Auswahl der Sinfonien finde ich bei Bamert meist geglückter als bei den Komponisten, die auch das Concerto Köln eingespielt hat - z.B. Vanhal! Aber auch Myslivecek oder Kozeluh.

    Insofern singe ich gerne ein Loblied auf Bamerts Schwäche für die im Schatten-Stehenden und Chandos, die das mittragen.

    Lieber Wulf,

    ich glaube, wir können mit diesen unterschiedlichen Wertungen gut umgehen: Mir stehen die Concerto-Köln-Einstellungen deutlich näher. Sicher gibt es Sätze, denen sie nicht so gerecht geworden sind. Aber für mich ist gerade das Energie-Geladene, Geistig-Eigenständige das beachtlich Neue an dieser Musik. Das würde ich unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen sowohl für CPE Bach als auch noch für Eberl- und Beethoven-Symphonien als Zeichen eines ungeahnten bürgerlichen Selbstbewusstseins verstehen wollen. Das neben diesem Ausdruck des selbstbewussten Künstlers auch andere Eigenschaften (Eleganz etc.) zu den Zielen dieser Musik gehören, leugne ich nicht. Für mich darf es gerne immer etwas energischer als eleganter sein ..... Deswegen steht bei mir Concerto Köln deutlich vor Bamert ....

    Lieber Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Um zur Eingangsfrage des Threads zurückzukommen:

    Roman Hofstetter OSB (1742-1815)

    Benediktiner, Bratschist und Komponist. Überliefert ist eine Messe, drei Solokonzerte für Viola sowie 12 Streichquartette.

    Eines dieser Quartette wurde womöglich fälschlicherweise Haydn zugeschrieben: das sog. "Serenadenquartett" mit der berühmten pizzicato-unterlegten, süßlichen Serenade (schönstes Rokoko eben:P )

    Grüße

    Magus

    "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972

  • Lieber Magus,

    sechs Quartette wurden falsch zugeordnet (das op. 3 bei Haydn), zu ihnen gehört das Serenadenquartett.

    Liebe Grüße Peter

    .
    Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
    (Hermann Bahr)

  • Ich denke da etwa an den französischen Architekten Ledoux, der sich bereits in den 1770er Jahren (als Baumeister des Königs übrigens, was ihm später eine Vorladung vor ein revolutionäres Tribunal einbrachte!) radikal vom noch vorherrschenden Rokoko-Baustil abwandte und seine Bauwerke einer strikten rationalen Funktionalität unterwarf. Hinzu kamen utopische Entwürfe von Gebäuden und Siedlungen, die die mathematisch-geometrische Ausdrucksform jener Funktionalität auf die Spitze trieben

    Ledoux' Hauptwerk, die Königliche Saline von Arc-et-Senans, ist definitiv eine Reise wert. Dort kann man die Aufklärung buchstäblich mit Hände fassen. Dazu beherbergen die Gebäude ständige (über Ledoux ...) und wechselnde Ausstellungen. Die Gärten hinter den Gebäuden, die ursprünglich als "Schrebergärten vor Schreber" für die Angestellten gedacht waren, werden jedes Jahr thematisch von den Studenten einer Gartenbauschule gestaltet.

    "http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ni…n_Arc-et-Senans
    "http://fr.wikipedia.org/wiki/Saline_royale_d%27Arc-et-Senans

    Dort wurde auch teilweise Marcel Bluwals Film Dom Juan ou le Festin de pierre nach Molière mit Michel Piccoli und Claude Brasseur gedreht, in dem auch Musik von Mozart zu hören ist.

    "http://fr.wikipedia.org/wiki/Dom_Juan_…A9film,_1965%29

    Alles, wie immer, IMHO.

  • François-Joseph Gossec 1734 - 1829.

    Sein erstes erfolgreiches Werk, ein Requiem ist wohl heute noch sein am meisten auf CD aufgenommenes. Er schrieb aber auch rund 60 Sinfonien.

    Auf der CD

    spielt Concerto Köln vier Werke aus seiner frühen, mittleren und späten Schaffensphase.

    Das älteste Werk, die Sinfonie in c-moll op. 6 Nr. 3 von ca. 1762 scheint mir in ihrer fast schattenhaften Instrumentation in düster aggressivem Piano (also echtes Rokoko :P) fast moderner zu klingen als die letzte "Symhonie à 17 parties" in F-Dur von 1809. Die wirkt etwas steif und empirehaft. Allerdings lockert die nach frühem Schubert klingende instrumentation wieder auf, und so etwas wie den längsten Satz - ein fugiertes Menuett - gibt es nicht mal von Haydn.

  • Lieber Giovanni,

    ich kann sehr gut nachempfinden, was Du meinst - auch ich mag den energiegeladenen Zugang sehr. Ich hatte nur den Eindruck, dass mir bei einigen Beispielen das auf Kosten anderer Parameter gespielt ist.

    Uliwer hat z.B. einen Komponisten angeführt - Gossec - bei dem ich die Concerto Köln-Aufnahme weit über die von Bamert stelle; hier stimmt IMO einfach alles - Auswahl, Intepretation, Klangbild der Aufnahme.

    Sagen wir mal vielleicht so: wer gerne selbst erhören möchte, wie groß der Abstand zu Haydn und Mozart war, der ist vielleicht mit den unaufgeregteren Bamert-Aufnahmen besser bedient, weil man so sich auf Stimmführung, Kontrapunkt, Durchführung etc. pp. konzentrieren kann.

    :wink:
    Wulf

    "Gar nichts erlebt. Auch schön." (Mozart, Tagebuch 13. Juli 1770)

  • Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1772-1806)

    er galt als vorzüglicher Pianist, und erhielt darüber ausdrückliches Lob von Beethoven, dessen Bekanntschaft er in den 1790er Jahren machte. Überdies nahm er Kompositionsunterricht bei J. L. Dussek und hinterließ, gemessen an der Tatsache, daß er im Hauptberuf Prinz/Militär war, eine stattliche Anzahl an Kammermusik sowie auch einige orchestrierte Werke (man kann einiges bei YT finden und hören).

    Danke für den Hinweis!

    Zu Louis Ferdinand gibt es übrigens bereits einen eigenen Thread:

    Louis Ferdinand - ein blaublütiger Dilettant unter vielen?

    :wink: :wink:

    Christian

    Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

    Cato der Ältere

  • Die ursprünglich hier zu findenden Beiträge zum Spannungsfeld Klassik-Klassizismus-Rokoko etc. wurden hiermit in einen eigenen Thread verschoben.

    Danke!

    Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
    daß Alles für Freuden erwacht

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