Antonín Dvořák: Werke für Violine und Orchester

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Die hier zuletzt genannte Aufführung des Violinkonzertes mit Lisa Batiashvili und den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle von den letztjährigen Osterfestspielen gibt es seit heute (und noch für 6 Tage) bei 3sat zu seheh:


    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=72384


    Ich weiß nicht, ob ich dieses Violinkonzert überhaupt schon jemals gehört habe; aber diese Aufnahme finde ich wunderschön; Lisa Batiashvillis hat einen wunderschönen Ton und spielt sehr gefühlvoll.

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Seit das letzte Mal Aktivität in diesem Faden herrschte, sind drei Neueinspielungen des Dvořák-Violinkonzerts auf den Markt gekommen:
       
    Interessanterweise bei Eldbjørg Hemsing und Augustin Hadelich jeweils mit einem Werk bzw. zwei Werken von Josef Suk kombiniert.


    Gibt es Meinungen zu diesen Aufnahmen?

  • Gibt es Meinungen zu diesen Aufnahmen?

    Ich oute mich auch mal als Liebhaber des Violinkonzerts und habe kurz in die drei reingehört.
    Spieltechnisch sind alle auf gleich hohem Spitzenniveau, aber klanglich sind die Unterschiede krass, daher gäbe es für mich unter den dreien eine eindeutige Gewinnerin.


    Augustin Hadelich: spitzer Geigenton, insgesamt so laut ausgesteuert dass die Dynamik (=Unterschied zwischen laut und leise) sicher darunter leidet. Nicht weitergehört, da mich Hadelich auch sonst nie richtig überzeugt hat. :/


    Rachel Barton Pine: musikalisch vielversprechend, allerdings etwas dumpfer Klang. Aber wunderbar atmende Dynamik im Orchester und im Solo, eine Wohltat nach Hadelich. <3


    Eldbjörg Hemsing: faszinierender Klang*, optimale Balance zwischen Solo und Orchester, daher mit Freude länger zugehört. Auch der Orchesterpart ist sehr engagiert und tadellos bei der Sache.
    <3 :clap:


    *dieses schrieb ich noch bevor mir aufgefallen war, dass es eine BIS-Aufnahme ist :)


    Gruß, Khampan

  • Eldbjörg Hemsing: faszinierender Klang*, optimale Balance zwischen Solo und Orchester, daher mit Freude länger zugehört. Auch der Orchesterpart ist sehr engagiert und tadellos bei der Sache.

    Vielen Dank für Deine Antwort! :cincinbier:


    Ich neige auch dazu, mir die Aufnahme von Eldbjørg Hemsing anzuschaffen, weil sie mich mit ihrer Debüt-CD

    schlichtweg umgehauen hat und mir bei ihren beiden Auftritten in der BR-Sendung "KlickKlack" (in der ersten Sendung moderiert von Martin Grubinger, in der zweiten moderiert von Sol Gabetta) sehr gut gefallen hat. So für ein heutzutage vollkommen unbekanntes Werk wie das Violinkonzert von Hjalmar Borgström zu glühen, dass man es unbedingt auf seiner Debüt-CD haben möchte: faszinierend bei einem so jungen Menschen. Das Dvorák-Suk-Album ist ihr zweites Album.

  • Das Dvorák-Suk-Album ist ihr zweites Album.


    umso mehr: wow!
    inzwischen habe ich die CD bei Spotify ganz durchgehört. Macht Freude. Auch die Suk-Werke lohnen und sind eben so gut gespielt wie Dvorak.
    Mit einer Kleinigkeit bin ich nicht ganz einverstanden: Im Dvorak-Finale phrasiert Hemsing das Hauptthema recht kurzatmig: zwei Töne (a-cis) - Punkt - vier Töne (d-e-fis-e) - Punkt - usw.
    Ich bin ein Fan von längeren Zusammenhängen, außerdem finde ich die (un-tschechischen) Auftakte auf diese Weise zu überbetont. Kann man so machen, muss man aber nicht mögen.
    Im Zusammenhang des ganzen Werks ist das ein vermutlich unbedeutender Kritikpunkt.
    :wink: Khampan

  • Mit einer Kleinigkeit bin ich nicht ganz einverstanden: Im Dvorak-Finale phrasiert Hemsing das Hauptthema recht kurzatmig: zwei Töne (a-cis) - Punkt - vier Töne (d-e-fis-e) - Punkt - usw.
    Ich bin ein Fan von längeren Zusammenhängen, außerdem finde ich die (un-tschechischen) Auftakte auf diese Weise zu überbetont. Kann man so machen, muss man aber nicht mögen.
    Im Zusammenhang des ganzen Werks ist das ein vermutlich unbedeutender Kritikpunkt.

    Das mag sein, aber mich stört das auch. Die metrische Ambivalenz des Themas zwischen 3/4-Takt und (notiertem) 3/8t-Takt geht auf diese Weise verloren. Man kann sie immer erst am Ende der Phrase (im neunten Takt) bzw. beim folgenden Tutti hören. Dvorak hat nicht ohne Grund Überbindungen zu den ersten vier geradzahligen Takten in diesem Thema notiert.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Hier ist ein Trailer zu dem Eldbjørg Hemsing-Album:
    https://www.youtube.com/watch?v=8YlDoajg76Q
    Der Dirigent hebt am Ende des Trailers hervor, dass sie mit der etwa 24-minütigen Fantasie g-moll für Violine und Orchester von Josef Suk wieder einmal vernachlässigtes Repertoire in den Mittelpunkt ihres Tuns stellt. Auf ihrer dritten CD spielt sie übrigens die beiden Violinkonzerte "Rhapsody and Fantasia" sowie "Fire Ritual" von Tan Dun. Auch nicht gerade sattsam bekanntes Repertoire.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!