Raritäten der Kammermusik

  • Lieber Alberich, es freut mich sehr, dass mein Werben für Burgmüllers op. 14 auf so fruchtbaren Boden gefallen ist! Das erinnert mich daran, dass ich diesen Thread mal wieder etwas füttern könnte, denn es kommen ja laufend wirklich schöne Sachen heraus!

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Emilie Maria von Bach (1896-1978) war eine österreichische Pianistin, Violinistin, Komponistin und Malerin. Sie wurde in ein musikalisches Elternhaus geboren und erhielt Kompositionsunterricht von Joseph Marx. 1952 heiratete Sie den Maler Arturo Ciacelli und begann ebenfalls zu malen. Als bildende Künstlerin ist sie offensichtlich bis heute bekannter denn als Komponistin. Das könnte sich aber ändern mit der Einspielung zweier ihrer Kammermusikwerke. Selbige sind derzeit nur online verfügbar, im CV der zweiten Geigerin ist aber vermerkt, dass cpo die Werke aufgezeichnet hat und vermutlich irgendwann einmal veröffentlichen wird.


    Das Klavierquintett "Wolgaquintett" entstand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts und ist IMO ein sehr starkes Werk der Spätromantik mit deutlich impressionistischen Zügen.


    Christine Busch - Violine
    Elene Meipariani - Violine
    Klaus Christa - Viola
    Mathias Johansen - Violoncello
    Akiko Shiochi - Klavier
    aufgenommen am 22. Juni 2018 in der Konzertreihe "Pforte" im Pförtnerhaus Feldkirch/Österreich


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    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Heute einer der schönsten Beiträge zum Genre Klavierquintett:


    Sergej Tanejew

    Klavierquintett op. 30

    Anna Zassimova, Albrecht Breuninger, Stefan Krznaric, Julien Heichelbech, Bernhard Lörcher


    Diese wunderbare Doppel-CD gibt es fast umsonst.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Apropos Klavierquintett - heute nachmittag mal wieder gehört:


    Dora Pejačević, Klavierquintett in h-moll, op. 40

    Oliver Triendl, Klavier; Quatuor sine nomine



    Wunderbares Stück.

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Klavierquintette sammle ich nun nicht gerade bis aufs I-Tüpfelchen, aber ich mag sie sehr. Deshalb absolute Zustimmung, was den vorletzten Beitrag (den von Wieland) betrifft - und Dank für die Anregung an Quasimodo. Diese Scheibe von cpo ist vorgemerkt.


    Kennt jemand die folgenden Raritäten - das gilt wohl auch für den Komponisten:


    ...... Constantino Gaito ... längst gepostet ... wusst' ich's doch ...


    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Ein weiteres IMO zauberhaftes Werk für Klavierquintett schrieb kurz vor seiner Meisteroper Palestrina Hans Pfitzner:


    Hans Pfitzner

    Klavierquintett op. 23


    Einige Rahmendaten dazu findet man hier.


    Das Werk hat er Bruno Walter gewidmet und 1908 mit dem Rose Quartett uraufgeführt. Vier Sätze, das Adagio mit 17 min der längste, insgesamt 43 min.


    Die Zahl der Einspielungen hält sich stark in Grenzen, nur zwei sind derzeit gelistet. Hier heute


    Ensemble Ulf Hoelscher

    (Ian Fountain, Ulf Hoelscher, Marya Salinas, Roland Glassl, Gustav Rivinius)



    klassik-heute.com 01/09: »Die Fülle von Ideen ist ebenso atemberaubend wie die immer neuen Klang-Kombinationen. Das Klavierquntett op. 23 ist voller Überraschungen und Konstraste. Eine spannende Dreiviertelstunde.«


    auch seine Quartette finde ich sehr gelungen.. die Kantante "Von deutscher Seele"... sowie sein Klavierquintett und sein Sextett..

    aber die Kammermusik mit Klavier finde ich durchgehend gelungen.

    Mir kommt Pfitzner immer wieder mal unter - und meistens denke ich: gar nicht übel !!!
    So auch beim Klavierquintett op. 23


    Hier eine sehr schöne Aufnahme von 2003 (Ensemle Ulf Hoelscher - cpo)

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Frank und Khampan waren es, die mich aufgrund ihres sehr positiven Urteils zum folgenden Kauf verleitet haben:



    Frank kommt gerne ins Schwärmen und da gebe ich viel drauf - doch wenn auch Khampan ins Schwärmen gerät, dann ... na dann ... ;) :clap:



    Es ist nicht obige CD, die vor einigen Wochen im anderen Thread verlinkt wurde, doch die werde ich mir auch noch besorgen. Die andere Scheibe wurde in erster Linie erworben, um endlich einmal das frühe Trio von Zemlinsky kennenzulernen. Zemlinskys Fassung für reguläres Klaviertrio steht dann ebenfalls zum Kauf an - welche Version nun die eigentliche ist oder ob man das gar nicht so sagen kann, das weiß ich noch nicht. Zemlinskys Trio wird gar nicht so selten gespielt und auch eingespielt, wie mir scheint. Zemlinskys Frühwerk ist so meisterlich gearbeitet wie reizvoll zu hören. Allerdings hatte ich es mir etwas moderner erwartet, ausgehend von meiner etwas besseren Kenntnis des strukturell recht ungewöhnlichen und in mancherlei anderer Hinsicht hoch raffinierten 2. Streichquartetts.


    Ob Zemlinskys Kammermusik heute noch eine Rarität darstellt, soll dahingestellt bleiben. Carl Frühlings Kammermusik gewiss. Den Komponisten findet man kaum in Lexika - in meinen sowieso nicht, aber als allgemeiner gültig wird das auch im Internet behauptet. Dort gibt es freilich einen recht passablen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel und weitere Links, die Information enthalten. Frank hat in seinem obigen Beitrag auch Informationen über das Leben dieses Komponisten zitiert, die Rückschlüsse ermöglichen. Überdies ist das Werkverzeichnis der Klassika-Seite bemerkenswert umfangreich. Auf dem Markt sind mehrere Einspielungen jenes Klarinettentrios verfügbar, ansonsten bleibt die Werkausbeute sehr dünn und beschränkt sich, wenn ich das richig sehe, auf Kammermusik, obwohl er auch für Chor und für Orchester geschrieben hat.


    Das Klarinettenquintett ist herrlich melodiös, straff gearbeitet und steht in der Tradition eines quasi leichtfüßigen Johannes Brahms. Es kann nicht überraschen, dass Frühling kein Neuerer war und kein Genie. Aber er hätte mehr Bekanntheit verdient und auf die CD mit den zwei Kompositionen, welche die beiden Mitforisten vorgestellt haben, freue ich mich schon mal.


    :) Wolfgang

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

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