Unmögliche Paare – Capriccios Frühlingsrätsel

  • Paar Nr. 6: Stasi und Edwin


    Diese zwei sollen ein Paar werden, wollen aber nicht. Über die Verlogenheit von der Sorte adeliger Verpaarung, die für sie vorgesehen ist, wissen sie offenbar gut Bescheid.


    Wie heißt das flatterhafte Duett der beiden? Für das Lösungswort wird der Anfangsbuchstabe vom Vornamen des fürstlichen Herrn benötigt.


    Tipps:

    • Nicht nur das gesuchte Duett ist flatterhaft. Sie schnappt sich nämlich ausgerechnet einen sehr flatterhaften anderen Typen, da dieser bemüht ist das flatterhafte für sie aufzugeben. Er lebt und singt, bevor er sie kennen lernt, dass es ohne unsereinen so gar nicht geht. (Maggie)

    • solche ornithologische Fragen aus dem Spezialgebiet von calisto sind sonst nicht meins (pavel)

    • Irgendwie eine Klamotte, um die herum der 1. Weltkrieg tobt. (calisto)

    • Ich gehe wohl recht in der Annahme das der Titel des Werkes einen Tanz aus einem Mitteleuropäischen Land beinhaltet? (KALEVALA)

    • Eigentlich hätte das Stück ja anders heißen sollen, aber es gab da wohl schon eine Operette mit ähnlichem Namen. So schaffte es dieser Tanz bis in den Titel. (Bergziege)

    • Geht aber trotzdem ins Blut und die Beine, obzwar im Land des Tanzes gar nicht uraufgeführt worden. (oper337)

    • Des weiteren enthält der Titel einen Adelstitel. (Gurnemanz)

    • wenn mich nicht alles täuscht, ist die weibliche Hälfte dieses Paares jene Dame mit dem für heutige Ohren äußerst unglücklich gewählten Kosenamen. (Areios)

    • Nun, ein gewisses Tier macht alleine noch keinen Sommer, aber es kann Orientierungshilfe bieten. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Machen wir's den Schwalben nach, Duett aus dem zweiten Akt der Operette Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán. Lösungsbuchstabe: E.


    Das Stück war zu großen Teilen fertig und sollte im Sommer 1914 unter dem Titel "Es lebe die Liebe" in Wien aufgeführt werden - der Ausbruch des 1. Weltkrieges kam dazwischen - und beeinflußte nicht unerheblich die Hauptnummer des 3. Aktes:


    Ganzes Dasein ist ein Schmarren! Freunderl, sei gescheit!
    Heut in über fünfzig Jahren leben andre Leut'!
    Dieses ganze Jammertal ist für mich ein Nachtlokal.
    Überhaupt fahr' ich in Himmel vorderhand
    Und verkaufe, wenn gefällig, mein Gewand.
    Jaj, Mamam, Bruderherz, ich kauf mir die Welt!
    Jaj, Mamam, was liegt mir am lumpigen Geld!
    Weißt du, wie lange noch der Globus sich dreht,
    Ob es morgen nicht schon zu spät!


    Die Uraufführung fand 1915, also schon mitten im Krieg, in Wien statt, nunmehr unter dem bekannten Namen. Durchaus konsequent, die ohnehin im Kern gar nicht so operettenhaft-unernste Story (auch das Schwalbenduett hat ja einen durchaus ernsten Tenor) in den 1. Weltkrieg zu verlegen, wie Peter Konwitschny das in seiner berühmt-berüchtigten Inszenierung getan hat. Hier der Trailer der Grazer Übernahme:


    "https://www.youtube.com/watch?v=1tvS6hAx9RM


    Sehr traditionell hingegen, und übermäßig klamaukig, dafür aber mitreißend gespielt die Aufführung der Csárdáskirálynő vom Budapester Operettentheaters (2009), hier das Schwalbenduett mit Vadász Dániel als Edwin und Szendy Szilvi, Dirigent: László Makláry.


    "https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=NXYud6tUDps#t=4242


    Capriccios kommentierte Diskografie


    Peters Opernführer

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • "Paar" Nr. 7: Ernst, Ottilie und Suleika


    Also, dieses Paar ist überhaupt gar keins. Da stimmt schon was ganz Grundlegendes nicht! Da aber von höchster Stelle grünes Licht gegeben wird, wollen wir auch mal nicht so sein. Gemeinsam mit einem weit alltäglicheren Paar werden wesentliche Probleme dieser Beziehung hier schon mal vorgeklärt.


    Gesucht ist das einschlägige Ensemble aus dem leider nicht ganz fertig gewordenen Werk sowie der vierte Buchstabe im Vorname des Komponisten.


    Tipps:

    • Flüsse und Seen spielen keine Rolle. - Wenns denn eine Requisite sein soll: hier ist eine Rose unabdingbar! - Der keineswegs unbekannte Komponist hat eine (kleine) zweistellige Zahl von Opern geschrieben; diese hier ist nicht mehr fertig geworden. - Wenn "Gurnis Schuss ins Blaue" außer einem Fischer und seinem Ring noch einen König aufzuweisen hätte, gäbe es eine klitzekleine Parallele, denn - Dieses Paar ist überhaupt keins! Ich weiß, das sagte ich schon! (Quasimodo)

    • (...) ist der Komponist zwar wohlbekannt, aber nicht auf Grund seines Opernschaffens. (pavel)

    • Quod licet Saraceno, non licet Christiano - es sei denn, man bekommt eine Dispens... (Areios)

    • Es ist jedenfalls nicht die Entführung aus dem Serail und nicht die Zaliana in Algeri (pavel)

    • Da wäre die Lösung ja ultra schräg. Die Purpurrose habe ich jedenfalls gefunden. (calisto)

    • Der Komponist ist Landsmann von Nr. 7 und der Komponist schlechthin, ist auch früh gestorben und seiner Musik liegt ein Zauber inne.... (KALEVALA)

    • manchmal ist ein Paar kein Paar, obwohl es zusammengehört, weil es nicht die geforderte Anzahl aufweist... (Areios)

    • In Utah und islamischen Ländern ist das was da abgeht alltäglich oder zumindest legal (KALEVALA)

    • Eine bekannte Geschichte, in der vielleicht das verwirklicht scheint, wovon viele Männer träumen - in einem Drama aus dem 20. Jahrhundert endet es für den Mann keineswegs so erfreulich, als in jenem Werk, dessen Komponist mehrere unvollendete Werke (und das gilt nicht nur für seine Bühnenwerke) hinterlassen hat. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Suleika, Du, der ich mein Leben danke ... O du Arme, komm zu mir, Quintett aus dem zweiten Akt der Oper Der Graf von Gleichen von Franz Schubert. Lösungsbuchstabe: N.


    Tja, da habe ich nicht nur Euch ein ziemlich schweres Rätsel, sondern mir selbst auch ein Bein gestellt! Von Schuberts unvollendeter letzter Oper gibt es tatsächlich zwei Rekonstruktionen, und beide sind auf CD aufgenommen worden; zum einen die Fassung von Richard Dünser, die dieser Aufführung von den Bregenzer Festspielen zugrundeliegt:



    Zum anderen eine von Gunter Elsholz erstellte Fassung, auf der diese in der US-Provinz (Cincinnatti) entstandenen Aufnahme beruht:



    Das gesuchte Quintett gibt es nur in der Elsholz'schen Fassung; zur Quellenlage kann ich leider nichts beisteuern! Im Fierrabras-Thread gibt es hier einige Anmerkungen zu Schuberts letzter, unvollendeter Oper (hätte ich sie mal nur genauer gelesen...). Vielleicht weiß ja Philbert mehr zur Quellenlage des Stücks!


    Die Bregenzer Aufnahme kenne ich nicht; die amerikanische leidet stark an z.T. außerordentlich schlechtem Deutsch und ist mit eher mittelmäßigen Solisten besetzt; musikalisch ist das aber sorgfältig erarbeitet und insbesondere in den Ensembles gut gelungen.


    Das Sujet durch die Zensur des Metternich'schen Wien zu kriegen, dürfte ein aussichtsloses Unterfangen gewesen sein, zumal für einen nur Insidern bekannten und in Sachen Oper völlig erfolglosen Komponisten. Das Libretto des Schubert-Freundes Eduard von Bauernfeind gewinnt der äußerlich wenig dramatischen Story auch nicht viel Bühnenwirksames ab.


    Das gesuchte Quintett gefiel mir beim Hören ganz ausnehmend gut, und dabei blieb es auch (ich höre es gerade noch einmal!), ich finde es kompositorisch ausgesprochen gelungen! Mehr als das nachfolgende Terzett der drei Liebenden, das im Sinne des Rätsels ja das passendere gewesen wäre.


    Hier kann man es hören (allerdings nur nach Anmeldung):


    "https://open.spotify.com/track/6PGpwo0zSj5NAu9hqLv90p


    Oder hier (allerdings nur über einen Umweg :pfeif: :(


    "https://www.youtube.com/watch?v=7xIdrGUnR3o&index=27&list=PLUSRfoOcUe4b9SBNPSf6hMGF-7HJLiizM


    ***


    Gurnemanz' erster "Schuss ins Blaue" bezog sich, wenn ich mich nicht irre, auf Alexander Zemlinskys Oper "Der König Kandaules" (nach der Hebbel'schen Tragödie "Gyges und sein Ring"), in der ein Mann seine Frau mit seinem besten Freund teilen will - zumindest ein bißchen (gucken darf er!). Das geht nicht gut aus. Das berührte zumindest etwas die gesuchte Oper.


    Das Stück aus dem 20. Jh., auf das Teresa Cellini in ihrem Tipp hinweist, ist mir nicht klar! "Jules und Jim" sind aber nicht gemeint, oder? Für das 19. Jahrhundert ließe sich Goethes "Stella" anführen (eigentlich sogar noch 18. Jh.!), wo sich auch drei um traute Dreisamkeit bemühen (geht aber trotzdem ganz ungut aus). Bauernfelds Libretto geht gut aus - das ist vielleicht ein bißchen undramatisch, aber eigentlich ziemlich modern.

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur


  • Das Stück aus dem 20. Jh., auf das Teresa Cellini in ihrem Tipp hinweist, ist mir nicht klar! "Jules und Jim" sind aber nicht gemeint, oder? Für das 19. Jahrhundert ließe sich Goethes "Stella" anführen (eigentlich sogar noch 18. Jh.!), wo sich auch drei um traute Dreisamkeit bemühen (geht aber trotzdem ganz ungut aus). Bauernfelds Libretto geht gut aus - das ist vielleicht ein bißchen undramatisch, aber eigentlich ziemlich modern.

    In "Stella" wird ausdrücklich auf den Grafen von Gleichen angespielt, und in der Urfassung, die noch in Goethes Sturm und Drang-Zeit fällt endet alles tatsächlich mit einer Ehe zudritt. Goethe hat das allerdings später geändert, bei der einzigen Aufführung des Stückes, die ich je erlebt habe, am Wiener Volkstheater, wurde eine Version gespielt, bei der beide Schlüsse Verwendung fanden.


    Was meinen Tipp betrifft, hätte vielleicht eine Anspielung auf den Kinofilm "Die geliebten Schwestern" mehr gebracht, wo es auch um zwei Damen geht, die sozusagen an eine Beziehung zu Dritt denken. Allerdings habe ich mir diesmal mit den Tipps nicht zu viel Mühe gegeben, da ich einerseits davon ausgegangen bin, dass sie nicht mehr notwendig sein werden, und andererseits die meisten Tippvarianten bereits vergeben waren.


    Meine Anspielung galt einem relativ unbekannten Stück, das übrigens auch vertont wurde: "Schirin und Gertraude" von Ernst Hardt. Paul Graener komponierte dazu 1919 eine Oper. Hier geht es um Unterschied zu den meisten Gestaltungen des Stoffes um den Graf von Gleichen nicht um das Zustandekommen seiner Beziehung mit der Sarazenin und die Einigung auf eine Ehe zu Dritt, sondern um das folgende Eheleben der drei, wobei die Pointe darin liegt, dass sich die Frauen ausgezeichnet verstehen, während der Mann gar nicht glücklich ist, weil er sich gegen die beiden nicht durchsetzen kann.


    In irgendeiner Diplomarbeit zur Romantik habe ich übrigens vor vielen Jahren eine Hinweis auf eine andere Oper zu diesem Stoff gefunden, offensichtlich von einem Zeitgenossen von Schubert, an dessen Name ich mich leider nicht mehr erinnere. Die Verfasserin dieser Diplomarbeit fand dieses Libretto übrigens noch moderner als das von Schubert, da sich hier das Trio selbst einigt und nicht einmal die Notwendigkeit einer päpstlichen Zustimmung für notwendig gehalten wird.

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    Il mare, il mare! Quale in rimirarlo
    Di glorie e di sublimi rapimenti
    Mi si affaccian ricordi! Il mare, il mare!
    Percè in suo grembo non trovai la tomba?

  • Paar Nr. 8: Pamina und Papageno


    Auch diese beiden sind ihrer Namen zum Trotz kein Paar, und sollen und wollen es auch gar nicht werden. Trotzdem singen die beiden Liebessehnsüchtigen gemeinsam das vielleicht schönste Liebes-Duett der Operngeschichte!


    Gesucht sind das Duett und der vierte Buchstabe im Namen der jungen Dame.


    Tipps:

    • Der Komponist ist Landsmann von Nr. 7 und der Komponist schlechthin, ist auch früh gestorben und seiner Musik liegt ein Zauber inne.... (KALEVALA)

    • Auch wenn diese beiden nicht zusammenkommen, werden beide einen Partner finden, der genau zu ihnen passt. Zuvor müssen sie aber beide von einem sehr drastischen Schritt abgehalten werden. (Bergziege)

    • Eigentlich passen die zwei doch gut zusammen. Er sehr bodenständig, sie etwas abgehoben und mit einem Hang zur Melancholie. (calisto)

    • Es ist auch kein Liebesduett , sondern eher ein Duett über die Liebe ! (palestrina)

    • Es ist wieder was mit Vögeln! (Areios)

    • Und wieder eine letzte Oper eines Komponisten (zumindest nach Uraufführungsdatum, nicht nach Werkverzeichnis) (pavel)

    • Könnte es sein, daß in Nr. 8 einer Person etwas äußerst Unangenehmes widerfährt - und das gleich in 77facher Ausfertigung? (Gurnemanz)

    • Die dunkle Figur, der Böses angedroht wird, macht sich immerhin Hoffnungen auf die am Duett beteiligte Dame, und mit dem beteiligten Herrn verbindet sie gegenseitiges Erschrecken. (Gurnemanz)

    • Zu Hilfe, zu Hilfe, sonst bin ich verloren (calisto)

    • Dazu benötigen sich nicht einmal jenen Gegenstand, nach dem das Werk benannt ist. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Bei Männern, welche Liebe fühlen, Duett aus dem ersten Akt der Zauberflöte von Wolfgang Amadé Mozart. Lösungsbuchstabe: I.


    Was soll man zur Zauberflöte noch sagen? Hier das Duett in der Aufführung der Festspiele von Aix-en-Provence 2014 mit Mari Eriksmoen als Pamina und Josef Wagner als Papageno:


    "https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=LFDyfPV9eDQ#t=2840


    Die "Siebenundsiebenzig Sohlenstreich" (Gurnemanz' Tipp) werden Monostatos nur angedroht; im zweiten Akt erweist sich, daß ihm die Strafe erlassen worden sein muß. Aber schließlich ist die Androhung von Folter auch schon eine Folter.


    S. dazu auch hier.


    Capriccios kommentierte Diskographie


    Daß der Beitrag zur Zauberflöte im gestreiften Opernführer nicht vom gestreiftern Opernführer selbst stammt (sondern von Waldi), kann eigentlich nicht verwundern! :D

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Interessant, das in Österreich gerade Krieg ist (oder ist der - wir haben ja mittlerweile 2015 - schon wieder vorbei??) Wie auch immer, habe ich jedenfalls gar nichts davon mitbekommen...:


    Das Stück war zu großen Teilen fertig und sollte im Sommer 2014 unter dem Titel "Es lebe die Liebe" in Wien aufgeführt werden - der Ausbruch des 1. Weltkrieges kam dazwischen


    ;+) :P

    zwischen nichtton und weißem rauschen

  • Tippfehler passieren halt - da muss man sich wirklich nicht lustig darüber machen. :cry:

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    Il mare, il mare! Quale in rimirarlo
    Di glorie e di sublimi rapimenti
    Mi si affaccian ricordi! Il mare, il mare!
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  • Paar Nr. 9: Lulu und die Gräfin Geschwitz


    Eine flatterhafte Seele, zur Liebe unfähig, und ein ihr verfallener, aber bis in den tiefsten Abgrund hinein treuer Mensch. Und es geht für Beide in einen blutigen Abgrund hinab!


    Gesucht sind die letzten Worte des zwanghaft treuen Menschen und der dritte Buchstabe im Nachnamen des Komponisten.


    Tipps:

    • Gehe ich recht in der Annahme, das die gesuchte Oper in Deutschland eher seltener aufgeführt wird und nicht von den "Big Seven"
      (Mozart, Rossini, Donizetti, Verdi, Wagner, Puccini, Strauss) stammt. (KALEVALA)

    • Das Ende hier ist wie gemacht für eine Inszenierung von Calixto Bieito. (Quasimodo)

    • Der gesuchte Komponist hat noch eine weitere Oper geschrieben die ebenfalls blutig endet. (Bergziege)

    • immerhin wird zu Beginn des Werkes deutlich auf das Buch Genesis angespielt! (Areios )

    • Die Frau findet ihr Glück nicht bei ihren Ehemännern und Liebhabern. (Bergziege) - Das Brutale ist: sie findet es bei niemandem! (Quasimodo)

    • Treue ist ja keine rein männliche Tugend (pavel)

    • Habe jetzt genug geschwitzt, um das rauszukriegen. (Gurnemanz)

    • das war ein Stück Arbeit (calisto)

    Lösung:


    Lulu, mein Engel, laß Dich noch einmal seh'n, Schlußszene aus dem dritten Akt der Oper Lulu von Alban Berg. Lösungsbuchstabe: R.


    Wie Abziehbilder wirken die Figuren in Frank Wedekinds Skandalstücken "Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora", aus denen Alban Berg das Libretto für seine Oper erstellt hat, oder wie die Figuren eines bitterbösen Kasperletheaters. Nur hie und da verleiht Bergs Musik ihnen die Stimme echter Gefühle, am meisten noch bei der Gräfin Geschwitz, die als einzige vom Anfang bis zum Ende des Stückes der Titelfigur treu bleibt; eine Verfallene aber auch sie, die noch kurz vor dem Ende "diese" Leute endlich verlassen will, um Jura zu studieren und sich für die Frauenbewegung einzusetzen". Lulus Ende ist auch ihr Ende - Berg läßt (entgegen der Vorlage) auch sie dem Serienmörder Jack the Ripper zum Opfer fallen.


    Mein Hinweis auf den Regiesseur Bieito galt dessen häufiger Verwendung von Blut (sein Markenzeichen sozusagen); das "blutige Ende" war hier also ganz wörtlich zu nehmen. Erwartungsgemäß hat Bieito das auch deutlich inszeniert:


    "https://www.youtube.com/watch?v=tUn6mMxMnek


    Geschwitz: Tanja Ariane Baumgartner, Lulu: Marisol Montalvo, Jack: Claudio Otelli


    Hier Alvianos Rezension dieser Baseler Produktion von 2009: "http://www.tamino-klassikforum.de/index.php?page=Thread&postID=303578



    Dieselbe Szene aus der Inszenierung von Vera Nemirowa, Salzburg 2010 (da gibt's allerdings fast nichts zu sehen):


    "http://www.youtube.com/watch?v=bSnNL7BfdCY


    Geschwitz: Tanja Ariane Baumgartner, Lulu: Patricia Petibon, Jack: Michael Volle


    S. auch den Bericht von Le Merle Bleu hier!



    Capriccio hat einen ausführlichen und sehr erhellenden (aber leider auch zänkischen) Thread zur Lulu, hier.


    Und auch der gestreifter Opernführer kennt das Stück.

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Paar Nr. 10: Annie Oakley und Frank Butler


    Bei diesen beiden gehört das Angeben zum Beruf. Da können sie es denn bis zum Schluss des Stückes nicht lassen, zielsicher wie sie sind, den jeweils anderen herunterzumachen.


    Wir brauchen für den Titel des Stücks ihren Vornamen und das für ihre Berufsausübung notwendige Werkzeug; für das Lösungswort brauchen wir von seinem Vornamen den letzten Buchstaben. Und wir brauchen ein Duett. Und einen Komponisten natürlich noch!


    Tipps:

    • Wie schon die Fragestellung anklingen lässt, handelt es sich diesmal um ein Musical. - Die gesuchte Nummer wurde aber auch von ganz prominenten Opernsängern gesungen, zB. als Einlage bei einer Sylvester-Fledermaus (pavel)

    • Gehe ich recht in der Annahme das im Finale ein Sitzender Bulle der Protagonist(e)in den ultimativen Rat gibt (den diese auch befolgt) wie sie das männliche Ego befriedigen kann und auf diese weise für ein (...) Happy end sorgt. - (und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage, oder auch nicht, denn immer wird Sie ganz bestimmt auch nicht mehr nachgeben) (KALEVALA)

    • La fanciulla del West ist es nicht, aber der Schauplatz kommt einigermaßen hin. (Bergziege)

    • Da sprach der alte Häuptling der Indianer, wild ist der Westen schwer ist der Beruf---uff, uff... (KALEVALA)

    • Erstmal ist es gut für den Herrn, daß die eigentlich sehr energische Dame sich so zurücknimmt. (calisto)

    • angenehm auch, dass man das Ganze in Wikis alphabetischer Musical-Liste ganz schön weit oben findet (Amaryllis)

    • Ob ich so treffsicher bin wie die Dame, die aufgefordert wird, sich zu bewaffnen? (Gurnemanz)

    • Die titelgebende Aufforderung gilt allgemein als doppeldeutig (oder gar zweideutig). (Areios)

    • In der wahren Geschichte war der männliche Teil dieses ungleichen Paares übrigens "moderner", sie musste sich nicht besiegen lassen, um ihn zu kriegen, sondern er wechselte die Seite und wurde vom ihrem Konkurrenten zu ihrem Manager. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Anything you can do I can do better, Duett aus dem zweiten Akt des Musicals Annie Get Your Gun von Irving Berlin. Lösungsbuchstabe: K.


    Das Leben der Show-Scharfschützin Annie Oakley diente Herbert und Dorothy Fields als Vorlage für ihr Musical-Buch, das zunächst Jerome Kern vertonen sollte; nach dessen plötzlichem Tod übernahm Irving Berlin das, er schrieb auch die Songtexte. Für die Hauptrolle war von vornherein die extrovertiert-aufgekratzte Ethel Merman vorgesehen, die das Duett hier mit gegen keine Geringere als Miss Piggy singt: "https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=HlGohSLMLY8#t=96


    Betty Hutton in der Verfilmung von George Sidney tritt hier in Mermans Fußstapfen (Frank: Howard Keel): "https://www.youtube.com/watch?v=WO23WBji_Z0


    Mir persönlich besser gefällt die weniger aufgekratzte Kim Criswell in dieser Aufnahme unter John McGlinn, die die Originalversion (auch in der Orchestration) des Stückes wiederherstellt (als Frank durchaus überzeugend: Thomas Hampson:(



    Capriccios Werkführer


    Der gestreifte Opernführer

    Bernd


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  • Paar Nr. 11: Thaïs und Athanaël


    Eifernde Frömmigkeit und egoistischer Hedonismus – hier ziehen sich zwei starke Gegensätze an! Interessanterweise haben sich die Lebenseinstellungen am Ende umgekehrt. Die Umkehr beginnt ausgerechnet mit einer eitlen Selbstbespiegelung.


    Gesucht sind die Spiegel-Arie und der letzte Buchstabe der Titelfigur.


    Tipps:

    • Die Titelfigur der Oper taucht auch in der Göttlichen Komödie auf, wo sie allerdings in der Hölle leben muss. (Bergziege)

    • Vielleicht muss ich eine längere Meditation über die Qualität meiner Tipps einlegen… (Bergziege)

    • Der Komponist beschreibt in seinen Werken gerne die "weibliche Seele". (calisto)

    • Die ursprüngliche Legende geht auf Roswitha von Gandersheim zurück. (pavel)

    • Und nun kannst Du in Ruhe über Erotik und Bigotterie nachdenken. (calisto)

    • Oder welches Wort hat die Bergziege Ralf noch mal benutzt? - Meditation (calisto & KALEVALA)

    • Ursprünglich ist die Geschichte noch älter und geht auf eine noch ältere, biographisch angereicherte, Geschichte einer Geliebten eines "Großen" Eroberers zurück. (KALEVALA)

    • Bei diesem Paar gibt es für Deutsche ungewöhnlich viele Punkte obendrüber (Gurnemanz)

    • Die Uraufführung der Oper hatte etwas mit der Super Bowl-Halbzeitshow 2004 gemeinsam. (Areios)

    • Was verbindet diese Geschichte mit "Asterix und Cleopatra"? Zumindest einer der Schauplätze. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    O mon miroir fidèle, Arie der Titelfigur aus dem zweiten Akt der Oper Thaïs von Jules Massenet. Lösungsbuchstabe: S.


    Ja, die Sache mit der Super-Bowl-Halbzeitshow :D. Bei der Uraufführung von Thaïs (16.03.1894) geschah es, daß sich das Kostüm von Sybil Sanderson verhakte und die Sängerin "nackt bis zur Taille" dastehen ließ, was einen böswilligen Kritiker veranlaßte, ihren Namen zu "Seinderson" zu verballhornen. ("Sein" ist das französische Wort für "Brust".)


    Eine ganz hervorragende Thaïs ist in dieser historischen Aufnahme die 1888 geborene belgische Sopranistin Fanny Heldy: "https://www.youtube.com/watch?v=9q4vBynQYrw


    Capriccios Thaïs-Thread


    Der gestreifte Opernführer

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Paar Nr. 12: Otello und Desdemona


    Gefährliche Ausgangslage: Erst heimliche Hochzeit mit der Tochter des Feindes, die einem anderen versprochen ist; und dann darf man noch nicht mal was sagen, wenn der mit ihr flirtet. Unter der böswilligen Mithilfe eines dritten Verehrers wird ein fatales Mißverständnis in die Welt gesetzt.


    Gesucht ist das finale Duett des unglücklichen Liebespaares, in dem sich das Mißverständnis auch nicht mehr ausräumen läßt. Dazu der vorletzte Buchstabe im Namen der Dame.


    Tipps:

    • Das gesuchte Bühnenwerk wurde von einem Italiener komponiert. (KALEVALA)

    • War die Uraufführung im 20.Jahrhundert ? (Nein) (palestrina)

    • der Komponist ist Italiener, die (berühmte) Vorlage für seine Oper ist aber von einem Insulaner (weit ab von Italien) - Außerdem gilt hier: Wenn zwei (Italiener) das gleiche machen muss es nicht das selbe ergeben. - Ein Fazit: Eifersucht ist die Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schaft. (KALEVALA)

    • Ob würgen, ob stechen, irgendwie läuft es aber doch auf den Tod hinaus. (calisto)

    • Von den zwei Opern, die dieses berühmte Drama des Insulaners (dessen andere berühmte Dramen Inspiration für noch einige weitere Opern waren) verarbeiten, ist die ältere und weniger bekannte gesucht... Die zwei Italiener sind allerdings beide sehr bekannt. (Amaryllis)

    • ich bin ja dagegen immer gleich alles schwarz zu sehen, aber was diese Oper(n) angeht hast Du recht. (KALEVALA)

    • Manche glauben an das Gute im Menschen, manche an das Böse. Allerdings ist das andere Werk gemeint. (Bergziege)

    • Der Gesamttitel der Oper entspricht in keinster weise der political correctness (KALEVALA)

    • Die beiden Opern spielen interessanterweise an verschiedenen Orten. (pavel)

    • Hier hülfe der Protagonistin nicht einmal die Verwendung von Papiertaschentüchern! (Areios)

    • Einer davon (der gesuchte) ist einer der bekanntesten Belcanto-Komponisten, der andere zählt ebenfalls zu DEN Opernkomponisten. (Bergziege)

    • Dem Uraufführungspublikum gefiel der Schluss des gesuchten Werkes übrigens nicht, also komponierte der Komponist auch eine Happyend-Version. Von seinem Landsmann, der denselben Stoff viele Jahre später vertonte, ist dagegen eine solche Alternative nicht bekannt. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Non arrestare il colpo, Duett aus dem Schlussakt der Oper Otello ossia Il Moro di Venezia von Gioacchino Rossini. Lösungsbuchstabe: N.


    John Osborn und Cecilia Bartoli in einer Zürcher Aufführung von 2012: "https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=xg5O2FL0Z4Q#t=8591


    Jedenfalls kann man dieser Desdemona nicht vorwerfen, daß sie nicht geredet hätte!


    Peters Opernführer

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Paar Nr. 13: Jason und Medea


    Gefährliche Ausgangslage: Erst heimliche Hochzeit mit der Tochter des Feindes, die einem anderen versprochen ist; und dann darf man noch nicht mal was sagen, wenn der mit ihr flirtet. Unter der böswilligen Mithilfe eines dritten Verehrers wird ein fatales Mißverständnis in die Welt gesetzt.


    Gesucht ist das finale Duett des unglücklichen Liebespaares, in dem sich das Mißverständnis auch nicht mehr ausräumen läßt. Dazu der vorletzte Buchstabe im Namen der Dame.


    Tipps:

    • 2 Komponisten, der erste ist Franzose, der zweite Italiener, der aber in Frankreich lebte. (calisto)

    • Bei dem gesuchten Werk handelt es sich um eine Geschichte aus der griechischen Mythologie, die nicht nur in der Musik oftmals "verarbeitet" wurde. (Bergziege)

    • Die Dame gehört wahrscheinlich mit zu den ältesten mythischen Figuren.4 weiter Komponisten haben diese Dame ebenfalls verkomponiert. (calisto)

    • wenn es denn die Dame ist (was mir sehr sicher scheint) von der hier die Rede ist ohne das sie beim Namen genannt wurde, dann gibt es deutlich mehr als 4 Verkomponierungen. (KALEVALA)

    • Vermute ich richtig, wenn ich behaupte das diese Oper und deren Titelgestalt durch Maria Callas zu besonderer Popularität gelangte? (KALEVALA)

    • Er hatte auch ein schnelles Schiff , die Argo ! (palestrina)

    • Die letzte Oper mit diesem Thema ist erst 5 Jahre alt. (pavel)

    • in Batumi (Georgien) gibt es sogar ein Denkmal der Titelfigur und in der Psychologie ( Psychoanalyse) kennt man den ..... Komplex. (KALEVALA)

    • Nach dem Herkunftsland der Protagonistin ist eine bekannte Giftpflanze benannt, die entgegen dem üblichen Vegetationszyklus im Herbst blüht und im Frühjahr Frucht trägt und von der Protagonistin in allerhand Tränken verarbeitet worden sein soll. (Areios)

    • Die beiden Opern spielen interessanterweise an verschiedenen Orten. (pavel)

    • Hier hülfe der Protagonistin nicht einmal die Verwendung von Papiertaschentüchern! (Areios)

    • Leider ist die Dame nicht nett zu Kindern. (Gurnemanz)

    • Der Stoff erzählt vielleicht sogar das älteste Scheidungsdrama, das überliefert ist. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Perfides ennemis, Duett aus dem 1. Akt der Oper Medée von Luigi Cherubini. Lösungsbuchstabe: I.


    Nadja Michael als Medée und Kurt Streit als Jason in einer Inszenierung von Krzystof Warlikowski mit den Talens lyrique unter Christophe Rousset aus der Brüsseler Münze: "https://www.youtube.com/watch?v=eBuIj8cj-7Y



    Peters Opernführer.

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Lösungswort: KOENIGSKINDER


    In die richtige Reihenfolge gebracht ergeben diese Buchstaben – so oder so – noch ein unmögliches Paar.


    Tipps:

    • Für das gesuchte Paar endet die Oper leider nicht mit einem Happy End. Vielleicht ist das Werk deshalb nicht so bekannt geworden wie eine andere Oper des Komponisten (in der es übrigens auch um ein Paar geht, um ein noch jüngeres allerdings). (Bergziege)

    • Paare aus diesen Kreisen standen und stehen noch heute ständig im Interesse der Menschen. (Maggie)

    • Der Komponist hat einen recht lustigen Namen. Ich zumindestens finde den humpligen Namen lustig. (Maggie)

    • Die Frau mit den außergewöhnlichen Eigenschaften stirbt in diesem Werk auf die selbe Weise wie oftmals ihre "Kolleginen" in der Realität. (Bergziege)

    • Diese Oper hat mit der ähnlich benannten Ballade außer dem Titel kaum Gemeinsamkeiten. (Areios)

    • Dieses Werk endet im Gegensatz zu einem anderen, viel bekannteren und gerne zur Weihnachtszeit zur Aufführung gelangenden, Werk des Komponisten, tragisch und ohne Happy End. (KALEVALA)

    • Ich hatte bei dem Lösungswort auf meinem Zettel ein Durcheinander angerichtet, so daß mir die späte (hoffentlich richtige) Antwort keine Krone einbringen wird. - Irgendwie ist das auch ein Tipp. (calisto)

    • Gefunden (und verloren) (pavel)

    • Wenigstens finden sie zusammen, die beiden Namenlosen, wenngleich ohne Happyend. (Teresa Cellini)

    Lösung:


    Königskinder, entweder die Oper von Engelbert Humperdinck oder die auf die Sage von Hero und Leander zurückgehende Volksballade.

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • So, fast geschafft! ***O***


    Bleibt noch die Rangliste! Es waren 42 Punkte zu erringen. Wenn ich mich verzählt haben sollte, müsst Ihr mich korrigieren!

    • Bergziege - 42 Punkte
    • pavel - 42 Punkte
    • Teresa Cellini - 42 Punkte
    • Areios - 39 Punkte
    • Gurnemanz - 39 Punkte
    • KALEVALA - 38 Punkte
    • calisto - 38 Punkte
    • Amaryllis - 35 Punkte
    • palestrina - 33 Punkte
    • Maggie - 32 Punkte
    • oper337 - 29 Punkte
    • Severina - 28 Punkte

    sowie Waldi (11 Punkte), der leider nur die ersten 4 Runden mitmachen konnte.


    Und 100 Punkte für alle ob des Vergnügens, das ihr mir durch Euer Mitmachen bereitet habt! :klatsch:


    Vielen Dank! :bow:


    Euer :Q:

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Lieber Bernd! :bow: :bow:


    Nochmals herzlichen Dank für das schöne Rätsel und Dir gebühren bestimmt mehr Punkte für die Arbeit die Du hattest. :juhu: :juhu:


    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:

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