Vladimir Ashkenazy - der Enzyklopädist des Klaviers

  • 100 EUR, d.h. 2 EUR/CD scheint mir bezahlbar.

    Die gibt es auch gebraucht noch günstiger. Bei Zustand "sehr gut" kann man eigentlich immer zugreifen. Das sind dann z.B. Leute, die sich die Box gekauft haben, und sie dann doch nicht mehr haben wollen. Oder sie machen es wie unser Maurice ;+) . Aber der "Beifang" ist hoch.


    Für Einsteiger sicher empfehlenswert, aber für diejenigen welche mit VA schon gut versorgt sind eher weniger.


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Danke für eure Meinungen !


    Das eine oder andere wird man noch dazukaufen müssen, wie etwa das WTK. Ich höre es gerade über Spotify und find es wirklich sehr gut.


    VG Bernd

  • Das hier
    http://www.amazon.de/Schubert-…ywords=schubert+ashkenazy
    kannst Du auch kaufen (Zustand "sehr gut").
    Ich schließe mich der Meinung b-majors an, Ashkenazys D894 ist auf meiner short list. Ich kannte sie schon von LP-Zeiten und die CD-Ausgabe wurde nicht besonders gut vermarktet (im Unterschied zu seiner D850, die doch nur in meiner erweiterten short list sein würde), deshalb habe ich sie nach langer Zeit wieder hören können und festgestellt, daß die Erinnerung nicht täuschte, obwohl einige Dutzend D894 inzwischen durch meine Ohren gekommen waren. D784 auf derselben CD hat mich etwas enttäuscht - was auch an meiner damaligen augenblicklichen Verfassung gelegen haben mag, ich muß sie mir nochmal vornehmen (der Kater schätzt sie sehr hoch). Immerhin lohnt sich die Anschaffung, wäre es nur für D894.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Könnten wir nicht mal das Gerede von den Referenzaufnahmen lassen.


    Selbstverständlich könnten "wir" das lassen ;+) , lieber Eusebius,
    aber warum sollten "wir" das lassen -
    ist der Begriff "Referenzaufnahme" doch nicht automatisch etwas Ultimates, Unverrückbares,
    sondern schlicht ein Ausdruck (höchster Anerkennung) für eine Aufnahme,
    deren exzellentes Niveau sie dazu prädestiniert, bei Vergleichen als "Bezugssystem" zu dienen.
    Referenz = "Bezugssystem" / "Bezugswert" => "https://de.wikipedia.org/wiki/Referenz"

    Und genau diese Eigenschaft, auf Grund ihrer Exzellenz als "Bezugssystem" zu dienen, hat für mich Ashkenazys Einspielung der Walzer von Chopin:
    - klaviertechnische Perfektion in jeder Hinsicht (Dynamik, Klangfarben, Tempi, Phrasierung, usw.)
    - interpretatorische Emotionalität, welche sich auch nach vielfachem Hören nicht "abnutzt/verbraucht", vielmehr immer wieder aufs Neue fasziniert und Freude bereitet.




    Übrigens, auch in rein technischer Hinsicht dient mir diese Aufnahme als "Referenz" -
    nämlich immer dann, wenn ich ein Equipment auf seine Wiedergabequalität in "Sachen Klirren" beurteilen möchte ...


    mit anderen Worten:


    :-H
    echt mega-geile aufnahme - diese waltzes - so was von spitzenmäßig - voll der hammer - ey - der typ hat's echt drauf - und das geilste an der scheibe - die ist so was von hochgezogen - da realisierst du voll ob du's drauf hast - also deine anlage - oder deine ohren - oder beides - aber echt ey


    :-H


    In der Hoffnung, Euch ein wenig Amusement verschafft zu haben ...

    Liebe Grüße,
    Berenice


    Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.


  • Hier sind die Aufnahmedaten, d. h. zumindest die Jahre (1963 - 2013):
    "http://www.musicweb-international.com/classrev/2014/Jul14/Rachmaninov_piano_4786348.htm"


    Armin

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Besten Dank!

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Einfach beim "Mutterschiff" vorbeischauen:
    "http://www.deccaclassics.com/us/cat/4786348"


    Für das Aufnahmedatum das jeweilige Stück anklicken.


    Und für die dicke Decca-Box hier vorbeischauen:
    "http://www.deccaclassics.com/us/cat/4785093"

  • Bedauerlicherweise hat Ashkenazy einige wichtige russische Klavierkomponisten ausgelassen. Mich hätte z.B. interessiert, wie er Medtner, Bortkiewicz, Rubinstein oder Lyapounov gespielt hätte. Leider gibt es wenige Pianisten von Format, die sich den weniger bekannten Russen widmen. Medtner ist da vielleicht noch eine Ausnahme, aber auch hier ist die Ausbeute nicht besonders groß. Auch von Tchaikovsky hätte er gerne noch ein bisserl mehr spielen können. Die Dumka op.59 ist zwar ein wirkungsvolles Stück, aber etwas einseitig. Die Jahreszeiten und die Stücke op.72 gibt es ja auch noch mit ihm, aber das war es wohl. Kein op.19 oder die große G-Dur Sonate.


    Kurioserweise gibt es kaum Liszt von ihm. In der Diskografie auf seiner Homepage fehlt allerdings die Aufnahme mit einer Auswahl aus den Etudes d'Exécution trancendente, die famos ist. Ebenso der 1. Mephisto Walzer. Aber die h-Moll Sonate hat er nicht eingespielt, wo das doch eigentlich jeder macht der etwas auf sich hält.


    Auf eine sehr schöne Aufnahme möchte ich noch hinweisen, nämlich die Koppelung der Sonate für Klavier zu 4 Händen D-Dur KV448 von Mozart und dem Andante und Variationen op.46 von Schumann in der Originalbesetzung mit 2 Klavieren, 2 Celli und Horn (2. Klavier Malcolm Frager). Die gibt es sogar noch in der Originalausgabe von 1964!


    Bild funktioniert nicht, aber der Link "http://www.amazon.de/Mozart-Schubert/dp/B004WCWP96/ref=sr_1_fkmr0_2?s=music-classical&ie=UTF8&qid=1434560707&sr=1-2-fkmr0&keywords=ashkenazy+frager+schumann"


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Kurioserweise gibt es kaum Liszt von ihm. In der Diskografie auf seiner Homepage fehlt allerdings die Aufnahme mit einer Auswahl aus den Etudes d'Exécution trancendente, die famos ist. Ebenso der 1. Mephisto Walzer. Aber die h-Moll Sonate hat er nicht eingespielt, wo das doch eigentlich jeder macht der etwas auf sich hält.


    Als Ashkenazy im Jahr 2007 erklärte, dass er nicht mehr öffentlich als Klaviersolist auftreten werde gab er dazu ein Interview mit der Zeitung Corriere della Sera und er wurde u. a. gefragt, ob er irgend etwas an seiner Solistenkarriere bereut und er bedauert, dass er nie Liszts h-moll Sonate spielen konnte, weil er zu kleine Finger hat.


    "http://www.playbillarts.com/news/article/6393.html"


    Armin

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Als Ashkenazy im Jahr 2007 erklärte, dass er nicht mehr öffentlich als Klaviersolist auftreten werde gab er dazu ein Interview mit der Zeitung Corriere della Sera und er wurde u. a. gefragt, ob er irgend etwas an seiner Solistenkarriere bereut und er bedauert, dass er nie Liszts h-moll Sonate spielen konnte, weil er zu kleine Finger hat.

    Das wundert mich. Eigentlich kommen in der Liszt-Sonate kaum Griffe oder Akkorde über der None vor, und die paar Ausnahmen sind soweit ich mich erinnere ausdrücklich arpeggiert notiert.


    Christian

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Also Rachmaninov ist mitunter ausgesprochen Vollgriffig, wer das spielen kann sollte auch mit der Liszt Sonate keine Probleme haben. Es muss wohl noch einen anderen Grung gegeben haben.


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Naja, Liszt scheint nicht ganz so seine Welt gewesen zu sein. Andere Pianistenkollegen verzichte(te)n auf das Schlachtross Tschaikovskij 1.KK, wieder andere trauen sich nicht recht an Brahms KK heran. Grundsätzlich denke ich, daß Ashkenazy dermaßen viel auch Hochvirtuoses als hochklassige Aufnahme hinterlassen hat, daß es schwerfallen dürfte, seine manuellen Fähigkeiten als alleinigen Grund für den Verzicht auf die h-moll Sonate von Liszt anzuführen. Warum darf man einem Pianisten nicht zugestehen, daß er ein Werk nicht spielt, wenn er keinen für ihn zufriedenstellenden Weg zur Interpretation des Werkes findet? Oder wenn er schlicht den Eindruck gewonnen hat, daß er zur Werkinterpretation nichts wirklich überzeugend Neues hinzufügen kann? Aus meiner Sicht wäre das eher eine noble Grundeinstellung ....
    Aber da kann man zugegebenermaßen viel spekulieren ...

  • Eigentlich kommen in der Liszt-Sonate kaum Griffe oder Akkorde über der None vor, und die paar Ausnahmen sind soweit ich mich erinnere ausdrücklich arpeggiert notiert.


    Vielleicht die "pesante"-Stellen vor und im Recitativo? (T. 297ff./T. 302ff.) Ist zwar nur eine Non als Rahmenintervall, aber die Töne in der Mitte liegen ungünstig. Und die Akkorde bieten sich vielleicht nicht so zum Arpeggieren an.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Warum darf man einem Pianisten nicht zugestehen, daß er ein Werk nicht spielt, wenn er keinen für ihn zufriedenstellenden Weg zur Interpretation des Werkes findet?

    Natürlich darf man das. Mich wunderte nur, dass er in dem Interview offenbar selbst seine zu kleinen Finger als Grund genannt hat. Ansonsten hat er ja trotz der epischen Breite seines Repertoires natürlich auch vieles ausgelassen, an erster Stelle den gesamten Bereich der Gegenwartsmusik, aber meines Wissens auch Scarlatti, Debussy (bis auf ein paar Ausnahmen), Haydn, das meiste von Bach, viele Solowerke von Brahms usw.. Selbst bei ihm ist das Klavierrepertoire offenbar für ein Pianistenleben zu groß...


    Christian

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Zitat von »ChKöhn«
    Eigentlich kommen in der Liszt-Sonate kaum Griffe oder Akkorde über der None vor, und die paar Ausnahmen sind soweit ich mich erinnere ausdrücklich arpeggiert notiert.


    Vielleicht die "pesante"-Stellen vor und im Recitativo? (T. 297ff./T. 302ff.) Ist zwar nur eine Non als Rahmenintervall, aber die Töne in der Mitte liegen ungünstig. Und die Akkorde bieten sich vielleicht nicht so zum Arpeggieren an.

    Das kann sein. Ich habe mit meinen Undezimen-Pranken für so etwas nicht den rechten Blick ;+) .


    Christian

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Btw, auch der Pianist, der vier Jahre nach ihm 1. Preisträger des intern. Tschaikowski-Wettbewerbs in Moskau wurde, spielt so gut wie keinen Liszt ...
    (=> "http://www.grigory-sokolov.com/reviews/Musik%20Grigory%20Sokolov.htm")

    Liebe Grüße,
    Berenice


    Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.

  • Mich wunderte nur, dass er in dem Interview offenbar selbst seine zu kleinen Finger als Grund genannt hat.

    Da wage ich dann gleich eine weitere Vermutung. Wie schon bei dem weiter o.a. Zitat, er habe eine Wiederholung nicht gespielt, um einen Zug erreichen zu können, tendiere ich auch hier zu der Annahme, daß er einer tiefer erläuternden Antwort auf eine Frage, welche er in dem Moment vielleicht als nervend oder irrelevant ansieht, gerne mit einer guten Portion (Selbst-)Ironie aus dem Weg geht ..... btw ... er kann es sich ja auch leisten.... ;+)


    Was die Hände angeht: es gibt eine ganze Reihe von hervorragenden Pianisten mit recht kleinen Händen, welche Liszt und Rachmaninov etc. spielen .... und das sehr respektabel ... (Shura Cherkassky, Yuja Wang ... um nur zwei zu nennen ... )

  • Anlässlich seines 75. Geburtstages am 06. Juli 2015 präsentiert Medici-TV eine große Anzahl von
    Videos mit Vladimir Ashkenazy,
    in denen man ihn über eine Zeitspanne von 1972 bis 1991 sowohl als Pianisten wie auch als Dirigenten erleben kann:

    "http://www.medici.tv/#!/vladimir-ashkenazy"


    P.S.
    Herzlichen Dank an "opereddie" für seinen Hinweis auf das "Decca-Mutterschiff"!

    Liebe Grüße,
    Berenice


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