Capriccio-Presseschau

  • Der britische Komponist Julian Anderson erhält für seine Komposition Litanies for Cello and Orchestra den mit 100.000 $ dotierten Grawemeyer Award. Einen kurzen Ausschnitt aus dem Werk findet man hier:


    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Tobias Kratzer wird ab 2025 neuer Intendant der Hamburgischen Staatsoper. Damit löst er George Delnon ab. Ein Nachfolger für Kent Nagano als GMD wird noch gesucht.


    Tobias Kratzer ab 2025 neuer Intendant der Staatsoper Hamburg
    Nun steht fest, wer ab 2024/25 auf Georges Delnon als Intendant an der Staatsoper Hamburg folgt: der 42-jährige Opernregisseur Tobias Kratzer, wie die…
    www.ndr.de


    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Habe sehr gute Sachen von ihm gesehen, ob er Intendant kann, wird sich weisen…

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Beim Linzer Bruckner-Fest 2023 wird es keinen Bruckner geben:


    Linzer Brucknerfest 2023 ohne Bruckner
    Mit gleich drei programmatischen Besonderheiten wartet das Internationale Brucknerfest Linz 2023 auf: Es wird kein einziges (!) Werk Anton Bruckners…
    ooe.orf.at


    "Kommendes Jahr freilich werden Werke von Clara Schumann und zu Unrecht vergessenen Komponistinnen wie Amy Beach, Florence Price, Louise Farrenc und Emilie Mayer und anderer Zeitgenossinnen Bruckners ihre schöpferische Kreativität beweisen können."


    Zwar bin ich durchaus der Meinung, dass es sehr erfreulich ist, die genannten Komponistinnen aufzuführen, aber ein Fest, dafür Bruckner komplett zu kübeln, halte ich für fragwürdig, zumal sich das BOL unter Poschner gerade ein sehr gutes Standing erarbeitet, Jubiläum 2024 hin oder her.

    Bereits die letzten Jahre hat man ja versucht mit spezielleren Programmen ein bisschen aus dem Trott der anderen Festivals auszubrechen und nicht nur die Xte Station eines Tourneeplans zu sein. Das wird mit dem angekündigten Plan sicher gelingen, die Auslastung dürfte aber weiter sinken (die Rott-Symphonie wurde defacto unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt).

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Zwar bin ich durchaus der Meinung, dass es sehr erfreulich ist, die genannten Komponistinnen aufzuführen, aber ein Fest, dafür Bruckner komplett zu kübeln, halte ich für fragwürdig, zumal sich das BOL unter Poschner gerade ein sehr gutes Standing erarbeitet, Jubiläum 2024 hin oder her.

    Bereits die letzten Jahre hat man ja versucht mit spezielleren Programmen ein bisschen aus dem Trott der anderen Festivals auszubrechen und nicht nur die Xte Station eines Tourneeplans zu sein.

    Ich kann diese Skepsis gut verstehen. Was ist denn das Alleinstellungsmerkmal des Bruckner-Festivals Linz, durch das es "aus dem Trott der anderen Festivals auszubrechen" vermag? Warum sollte man zum Bruckner-Festival nach Linz reisen? Der naheliegendste Gedanke wäre doch: Dort kann man sich in einer Art und Weise mit Bruckner und seiner Musik beschäftigen wie nirgends sonst. Allgemeine sommerliche Musikfestivals mit innovativen Programmen gibt es in jeder Stadt.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • An das habe ich nun wirklich nicht mehr geglaubt: Ein erheblicher Teil der gestohlenen Kunstwerke aus dem 'Grünen Gewölbe' in Dresden ist sichergestellt.


    Großteil der Beute aus Grünem Gewölbe sichergestellt
    Rund drei Jahre nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden haben Ermittler einen erheblichen Teil des entwendeten Diebesgutes gefunden. Damals war…
    www.tagesschau.de


    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • An das habe ich nun wirklich nicht mehr geglaubt: Ein erheblicher Teil der gestohlenen Kunstwerke aus dem 'Grünen Gewölbe' in Dresden ist sichergestellt.

    Dann weißt Du nichts über die Ausmaße einer solchen Hintergrundarbeit, die unglaublich arbeitsintensiv ist. Das Ganze wird in der Regel international still und leise getan, man will ja keinen der Täter aufschrecken. Das bedeutet viele geheime Observationen, etc.


    Man kann de ganzen Beamten nur unglaublich viel danken.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Dann weißt Du nichts über die Ausmaße einer solchen Hintergrundarbeit, die unglaublich arbeitsintensiv ist.

    Das ist mir schon klar, nur lag die Gefahr nahe, dass die einzelnen Preziosen sofort auseinandergenommen und die Steine einzeln verkauft werden würden.

    Man kann de ganzen Beamten nur unglaublich viel danken.

    Da gebe ich dir recht.


    :wink:Wolfram

    "Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." (Samuel Beckett)

    "Rage, rage against the dying of the light" (Dylan Thomas)

  • Das ist mir schon klar, nur lag die Gefahr nahe, dass die einzelnen Preziosen sofort auseinandergenommen und die Steine einzeln verkauft werden würden.

    Nein. So heiße Ware lässt sich grundsätzlich nur sehr sehr schwer verkaufen. Selbst Einzelteile sind in so einer Branche noch zu heiß. Selbst die zwielichtigen Gestalten trauen sich da nicht ran. Man sieht ja, wer es letzten Endes war.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Außerdem ist die Frage wie hoch die Qualität der Stein war, sprich der Einzelverkaufswert. Die Werke sind ja gerade in ihrem Kontext wertvoll, drum haben sie ja das Grüne Gewölbe ausgeräumt und nicht einfach irgendeinen Juwelier.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • Das ist in der Tat ein Knalleffekt. Kusej hatte mit COVID sicherlich Pech, aber die Resonanz auf seine Intendanz war sehr enden wollend. Erst vor kurzem hat er die Belegschaft der Burg aufgefordert sich öffentlich gegen Vorwürfe seinen Führungsstil betreffend zu positionieren. Doch da blieb es still. Vermutlich hat er sich keine Chancen mehr ausgerechnet oder man hat ihm zu verstehen gegeben dass er es nicht mehr wird.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

  • ganz aktuell


    Burgtheater: Kušej macht Rückzieher, Bekanntgabe der neuen Direktion am Mittwoch - Burgtheater - derStandard.at › Kultur

    Lieber brunello,


    hast Du einen persönlichen Kommentar dazu? Du kennst die Szene dort ja sehr direkt.


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • lt. Rundfunk v. gestern spätabends ist um 13h Pressekonferenz mit Verkündigung d. Nachfolgers . . .

    (ein Name kursiert auch bereits, but let's wait . . .)

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott'

    Werner Schneyder

    Fleiß ist gefährlich Henning Venske 'Inventur'

  • Fans dürfen klagen, weil Schauspielerin aus Film geschnitten wurde
    Ana de Armas ist im Trailer zum Film »Yesterday« zu sehen, nicht aber im Film. Aus diesem wurde sie herausgeschnitten. Fans der Schauspielerin haben die…
    www.spiegel.de


    Worauf es mir ankommt:

    Zitat

    De Armas spielt eine potenzielle Freundin des Protagonisten. Ihre Rolle wurde nachträglich herausgeschnitten, weil es dem Testpublikum nicht gefallen habe, dass der Hauptdarsteller sich von der weiblichen Hauptrolle ab- und de Armas Charakter zuwendet.

    (Hervorhebung von mir.) Nicht, dass das wirklich neu ist. Hollywood ist eine reine Geldmaschine. Für einen Künstler völlig würdelos.


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Entschuldige bitte, dass meine Antwort so lange gedauert hat - und auch jetzt nicht wirklich tiefschürfend ist.

    Ich habe zum Burgtheater keine tiefe Beziehung; ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger des Musiktheaters. Aber Wien ist eine SEHR traditionelle Stadt, vor allem im Kulturbereich. Und Kusej war seit seiner Bestellung sehr umstritten - einerseits eilte ihm aus München kein guter Ruf voraus (ob berechtigt, weiß ich nicht), andererseits galt/gilt er als links und ist den Konservativen schon deshalb ein Dorn im Auge. Was von den Kritiken innerhalb des Burgtheaters zu halten ist, dazu kann ich nichts sagen. Eine gute Bekannte, deren Gatte im Burgtheater tätig ist (nicht als Schauspieler, aber im im weitesten Sinne künstlerischen Bereich), meinte, dass viele Angriffe nur von wenigen Personen getragen werden, die auch Interna nach außen tragen.

    Dass er - spät aber doch - im Hinblick auf die Diskussion um seine Person die Konsequenzen zieht, rechne ich Kusej durchaus positiv an.

  • Ich kann auch nur von außen urteilen, aber es dürften wohl mehrere Gründe sein, warum Kusej nicht verlängert wurde. Nicht der geringste sicher, daß unter ihm - ungeachtet der Pandemie, die natürlich die Probleme irrwitzig vermehrt hat - das Burgtheater kein Publikumsmagnet war/ist/sein würde. Der Wiener Geschmack ist eben anders. Übrigens hat sich gezeigt, daß die seinerzeitige Besetzung von Direktorenstellen von Wiener Kulturinstitutionen nicht nur in punkto Burgtheater wenig Fingerspitzengefühl bzw. Kenntnis verriet. Viele unserer Politiker haben leider keine wirkliche Ader für Kunst und Kultur und ihre diesbezüglichen Entscheidungen rufen nicht umsonst immer wieder Diskussionen hervor. Früher war das freilich auch nicht immer anders. Vor allem um die Hof- und spätere Staatsoper entwickelten sich ja bekanntlich wiederholt richtige Staatsaffären.

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • Andererseits hat sich Peymann immerhin dreizehn Jahre gehalten, nur am links sein und der Umstrittenheit kann’s bei Kusej eigentlich nicht gelegen haben…

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Kusej hat noch unter Bachler eine ganze Reihe von Inszenierungen vorgelegt, die vom Publikum wie auch Kritik höchst gelobt wurden. Weibsteufel und König Ottokars Glück und Ende hab ich selbst gesehen und die waren grandios. Als Direktor hat er aber in meinen Augen zu sehr versucht, aus der Burg etwas anderes als die Burg zu machen. Zuviel Performance-Theater, zu viele Gastgruppen, zu viel "XY frei nach ABC". Das kam nicht an. Am Ende muss man halt auch einsehen, dass das Burgtheater ein riesiger Kasten ist, der bei aller Liebe zur Kunst auch gefüllt werden muss. Auf Dauer ging das nicht gut.


    Peymann hat zwar umstrittenene Stücke gemacht, aber nie das klassische Theater als solches in Frage gestellt. Bachler hat sich selbst extrem zurückgenommen und große Regisseure geholt (habe die Ausläufer seiner Ära selbst intensiv genossen). Hartmann war vor allem fad, weil er (aus Gier?) vieles selbst inszeniert hat und das meistens schlecht. Der Skandal war vor allem ein Geschenk.

    Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!