Daniil Trifonov - eine "singuläre Erscheinung am musikalischen Sternenhimmel"?

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Wie oben jemand erwähnte, ist die Rede vom silbernen Zeitalter sogar in Nischen der Popkultur wie Comics üblich. Mir war es bzgl. Russland noch nie begegnet, zumal ich den Einschnitt 1917/18 als viel stärker gegenüber dem Unterschied zwischen 1870er-90er und den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jhd. gesehen hätte. Rimsky und Glasunov haben da ja auch noch gelebt.


    Moskau als drittes Rom war mir als Figur schon bekannt, es zeugt von Sendungsbewusstsein, aber es ist halt auch der einzige Kandidat :) Das westliche Reich hatte Rom immer noch als Sitz des Papstes, selbst wenn die weltlichen Kaiserstädte andere waren, d.h. Wien konnte kein drittes Rom werden, weil es ja im Bereich des ersten Rom war.
    Edit: Sehe gerade, dass die Idee tatsächlich schon aus dem frühen 16. Jhd. also relativ bald nach dem Untergang Konstantinopels stammt.

    Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
    (B. Pascal)

  • Die Einteilung in edelmetallene Zeitalter ist ursprünglich wohl ein römischer Topos, etwa eingangs bei Ovids Metamorphosen. Das mussten wir damals auswendig lernen... :ohnmacht1:


    Zum "Trjotyj Rym" vielleicht mal andernorts --> klares off-topic.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Soeben habe ich festgestellt, dass Daniil Trifonov sein angekündigtes Programm "geringfügig" geändert hat. Statt der angekündigten superspannenden Auswahl von Werken des 20. Jahrhunderts gibt es jetzt allen Ernstes (und als einziges Werk):


    Johann Sebastian Bach
    Die Kunst der Fuge BWV 1080


    Ohne mich. Ich lasse mir von diesen Künstlern und Konzertveranstaltern nicht mehr länger auf der Nase herumtanzen. Wenn man ein Programm ankündigt, dann sollte es auch so gespielt werden.

  • Wenn man ein Programm ankündigt, dann sollte es auch so gespielt werden.

    Oder einen triftigen Grund für die Änderung angeben. Eine Kürzung, weil Pause derzeit nicht möglich, wäre ja möglich. Doch ein derartiger Umbau --- der braucht schon eine triftige Begründung. Ich wäre vermutlich auch "leicht schäumend"!
    Hast Du schon einmal direkt nachgefragt beim Veranstalter?

  • Soeben habe ich festgestellt, dass Daniil Trifonov sein angekündigtes Programm "geringfügig" geändert hat. Statt der angekündigten superspannenden Auswahl von Werken des 20. Jahrhunderts gibt es jetzt allen Ernstes (und als einziges Werk):


    Johann Sebastian Bach
    Die Kunst der Fuge BWV 1080

    Oh, das ist ein extremer Kurswechsel - gleich ein Epochenwechsel miteingearbeitet... 8|

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • Aber macht die Komponistentätigkeit einen Unterschied in der Interpretation aus? Es mag sein, dass er dadurch anders an Stücke herangeht, aber zählt das für den Rezipienten? Wird es dadurch besser?

    Das hängt m. E. von der Qualität der komponierten Musik ab. Kennt da jemand etwas? Wird das aufgeführt?

    Ich antwortete Euch beiden besser Im Daniil Trifonov-Thread, nicht im Igor Levit-Thread:


    Ich weiß nicht, ob sich Trifonov selbst in einer anderen Herangehensweise an Fremdkompositionen sieht, seitdem er komponierender Interpret ist und nicht nur Interpret. Ich könnte mir das schon vorstellen, aber da müsste man ihn selbst fragen.


    Von seinen Werken kenne ich die Suite für Klavier "Rachmaniana", die auf DG veröffentlicht wurde

    sowie sein Klavierkonzert (uraufgeführt 2013) und sein Klavierquintett (uraufgeführt 2019). Alles Werke, die mir sehr gefallen.


    Für die Uraufführung seines Doppelkonzerts für Klavier, Violine und Streichorchester mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica hatte ich Karten, aber durch den Fahrradunfall Trifonovs, infolgedessen er seine Füße nicht mehr ordnungsgemäß benutzen und somit nicht pedalisieren konnte, musste er leider absagen, sodass ich als Ersatz für sein Werk "Fratres" von Arvo Pärt zu hören bekam. Selten so gelangweilt...

  • "Fratres" von Arvo Pärt zu hören bekam. Selten so gelangwe

    Oh, wie ich mit Dir mitfühle. Dieser Pärt..................
    Jetzt wäre ich doch fast beim Denken an Pärt beim Schreiben eingeschlafen. :thumbup:
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Noch bis zum 7. März gibt es auf
    https://www.ndr.de/orchester_c…Trifonov,trifonov124.html
    einen Konzertmitschnitt aus der Elbphilharmonie in Hamburg vom 5. Februar 2021 mit Daniil Trifonov und dem NDR Elbphilharmonie Orchester, geleitet von Alan Gilbert, kostenfrei abzurufen.


    Trifonov spielt das Konzert für Klavier und Streichorchester von Alfred Schnittke sowie das Klavierkonzert Nr. 1 von Sergej Prokofiew. Beide Werke hat Trifonov noch nicht auf Tonträger aufgenommen, sodass dieser Mitschnitt vielleicht auf Interesse stoßen dürfte.


    Besonders herrlich finde ich seine Zugabe, nämlich einen Satz aus einer Sonate von Johann Christian Bach. Kann mir einer von Euch weiterhelfen, um welches Stück es sich handelt? Auf der NDR-Homepage
    https://www.ndr.de/kultur/elbp…harmonie,trifonov126.html
    wird es leider nicht näher spezifiziert.

  • Weil du es bist : Sonata A-Dur op.17,5

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Emile Naoumoff hat mal alle Sonaten von Johann Christian Bach eingespielt . 3 CDs . Es war zuviel für mich .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Die Fisherman's friends unter den Klaviersonaten?

    Keineswegs . Ich muss damit leben , daß mir eine Überdosis Jean Chretien , von Emile verabreicht , nicht zuträglich ist . Ich mochte sowieso nur op.5 No.6 & op.17 No.5 . Also kein allzu herber Verlust .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Daniil Trifonov wird am letzten August-Wochenende mit zwei Konzerten im Kieler Schloss (28. und 29. August) die Abschlusskonzerte des diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festivals bestreiten. Er spielt - was vielleicht nicht gerade einen Preis als originellste Programmgestaltung des Jahres gewinnen wird - Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2:
    https://www.shmf.de/de/veranst…zert-daniil-trifonov-1197
    https://www.shmf.de/de/veranst…zert-daniil-trifonov-1198

  • Am 8. Oktober 2021 erscheint ein neues Doppelalbum von Daniil Trifonov:


    Die von mir in der Interpretation Trifonovs sehr geschätzte

    Sonata A-Dur op.17,5

    von Johann Christian Bach ist glücklicherweise auf diesem Album enthalten.

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