Der umfassende Barockopern-Ranking-Thread


  • Waaasss, Du hast die Möglichkeit, Andreas Scholl als Cesare zu sehen/hören und überlegst noch?? :D Ich würde keine Sekunde nachdenken ... nebenbei, hat hier nicht mal jemand geschrieben, dass die Frankfurter den Cesare mit einem Bariton besetzt haben? Schön, wenn's jetzt anders ist! :thumbup:
    Herzliche Grüße an alle, Amarylllis


    "http://www.oper-frankfurt.de/de/page1020.cfm?stueck=724"
    Ab 12.2.16
    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Da muß ich nicht lange überlegen, obwohl die Auswahl extrem schwer ist, denn allein Händel könnte alle 10 Plätze leicht belegen 1). Daher hier nur eine Auswahl (aus der Lammeng):




    1. G.F. Händel: Ariodante



    2. G.F. Händel: Alcina



    3. A. Scarlatti: La Griselda



    4. G. F. Händel: Giulio Cesare



    5. J.P. Rameau: Les Boréades



    6. R. Keiser: Krösus



    7. H. Purcell: King Arthur



    8. J.P. Rameau: Platée



    9. G.P. Telemann: Orpheus



    10. A. Vivaldi: L’Olympiade



    Eusebius



    1) wie wäre es denn mal mit einem Ranking die 42 beliebtesten Opern von Händel?

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • "http://www.oper-frankfurt.de/de/page1020.cfm?stueck=724"
    Ab 12.2.16


    Ah, drei Counter am Werk – na also, geht doch :D !


    wie wäre es denn mal mit einem Ranking die 42 beliebtesten Opern von Händel?


    Die Idee reizt mich auch schon länger, sagen wir mal so : dat kriegen wa später… ;+)


    :wink: Amaryllis

  • hat hier nicht mal jemand geschrieben, dass die Frankfurter den Cesare mit einem Bariton besetzt haben?

    Ich weiß nicht, ob ich das war? Auf jeden Fall wurde in der Komischen Oper Berlin der Giulio Cesare mit einem Bariton besetzt. Counter oder Mezzosopran ja, aber Bariton ;( ? Alle Sänger und Sängerinnen in dieser Aufführung gaben sich Mühe :D ;( . Mir hat es nicht so gut gefallen.
    calisto

  • Ich weiß nicht, ob ich das war? Auf jeden Fall wurde in der Komischen Oper Berlin der Giulio Cesare mit einem Bariton besetzt. Counter oder Mezzosopran ja, aber Bariton ;( ? Alle Sänger und Sängerinnen in dieser Aufführung gaben sich Mühe :D ;( . Mir hat es nicht so gut gefallen.
    calisto


    ... habe die Stelle, die ich meinte, inzwischen gefunden, sogar im Cesare–Thread; es war palestrina, der darüber schrieb. Aber vom baritonalen KOB-Cesare habe ich auch irgendwo gelesen und das hat mich dann letztlich davon abgehalten, nach Berlin zu fahren. An sich hätte es mich gereizt, aber da ich auch einen Cesare vor der Haustür (Semperoper) habe, in dem sich seit der Premiere meist Damen* die Hosen angezogen haben (letzte Saison ganz super: Sonia Prina!!), konnte ich es verschmerzen.


    LG, Amaryllis


    * witzigerweise waren für Tolomeo und Nireno aber Counter angesetzt – eine tolle barocke Geschlechterverwirrungsaktion :P ...

  • Dann werde ich auch eine kleine Liste abgeben:


    C. Monteverdi:
    1. L'incoronazione di Poppea
    2. Il ritorno d'Ulisse in patria
    3. Orfeo
    4. Cavalli, La Calisto
    5. R. Keiser, Croesus



    6. Händel, Alcina
    7. Händel, Giulio Cesare
    8. Charpentier, Médée
    9. Purcell, King Arthur (Amüsant ist eine Aufführung aus Montpellier mit Hervé Niquet)
    10. A. Scarlatti, Griselda


    und weiter Opern von Händel und Rameau.
    Der Zwischenraum bei 5. und 6. hat nichts zu bedeuten.
    calisto


  • ... habe die Stelle, die ich meinte, inzwischen gefunden, sogar im Cesare–Thread; es war palestrina, der darüber schrieb. Aber vom baritonalen KOB-Cesare habe ich auch irgendwo gelesen und das hat mich dann letztlich davon abgehalten, nach Berlin zu fahren. An sich hätte es mich gereizt, aber da ich auch einen Cesare vor der Haustür (Semperoper) habe, in dem sich seit der Premiere meist Damen* die Hosen angezogen haben (letzte Saison ganz super: Sonia Prina!!), konnte ich es verschmerzen.
    LG, Amaryllis
    * witzigerweise waren für Tolomeo und Nireno aber Counter angesetzt – eine tolle barocke Geschlechterverwirrungsaktion :P ...


    Ja, bei der Premiere 2012 war der Giulio Cesare, ein Bariton !
    "http://www.oper-frankfurt.de/de/page160.cfm?stueck=403"


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Liebe Calisto


    Da sind ja immerhin 5 Opern dabei, die auch auf meiner Liste stehen. Hast Du die Griselda auch mit der Dorothea Röschmann? Die finde ich in dieser Rolle einfach hinreissend. Den Cavalli hatte ich auch in die engere Wahl gezogen, aber das ist strenggenommen wie Monteverdi eigentlich noch kein Barock, sondern Renaissance. Daher habe ich die beiden auch ausgelassen.


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Hast Du die Griselda auch mit der Dorothea Röschmann?


    :yes: ! Ja, sie ist einfach wunderbar.

    Den Cavalli hatte ich auch in die engere Wahl gezogen, aber das ist strenggenommen wie Monteverdi eigentlich noch kein Barock, sondern Renaissance.

    Darüber habe ich großzügig hinweggelesen, weil ich Renaissance-Opern ein kleines bißchen lieber höre :S . Vielleicht ist das auch ein Tip für Kalevala.
    Falls Amarillis das so streng sieht, hätte ich auch noch diverse Barockopern, um die Liste aufzufüllen.


    calisto

  • aber das ist strenggenommen wie Monteverdi eigentlich noch kein Barock, sondern Renaissance.

    Interessant; woran machst Du das fest?


    Grüße


    Magus

    "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972

  • Hmmm ... kommt aufs Werk an, oder? Polyphoner Satz ohne B. c. = eher Renaissance, Libro primo, Libro secundo.


    Monodie mit B. c. = eher Barock, z. B. L'Orfeo.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Hallo, Ihr Lieben,


    ich sehe das nicht so streng, dachte bei Monteverdi und Cavalli auch an Frühbarock – maßgebend war, wie in Beitrag #1 geäußert, dass alles genannt werden darf, was man hier bei Capriccio ins Forum "Barockoper" einordnen würde und da haben ja einige Monteverdi- und Cavalli-Werke schon ihren Platz gefunden.


    :wink: Amaryllis

  • hab mir bisher kaum Barock-Opern reingezogen...


    Meine Favoriten:


    1. Bach: Johannes-Passion (Dijkstra v. 19.05.15)
    2. Bach: Matthäus-Passion (Butt)
    (beide gelten nämlich bei einigen Bachjunkies als verkappte Opern)
    3. Rameau: Castor & Pollux (Howard Arman v. 28.06.14)

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Zitat von »Eusebius«
    aber das ist strenggenommen wie Monteverdi eigentlich noch kein Barock, sondern Renaissance.


    Interessant; woran machst Du das fest?


    Wenn wir das hier vertiefen sprengen wir den Rahmen gewaltig. In der Renaissance (= Wiedergeburt der Antike) geht es im allgemeinen strenger zu als im Barock, wo man sich mehr Freiheiten und einen größeren Affekt gestattet. Das Ideal in der Renaissancemusik ist der mehrstimmige Satz, und die Oper ist noch nicht weit entwickelt (Monteverdi gilt ja gemeinhin als deren Erfinder). Das Gepräge in Cavallis "Calisto" z.B. unterscheidet sich doch sehr von dem einer Händel-Oper, als typische Barockoper. Aber die Übergänge sind natürlich immer fliessend und daher nicht fest zu verorten. Für mein Stilgefühl gehört Monteverdi nicht zum Barock, das ist für micg eine andere Epoche. Aber das ist mein ganz persönliches Empfinden.


    Eusebius

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Eigentlich vermeidet man den Begriff "Barock" und sagt eher "Generalbasszeitalter". Dann ist schnell klar, wohin eine Komposition gehört.


    Und, klar: Monteverdis Orfeo und Vespro gehören dazu.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das Gepräge in Cavallis "Calisto" z.B. unterscheidet sich doch sehr von dem einer Händel-Oper, als typische Barockoper. Aber die Übergänge sind natürlich immer fliessend und daher nicht fest zu verorten. Für mein Stilgefühl gehört Monteverdi nicht zum Barock, das ist für micg eine andere Epoche.


    Das Barock ist eben ein laaaaaaaaaaaaaanges Zeitalter. Übrigens ist der musikalische Stil von Dufay auch sehr anders als der Palestrinas. Dennoch: beide gehören zur Musik der Renaissance.


    Barock wird ja unterteilt in drei Epochen (Früh~, Hoch~, Spät~) und dazu kommen noch die besonders ausgeprägten regionalen Unterschiede (Italien, Frankreich, Deutschland, England) udn freilich inddividuelle Kompositionsstile gab's auch schon, es gibt also erhebliche unterschiede im Stil verschiedener Barockkomponisten.


    LG
    Tamás
    :wink:

    "Vor dem Essen, nach dem Essen,


    Biber hören nicht vergessen!"



    Fugato

  • Ich bin kein Opernhörer - aber wenn dann Barockoper. Da begeistern mich einige, aber auf 10 werde ich nicht kommen... Trotzdem:


    1. Händel, Guilio Cesare.
    2. Monteverdi, Orfeo.
    3. Händel, Admeto.
    4. Vivaldi, Orlando Furioso.
    5. Monteverdi, L'incoronazione di Poppea.
    6. Händel, Tamerlano.


    Und da verließen sie ihn -- über oben genannte hinaus hab ich und kenn ich bloß noch einige (allerdings auf meinen DVDs szenisch aufgeführte) Oratorien Händels, aber Sinn ist ja nicht alles was ich mal gehört hab zu bringen um auf 10 zu kommen...


    Die Reihenfolge wechselt mal, aber der Guilio Cesare steht für mich eigentlich unangefochten obenan, und auch Platz 2 für Orfeo steht so. Dann wird's eher zufällig. Berückende Schönheiten haben sie alle, und allen ist allerdings auch gemeinsam daß sie ein bissel arg lang sind um sie am Stück zu genießen, für mich :whistling:


    Dieser Thread macht Lust mal wieder Neues zu entdecken auf diesem Gebiet, über oben genannte Komponisten hinaus. Dank dafür.



    LG

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Ich geb auch mal eine kleine Liste ab


    Meine immer-Lieblinge
    Vivaldi Orlando furioso
    Händel Serse


    derzeit Plätze drei bis zehn
    Vivaldi Catone in Utica
    Vivaldi Griselda
    Telemann Orpheus
    Vivaldi Tito Manlio
    Händel Rinaldo
    Händel Alcina
    Charpentier Médée
    Lully Roland


    Gruß, minuetto

  • Den Cavalli hatte ich auch in die engere Wahl gezogen, aber das ist strenggenommen wie Monteverdi eigentlich noch kein Barock, sondern Renaissance.


    die Bezeichnung der üblicherweise als "frühbarock" geltenden Oper als "Renaissanceoper" kommt offenbar gelegentlich vor (z.B. auf Tamino ;+) ), scheint aber lt. google doch recht eigenwillig zu sein. Ein Hauptverwender des Begriffs ist (neben dem Schulbuchautor Otto Daube) Herrmann Kretzschmar, der damit aber anscheinend die gesamte "Opera seria" meint, und in seiner "Geschichte der Oper" die Verwurzelung des Konzepts der Oper in der Renaissance besonders betont, und weniger den stilistischen Umsturz durch die Erfindung des Generalbasses.

    ---
    Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
    (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


    Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
    (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).

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