Eben gehört – 2016 / 2017

  • Naja dann sagen wir nicht Würde, sondern zumindest stellt es wieder Musik dar und kein 130 Jahre Alter Boxentester.

    Da bin ich dabei ... :cincinsekt:

    Und wenn man Komponisten als höchste Autorität für die Interpretation und Bewertung ihrer Werke hernehmen würde, könnten wir hier das halbe Forum löschen und die Bibliotheken dieser Welt entschlanken.

    Hmmm ... außer Ravels Statement, dass der Bolero leider keine Musik enthielte, fällt mir da auf Anhieb nicht so viel ein ... Mozart hat mal was Despektierliches über sein "Ave verum" gesagt, ok, das auch noch ... Mahler wollte seine Werke alle fünf Jahre neu herausgeben, aber er hat ihnen nicht grundsätzlich jeden künstlerischen Wert abgesprochen. - Reger hielt alles vor op. 20 für wertlos. Bleibt genug übrig.

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • [...Spielkultur und Intonation...]


    Da hast du schon recht. Vielleicht ist der Mangel an Spielkultur und Intonation damit zu erklären, dass es keine Quartette mehr gibt, die eben diese Spielkultur beherrschen wie die ganz großen Streichquartette des letzten Jahrhunderts und andererseits damit, dass diese etablierten und bewährten Interpretationen womöglich als überholt bzw als konservativ gelten. Ist aber lediglich eine Vermutung meinerseits.

    Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.

    Parsifal ohne Knappertsbusch ist möglich, aber sinnlos!

  • Maurice Ravel:
    Klavierkonzert G-Dur

    Vincent d'Indy:
    Symphonie sur un chant montagnard francais op. 25 für Klavier und Orchester (Sinfonie über ein französisches Berglied)

    Nicole Henriot-Schweitzer, Klavier
    Boston Symphony Orchestra,
    Charles Munch, Ltg.

    (RCA-Living Stereo, 24.03.1958, Symphony Hall, Boston; Mohr/Layton)

  • Da hast du schon recht. Vielleicht ist der Mangel an Spielkultur und Intonation damit zu erklären, dass es keine Quartette mehr gibt, die eben diese Spielkultur beherrschen wie die ganz großen Streichquartette des letzten Jahrhunderts und andererseits damit, dass diese etablierten und bewährten Interpretationen womöglich als überholt bzw als konservativ gelten. Ist aber lediglich eine Vermutung meinerseits.

    Mich beschleicht der Verdacht, dass wir aneinander vorbeireden.

    M. E. sind Intonation und Spielkultur (z. B. Einheitlichkeit der Klangfarben, Balance der Lautstärken) beim Busch-Quartett deutlich schlechter als das, was heute bei Quartetten wie Auryn, Belcea, artemis und Hagen der ganz normale Standard ist.

    Was die strukturelle Klarheit der Darstellung des Busch-Quartetts und sein Händchen für eine stimmige Atmosphäre nicht im Mindestens trübt. - Cortot wäre sicher ein noch extremeres Beispiel, die Anzahl falscher Noten ist nach heutigem Maßstab völlig inakzeptabel, und trotz reißt er bisweilen unglaublich mit.

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe


  • Robert Schumann
    Symphonie Nr.1
    Berliner Philharmoniker
    Herbert von Karajan
    Dirigent :wink:

    Liebe Grüße Dirigent :wink:

    Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
    Herbert von Karajan (1908-1989)

  • Eröffnung des SHMF 1996 (Lübeck, Musik- und Kongreßhalle, 7.7.96)

    war keine so ganz große Sternstunde, ist im Wand-Hype der Neunziger aber offenbar nicht so aufgefallen.

    Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

  • Mich beschleicht der Verdacht, dass wir aneinander vorbeireden.
    M. E. sind Intonation und Spielkultur (z. B. Einheitlichkeit der Klangfarben, Balance der Lautstärken) beim Busch-Quartett deutlich schlechter als das, was heute bei Quartetten wie Auryn, Belcea, artemis und Hagen der ganz normale Standard ist.

    Was die strukturelle Klarheit der Darstellung des Busch-Quartetts und sein Händchen für eine stimmige Atmosphäre nicht im Mindestens trübt. - Cortot wäre sicher ein noch extremeres Beispiel, die Anzahl falscher Noten ist nach heutigem Maßstab völlig inakzeptabel, und trotz reißt er bisweilen unglaublich mit.

    Gruß
    MB

    :wink:

    Solche qualitativen Unterschiede sind eventuell mit der Instrumentenqualität zusammenhängen?!
    Man sollte ja nicht davon ausgehen, dass Busch von Beethoven oder der Instrumentenbenutzung nicht ausreichend Kompetenz besaß?!
    Vergleiche sind immer so eine Sache.

    Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.

    Parsifal ohne Knappertsbusch ist möglich, aber sinnlos!

  • Solche qualitativen Unterschiede sind eventuell mit der Instrumentenqualität zusammenhängen?!


    Dazu kann ich nichts sagen. Also Du meinst, dass das Busch-Quartett eventuelle schlechtere Instrumente hatte als heute bspw. die Hagens?

    Man sollte ja nicht davon ausgehen, dass Busch von Beethoven oder der Instrumentenbenutzung nicht ausreichend Kompetenz besaß?!


    Das nicht. Ich habe mir nur sagen lassen, dass Quartettspiel auf heutigem Niveau eine zeitlich extrem herausfordernde Angelegenheit ist.

    Primarius Adolf Busch war auch als Konzertmeister, Professor und als Solist unterwegs. Wie viel Zeit da für die Arbeit im Streichquartett zur Verfügung stand, für die Austarierung der Balance und für das Arbeiten an der Intonation im Ensemble, das weiß ich nicht. War das Streichquartett eventuell "nur" Nebenjob?Weißt Du was darüber?

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Dazu kann ich nichts sagen. Also Du meinst, dass das Busch-Quartett eventuelle schlechtere Instrumente hatte als heute bspw. die Hagens?

    Das nicht. Ich habe mir nur sagen lassen, dass Quartettspiel auf heutigem Niveau eine zeitlich extrem herausfordernde Angelegenheit ist.

    Primarius Adolf Busch war auch als Konzertmeister, Professor und als Solist unterwegs. Wie viel Zeit da für die Arbeit im Streichquartett zur Verfügung stand, für die Austarierung der Balance und für das Arbeiten an der Intonation im Ensemble, das weiß ich nicht. War das Streichquartett eventuell "nur" Nebenjob?Weißt Du was darüber?

    Gruß
    MB

    :wink:


    Ich gehe davon aus, dass heutige Instrumente robuster sind als die damaligen und deshalb die Tonqualität auch stabiler sind. Stabilität im Spiel ist ja der entscheidende Punkt. Ich würde das zumindest so einschätzen. Es wäre nämlich eine Erklärung.


    In den 20ern hatte Busch mit Doktor Erfolge in der Aufführung Beethovens, oder auch Mozarts. Er hatte ein Streichensemble von langer Hand als junger Musiker geplant und umgesetzt. In dieser Zeit hat er Zeit gefunden, Beethoven genau zu studieren und werkgetreu zu interpretieren. Alles lässt darauf schließen. Es gab ja auch eindeutige Belobigungen und Anerkennung, auch entsprechende Kritiken, die mit dem Joachim Quartett Vergleiche zogen. Dein Punkt mit dem Nebejob ist aber durchaus berechtigt, denn Busch unterhielt mit Serkin noch ein Trio. Er hat sich ganz der Kammermusik verschrieben. Und wurde für Beethoven bewundert. Mehr weiß ich dazu aber auch nicht.

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  • Hier einmal mehr Schostakowitsch.

    Sinfonie 7, Moskauer Philharmonisches Orchester, Kondrashin. Selten daß ich Schostakowitsch nicht aus der Barshaibox höre, hier lohnt das allerdings richtig.

    LG

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 35 in D-Dur KV 385 "Haffner"
    Sinfonie Nr. 39 in Es-Dur KV 543
    Sir Charles Mackerras, Prague Chamber Orchestra

    Herrlich die Klarinetten im Trio von KV 543!


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga

    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 in g-Moll KV 550 (1. Fassung)
    Sir Charles Mackerras, Prague Chamber Orchestra


    maticus

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    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Und nun, zum heutigen Abschluss:

    Wolfgang Amadeus Mozart: Snfonie Nr. 38 in D-Dur KV 504 "Prager"
    Sir Charles Mackerras, Prague Chamber Orchestra

    Der spannende erste Satz ist eines meiner Lieblingsstücke von Mozart.


    maticus

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    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Und nochmals Brahms.

    Johannes Brahms: Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1

    Emerson String Quartet

    [Blockierte Grafik: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51CZ9D3OOSL.jpg]

    Wer argwöhnt, dass diese Aufnahme etwas straffer daher kommen könnte als die mit den Melos-Mannen, der liegt mit seinen Vorurteilen mal richtig ... meine ich ... aber vielleicht erliege ich nur der Versuchung, meine Vorurteile zu bestätigen.

    Das macht mir nun doch Lust auf die GA mit den Emersons. Wegen einer Aufnahme des Klarinettenquintetts, die ich nicht ganz so rund fand, hatte ich innerlich eher Abstand davon genommen.

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das macht mir nun doch Lust auf die GA mit den Emersons. Wegen einer Aufnahme des Klarinettenquintetts, die ich nicht ganz so rund fand, hatte ich innerlich eher Abstand davon genommen.

    Meinst du die Aufnahme mit David Shifrin (inkl. Mozart Quintett)? Die habe ich vor ein paar Tagen bestellt, schonmal mp3 probegehört. Fand ich auch nicht so doll. Etwas dick und wenig elegant.

    maticus

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    Ich lieb‘ den Schlaf, doch mehr noch: Stein zu sein.
    Wenn ringsum nur Schande herrscht und nur Zerstören,
    so heißt mein Glück: nicht sehen und nicht hören.
    Drum leise, Freund, lass mich im Schlaf allein.
                       --- Michelangelo Buonarroti (dt. Nachdicht. J. Morgener)

  • Nicht eben, aber diese Woche mit Gefallen gehört:

    Georg Philipp Telemann
    - Sechs Konzerte und sechs Suiten 1734
    Camerata Köln

    Außerdem u.a.:

    Ludwig van Beethoven
    - Symphonie Nr.1 C-Dur op.21
    - Symphonie Nr.2 D-Dur op.36
    - Symphonie Nr.4 B-Dur op.60
    - Symphonie Nr.8 F-Dur op.93
    Cleveland Orchestra
    Christoph von Dohnányi

    :wink:

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