Neues aus der Streichquartett- und Streichtrio-Szene

  • Atli Heimir Sveinsson (1938-2019) war ein isländischer Komponist. Er studierte in Deutschland, u.a. bei Günter Raphael und Bernd Alois Zimmermann, später dann bei Karlheinz Stockhausen und Gottfried Michael König.

    Das isländische Siggi String Quartet hat jetzt seine 5 Streichquartette eingespielt, derzeit nur digital verfügbar. Das ist post-Webern Musik mit gelegentlich überraschenden Ausflügen in die tonale Welt.

    https://www.amazon.de/String-Quartet-No-Vinyl/dp/B0CPN4CHPB

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Mit ihrer GA der Weinberg Quartette haben sie CD-Geschichte geschrieben, ihre Studioaufnahme der Schostakowitsch Quartette wurde auch von vielen Seiten gelobt. Jetzt ging das Quatuor Danel den Zyklus noch einmal an, diesmal live im Gewandhaus in Leipzig.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Raphaël Merlin wird nach zwei Jahrzehnten das Quatuor Ebène verlassen. An seine Stelle tritt Yuya Okomota, die vor sieben Jahren den zweiten Platz beim Brüsseler Königin Elisabet Wettbewerb für Cello belegte.

  • Das in Salzburg ansässige Javus Quartett erhält den mit € 60.000 dotierten Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung. Mit dem Preis einher gehen Konzertauftritte beim Beethovenfest Bonn, Heidelberger Streichquartettfest und Schleswig-Holstein Musikfestival. Vorherige Gewinner waren das Schumann, Aris, Vision, Goldmund und Leonkoro Quartett. Die Musiker des Javus Quartet wurden u.a. vom Vater des Cellisten Oscar Hagen - Lukas Hagen - ausgebildet.

    Javus Quartet Receives Music Prize from Germany's Jürgen Ponto Foundation
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    News | Javus Quartett - Offizielle Webseite

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Mit dem Preis einher gehen Konzertauftritte beim [...] Heidelberger Streichquartettfest [...].

    Heißt das, wir dürfen uns auf das Quartett (mir noch unbekannt) im Januar 2025 freuen?

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

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    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Heißt das, wir dürfen uns auf das Quartett (mir noch unbekannt) im Januar 2025 freuen?

    Davon gehe ich mal aus, auch wenn kein Datum angegeben wurde. Mir übrigens auch noch völlig unbekannt.

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  • Das vor allem in den USA wirkende Alexander String Quartet kündigt nach 44 Jahren seine letzte Saison an, danach geht man in den Ruhestand. Ob es noch Konzerte in D geben wird, habe ich nicht herausfinden können. Eine umfangreiche und viel gelobte diskographische Hinterlassenschaft bleibt.

    Alexander String Quartet Announces Final Season
    World's Leading Classical Music Platform
    theviolinchannel.com

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  • Als Japan-Import über den Werbepartner sind jetzt die sechs Streichquartette von Toshi Ichiyanagi (1933-2022) auf einer Doppel-CD erhältlich. Es spielt das Flux Quartet, das vor allem für seine Einspielungen und Aufführungen der Morton Feldman Quartette bekannt ist. Wer sich einen Eindruck von der Musik des Japaners verschaffen möchte: das 3. Streichquartett gespielt vom japanischen New Arts String Quartet ist auch bei youtube und den einschlägigen Streamern verfügbar.

    P.S. Wer glaubt, den Namen des Komponisten schon einmal in anderem Zusammenhang gehört zu haben: Ichiyanagi war von 1956-62 mit Yoko Ono verheiratet.

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  • Ein italienisches Streichquartett, das sich nach einem deutschen Philosophen und Komponisten benannt hat, veröffentlicht die drei Streichquartette von Mario Castelnuovo-Tedesco. Bei den ersten beiden handelt es sich um Ersteinspielungen.

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  • Die zweite Folge der GA der 14 Streichquartette des Dänen Pelle Gudmundsen-Holmgren mit den Quartetten 7-10 erscheint bei DaCapo.

    Auf der Suche nach Infos über den Komponisten hier im Forum bin ich auf diesen fünf Jahre alten Beitrag gestossen:

    Pelle Gudmundsen-Holmgreen (1932-2016) war einer der führenden dänischen Komponisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Allerdings ist mir sein Name erst vor kurzem das erste Mal untergekommen. Das Dacapo Label hat jetzt eine CD mit den ersten 6 von 14 Streichquartetten herausgebracht, eine GA ist wohl geplant.
    Die ersten drei Quartette entstanden alle 1959 und sind ziemlich kurz (8:26; 11:44; 4:42). Auch das vierte von 1967 dauert nur knapp 6 min. Die gewichtigsten sind somit das 5. von 1982/2003 und das 6. von 1983.
    Die Musik von PGH ist schwer zu beschreiben. Im Booklet steht, dass er aus einer Bartok/Stravinsky-Phase über eine serielle Phase zu einem Stil der Neuen Einfachheit gelangt ist. Das kann ich allerdings anhand der 6 vorliegenden Quartette nicht richtig nachvollziehen, die mir stilistisch nicht so unterschiedlich zu sein scheinen. Da PGH seine Quartette irgendwo beginnen und recht unvermittelt aufhören lässt, passiert es einem auch schnell, dass man die CD durchhört ohne genau zu merken wo ein Quartett aufhört und ein anderes anfängt.
    Die Musik ist jedenfalls noch irgendwie tonal verhaftet und PGH benutzt alle Spieltechniken, die schon Bartok etabliert hat. Schroffe Abschnitte wechseln mit eher meditativen ab, einfaches mit komplexem. Ziemlich eigene Musik ist das. Hörer, die Bartok, Schostakowitsch oder Weinberg goutieren, dürften aber auch mit dieser Musik zurechtkommen.

    Das Nordic String Quartett spielt das alles hervorragend und auch klanglich ist die CD vom Feinsten.

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  • George Loughlin (1914-84) war ein Englishman in Melbourne. Eine CD mit Kammermusik von ihm erscheint jetzt.

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  • Eine Doppel-CD mit Streichquintetten von Luigi Boccherini kommt auf uns zu, seinem kompletten Op. 60. Als Weltersteinspielung des kompletten opus angekündigt. Es spielt das Elisa Baciocchi String Quintet. Das trägt nicht etwa den Namen einer Mitspielerin sondern - wie ich lernen durfte - den von Napoleon ältester Schwester, die einen verarmten Adeligen mit selbigem Nachnamen heiratete. EB wurde Fürstin von Lucca und Piombino und förderte u.a. einen Geiger namens Paganini.

    Außerden verabschiedet sich das Verdi Quartett, das wohl inzwischen schon nicht mehr existiert (incl. website), mit einer Aufnahme der Streichquartette von Ralph Vaughan Williams, darunter auch ein frühes Werk von 1898 in c-moll, das allerdings auch schon mal vom Nash Ensemble eingespielt wurde. Wie bei cpo anscheinend üblich, sind die Aufnahmen bereits vor 7 Jahren entstanden.

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  • Eine zweite CD mit dem Streichquartettschaffen von Ernst Helmuth Flammer erscheint bei NEOS. Flammer (Jg. 1949) hat u.a. bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough studiert, was auch in erster Annäherung seinen Stil beschreibt. Streichquartett Nr. 2 und Nr. 3 entstanden in den 1980ern, Streichquartett Nr. 7 ist brandaktuell. Es spielt das junge polnische NeoQuartet.

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  • Der dritte Streich.

    Das Danish String Quartet spielt neben den großen Werken der Literatur auch immer wieder Volkstümliches ein. Nach Wood Works und Last Leaf erscheint demnächst ihre dritte CD, eine "musikalische Spurensuche über die Nordsee, eine Reise durch die Klänge der traditionellen Musik Nordeuropas, die uns von Dänemark und Norwegen zu den Färöer-Inseln und nach Irland und England führt."

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  • Das Quatuor Diotima hat schon mehrfach bewiesen, dass es nicht nur ein Quartett für zeitgenössische Musik und klassische Moderne ist. So haben sie Werke von Onslow und da Campo eingespielt. Ihre neuste CD enthält das Streichquartett von Anton Bruckner sowie das seines Studenten Friedrich Klose, von dem man bei Wikipedia folgendes erfahren kann:

    Klose war Schüler von Vinzenz Lachner und studierte danach in Wien bei Anton Bruckner... Anschließend war er als Nachfolger Ludwig Thuilles bis 1919 Kompositionslehrer an der Akademie der Tonkunst in München, wo unter anderem Max Butting, Wilhelm Petersen, Philippine Schick und Paul Ben-Haim zu seinen Schülern zählten.

    Nach 1918 betrachtete Klose sein musikalisches Schaffen als abgeschlossen, veröffentlichte keine Kompositionen mehr und widmete sich dem Verfassen von Erinnerungsbüchern.

    Kloses einziges Streichquartett datiert von 1911 und trägt den Untertitel Ein Tribut in vier Raten entrichtet an Seine Gestrengen den deutschen Schulmeister

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Die neue CD des Pacifica Quartet American Voices bringt Dvoraks Dauerbrenner mit Werken von Florence Price, Louis Gruenberg und James Lee III zusammen. Das letzte Werk Pitch In bietet die ungewöhnliche Kombination von Streichquartett und Kinderchor, eben American Voices. Die CD erscheint wieder bei Cedille, ist bei den Streamern schon anhörbar.

    American Voices - Cedille Records
    The multiple Grammy Award-winning Pacifica Quartet continues its highly acclaimed recording series that explores the sounds of America with an album comprising…
    www.cedillerecords.org

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