Jeden Tag ein Streichquartett

  • Unzeitgemäß - aber da ich gerade beim Quatuor Ysaye bin , stand mir der Sinn danach . Haydn , Streichquartett op. 51 . Allerdings verzichte ich auf die gesprochenen Gedanken von Michel Serres , und da ich zum Programmieren meines Players zu faul bin , habe ich mir unter Zuhilfenahme von EAC eine CD nur mit der Musik gebrannt . Die Interpretation des Quatuor Ysaye hat sein Gegenstück in der Einspielung des Griller Quartet . Dazwischen gibt es noch das Primrose Quartet und andere gute Aufnahmen , aber ohne Ysaye und Griller möchte ich nicht sein . Das Allernotwendigste - Luft und Boden .

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Hier gab's nochmal späten Bartók.

    Béla Bartók: Streichquartett Nr. 6

    Alban Berg Quartett

    Ich finde den imho ziemlich kalkuliert wirkenden Ansatz der Wiener sehr überzeugend. Nie übertrieben, scheinbar nur wenig Eigenes hinzufügend, der emotionale Redius mag enger sein als anderswo, doch scheint die Musik hier selbst zu sprechen. Tolle Aufnahme.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Nun the same procedure as yesterday - früher Schönberg.

    Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 1 d-Moll op. 7

    Leipziger Streichquartett

    So was von intrikater Musik ... fast jede note ist irgendwie thematisch. Da ist manches Streichquartett, das nach 1950 entstanden ist, der reinste Haydn. Wollte Schönberg eigentlich, dass mal die Myriaden von Zusammenhängen in diesem Werk mitbekommt? An welchen Hörerkreis dachte er? Kann man sich das Stück im Abo-Konzert zwischen Mozart und Brahms vorstellen?

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Weiter mit den Leipzigem.

    Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 2 fis-Moll op. 10

    Christiane Oelze, Sopran

    Leipziger Streichquartett

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Kann man sich das Stück im Abo-Konzert zwischen Mozart und Brahms vorstellen?

    Aber klar doch! Was mich betrifft: Ich muß die Myriaden gar nicht alle mitbekommen, ich nehms einfach als Musik, die mich anspricht und packt - oder auch nicht. Grins1

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Aber klar doch! Was mich betrifft: Ich muß die Myriaden gar nicht alle mitbekommen, ich nehms einfach als Musik, die mich anspricht und packt - oder auch nicht. Grins1

    Kannst Du freilich so machen, warum nicht.

    Wenn nun aber der Reichtum der Musik in diesen Beziehungen läge, was dann? Das wäre ja, als ob man von einer Frau nur die schöne Oberfläche wahrnehmen wollte, und an ihrer Persönlichkeit, an ihrer Intelligenz, an ihrer Geschichte nicht interessiert wäre ...

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Wenn nun aber der Reichtum der Musik in diesen Beziehungen läge, was dann?

    Dann müßte ich damit leben, daß mir dieser Reichtum vorenthalten bleibt. So weit liegen wir offensichtlich nicht auseinander.

    :cincinbier:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Hier wieder Bartók.

    Béla Bartók: Streichquartett Nr. 6

    Emerson String Quartet

    Wow! In den ersten fünf Quartetten kamen mir die Emerson bisweilen ein wenig "over the top" vor, aber hier passt alles. Was für ein Ritt!

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Nun wieder die Wiener Komponisten-Familien-Saga.

    Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 1 d-Moll op. 7

    Schönberg Kwartet

    Klarheit scheint dieser Musik tatsächlich mehr zu helfen als Leidenschaft ... weiß gar nicht, ob ich eher diese Aufnahme mag oder die mit den Leipzigern. Jedenfalls gefällt sie mir deutlich besser als die Aufnahme der Verklärten Nacht mit den Niederländern.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Aus obiger Box:

    Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 2 fis-Moll op. 10

    Susan Narucki, Sopran

    Schönberg Kwartet

    Hmmm ... bei aller wünschenswerter Klarheit bin ich nicht sicher, ob die Niederländer dem Ausdruck doch etwas schuldig blieben.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Die andere Sicht auf Haydn op. 51 wollte auch gehört werden :

    Good taste is timeless "Ach, ewig währt so lang " "But I am good. What the hell has gone wrong?" A thing of beauty is a joy forever.

  • Mendelssohn, Streichquartett e-Moll op. 44/2. Escher String Quartet (das beim Zemlinsky-Quartett dieser Woche auch eine hochgelobte Aufnahme vorgelegt hat). Die Mendelssohn-Aufnahmen habe ich mir im Rahmen der Sonderaktion bei JPC zugelegt. Feine, elegante Interpretationen, old school gewissermaßen, ohne Extreme.

  • Hans-Erich Apostel

    Streichquartett Nr. 1 op. 7 (1935)

    Doelen Kwartet

    Hans-Erich Apostel war Schüler von Arnold Schönberg und Alban Berg und dementsprechend ist sein 1. Streichquartett ein Werk, das klanglich direkt bei der 2. Wiener Schule andockt.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Tolle Aufnahme!

    Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 1 d-Moll op. 7

    arditti string quartet

    Wow - das war sehr spannend, wie die Ardittis diesen 46-Minuten-Trumm völlig schlüssig ausbreiten. Die Leipziger spielten gewiss süffiger, aber die Darstellung der Form, das Gewichten der einzelnen Abschnitte, das fand ich sehr überzeugend. Diese Aufnahme will ich nochmal hören ....

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Nikolai Tcherepnin

    Streichquartett op. 11

    Michelangelo Quartett

    Nikolai Tcherepnins wohl einziges Streichquartett ist ein sehr attraktives und melodienseliges 38-minütiges Werk, das sich nicht hinter den Beiträgen Tschaikovskys, Tanejews oder Glasunows verbergen muß. Ob es sich um eine Ersteinspielung handelt, habe ich nicht herausfinden können. Durch die tadellose Aufnahme des Michelangelo Quartetts (Mihaela Martin, Conrad Muck, Michael Barenboim, Frans Helmerson) erübrigt sich diese Frage aber eigentlich auch.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Gleich Nr. 2 hinterher ...

    Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 2 fis-Moll op. 10

    Dawn Upshaw, Sopran

    arditti string quartet

    Die ersten beiden Sätze fand ich nicht so überzeugend. Gleichwohl fanden die Ardittis dafür einen nervösen Ton, durchaus anders als im überlegen-gelassen dargestellten op. 7 - Sätze 3 und 4 waren für mich die Höhepunkte mit sehr differenzierter und doch unaufdringlicher, bisweilen geradezu unheimlicher Darstellung ... "Ich fühle luft von anderem planeten ..."

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Jerzy Fitelberg (1903-1951)

    Streichquartett Nr. 1

    ARC Ensemble

    Jerzy Fitelberg war der Sohn des polnischen Dirigenten Grzegorz Fitelberg. Es studierte in 1920ern in Berlin bei Walther Gmeindl und Franz Schreker. Zu dieser Zeit dürfte auch sein 1. Streichquartett entstanden sein. Das kurzweilige fünfsätzige Werk erinnert an Schulhoffs 5 Sätze für Streichquartett.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Guten Morgen. - Hier wieder Letztes.

    Béla Bartók: Streichquartett Nr. 6

    Belcea Quartet

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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