Jeden Tag ein Streichquartett

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Hier Mozart:


    W. A. Mozart: Streichquartett Nr. 14 G-Dur KV 387


    Griller Quartet
    Dezember 1946



    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Michael Tippett
    Streichquartett Nr. 2
    Lindsays

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)


  • Daraus: Dvorak, Streichquartett Nr. 8 op 80, parallel zur Lektüre in Fourniers „Histoire du quatuor a cordes“


    Nach sieben eher misslungenen Versuchen das erste ‚reife‘ Quartett Dvoraks, in dem er seine melodische Phantasie auch in eine passende Form bettet. Die Quartette 8 bis 11 schwanken nach Meinung des Autors zwischen ‚Tschechien‘ und ‚Wien‘, je nachdem wie stark sie „folkloristische“ Elemente enthalten und sich damit einer ‚nationalen‘ Musiksprache bedienen. Unter diesem Aspekt ist die Nr. 8, die im selben Jahr wie Smetanas Aus meinem Leben entstand „tschechisch“. Das Quartett enthält auch eine ‚Dumka‘, eine Form die Dvorak kurz vor der Komposition durch Janacek kennen lernte.

  • Hallo zusammen,



    Edmund Rubbra (1901-1986)
    Streichquartette Nr.1-4
    + Lyrischer Satz für Streichquartett & Klavier op. 24; Mediationen über eine byzantinische Hymne "O Quando in Cruce" op. 117a; Impvorisation für Cello op. 124; Sonate für Cello & Klavier op. 60
    Alastair Blayden, Pierre Doumenge, Michael Dussek, Dante Quartet
    Dutton, DDD, 2010
    2 CDs


    Rubbra schrieb vier Streichquartette, die von der zeitlichen Entstehung her recht weit auseinanderliegen. Die Quartette 1 und 3 sind dreisätzig, dass 2. Quartett hat vier, das 4. - und letzte - Quartett hat 2 Sätze.
    Das erste Quartett begann der Schüler von Gustav Holst im Jahre 1934 (dem Todesjahr von Holst). Es ist nicht seinem Lehrer gewidmet, sondern vielmehr Ralph Vaughn Williams, der Rubbra bei der Revision des Werkes unterstützte bzw. ihn diese Richtung "schubste". Die überarbeitete Version des Quartetts wurde 1946 fertiggestellt und im selben Jahr erfolgt die Uraufführung durch das Blech Quartett in der Wigmore Hall.
    Nr. 2 aus dem Jahre 1951 ist dem wahrscheinlich größten Komponisten von Streichquartetten überhaupt gewidmet, Ludwig van Beethoven. Es wurde 1952 durch das Griller Quartett aus der Taufe gehoben.
    Das 3. Streichquartett war eine Auftragsarbeit für das Allegri Quartett und wurde im Jahre 1963 vollendet. Es wurde der Öffentlichkeit 1964 im Rahmen des Cheltenham Festivals vorgestellt (vermutlich eben durch das beauftragende Quartett).
    Streichquartett Nr. 4 schließlich konnte 1977 fertiggestellt werden. Aufgrund seiner Zweisätzigkeit sowie der eher kürzeren Dauer der beiden Sätze ist es Rubbras wohl "kompaktester" Gattungsbeitrag. Widmungsträger war hier der Komponist Robert Simpson.
    Wo Rubbras Vorbilder liegen mögen, ist nicht so einfach auszumachen. Er orientiert sich jedenfalls nicht, wie auf der Insel recht verbreitet, an volkstümlichem Material. Seine Quartette bewegen sich irgendwo zwischen Traditionalismus und Moderne. Wirklich "schöne" Stellen existieren in den Kompositionen zwar durchaus, nur dominieren sie eben nicht. Vielmehr erscheinen die Quartette überwiegend nachdenklich, stellenweise nervös-getrieben, manchmal auch pessimistisch. Interessant, gut gemacht, anhör- und genießbar sowie abwechslungsreich sind sie in meinen Ohren aber allemal! Es kommt - wie so oft - eben darauf an, was man sucht. Freunde einer gemäßigten Moderne werden bei Rubbra jedenfalls gut bedient. Wer mit den Gattungsbeiträgen von Britten oder Schostakowitsch keine Schwierigkeiten hat, sollte zumindest mal ein Ohr riskieren.
    Das hervorragende Dante Quartet erweist sich als gleichsam feinsinniger, wie zupackender Anwalt dieser Musik. Das Klangbild ist klar und direkt, vielleicht etwas zu trocken.
    JPC listet mit der Einspielung durch das auf britische Werke spezialisierte Maggini Quartet lediglich eine Alternativaufnahme (Naxos). Vermutlich eine gleichwertige Wahl:


     


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Heute mal Aufnahmen, die leider nicht sehr bekannt sind. Es gab sie aber eigentlich durchgehend , sie wurden in den frühen 50er Jahren aufgenommen und waren als LP immer erhältlich, in den letzten Jahren auch als CD . ( Es scheint, als wäre die LP nun ausverkauft) .Produziert hat sie Peter Bartok , der Sohn von Bela Bartok , und erschienen sind sie - neben anderen hervorragenden Aufnahmen - auf dem hauseigenem Label .(Daß es nicht mehr Produktionen gab , hängt mit einem jahrzehntelangem Rechtsstreit um Nachlassrechte zusammen, der alles Geld verschlang - so habe ich es gelesen ). Die Aufnahmen, um die es geht , sind


    Beethoven

    Streichquartett op.14,1 & op.59 No. 3

    New Music Quartet
    Erle/Raimondi/Trampler/Adam
    Bartok Records


    Das erste Werk ist selten aufgenommen worden . Es handelt sich um die Bearbeitung der Klaviersonate op.14,1, der einzigen solchen Arbeit, die Beethoven selbst vorgenommen hat .
    Aber dazu kommt eine der mich am meisten überzeugendsten Einspielungen des Rasumovsky Quartetts No.3 . Ähnlich wie bei der Hammerklaviersonate sind ja die Metronomangaben für den letzten Satz etwas "suspekt" und werden oft nicht eingehalten . Bartok Records formulieren es sehr schön :"Here the New Music Quartet performs the work at the directed tempo, just in case Beethoven did not make a mistake." Mit schlanken 5:28 Minuten beenden sie den Finalsatz , da bleibt auch das gewiß nicht langsame Busch Quartett hinter zurück . So kann man es auch machen !


    Erhältlich ist die CD wohl nur bei Bartok Records. Jedes Quartett ist ein Track, man kann also nicht skippen und hört somit immer das Ganze . ( ich bin wieder auf die Aufnahme gekommen, weil ein Bekannter mich nach der Einspielung des Streichquartetts von Hugo Wolf durch das New Music Quartet fragte, über die er in dem Buch "The LaSalle Quartet : Conversations with Walter Levin" gelesen hatte. Bei der Gelegenheit fragte er mich auch nach dem Streichquartett No.9 mit dem New Music Quartet, daß Walter Levin, der Primarius des LaSalle Quartets, so gelobt hätte . Zu Recht, wie ich finde, aber bei mir geht so manches außergewöhnlich Gute in der Masse unter und bedarf einer Anregung, um wieder gehört zu werden .)


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Beethoven


    Streichquartett op.14,1 & op.59 No. 3


    New Music Quartet
    Erle/Raimondi/Trampler/Adam
    Bartok Records

    Wer mal eine Blick auf die LP werfen möchte:


    "https://www.discogs.com/Beethoven-New-Music-String-Quartet-Quartets-Op-14-No-1-Op-59-No-3/release/5388289


    Gruß,
    Wolfgang

    Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
    sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
    sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)

  • Und gestern hat keiner ein Streichquartett gehört?


    Ich schon:


    Günter Raphael
    Streichquartett Nr. 3
    Parkanyi Quartett - live


    und heute:


    Karol Rathaus
    Streichquartett Nr. 3
    Amar Corde Quartett





    P.S. Das australischeAcacia Quartett scheint sich der 6 Quartette von Günter Raphael anzunehmen, hoffentlich findet das auch einen diskographischen Niederschlag.

  • Wer mal eine Blick auf die LP werfen möchte:

    Wie das Leben so spielt : hatte das Original gerade in der Plattenrille in Hamburg in der Hand. Daneben steht noch einiges an Fine Arts, Koeckert und Heutling Quartett beim Vinyl . Nachlass, wurde mir bedeutet . Offensichtlich ein Erblasser mit gutem Geschmack .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • hatte das Original gerade in der Plattenrille in Hamburg in der Hand.

    Den Laden habe ich bei meinem vorletzten Besuch in Hamburg letzten Oktober auch besucht und ziemlich viel Geld da gelassen (vor allem für CDs). Den Vorläufer des Ladens von Paul Löffler habe ich schon in den 1980ern regelmäßig aufgesucht. Der Laden wird im neuesten "Mint" ausführlich porträtiert.


  • Gestern ging's nicht.
    Heute auf Entdeckungsreise im Plattenschrank:


    < > (Link auf deutsche CLUB-Edition CBS 64 282 von 1974 mit dem urspr. Cover)
    Charles Ives (1874–1954)
    Charles Ives (1874–1954) — The String Quartets
    String Quartet No. 1 (1896)
    – A1 I. Andante con moto [5′50″]
    – A2 II. Allegro - Allegro con spirito [5′15″]
    – A3 III. Adagio cantabile [6′58″]
    – A4 IV. Allegro marziale [5′50″]
    String Quartet No. 2 (1907–1913)
    – B1 I. Discussions: Andante moderato [10′10″]
    – B2 II. Arguments: Allegro con spirito [4′12″]
    – B3 III. « The Call Of The Mountains » (Adagio) [10′15″]
    Juilliard String Quartet: Robert Mann & Earl Carlyss, Violinen; Raphael Hillyer,Viola; Claus Adam, Cello
    © 1985 CBS Inc. / ℗ 1967 CBS Inc.
    [CBS] Columbia Masterworks — MP 39752
    https://www.discogs.com/Ives-J…-Quartets/release/4285756


    Biin gerade beim Umdrehen der Scheibe, und bin gespannt auf die sicher interessantere B-Seite!


    Grüße, Kermit :wink:

    Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.

  • Den Laden habe ich bei meinem vorletzten Besuch in Hamburg letzten Oktober auch besucht und ziemlich viel Geld da gelassen (vor allem für CDs). Den Vorläufer des Ladens von Paul Löffler habe ich schon in den 1980ern regelmäßig aufgesucht. Der Laden wird im neuesten "Mint" ausführlich porträtiert.

    Erstmalig war ich letzten Samstag da, da sind neben Mendelssohn/Doati auf Mercury Living Presence auch Streichquartette in meiner Plattentasche gelandet:


    "https://www.discogs.com/Carl-Nielsen-Carl-Nielsen-Streichquartett-D%C3%A4nemark-Streichquartette-String-Quartets/release/6801398


    Gruß
    Wolfgang

    Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
    sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
    sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)

  • Hier:



    Herbert Howells: "In Gloucestershire" (String Quartet No. 3)


    Divertimenti


    Wunderbare Musik, viel zu unbekannt.


    :wink: Agravain

  • Gestern noch:



    Heitor Villa-Lobos: 7. Streichquartett (1942)
    Cuarteto Latinoamericano


    Persönlicher Höreindruck:
    Das 1942 in Rio de Janeiro komponierte und 1945 ebendort uraufgeführte Streichquartett Nr. 7 von Heitor Villa-Lobos ist mit (beim Cuarteto Latinamericano) knapp 35 Minuten das längste der insgesamt 17 Streichquartette des Komponisten. Das viersätzige Werk (Allegro; Andante; Scherzo, allegro vivace; Allegro giusto) besticht so wie ich es höre mit einer großen, eindringlichen Ernsthaftigkeit. Da ist ein Komponist bereit, ganz aus sich herauszugehen und das geht ungemein zu Herzen. Mich hat es bei der Erstbegegnung gestern zutiefst bewegt. Die Komplexität des vor allem rhythmischen Abwechslungsreichtums und die damit verbundene charakterliche Vielschichtigkeit, sich durch alle Sätze ziehend, haben mich von der ersten bis zur letzten Sekunde total in den Bann der Musik gezogen. Das Cuarteto Latinamericano spielte das Werk im Zuge der Gesamtaufnahme aller Villa-Lobos Streichquartette 1996 im Sala Nezahualcóyotl in Mexico City ein (6 CD Box Brilliant 6634). Im Booklet wird vermerkt, dass das Quartett Nr. 7 verschiedentlich als das beste Streichquartett des Komponisten angesehen wird. (Habe noch 10 vor mir, aber die "Vorgabe" ist schon sehr stark...)

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Das zweite Streichquartett von Josef Suk ist noch viel zu wenig bekannt, dabei ist es eines der frühen Meisterwerke des 20. Jahrhunderts, das die Randbereiche der Tonalität auslotet.

    Das steht in den nächsten Tagen hier zum Hören an, mit den Minguets. Danke fürs Steigern der Vorfreude!


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das steht in den nächsten Tagen hier zum Hören an, mit den Minguets. Danke fürs Steigern der Vorfreude!


    Gruß
    MB


    :wink:

    Dem schließe ich mich gerne an. Bei mir steht allerdings vorher noch das 1. Streichquartett an, auch aus der cpo Box mit dem Minguet Quartett.

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Da ich mich leicht beeinflussen lasse, habe ich gerade nach langer Zeit wieder in meine abgebildete Suk-CD hineingehört.



    Uwe

    Wenn alle ein klein wenig verrückter wären, dann wäre die Welt nicht so durchgedreht.

  • Hier Mährisches.


    Leoš Janáček: Streichquartett Nr. 1 ("Kreutzersonate")

    Pavel Haas: Streichquartett Nr. 1 cis-Moll op. 3
    (in einem Satz)


    Pavel Haas Quartet
    Veronika Jarůšková (1. Violine), Marie Fuxová (2. Violine), Pavel Nikl (Viola), Peter Jarůšek (Violoncello).



    Die Pavelhasen, hier noch in alter Besetzung mit Marie Fuxová an der 2. Violine, heißen auch auf Tschechisch offenbar "Pavel Haas Quartet". Hier sind sie auf Homeground ... klasse.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe


  • Dmitri Schostakowitsch: Streichquartette Nrn. 5 & 6
    Pacifica Quartet



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten


  • Dmitri Schostakowitsch: Streichquartette Nrn. 7 & 8
    Nikolai Mjaskowski: Streichquartett Nr. 13 a-Moll Op. 86
    (1949)
    Pacifica Quartet


    Das letzte Quartett von Mjakowski gefällt mir ganz ausgezeichnet; ein Komponist, den ich gar nicht auf meinem Zettel stehen habe.



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!