Jeden Tag ein Streichquartett

  • CD Cover sagt: op.29/1 Es-Dur

    Das Heftchen spricht von: op. 47 Nr. 3 D-Dur

    wenn man dem jpc-Link folgt und das erste Stück ("op. 47 Nr. 3 D-Dur") anspielt, erklingt jedenfalls etwas sehr schönes in D-Dur, vermutlich das gesuchte Stück von Gyrowetz

    Danke ! könnte ich (leider) nicht so feststellen.

  • Frage an die Experten (Wieland vielleicht ??):


    CD Cover sagt: op.29/1 Es-Dur

    Das Heftchen spricht von: op. 47 Nr. 3 D-Dur

    Der Gruhle (Streichquartett Lexikon) listet bei Gyrowetz nur Streichquartette bis op. 44. Darunter ein op.29.1 in Es-Dur. Außerdem gibt es noch ein op. 42,3 in Es-dur.


    Allerdings gibt es eine CD von cpo mit Gyrowetz 29.1, die hat aber andere Satzbezeichnungen. Rätselhaft.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Weniger rätselhaft ist


    Bohuslav Martinu

    Steichquartett Nr. 5

    Panocha Quartet


    Hier fragt man sich höchstens, warum das Stück nicht bekannter ist.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Eine der interessanten Erstbegegnungen der letzten Monate.


    Unsuk Chin: ParaMetaString

    für Streichquartett und Tonband


    Esmé Quartet


    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Bohuslav Martinu

    Steichquartett Nr. 5

    Panocha Quartet


    Hier fragt man sich höchstens, warum das Stück nicht bekannter ist

    Hallo Wieland,


    Jetzt habe ich mir das Streichquartett auch angehört. Ich habe es in der Ausgabe vom Emperor Quartett. Und ich wundere mich auch gerade.. Es ist wirklich ein sehr schönes Stück Musik. Macht Spaß.

    Viele Grüße, Michael

  • Roland Leistner-Mayer (Jg. 1945) ist ein deutscher Komponist mit böhmischen Wurzeln. Er wurde kurz vor Kriegsende in Graslitz/Kraslice nahe der tschechisch-deutschen Grenze geboren und wuchs (vermutlich nach der Vertreibung) in Bayern auf. Er studierte in den Jahren 68-73 in München Komposition bei Harald Genzmer und Günter Bialas. Nach anfänglicher Begeisterung für die Avantgarde liess er die aber wohl schnell hinter sich und entwickelte einen freitonalen Stil, der an Bartok und Janacek (den er sehr verehrt) anknüpfte.


    Er schreibt im Booklet zur vorliegenden CD.


    "Meine Musik bedarf keiner intellektueller Vorkenntnisse. Das war mir immer wichtig. Wesentlich sind immer auch eindeutige harmonische Felder - meine Musik ist durchgehend tonal empfunden: in freitonaler Funktionalität."


    Christoph Schlüren schrieb dazu etwas polemisch:


    "Dies, seinem Gewissen wie seinem innersten Bedürfnis geschuldet, ruinierte allerdings seine Karriere nachhaltig. Fast alle Kritiker und Programmmacher, und auch viele charakter- und urteilsschwache Musiker, die immer zuerst nach rechts und links schauen, ob eine Kunstäußerung auch den allgemeinen Beifall der autorisierten Meinungsbildner erheischt, schließen aus Angst vor dem potenziellen Vorwurf, sie seien altmodischen Ködern auf den Leim gegangen, sowohl Sympathie als auch jegliche objektivierend offene Haltung gegenüber Abtrünnigen bis heute aus."


    Nun die Zeiten haben sich geändert und insofern ist es erlaubt, sich auch diesem eigenwilligen Schaffen zuzuwenden. Zumal mich die Meinung adorno-geprägter Meinungsbildner - was Musik angeht - sowieso nicht interessiert. Die auf der CD versammelten Streichquartette Nr. 5-7 entstanden in den Jahren 2014-2016.


    Das 5. Streichquartett ist klassisch viersätzig und dauert ca. 25 min. Der 1. Satz hebt mit zart vibrierenden Streicherklängen an, die in ein etwas ruppiges Allegro münden, das durch die zahlreichen Taktwechsel und -verschiebungen an Bartok erinnert. Das Scherzo ist stark rhythmisch geprägt und enthält einen pizzicato Mittelteil. Das Adagio ist der längste Satz und stellt den melancholischen Ruhepol des Werkes dar. Der Finalsatz beginnt mit einem Fugato, das aber schnell in einen wirbelnden Musikstrudel übergeht.

    Das ist zwar komplexe Musik, aber immer durchhör- und damit nachvollziehbar.

    Wer - wie ich - Freude an der Musik der genannten Vorbilder oder der Musik eines Vagn Holmboe und einer Grazyna Bacewicz hat, sollte unbedingt auch bei RLM hinein hören. Es lohnt sich m.E.


    Das tschechische Sojka Quartet hat eng mit RLM zusammengearbeitet und einige seiner Werke auch uraufgeführt, es spielt mit warmem Ton und großer Eindringlichkeit. Eine exzellente Aufnahmetechnik und ein haptisch und textlich attraktives Booklet runden die Sache erfolgreich ab.



    »[...] Attractive and compelling scores, recommended without reservation. [...]« (MusicWeb international)


    »Der Zeitgenosse Roland Leistner-Mayer schreibt aufregende Streichquartette im freitonalen Raum. [...] Das Sojka Streichquartett, ehemalige Studenten der Musikfakultät der Prager Akademie der musischen Künste, interpretiert schnörkellos akkurat. Die komponierte Durchsichtigkeit ist in jedem Moment deutlich durchhörbar, gestattet dem Rezipienten analytisches Mitgehen und weckt in jeder Wendung neu die Begeisterung für die immanente Lebhaftigkeit im Ausdruck.« (Christiane Franke. Klassik.com)


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Heute Abend Mozart


    Einmal

    KV 499

    Suske Quartett


    und zweimal

    KV 590

    Suske Quartett

    Melos Quartett


     

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Das britische Tippett Quartett widmet seine aktuelle CD dem Jubilar Ralph Vaughan Williams. Dessen zwei Streichquartette liegen entstehungsmäßig fast ein halbes Jahrhundert auseinander.


    Das gewichtigere 2. Streichquartett entstand während des 2. Weltkrieges zwischen der 5. und 6. Symphonie. Es ist der Violinistin Jean Stewart gewidmet, einer seiner Ehrennichten (ich weiß zu wenig über sein Leben, um zu wissen, was genau das ist). Sie war jedenfalls Mitglied des Menges Quartet, das das Quartett dann zum 72. Geburtstag des Komponisten uraufführte. Eine ungewöhnliches Werk schon alleine dadurch, dass die Viola das Geschehen weitgehend dominiert. Auch streckenweise recht düster und dissonant - die 6. Symphonie vorwegnehmend - mit einem sublimen letzten Satz. Detaillierteres findet sich auf der Hyperion website.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Isang Yun

    Streichquartett Nr. 1

    Novus Quartett


    Isang Yuns 1. Streichquartett entstand 1955 noch vor seinem Kontakt mit der westeuropäischen Avantgarde. Es ist dementsprechend eher nach den Werken von Ravel und Bartok modelliert mit ostasiatischem Einschlag. Sehr gut zu hören und super gespielt von den jungen Landsleuten, die vor 10 Jahren beim ARD-Wettbewerb in München den 2. Platz errungen haben.


    "This ensemble's playing is incredibly solid and well-balanced. All four musicians perform at the same level and their music-making is enthralling" meint Lukas Hagen und der muß es ja wissen.



    ***** Ein ganz starkes Debüt. (Fono Forum, September 2016)

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Hier das Streichquartett von Ravel






    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Auf sein Streichquartett bin ich ausgesprochen gespannt. Es kann nur beglückend komponiert sein bei einem solch wahrhaftigen Musiker, wie Bruno Walter.

    Das Streichquartett in D-Dur von Bruno Walter entstand 1903 und wurde in Wien vom Rosé-Quartett uraufgeführt. Es ist mit fast 45 min Dauer ein umfangreiches Werk. Während die einige Jahre später entstandene d-moll Symphonie durchaus düstere Seiten und einige avancierte Passagen aufweist, ist das Streichquartett in einem überwiegend heiteren noch sehr der Romantik verhafteten Ton gehalten, wenn man mal vom Scherzo absieht, das wie ein in Streichquartett gefasstes Mahler-Scherzo klingt und bei der UA wohl auch Befremden hervorrief. Das Werk insgesamt wurde wohl auch nie wieder aufgeführt, was u.a. daran lag, dass der 1. Satz bis vor Kurzem als verschollen galt.

    Ich finde das Werk sehr hörenswert und würde es dem frühen Beitrag von Arnold Schönberg (seinem 0. Streichquartett) oder dem 1. von Zemlinsky als ebenbürtig zur Seite stellen. Besonders auffällig der IMO sehr "wienerische Klang" des Werkes, denn Bruno Walter war ja eigentlich ein Preuß.

    Die Aronier machen ihre Sache sehr gut.


    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Ich höre viel zu wenig Streichquartett. Könnte ein Berufsschaden sein. Das will ich aber nun endlich hinter mir lassen. Hiermit soll ein Anfang gemacht werden.


    Ein Original Hindemith.


    Josep Colomé, Byol Kang, violins
    Malte Koch, viola
    Peter Schmidt, cello


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  • Ein sehr guter Vorsatz fürs Neue Jahr. Alles Gute für Selbiges. :wink:

    Danke vielmals und Dir und Familie ebenso !


    Nun ernsthaft. Hindemith Streichquartette kenne ich gar nicht. Es lief hier Nr 1, op 2 C Dur, Juilliard Quartett.



    Nun direkt nochmal, gespielt vom modernen Amar Quartett:


  •   bzw. hier

    (AD: Juni 2016, SRF Studio, Zürich)


    Streichquartett Nr. 2, op. 10 (1907 - 1908)


    Malin Hartelius, Sopran

    Gringolts Quartet

    (Ilya Gringolts & Anahit Kurtikyan, Violinen / Silvia Simonescu, Viola / Claudius Herrmann, Violoncello)


    Mit Schönbergs Streichquartetten bin ich nicht sehr vertraut aber soweit ich das beurteilen kann ist das eine sehr eindringliche und atmosphärisch dichte Interpretation.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Als langjähriger Griller - Freund hör' ich auch ihren Sibelius gern . Wie immer überzeugender Transfer von Dutton . Aufnahme 1950 . Hält mit .


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Thomas Ades' Streichquartett Four Quaters kann bereits mit mindestens vier CD-Einspielungen aufwarten, nicht schlecht für ein Werk von 2011.

    Auf der Suche nach Hindemith Quartetten eingespielt vom Danish String Quartett, stiess ich auch auf deren Thomas Ades Aufnahme, aber hier ein Streichquartett aus dem vorherigen Jahrhundert. 1994 entstand Ades Streichquartett op 12 "Arcadiana" als Auftrag des Endellion Quartetts. Es besteht aus folgenden 7 kurzen Sätzen:


    Venezia notturna

    Das klinget so herrlich, das klinget so schön

    Auf dem Wasser zu singen

    Et...(tango mortale)

    L'Embarquement

    O Albion

    Lethe


    Es gibt auch von diesem Quartett schon mehrere Aufnahmen. Entdeckt auf Spotify habe ich soweit Einspielungen vom Signum Quartett, Danish String Quartett, Calder Quarett und Endellion, deren Version sich einmal auf dem Album Ades: Anthology befindet, aber auch auf dem Album Ades: Living Toys.


    Hier eine Hörprobe des Mittelsatzes gespielt vom Endellion Quartett:


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  • Hindemith - Streichquartett Nr 3


    Mehrmals heute Nachmittag, Juilliard Quartett, Amar Quartett und Kocian Quartett.

    Ein schönes Werk, ich bin sehr davon angetan. Mir gefällt die Darstellung des Amar Quartetts am besten.


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