Jeden Tag ein Streichquartett

  • Heute ein doppelter Raz 3.

    Ludwig van Beethoven: Streichquartett C-Dur op. 59 Nr. 3

    heute morgen mit dem Takács Quartet

    , jetzt mit den Artemisianer*innen:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Heute die Ébènes.

    Ludwig van Beethoven: Streichquartett C-Dur op. 59 Nr. 3

    Quatuor Ébène

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Wow.

    John Harbison: String Quartet No. 2

    Emerson String Quartet

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Moin! - Und nochmal.

    John Harbison: String Quartet No. 2

    Lydian Quartet

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Inspiriert durchs Streichquartett der Woche, habe ich die schon lange bei mir wartende CD in den letzten Tagen gleich weiter gehört, persönliche Höreindrücke...

    Fast 20 Jahren vergingen, bevor Wilhelm Kienzl nach dem Streichquartett op. 22 sein Streichquartett Nr. 2 c-Moll op. 99 vorlegte. Dem Werk vorangestellt sind Verse, die den Umzug von Graz nach Wien im Oktober 2017 und das Glück einer neuen Lebenspartnerschaft thematisieren. Das 2. Streichquartett steht aber auch unter dem Eindruck der Ausrufung der Republik Österreich im November 1918, die von (von Kienzl live erlebten) Maschinengewehrschüssen begleitet wurden. Beim Thomas Christian Ensemble dauert das erneut viersätzige Werk 30: 37 Minuten. Im grundsätzlich kämpferisch grimmigen, energischen 1. Satz (Adagio. Allegro energico man non troppo) lässt das 2. Thema aufhorchen, mit dem der im ersten Quartett omnipräsente Melodiker Kienzl (außermusikalisch assoziiert) seine Hoffnung auf ein idyllisches Leben in Wien ausdrückt. Der 2. Satz (Adagio) spannt einen großen melodischen, elegischen Bogen. Melancholische Walzerseligkeit sodann im Scherzo, und da klingt das Pestlied O du lieber Augustin durch (vgl. Schönbergs 2. Streichquartett, 2. Satz!). Aufhorchen lässt der Beginn des Finalsatzes (Moderato. Allegro comodo ee leggiero) – Sonnenstrahlen dringen herein, die Vorhänge werden geöffnet, der Komponist ist angekommen in Wien.

    Wilhelm Kienzls Streichquartett Nr. 3 E-Dur op. 113 entstand laut Begleittext 1928, ist beim Thomas Christian Ensemble 21:00 Minuten kurz und entpuppt sich erneut als viersätziges Bekenntnis zur melodischen Tonalität. Nach dem eröffnenden aufgeweckt-energischen Allegro con fuoco spannt Kienzl im Andante wieder einen großen melodischen Bogen. Im Scherzo-Ausritt gibt es immer wieder ausführliche Reitpausen, die selig im Wiener Schmelz verweilen. Das Vivacissimo-Finale rundet als dahinflitzende Tarantella ab. Vor allem im dritten und vierten Satz klingt für mich ein Schubert-Einfluss durch. Im cpo-Begleittext assoziiert Eckhardt van den Hoogen aber viel mehr Erich Wolfgang Korngold, zwischen Wien und Hollywood.

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Hier nochmal dieses:

    John Harbison: String Quartet No. 2

    Emerson String Quartet

    Ein genuier Polyphoniker, dieser Harbison, so scheint es mir.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Einfache Musik aus schwieriger Zeit.

    Karl Weigl: Streichquartett Nr. 5 G-Dur op. 31 (1933)

    Artis Quartett Wien

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Beethoven SQ Nr. 14 cis moll - op. 131

    ein "Klassiker"

    Budapest String Quartet (Roisman / Gorodetzky / Kroyt / Schneider)

    Aufnahme (Mono): 12/1951 Elizabeth Sprague Coolidge Auditorium, Library of Congress in Washington

  • Mit dem neuen "Streichquartett der Woche" (Caroline Shaw: Entr'acte) habe ich es heute versucht. Hm, nochmal hören...

    Doch zunächst hat es mich heute hierhin gezogen, mir scheint, da bin ich eher "zu Hause":

    Rebecca Saunders: Fletch (2012)
    Arditti Quartet (2013)

    Rebecca Saunders: Unbreathed (2015/16)
    Quatuor Diotima (2019)

    Das intensive Kreisen um den Ton D, in beiden Quartetten dominant, hat etwas Soghaftes.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Dumme Frage: Rebecca Saunders mal kennenlernen - also praktisch, nicht nur vom Namen her? Wenn Du magst, werter Gurnemanz gerne in zwei Sätzen statt in einem. ;):thumbup:

    Auf Shaw bin ich jetzt gespannt, wobei ich die Musik ja nicht zum ersten Mal höre - ob mir was ganz anderes einfällt als den Mitstreitern bislang, da bin ich zusätzlich gespannt. Immerhin hat mich überrascht, dass es nicht nur eine einzige Einspielung vom Quartett der Woche gibt.

    EDIT: Rebecca Saunders und die Störung der Stille

    Das könnte ich natürlich mal überfliegen ... :versteck1::cincinbier:

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Dumme Frage: Rebecca Saunders mal kennenlernen - also praktisch, nicht nur vom Namen her? Wenn Du magst, werter Gurnemanz gerne in zwei Sätzen statt in einem. ;) :thumbup:

    Nun ja, schwierig, zumal ich die anderen Stücke schon lange nicht mehr gehört habe (bei mir finden sich ca. 5 Saunders-CDs). Vielleicht hilft es Dir, lieber andréjo, vorerst weiter, wenn ich Dich dorthin lenke (Cosima hat vor Jahren eine schöne Einführung gegeben):

    Cosima
    24. Juli 2011 um 11:55


    Das bringt es m.E. gut auf den Punkt:

    Nach wiederholtem Hören geschah etwas Merkwürdiges: Plötzlich entdeckte ich, dass Saunders' Klangfarbenwelt sehr viel Sinnlichkeit und Energie besitzt. Saunders' Auseinandersetzung mit der Thematik der Stille führte zu einer Kargheit in ihrer Tonsprache, zu einer Klangpoesie, die reduziert ist auf das Wesentliche.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Danke Dir, lieber Kollege! Ich hatte diese Idee ein paar Sekunden früher und hab Dich insofern aufgehalten. Aber ich weiß: Das macht Dir nichts aus! :)

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

  • Aber ich weiß: Das macht Dir nichts aus! :)

    So ist es. :cincinbier:

    Ich erwäge schon seit einiger Zeit, mal eine Komposition der in Berlin lebenden Engländerin als "Werk der Woche" vorzuschlagen, denn die Komponistin verdient m.E. mehr Beachtung.

    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz

    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Rebecca Saunders mal kennenlernen - also praktisch,

    hier mal kurz reinhören:

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    Haben sie auch kürzlich bei ihrem 50-Jahre-Geburtstagsmarathon in der elphi gespielt.

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Nach kurzem Hineinhören - ein Dankeschön auch an Wieland! - ist mir klar, dass mich diese Musik interessiert ob ihres extrem großen Klangspektrums. Die Materie scheint mir freilich nicht viel einfacher zu erfassen als Lachenmann und Ferneyhough, vielleicht ein wenig, und das könnte quasi wieder ausgeglichen werden durch den schwerer zu erkennenden Gesamtplan - etwa im Vergleich mit Iannotta und - ich wiederhole mich - Lachenmann. Habe ich jetzt irgend etwas ausgesagt? Ach, ich weiß es nicht ... ;):)

    Man braucht Zeit, Gewöhnung und ein wenig Hörhilfe, die ja hier im Forum und auch im Netz geboten wird. Meine Bücher helfen mir da nur recht bedingt weiter.

    He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.

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