Kalevi Ensio Aho (* 9. März 1949 in Forssa, Finnland)

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Sinfonie Nr. 8 für Orgel und Orchester (1993), UA: 4. August 1994


    Kalevi Ahos 8. Symphonie ist seine bis dahin umfangreichste mit über 50 min Spielzeit. Sie ist auch die erste mit einem Soloinstrument, der Orgel. Allerdings ist es kein klassisches "Orgelkonzert" selbst wenn die Orgel drei Interludien für sich hat. Aber ansonsten ist die Orgel in das Orchester integriert, um an den Höhepunkten einen höheren Klangdruck zu erzeugen und um wie andere Orchesterinstrumente auch kleinere solistische Einsätze zu haben.
    Das Werk hat 8 Sätze, im Zentrum stehen 3 Scherzi die zusammen schon 60% der Spielzeit einnehmen. Scherzi im eigentlichen Sinne sind sie auch nur partielle, denn es gibt im 2. und 3. Scherzo langsame Passagen, die eher Adagio-Charakter haben. Diese gehören auch zu den Höhepunkten des Werkes und diese sind wohl mit die lautesten der gesamten Orchesterliteratur, hier türmt Aho sehr eindrucksvoll die Klangschichten übereinander. Den Scherzi folgen jeweils 3 Orgelinterludien, von denen das 3. IMO am eindrucksvollsten ist. Prolog und Epilog umrahmen diese 6 Sätze und nach dem Höhepunkt im 3. Scherzo wird es zunehmend ruhiger und das Werk klingt leise hymnisch aus.


    Das ist ein ziemlich starkes Werk, das sich teils an der äußersten Tonalitätsgrenze entlang hangelt, teils aber auch Volksmusikeinflüsse aufweist. Osmo Vänska und das Lahti SO haben die UA gemacht und sind auch hier zu hören. Den sicher schweren Orgelpart übernimmt Hans-Ola Ericsson.


  • Die Werke und Sinfonien von Kalevi Aho sind ja untereinander absolut kontrastreich und haben scheinbar keinen festgelegten Stil, bei dem man ihn deutlich charakterisieren kann. Aber es sind schon verdammt gute Werke dabei, die den Hörspass haben, den auch ich mir für moderne Werke vorstelle/wünsche.


    Auf CD liegen mit die Sinfonien Nr. 1 und 8, 2 und 7, 4 und 11 in den klangtechnisch ausgezeichenten Aufnahmen mit Osmo Vanskä / Lathi SO (BIS) vor.


    Von den sehr positiven Kritiken angeregt und von einem Konzert auf YT mit Martin Gruber vom Schlagzeugkonzert SIEIDI (2010) angeregt, hat sich jetzt bei mir auch die Sinfonie Nr.5 mit SIEIDI mit dem Lathi SO unter Dima Slobodenouk (what a Name !) eingefunden:


    BIS, SACD 2020


    Besonders SIEIDI für Schlagwerk und Orchester (2010) ist ein Wahnsinnswerk von 36Minuten Spieldauer.

    Die Stimmungen reichen vom Atmosphärischen bis zur aufgipfelnden Dramatik. Der Schlagzeuger Colin Currie wechselt zischen seinen neun Schlaginstrumenten die nicht (wie sonst gewohn) alle besetzt sind und wird höchstens noch von 3 Schlagwerkern im im Orchester unterstützt. (Darin ähnlich angelegt wie in Daughertys Ufo für SoloPercussion und Orchester (1999) mit Evelin Glennie.)

    Aho wurde durch Colin Currie, der James McMillians Schlagwerkkonzert Veni, Veni, Emmanuel aufführte (dass ich persönlich ungleich weniger lebendig empfinde (um nicht zu sagen langatmig)) angeregt, dieses Schlagzeugkonzert zu komponieren.

    Sieidi bedeutet heiliger Opferstein und die Kutstätte der Sami. Aho wollte gerade daran erinnern, dass es auf der Welt viele kleine Völker wie die Sami gibt ... Seidi beschreibt nun nicht nur ausschliesslich samische oder finnische Rituale, sondern beginnt mit einer afrikanischen Djembe, gefolgt von einer arabischen Darbuka und wieter über europäische Schlaginstrumente über Vibraphon bis zum TamTam.

    Sieidi ist Einsätzig, aber in 8 Unterteile gestaffelt. Es ist seit der UA 80 mal aufgeführt worden und soll das meistgespielte Werk Ahos sein.

    Es wurde dann am 18.April 2012 mit dem London PO und Currie als Solist erstaufgeführt.


    Die Sinfonie Nr.5 (1975 - 1976) hält am Anfang Längen bereit, die meinen Geduldsfaden schon mal strapazieren können (bis sich mal was anregendes tut ...) , aber dann gestalten sich grossartiege Anstige, die bis zum Ende immer chaotischer werden. Es werden 2 Dirigenten benötigt, die die aufgeteilten zwei Teile der Orchestergruppen wahrlich auf ein schnelleres Tempo beschleunigt, während die andere Gruppe im gleichen Tempo bleibt, bis sie dann wieder zu einem gleichen Puls zusammenfinden. Sehr komplex das Ganze.

    :spock1: Eine tolle CD ist es auf jeden Fall !

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    Gruß aus Bonn


    Wolfgang

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