Spannende, "neue" Dirigenten?

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Spannende, "neue" Dirigenten?

    Hallo zusammen,


    wer fällt aus eurer Sicht darunter?
    Da ich in letzter Zeit überwiegend CDs von kleineren Labeln (BIS, Dutton, Onyx, Chandos, Challenge etc.) erwerbe und höre, rücken eben auch (noch!) weniger bekannte Dirigenten in den Fokus.
    Hier scheint mir doch so einiges im Werden, was das verschwinden der "großen Alten" (für mich) zunehmend verschmerzbar macht. Gute Erfahrungen habe ich mit den folgenden Taktstockschwingern gemacht - und natürlich freue ich mich über eure Ergänzungen und Einschätzungen:


    Edward Gardner - mit wundervollem Mendelssohn, aber auch hörenswertem Janacek auf Chandos:


     


    James Gaffigan - der für Challenge einen tollen Prokofieff aufgenommen hat, aber auch für BIS, Sony, HMF tätig wurde:



    Markus Stenz - mit einem wirklich exzellenten Mahler-Zyklus für Oehms. Gäbe es (ebenda) nicht bereits gar so viele Bruckner-Gesamtschauen, man würde sich Bruckner mit Stenz und dem Gürzenich wünschen:



    Vasily Petrenko - auf verschiedenen Labeln, vor allem jedoch bei Onyx und Naxos. Bei letzterem Label hat er einen viel beachteten DSch-Zyklus herausgebracht:



    Wer sind eure Hoffnungen am Pult?


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Vasily Petrenko - auf verschiedenen Labeln, vor allem jedoch bei Onyx und Naxos. Bei letzterem Label hat er einen viel beachteten DSch-Zyklus herausgebracht:




    Zu Vasily Petrenko gibt es hier bereits einen Thread.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Wer sind eure Hoffnungen am Pult?

    ZU meinen "Hoffnungen" zählt ganz klar auch Vasili Petrenko (Ungleich mehr als der Andere Petrenko, weil, ich hier auch Material habe ihn zu beurteilen !!!).
    Seinen Schostakowitsch - Zyklus (NAXOS) habe ich mit 2017 als GA gegönnt.
    So durchschlagend toll finde ich nicht alle Sinfonien-Aufnahmen mit Vasili ... aber ist klar, wenn man durch Swetlanow, Roshdestwensky und Kondraschin geprägt ist ... die alten grossen Zeiten dieser Hammeraufnahmen sind vorbei !


    Ganz grossartig finde ich aber diese Schostakowitsch-CD mit V.Petrenko:


    [Blockierte Grafik: https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51pOJy8l52L._SS300.jpg]=>
    NAXOS, 2016, DDD

    ______________


    Gruß aus Bonn


    Wolfgang

  • Petrenko

    Lieber Wolfgang,
    ich weiß, du sitzt ja liebend gerne in deiner "Puschenphilharmonie" zu Hause. Aber hättest du Vasily Petrenko in Berlin (ist schon über ein Jahr her) mit Schostakowitsch 11 in der Philharmonie gehört,- ich habe mich dazu geäußert in dem Sinne, dass ich hinterher völlig fertig war, dann wärest auch du begeistert.
    Sollte also Vasily P. in deiner Nähe ein Konzert geben, gehe hin,,, er ist im Konzert hundertmal besser als auf CD:
    Gruß aus Kiel
    Hans

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Hi,


    ich hab schon tollen Mahler mit Yannick Nézet-Séguin (*1975) und Mahler und Mozart mit Yoel Gamzou (*1988) gehört. Und der Schubert-Zyklus mit Antonello Manacorda (*1970) ist auch toll.

    Schöne Grüße, Helli



    Immer cool bleiben.

  • Danke für eure Beiträge und Verweise!


    Zwei habe ich dabei aus meiner Sicht noch vergessen, und zwar:


    John Storgards - der bei verschiedenen Labeln aktiv ist (DaCapo, Chandos, Ondine, BIS). Seine Sibelius-GA hat mir sehr gut gefallen. Ebenso seine begleitende Rolle bei den Violinkonzerten von DSch:


     


    Hannu Lintu (Ondine etc.) - der bei Enescu und auch als Begleiter abseitigen Repertoires eine gute Figur machte:


     


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

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  • Lukasz Borowicz hat mit seiner GA der Panufnik-Sinfonien gleich mal Plattengeschichte geschrieben.


     


    Jetzt startet er beim gleichen Label mit dem DSO Berlin eine neue GA aller Orchesterwerke von Hugo Alfven.


  • z.B. folgende Orchesterquäler kamen mir in den letzten Jahren spannend rüber:


    Edward Gardner 2016 mit ENO-Tristan


    Verkaufte Braut in Hannover am 15.01.17 unter Daniel Klein


    Schönbergs Violinkonzert mit Tetzlaff (Saitenquäler) und R.S.O. Berlin unter V. Jurowski am 17.09.17 aus der Hertha-Stadt.


    Alexander Joels Parsifal in Braunschweig und Titus Engels Lohengrin in Magdeburg. Titus Engel auch Orchesterquäler in den Wittener Tagen für neue Kammermucke. Er hob UA von Charles Wuorinen Meisterwerk „Brokeback Mountain“ aus der Taufe..


    Geil kam Fliegender Holländer unter Ivan Repusic in Hannover rüber, der vor allem die modernen Momente in Wagners Muckle herausarbeitete ...


    Tolle Mitschnitte unter Peter Rundel mit fetzigen Cagereien, viel Nono-Mucke sowie UA von Emanuel Nunes Meisterwerk „Das Märchen“ im Stammkader meiner Sammlung...
    .. fetziges Boris-Gudonow-Orchester aus Nürnberg unter Marcus Bosch brannte sich im Brägen ein (macht er auch die Nürnberger Bazi-Soldaten-Premiere ?)


    jüngster Mitschnitt von Nr. 3 – 5 (zu Nr. 1 + 2 fehlt mir bisher der Zugang zur Mucke) der Beethoven-Klavierkonzerte (Bezuidenhout als Hammerklavier-Tastenquäler) mit Freiburger Barockorchester unter Heras-Casado kommt mir super rüber...


    letzte Jahr war Mitschnitt von Bachs JP vom 19.06.16 unter Dijkstra = mein Bach-Mega-Event, dieses Jahr JP unter Blomstedt vom 24.03.17 aus Lederhosen-Town nicht minder mega-fetzig (aber Blomstedt gehört bereits zu den älteren Jahrgängen)...
    .. hinreißender Mitschnitt von Beethovens Sinfonie Nr. 6 mit S.O. Münster vom 09.02.16 unter Fabrizio Ventura ...


    Berg-Steigerei:
    ... fetziger ENO-Lulu-Mitschnitt unter Wigglesworth von 2016 und Violinkonzert mit Eberle und Lederhosenorchester unter Nézet-Séguin vom 17.02.17...


    Mahler 6 mit Swedish R.S.O. unter Daniel Harding vom 29.08.17 und mit Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Pappano vom 16.10.17.......

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Andrés Orozco-Estrada macht in Frankfurt sehr gute Arbeit, hat inzwischen auch schon die Berliner und Wiener Philharmoniker dirigiert, dieses Jahr ist die Staatskapelle Dresden bei den Osterfestspielen dran...

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Interessant, wer so als "neu" gilt. Teilweise Leute, die schon 20 Jahre im Geschäft sind und als Chef renommierte Orchester leiten oder geleitet haben. Wahrscheinlich alle, die jünger sind als die Generation Blomstedt-Haitink-Muti. Irgendwie scheinen die meisten auch nur virtuell zu existieren, man fragt sich, wo die ihre Brötchen verdienen...mit Naxos- oder Ondine-Aufnahmen sicher nicht.


    Markus Stenz wird sicherlich keine Bruckner-Aufnahmen mehr mit dem Gürzenichorchester einspielen, da ist er schon seit drei Jahren nicht mehr GMD. Sein Nachfolger Francois-Xavier Roth ist weißgott auch nicht "neu" (vorher beim SWR-Orchester Freiburg), aber möglicherweise jemand, der bald zu noch höheren Weihen berufen wird. Bemerkenswert seine breite Kompetenz vom Barock bis zu Boulez.


    Als "neu" könnte von den Genannten am ehesten noch Yoel Gamzou durchgehen, der jetzt GMD in Bremen geworden ist (wir hatten vor Jahren über seine Vervollständigung von Mahlers Zehnter gesprochen).


    :wink:

    .

  • Das "Neu" im Titel ist ja ganz bewuß apostrophiert. ;)

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  • Ja, klar, aber es passt für mich (!) trotzdem nicht ganz. ;) Einige der Genannten und und eine ganze Reihe anderer Dirigenten zwischen 35 und 55 Jahren sind diejenigen, die ich seit Jahren erlebe, wenn ich in Oper und Konzert gehe. Sie sind sozusagen die Gegenwart des Musiklebens, überwiegend nicht in der Provinz, sondern in den Zentren.


    Wenn man Andris Nelsons genannt hätte, als er noch in Herford Chef war, oder Kirill Petrenko zu seiner Zeit als GMD in Meiningen...


    Die Chance, Dirigenten von morgen zu erleben, hat man wahrscheinlich am ehesten, wenn man sich an seinem Wohnsitz junge Kapellmeister anhört.


    :wink:

    .

  • "Puschenphilharmonie"

    :megalol: :megalol: :megalol: :megalol: :megalol:


    Da entstehen Bilder in meinem Kopf...... :megalol:


    Mein Wort des Jahres :verbeugung1:



    Herzliche Grüße:
    KALEVALA :wink:


    P.S.


    Vielleicht ein Konzept dem aussterben des Klassikpublikums entgegenzuwirken ;)

    Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)



    Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

  • Marcus Bosch...

    ...galt wohl während seiner Zeit als GMD in Aachen** als Geheimtip ... aus dem Alter ist er ja nu auch raus ;)
    >**sowieso `ne Talentschmiede: nicht nur Karajan u. Sawallisch haben dort begonnen, durchzustarten, auch Wilhelm Pitz, der langjährige Bayreuther Festspielchorleiter!<


    Bosch hat bereits mit seinen Aachenern alle Bruckner - Sinfonien, mit seinen Nürnbergern (als akt. Nürnberger GMD biegt er so eben auf die Zielgerade ein :!: )
    dann alle Dvorak -
    Sinfonien auf CD herausgebracht ...
    An der Nürnberger Oper dürfte er - spätestens ab der Saison 11/12 - so ziemlich sämtliche Wagner-Vorstellungen dirigiert haben ...
    u. demnä. prügelt er die "Meistersingerhalle" nochma ordentlich mit Mahler durch
    : am 20.04. wird er die 6. mit dem 1. Mendelssohn-KK (Solist: Kirschnereit) kombinieren
    (mit wesW im Publikum!),
    am 13.07. (<= auch LIVE auf BR.Klassik) dann die 2. mit BAZi Zimmermanns "Musique pour les Soupers du roi Ubu" ... Bei letzterer wird sich
    Matthias Eggersdörfer
    (u. a. der akt. Spurensicherer im Franken-Tatort) als Conferencier die Ehre geben . . . ne wirklich, nixx AprilApril im Dezember . . .


    S o d e l e ---- --- diese Werbung für`s Frankenland war jetzt mal fällig, gelle . . .

    :wink:

    Das Schlimmste ist Konsequenz Bruno Maderna Fleiß ist gefährlich Henning Venske Majo ist ätzend ''Paranoid Park''

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