• Garcia schrob:


    Zitat

    und Jarrett Bashing ist sowieso immer modern


    Ey, wenn Du mich meinst: ich habe Jarrett gar nich bashen wollen! Kann ich auch gar nicht, der kann ja richtig was an den Tasten (und manchmal sogar am offenen Flügel operieren). Mir gefällt halt nicht immer und häufiger auch mal nicht, was er so kann und macht. Problem grundsäztlicher Art (in meinen Ohren): Jarrett dient eigentlich nie dem Ensemble, er ist kein Teamplayer. Weiß nicht, ob er nicht begleiten kann - er tut es nur fast nie. Vieles in seinem Spiel klingt in meinen Ohren so, als sei er daselbst verzückt-berückt-berauscht von seinem Können. Da hat er ja auch allen Grund zu - aber das geht mich nur selten an. Das Problem habe ich aber bei ziemlich vielen Post-Free-Jazz-Jazzern, wenn sich bei mir der Eindruck einstellt, die machen das alles nur, weil sie es grad mal (technisch) machen können (geht mir bei Wollny auch ein bissel so). Aber das liegt ja an mir, an meinen Ohren und meinem Bedürfnis nach “Botschaft” jenseits der musikalischen Faktur (und sei es nur, dass die Mucke Anlass gibt, mir das einzubilden). Also: alles, was ich über Jarrett schrob, fällt auf mich selbst zurück... 8o


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Maurice weiß es bestimmt besser, aber mir ist jedenfalls keine Schallplatteneinspielung von welchem gig auch immer in dieser personellen Zusammensetzung bekannt.

    Der weiß es nicht besser, aber das Datum hier


    live im "Open Door" (New York City) am 13. September 1953:

    plus den Ort dazu (New York City) passt nicht mit Parkers Tourverlauf zusammen. Er war zu dieser Zeit in Boston im "Storyville" engagiert. Er spielte dort mit Herb Pomeroy (Trompete), Sir Charles Thompson (Klavier), Jimmy Woode (Bass) und Kenny Clarke am Schlagzeug. Dort spielte er zumindest am 22.09.53 eine Session, die auch teilweise veröffentlicht worden ist.


    Von Monk gibt es zu dieser Zeit keinerlei Aufnahmen, bzw. Mitschnitte, daher hilft uns das auch nicht weiter.


    Natürlich kann man nicht ausschließen, dass am 13.09.1953 diese Session stattfand, und nicht jeder Mitscnitt wurde letzten Endes auch veröffentlicht.


    Was auch ein wenig dagegen spricht ist die Tatsache, dass Monk und Mingus nicht gut konnten. Roy Haynes gehörte damals zu Parkers Quintett, aber Monk und Mingus nicht.


    Genauer kann ich es leider auch nicht schreiben, da es meines Wissens nach kein Buch gibt, was eine Art "Tournee-Plan" von einen der Musiker wiedergibt.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Was auch ein wenig dagegen spricht ist die Tatsache, dass Monk und Mingus nicht gut konnten.

    Aber das Foto in der New York Times belegt doch, dass Mingus und Monk - an welchem Abend auch immer, das Datum mag ja falsch sein - zusammen mit Parker und Haynes gespielt haben, oder?


    Für Deine wie immer sachkundige und prompte Antwort danke ich Dir, lieber Maurice :cincinbier:

  • Aber das Foto in der New York Times belegt doch, dass Mingus und Monk - an welchem Abend auch immer, das Datum mag ja falsch sein - zusammen mit Parker und Haynes gespielt haben, oder?

    Ich konnte erst eben überhaupt den Link öffnen, daher habe ich zuerst mal in meinen Büchern recherchiert, ob das in der Besetzung überhaupt möglich gewesen wäre. Bild und Artikel dürften stimmen, dafür ist die New York Times ein viel zu großes Blatt, um da einen Fehler zu machen. Dann wird es so gewesen sein. Aufnahmen davon sind mir aber nie mal in die Hände gefallen. Ich befürchte, dass das dann auch nur mehr oder weniger legal mitgeschnittene Teile des Konzertes wären.



    Für Deine wie immer sachkundige und prompte Antwort danke ich Dir, lieber Maurice

    Nun, ich hatte ja keinerlei Beweise, dass Termin oder Besetzung NICHT stimmten, sie aber angezweifelt, auf Grund des Gigs in Boston. Doch es war ja genug Zeit dazwischen gewesen, in New York zu spielen. Über die Besetzung bin ich nur ein wenig verwundert, weil es nicht Parkers "Working Group" gewesen ist zu diesem Zeitpunkt.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Über die Besetzung bin ich nur ein wenig verwundert, weil es nicht Parkers "Working Group" gewesen ist zu diesem Zeitpunkt.

    Ich auch. Deshalb fand ich ja dieses Foto, das übrigens ein Zufallsfund anlässlich einer Recherche auf der NYT-Homepage über Yuja Wang war, auch so sensationell!!


    :cincinbier:

  • Ich auch. Deshalb fand ich ja dieses Foto, das übrigens ein Zufallsfund anlässlich einer Recherche auf der NYT-Homepage über Yuja Wang war, auch so sensationell!!

    Es ist keinem mir bekannten Buch enthalten, oder ich hätte es übersehen.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Nun, ich sehe das etwas gelassener als die vor Euphorie jubelnde Truppe in diesem Forum. Es sind drei ausgemacht schwierige Charaktere auf der Bühne gewesen, und man kann davon ausgehen, dass spätestens am nächsten Abend Mingus Parker die Faust ins Gesicht hätte rammen wollen, wie er es ja später bei seinem Posaunisten Jimmy Knepper getan hat. :D

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Ich freue mich schon sehr auf dieses Buch:


    "Das Wollny Alphabet - Michael Wollny im Gespräch" :)


    https://www.actmusic.com/Kuens…phabet/(release_id)/54304


    Erscheint am 03.06.19.


    Letztes Jahr gab' s ja schon ein "Landgren Alphabet" und nun ist Wollny an der Reihe. :thumbup: Gut so! Höchste Zeit, sage ich da nur ... :jaja1:


    EDIT:
    Hier noch ein Zeitungsartikel dazu:


    https://www.nw.de/kultur_und_f…lnys-wunderbare-Welt.html

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

  • Mich würde mal interessieren, welche 10 Jazz-Alben ihr im Jahre 2018 am häufigsten gehört habt bzw. eure Top-Favoriten waren!?


    Wie schaut es denn mit euren Top-Ten Jazz-Alben aus 2019 aus? Welche (max. 10 Alben) haben es euch im vergangenen Jahr (vielleicht auch erneut?) besonders angetan?

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

  • Ehrlich gesagt, habe ich mir darüber noch Gedanken gemacht. Ich höre und kaufe ja nicht nach den Platzierungen irgend welcher Anbieter, sondern kaufe nach meinen eigenen Geschmack. Und da habe ich wirklich nur sehr sehr selten sowas wie einen Favoriten bei.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Wie schaut es denn mit euren Top-Ten Jazz-Alben aus 2019 aus? Welche (max. 10 Alben) haben es euch im vergangenen Jahr (vielleicht auch erneut?) besonders angetan?

    Im vergangenen Jahr hab ich ja ziemlich viel Jazz gehört - und da ist es gar nicht so einfach, 10 Alben zu nennen, die einen ganz besonderen Favoritenstatus gewonnen haben. Aber, so what, ich denke, dass die dabei sein dürften:



    Paul Bley: Fragments



    Paul Motian: Trioism



    Paul Motian: The Windmills of Your Mind



    Charlie Haden: Montreal Tales mit Bley/Motian



    Albert Ayler: In Greenwich Village



    Marc Ribot: Live at the Village Vanguard



    Die Like a Dog Quartet: Fragments ....



    Edward Vesala: Lumi



    Alexandra Grimal: Andromeda



    Pharoah Sanders: Tauhid



    John Surman: Stranger than Fiction



    Joe Henderson: Elements


    Und viele, viele mehr ...


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

  • Vielen Dank für deine Rückmeldung, lieber Algabal! :thumbup:


    Ist nicht einfach, da bin ich ganz bei dir.

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

  • Dann werde ich auch mal. Ist mal wieder viel Wollny dabei.


    Michael Wollny Trio: Weltentraum Live (Philharmonie Berlin)



    Michael Wollny Trio: Weltentraum Live (Live at the Unterfahrt)
    (leider ohne Bild, da nur als mp3 verfügbar).


    Michael Wollnys „em“ (Eva Kruse, Eric Schaefer): Wasted and Wanted



    Timo Lassy: Live with Lassy



    Miles Davis: L‘ Ascenseur pour l‘ Échafaud



    Miles Davis: Kind of Blue



    Duke Ellington „Piano in the Background“



    Michael Wollny Trio (+ Émile Parisien) Live: Wartburg




    Motherless Brooklyn (Film-Soundtrack)



    Michael Wollny: Nachtfahrten


    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

  • Dann werde ich auch mal. Ist mal wieder viel Wollny dabei.

    Schöne Liste, danke. Wenn ich es schaffe, versuche ich es die Tage auch mal. Bin leider bis Samstag Abend selbst musikalisch unterwegs.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Maurice:
    Ja, würde mich freuen. :thumbup: Dir noch viel Spaß und Erfolg! Vielleicht berichtest du ja ...

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

  • 2019 waren DAS meine Favoriten:














    Vor allem das Pasadena Roof Orchestra war eine für mich wunderbare Entdeckung. Ich kannte die Band eigentlich, aber war immer so etwas distanziert gewesen. Doch die sind echt super bei Sachen der 1920-er und 1930-er Jahren. Ich habe auch eine gewisse "Abwechslung" ausgesucht, also Bigbands genau so wie kleine Besetzungen.


    Die Songbooks von Ella Fitzgerald gehören auch dazu. Stellvertretend eine Box mit Gershwin......

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Gerne, Newbie, gern würde ich mein Scherflein hier beitragen, allein - - ich hab kaum bis keinen Jazz gehört 2019 und 2018 und 2017 auch nur sehr sporadisch. Das scheint in denen 20er Jahren wieder zu explodieren. Ich entsinne mich lediglich an drei Hörerlebnisse, die nenne ich gern:



    Dave Holland Quintett, "Extended Play". Eine meiner großartigsten Platten in diesem Bereich. Kriegt man nur noch gebraucht. Ich rate zum Zuschlagen...



    Coltranes Love Supreme.


    Man möge mich totschlagen, aber egal wie wichtig dieser Musiker mir immer war (nur Jerry Garcia übertrifft das emotional aber den betrachte ich ja auch als Papa :D ), diese Viel gelobte und gerühmte und vergötterte Platte - ich zieh fast alles andre vor: die Giant Steps für die Frühzeit, die Vanguardlivesachen für den Übergang, die Kulu Se Mama fürs Freie und überhaupt ganz viele Sachen. Ich find die hier eher flau und besser gemeint als gemacht. Wohl als einziger Mensch auf diesem Planeten. Ich krieg den Zugang nicht recht. Versuchte es aber in '19 ein paarmal...



    Meine Lieblingsoscar. Eine späte, das war schon nach seinem Schlaganfall, er konnte mit der linken Hand nicht mehr viel mehr machen als ein paar Akkorde dazusetzen. Ist sie vielleicht deswegen so toll (manchmal machte er ja allzuviel nur weil ers konnte)? Oder haben sie in Paris irgendwas ins Wasser getan an dem Abend? Wie immer, die läuft auch ab und an wenn ich gar keinen Jazz hör...


    Wenns so einen Thread für 2020 auch geben sollte: mehr, viel mehr 8) bis dahin les ich hier mit roten Bäckchen mit :D



    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • garcia:
    Oh, lieben Dank für deine Rückmeldung! Es sollten "maximal" 10 sein, also sind drei natürlich auch völlig okay. :thumbup:


    Aber wie wäre es denn mit den 10 Jazz-Lieblingsstücken aus 2019? Damit wäre ich jedenfalls schnell durch ... Du doch sicherlich auch!? :wink:

    "Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen." (Albert Schweitzer)

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