"Ein Klavier, ein Klavier": Jeden Tag eine Klaviersonate / ein Soloklavierwerk

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  • Unglaublich. Dieser Brahms

    Ja, er war ein ganz schlimmer Finger. Allein schon, dass er gleich zweimal "Ich schwing' mein Horn ins Jammertal" vertont hat!

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Ja, er war ein ganz schlimmer Finger. Allein schon, dass er gleich zweimal "Ich schwing' mein Horn ins Jammertal" vertont hat!

    Die Fassung für Männerchor habe ich tatsächlich mal einstudiert. Frag nicht ... :versteck1:


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Jaja, für was so ein Ostinato so alles gut ist. Auch schön, wie viele verschiedene Ausführungen es davon gibt, das hält die Sache jung.


    Ich werde jetzt mal schauen wie es Clifford Curzon hinbekommt.
    Brahms Sonate Nr 3


  • Bislang gab es heute eine Novelletten Diät . aber eine üppige ! Mein Unverständis , warum dieses Werk so relativ wenig gespielt wird , habe ich bereits ausgedrückt . Gelegentlich taucht es wohl im Konzertsaal auf - wenn ich nicht in der Nähe bin , so scheint's . 1999 war ich zwar in der Schweiz , aber nicht zu dem Zeitpunkt , an dem Andras Schiff in der Tonhalle einen Schumann-Abend gab und ECM dabei auch die Novelletten aufzeichnete . Stimmungsmäßig etwas dunkler , aber sonst - Hut ab . Ganz kleiner Wermutstropfen : so ganz als Zyklus sieht der Künstler das op.21 wohl nicht , sonst hätte er nicht zur Hälfte - also nach der 4.Novellette - eine Pause eingelegt . Aber ich habe den Pausenapplaus rausgeschnitten und mir eine CD mit den Novelletten am Stück gebrannt . Und höre , es ist gut so .



    Später ging es weiter mit Craig Sheppard , einem amerikanischen Pianisten , der in den 70ern in einigen Wettbewerben oben mitspielte . Bis er in Seattle seine Nische fand . 2001 hat er im Meany Theatre in Seattle die Novelletten live gespielt . Hörbar als Zyklus . Und kommt rüber als eine runde Sache . - Das Problem ist , daß die CD auf einem kleinen (Privat)Label ? in Berlin erschienen ist , übrigens ebenso wie seine Live-Goldberg - Vatiationen aus der Philharmonie , die auch zu wenige kennen . Keine Ahnung , ob die Aufnahmen im Netz zu finden sind . Ich habe sie damals direkt von AT = Annette Tangermann aus Berlin bezogen .


    Und das Beste gab es eben zum Schluß . Dino Ciani spielte die Novelletten 1970 live in Florenz . Für mich ist er der Novelletten - König . Ist die Studio - Einspielung für DG schon gut , dann ist er vor Publikum noch einen Tick spontaner und besser . Die Verknüpfung bzw . der Zusammenhang der 8 Stücke gelingt ihm optimal . - Und ich frage mich wieder : warum spielen die so wenige ?


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Brahms Sonate Nr 3 gespeilt von Cliffor Curzon habe ich in den letzten beiden Tagen mehrmals angehört.
    Obwohl mich 3. und 5. Satz nicht überzeugen und ich beim 1. Satz ganz leichte Zweifel habe, finde ich den 2.Satz so aussergewöhnlich schön, dass ich ihn mir isoliert vormerken werde und wahrscheinlich auch isoliert anhören. Was für eine Unart, ich weiss. Der singende espressivo Ton, den Curzon hier aus dem Klavier herausholt ist einfach herrlich. Seine Agogik ist auch ganz meins. Alles passt. Im ff molto pesante am Schluss gibt es genau 2 Takte, während derer mein Ohr einen Moment mit Widerstand hängenbleibt, aber ich verbuche das unter der Überschrift "Paradoxie der Vollkommenheit". Man erkennt sie nur, wenn sie durchbrochen ist.


    Clifford Curzon
    Brahms Sonate Nr 3


  • Bislang gab es heute eine Novelletten Diät . aber eine üppige !

    Ciani gefällt mir auch gut mit den Novelletten - Michel Block jedoch noch ein wenig mehr.


    Hier jetzt aber die Davidsbündlertänze in einer tollen, vor Energie nur so sprühenden Geza Anda-Aufnahme von 1966. Ehrensache am heutigen Tage, an dem der Ungar 100 Jahre alt geworden wäre.



    https://www.youtube.com/watch?v=VQX2wUWL0k4




    Cheers,
    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • die Davidsbündlertänze in einer tollen, vor Energie nur so sprühenden Geza Anda-Aufnahme von 1966

    Ja , und ebenso gut die Kreisleriana . Beide im Studio Rosenhügel in Wien aufgenommen . Sehr schöne Einspielungen .
    Mit dem Block hatte ich ein Problem - da störte mich was . Ich war erst ganz begeistert , aber dann habe ich sie irgendwann verschenkt . . Irgendwie erinnere ich mich an einen Eindruck wie "permanent unter Druck" - aber ich sollte sie besser nochmal hören , wer weiß . ´Demnächst .
    Hier gab es die Sonate No.29 von Beethoven mit Zdenek Hnat . Kein Bild bei amazon , da nur als mp3.


    https://www.youtube.com/watch?…fBVREz4LmZnFZSRImmDWcf3Lo

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Schumann : die Novelletten op.21 mit Nikolai Demidenko . Da kommt der Romantiker durch .


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Als Subalterner tut man gut daran , eine bloße Erwähnung "von Oben" als Befehl zu verstehen , sich gefälligst damit zu befassen . Tatsächlich habe ich von Michel Block noch eine Liveaufnahme behalten , und das ist seine Interpretation der Goyescas (Los Mayos Enamorados) von Granados .12/10/1981 . Da wäre ich aber schön blöd , wenn ich die weggeben würde . - Eine Wiederbegegnung mit seinen Novelletten ist auch schon in die Wege geleitet - wenn der HErr sie so schätzt , sollte das Gescherr doch flugs sein Urteil überprüfen . Ach ja , es ist nicht leicht , in den musikalischen Heerscharen zu dienen .
    https://m.media-amazon.com/images/I/71L4NJOsNrL._SS500_.jpg ASIN ‎B00000DMV1
    ‎‎ Gehorsamste Empfehlung an den Herrn G.Lavine

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"


  • Dmitri Schostakowitsch: 24 Präludien und Fugen Op. 87
    Igor Levit


    Tutto bene.



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • ‎‎ Gehorsamste Empfehlung an den Herrn G.Lavine

    Rühren! :D


    Hier nun eine Empfehlung meinerseits - eine höchst reizvolle Darbietung der Brahms'schen Haydn-Variationen für zwei Klaviere mit improvisierter Einleitung. Man sollte allerdings kein Purist sein... Jazzpianist Joe Zawinul und er seien dem gleichen musikalischen Mutterboden entsprungen, so Friedrich Guldas Intro zu diesem Live-Konzert in der Gute-Laune-Stadt Köln anno 1988. Spielvergnügen und Spaß an dr Freud herrschten hier offenbar von Anfang bis Ende. Auch die auf der CD folgenden Crossover-Stücke - eines von Gulda, eines von Zawinul geschrieben und von der WDR Big Band begleitet - machen Laune.


    https://www.youtube.com/watch?v=r5FUwUQMXg0




    Cheers,
    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Hier Chopin.


    Frédéric Chopin: Balladen Nr. 1 bis 4 opp. 23, 38, 47, 52

    Krystian Zimerman, Klavier



    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Schumann : Novelletten . Ich würde die Aufnahme von Christian Zacharias nicht mit dem Begriff "intellektuell" beschreiben , aber man merkt , wie intensiv er sich mit dem Werk und allem , was z.B. im Leben Schumanns damit zusammenhängt , beschäftigt hat .Er unterteilt die 8 Novelleten wie vom Komponisten gewollt in 4 Hefte , und wo es bei anderen Interpreten nur 8 Tracks gibt , hat er es in 14 aufgeteilt . Sein Ansatz und die Umsetzung gefallen mir sehr .


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Soll sein . WTK mit Arthur Loesser . Individuelle , aber für mich sehr interessante Variante . ( Sein Buch " Men , Women & Pianos" ist für mich Dauerlektüre , steht neben der Kulturgeschichte der Neuzeit von Friedell ) .


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