"Ein Klavier, ein Klavier": Jeden Tag eine Klaviersonate / ein Soloklavierwerk

  • Schumann bleibt interessant . Eine sehr erfreuliche Doppel-CD mit Jacqueline Blancard (deren Novelletten es - noch - nicht auf CD gibt ( ich bemühe mich ) , und Alfred Brendel . Insbesondere die Kinderszenen(1950) und der Faschingsschwank(1951) werden von der Pianistin in einer durchaus noch überzeugenden und ansprechenden interpretation vorgetragen .(Die Sonate habe ich ausgelassen) . Die Brendelschen Aufnahmen stammen aus 1966 . Die Etüden sind klar und deutlich , mit Schwer - und Höhepunkt auf der No.12 . Mein persönlicher Eindruck ist , daß Brendel hier handwerklich stärker ist als später . Das wird mir dann auch bei der Fantasie op.17 deutlch : ich finde keine seiner 3 mir bekannten Einspielungen so richtig überzeugend , aber diese gefällt mir besser als die späteren , wo er versponnener und verkopfter auf mich wirkt .



    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Bei Schumann kann ich mich verlieren . Gerade Bunin spielt Schumann gehört , mit der Betonung auf Bunin . Schade , daß er nach Japan gegangen ist , war schon schön , ihn in Hamburg gehabt zu haben . Aber Hauptsache , er ist glücklich .


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  • "Der andere Pianist" . So nannte Michelangeli ihn . Sergio Fiorentino war nie gut zu vermarkten , und anders als ABM spielte er auch , wie hier bei seinem Gaspard deutlich wird . Die Kreisleriana von Schumann hat ABM nicht (öffentlich) gespielt , aber die Images , die Fiorentino hier neben einigen kleineren Werken von Debussy darbietet , könnte man vergleichen . Abei ich bin froh , beide hören zu können . Und falls wirklich jemand an Fiorentino interessiert sein sollte .......Der Ravel ist stark .


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    Einmal editiert, zuletzt von b-major ()

  • Gerade Bunin spielt Schumann gehört

    Bunin kenne ich in erster Linie als guten Chopin-Interpreten. Er gewann ja 1985 den Warschauer Wettbewerb und lieferte danach die üblichen DG-Aufnahmen ab - ohne wirklich zu nachhaltigem Ruhm zu gelangen. Dabei verfügt er ja über eine bemerkenswerte genetische Prädisposition als Enkel von Heinrich Neuhaus und Sohn von Stanislav Neuhaus. Ich erinnere mich z.B. an ein sehr eindrucksvoll gespieltes Fantaisie-Impromptu.

    Eben hörte ich erstmalig Bunins Kreisleriana auf YouTube und war gleich (anders als bei seinem Carnaval) mehr als angenehm überrascht. Diese Aufnahme schaffte es auf Anhieb, sich unter meinen Top Ten zu etablieren.

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    Fiorentino ist ja eh einer meiner Lieblinge. Kürzlich hörte ich noch seine César Franck-Aufnahmen. Da findet sich doch bei Amazon tatsächlich eine ziemlich negative Rezension eines Herrn, der Fiorentino einen völlig verfehlten Ansatz vorwirft, weil er nicht berücksichtigt, was Klauspeter Bungert undsoweiter undsofort... :D


    Die hier gezeigte DG-Einspielung kann man dagegen meines Erachtens getrost vergessen, es sei denn, man ist ein YNS-Fanboy. Hängengeblieben ist bei mir allerdings ein originelles, kurzes Klavierstück von Luciano Berio: "Wasserklavier". Es klingt wie das Geräusch tropfenden Wassers, vermischt mit Anklängen an Schubert und Brahms. Erbauliches Kunstgewerbe - passend zur Jahreszeit...



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    Cheers,

    Lavine :wink:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

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  • Nochmal die Etudes Symphoniques, Schumann, aber diesmal gespielt von Maria Grinberg.

    Ich kam etwas durcheinander, weil sie anstelle der üblichen 3. Etüde eine der posthumen Variationen spielt, die mir unbekannt war. Eine bemerkenswert schöne.


    Einmal editiert, zuletzt von Rosamunde ()

  • Dabei verfügt er ja über eine bemerkenswerte genetische Prädisposition als Enkel von Heinrich Neuhaus und Sohn von Stanislav Neuhaus.

    Mit der Familie Neuhaus/Bunin scheint VICTOR Bunin offenbar nichts zu verbinden. 1936 als Sohn eines Komponisten geboren, graduierte er am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und wurde Schüler von Victor Merzhanov und Samuil Feinberg, dessen Biograph Bunin wurde. Hier seine schöne Aufnahme der Moments Musicaux op. 16 von Serge Rachmaninoff - ziemlich genau vor 125 Jahren komponiert.


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    Oscar Wilde

  • Chopin Sonate Nr 2


    Yuja Wang



    Technisch souverän und musikalisch sehr viel überzeugender als viele andere - ohne hysterisch alles bis ins letzte auszureizen. Für mich ist dies eine Chopin-Lesart, wie man sie sich nur erträumen kann. Sie bliebt im zivilisierten, salonfähigen Rahmen (etwas, was ich mir bei Liszt nicht so in dieser Art wünschen würde), aber lässt dennoch alles Drama, was man finden kann, durchscheinen. Insbesondere fallen mir die sehr interessante Stimmführung, das Herausarbeiten besonderer harmonischer Momente und die Präsenz des Basses auf.

  • anders als bei seinem Carnaval

    Da muß ich passen - einen Carnaval von ihm kenne ich nicht . Oder meinst du seinen Faschingsschwank aus Wien ? (Carnival Jest) . Der war allerdings , nachdem ich op.26 erst mit Jacqueline Blancard und dann mindestens 5 tuben - Versionen von Arturo Benedetti Michelangeli - in dessem schmalen Kernrepertoire das Werk immer seinen Platz hatte - hörte , der Grund dafür , daß ich Bunin hervorkramte . Und da spielt er doch , auch unter Berücksichtigung von Nat und Lupu (Live Concertgebouw 1983) , eine beachtenswerte Interpretation . Meine ich .

    Ansonsten mochte ich die Bach-Einspielungen von Bunin mal sehr gern . Gefallen mir immer noch .



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  • Oder meinst du seinen Faschingsschwank aus Wien

    Ja, ich Dussel - den meinte ich. Eine Bunin-Einspielung von op. 9 scheint es nicht zugeben. Sicher kein schlechter Faschingsschwank, pianistisch souverän, aber für meinen persönlichen Geschmack stockt ein wenig zu sehr der musikalische Fluß und es herrscht zu viel Nervosität. Aber wer weiß - vielleicht feiert man ja in Wien den Fasching eher gestelzt - und nicht so berauscht und enthemmt wie wir hier im Rheinland den Karneval ... ^^


    Übrigens hat S. Bunin von Schumann auch die Toccata op. 7 und das Blumenstück op. 19 für Melodiya aufgenommen.



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    Oscar Wilde

  • vielleicht feiert man ja in Wien den Fasching eher gestelzt - und nicht so berauscht und enthemmt wie wir hier im Rheinland den Karneval ...

    Wie man den Schwank 1960 in Paris hören konnte , erfahren wir von György Chiffra . Für richtige Tastenlöwen habe ich ja immer ein offenes Ohr , und auf einigen Fotos aus den späten 50ern sieht Chiffra ja wirklich wie ein Rock'n'Roller aus , das Klassik-Pendant zu Jerry Lee Lewis . ( Der allerdings nicht auf allen Aufnahmen selbst die Tasten bediente , sondern das auch schon mal z.B. Charlie Rich überließ . Aber auch Little Richard und Fats Domino haben auf ihren Plattenaufnahmen oft nicht selbst gespielt .) Ich habe mir mal eine CD-R mit Live-Aufnahmen mit Schumann / Cziffra gebastelt , und die beginnt mit dem Faschingsschwank aus Wien , gespielt am 29.Januar 1960 im Theatre des Champs Elysees in Paris . Dank Rene Gagnaux kann man es nachhören .

    Robert SCHUMANN, Faschingsschwank aus Wien, Op. 26, Georges CZIFFRA, 29 janvier 1960, TCE, Paris


    Weiter geht es bei mir mit einem Werk , daß Chiffra im Studio nie eingespielt hat , der Sonate No. 1 . Aber am 19/6/1961 hat er sie bei einem Recital in Besancon vorgetragen , und für mich steht sie gut neben Gilels , Gieseking und Tagliaferro bei mir . Besagtes Recital gibt es als G.Cziffra Vol.2 bei St.Laurent Studio http://78experience.com/welcom…mod=disque&disque_id=1422 oder noch besser : https://www.meloclassic.com/home/gyorgy-cziffra-2/

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    Hier ein schlechterer Transfer aus der tube ; nur so als Eindruck .


    Und dann folgt bei mir noch ein Carnaval aus Lugano vom 19/12/1963 . Bei der Fülle an interessanten Interpretationen des Carnaval ist dies eben "typisch Cziffra" , und so höre ich sie auch .

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    Fazit : Cziffra / Schumann - sehr gern , aber früh & live .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

    2 Mal editiert, zuletzt von b-major ()

  • Draußen tobt der Sturm , und ich sitze drinnen und träum' mich weg . Mit Hilfe einer meiner allerliebsten Schumann-CDs . ein Geschenk , daß ich bald 2 Jahre nicht wertschätzte . Aber dann ! Da hat es jemand sehr gut mit mir Ignoranten gemeint . Gratitude galore . Die Fantasie op.17 , die Kinderszenen und die Phantasiestücke op.111. Eingespielt im Februar 1994 von Jean-Claude Pennetier . Die muß man hören , um sich selbst ein Urteil zu bilden . Mit 2 Mikrofonen aufgenommen von Rene Gambini , klingt die CD bei mir dem Inhalt und Spiel genau entsprechend . Wer genug Fantasien und Kinderszenen zu besitzen glaubt , sollte allein wegen der Phantasiestücke den Erwerb erwägen . ( Weitere Bezugsquelle auf Anfrage) .

    Jean-Claude Pennetier - Schumann (CD, France, 1999) Zu verkaufen | Discogs


     

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Pollini ist neben Richter immer noch mein anbetungswürdigster Pianist. :) Ich hatte das ewig nicht gehört, aber diese Schubert-Scheibe ist eine Offenbarung. Kühl, geradlinig und trotzdem beseelt. Das ist Klavierspiel, das mich wirklich ergreift; ich liebe es :verbeugung1:


  • George Cziffra spielte Schumann, schön, aber er hatte dann letztendlich doch nichts neues zu sagen. Vielleicht würde ich es aber nach viel Geduld, wiederholtem Hören und endlosen Vergleichen irgendwann erkennen. Bloss habe ich schon ein paar Schumann Aufnahmen, auf die ich mich verlassen kann, so dass ich nicht weiss, ob ich mir für Cziffras noch mehr Zeit nehmen werde. Und es gibt auch noch andere Komponisten, die ich erkunden möchte. Und das Leben ist so kurz....usw.


  • George Cziffra spielte Schumann, schön, aber er hatte dann letztendlich doch nichts neues zu sagen


    Fazit : Cziffra / Schumann - sehr gern , aber früh & live

    Zumindestens der 60er Faschingsschwank und die 61er ´Sonate halten für mich mit allen mit .

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

    Einmal editiert, zuletzt von b-major ()

  • Pollini ist neben Richter immer noch mein anbetungswürdigster Pianist. :) Ich hatte das ewig nicht gehört, aber diese Schubert-Scheibe ist eine Offenbarung.

    Danke für die Anregung ... das lief hier schon lange nicht mehr:


    Franz Schubert: Klaviersonate c-Moll D 958


    Maurizio Pollini, Klavier



    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

    Einmal editiert, zuletzt von Mauerblümchen ()

  • Ich habe auch Schubert gehört , kam aber durch die Schumann-Aufnahme des Jean-Claude Penntier dazu . Der war kein Jungspund mehr , sondern bereits 67 Jahre alt , als er 2002 die Sonaten D 894 & D 959 einspielte . Ein gereifter Musiker , und so klingen auch die Sonaten . Pennetier hat sich mit ihnen beschäftigt , mit ihnen gelebt , und diese Erfahrungen teilt er jetzt . Eine individuelle Lesart . Gern würde ich wissen , was der sich so rar machende Philbert davon hält , der doch einen immensen Überblick über die Schubert - Interpreten hat . IMHO .


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Hier weiter Schubert.


    Franz Schubert: Klaviersonate A-Dur D 959


    Maurizio Pollini, Klavier



    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Aus obiger Box.


    Franz Schubert: Klaviersonate B-Dur D 960


    Maurizio Pollini, Klavier


    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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