Jeden Tag ein Orgelwerk ...

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  • Hier Orgelreger zum Ende des Kirchenjahres..


    Max Reger


    Choralfantasien über


    "Freu dich sehr, o meine Seele" op. 30
    "Straf mich nicht in deinem Zorn" op. 40 Nr. 2
    "Alle Menschen müssen sterben op. 52 Nr. 1
    "Wachet auf, ruft uns die Stimme" op. 52 Nr. 2


    Martin Schmeding
    Sauer-Orgel der Erlöserkirche Bad Homburg (op. 28, op. 40 Nr. 1)
    Ladegast-Sauer-Eule-Orgel St. Nikolai Leipzig (op. 52 Nr. 1+2)


       


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Und nochmals Orgelreger zum Ende des Kirchenjahres..


    Max Reger


    Choralfantasien über


    "Freu dich sehr, o meine Seele" op. 30

    "Straf mich nicht in deinem Zorn" op. 40 Nr. 2

    "Alle Menschen müssen sterben op. 52 Nr. 1

    "Wachet auf, ruft uns die Stimme" op. 52 Nr. 2


    Balázs Szabó, Orgel



    Gruß

    MB


    :wink:

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  • Kalevi Aho:

    bzw. bzw. hier

    (AD: Oktober 2010, St. Johannes Kyrka, Malmö)


    - 3 Zwischenspiele für Orgel (1993)

    - Sinfonie für Orgel "Alles Vergängliche" (2007)


    Die 3 Zwischenspiele erstellte Aho auf Basis der Orgelzwischenspiele aus seiner Sinfonie Nr. 8, worum ihn Hans-Ola Ericsson bat, d. h. es handelt sich um Umarbeitungen der Zwischenspiele aus der Sinfonie zu eigenständigen Orgelwerken. In dieser Fassung erfolgte die Uraufführung im März 1994 durch Ericsson in Kopenhagen und damit noch vor der Uraufführung der Sinfonie Nr. 8, die im Augist 1994 in Lahti stattfand.


    Die Orgelsinfonie komponierte Aho auf Anregung des Organisten Jan Lehtola, der im März 2005 Solist in Ahos Sinfonie Nr. 8 bei einer Aufführung mit dem Finnischen Radio-Symphonieorchester war. Lehtola spielte die Uraufführung der Orgelsinfonie am 25. Juni 2009 an der Orgel der Kirche von Mänttä. Dieses Werk ist eine moderne Fortsetzung der französischen Orgelsinfonie-Tradition wie man sie von Widor oder Vierne kennt und es verlangt dem Interpreten alles ab. Der Untertitel entstammt den Schlusszeilen Goethes Faust und spielt auf den faustischen, nach den Sternen greifenden Charakter der Sinfonie an wie auf ihr Ende, wenn die Musik ins Unerhörte verklingt.


    Spannende und interessante Musik mit einer beeindruckenden Interpretation plus einer phänomenalen Klangqualität.


    Jan Lehtola, Orgel

    Magnus Berglöf, assistierender Organist (Zwischenspiel Nr. 3) und Registrant



    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Olivier Messiaen, Komponist, * 1908 in Avignon


    Jo.


    Olivier Messiaen


    Le Banquet céleste

    Diptyque


    Oliver Messiaen

    Cavaillé-Coll-/Merklin-/Beuchet-Orgel in der Église de la Sainte-Trinité zu Paris


    (aus obiger Box)


    Schwebestimmen haben auf einer verstimmten Orgel ihren ganz besoinderen Reiz.


    Gruß

    MB


    :wink:

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  • César Franck, Komponist, * 1822 in Lüttich

    Nun denn.


    César Franck


    Choral No. 1 E-Dur

    Choral No. 2 h-Moll

    Choral No. 3 a-Moll


    Marcel Dupré

    Aeolian-Skinner-Orgel der Saint Thomas Church in New York City



    Gruß

    MB


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  • Wieder daheim auf der Insel und deshalb nun heute mal das "St Anne" Präludium BWV 552, Beginn der Clavier-Übung III.


    Gehört habe ich meine 7 üblichen Verdächtigen, Hurford, Preston, Fagius, Chapuis, und alle 3 Marie-Claire Alain. Jede Version gefällt aus anderen Gründen, aber heute würde ich Simon Preston die Lorbeeren übergeben, da die 3 Themen für mich am schönsten und lebendigsten dargestellt werden. Nicht zu andächtig, nicht zu bombastisch grandios, eher festlich zelebrierend, mit Leichtigkeit und Gewandtheit. Französisch/Vater, Italienisch/Sohn, Deutsch/Geist - gespielt in welchem Stil? Das müsste Mauerblümchen beantworten...spielt Preston hier im englischen Stil Orgel? Faguis macht übrigens einen sehr feinen heligen Geist und Chapuis spielt den besten Vater - klar, der ist im französischen Stil.


  • spielt Preston hier im englischen Stil Orgel?

    Was ist das - Orgelspiel im englischen Stil?

    Chapuis spielt den besten Vater - klar, der ist im französischen Stil.

    Also, ich meine ja, der Vater sei supranational ... ;) ... meinst Du den Kompositionsstil (frz. Ouvertüre) oder, wie bei Preston, der Stil der Wiedergabe?


    Gruß

    MB


    :wink:

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  • Was ist das - Orgelspiel im englischen Stil?

    Ich dachte sie wechseln sehr viel mehr Register während sie spielen und benutzen ein schlankeres Plenum....? Ich habe nur so was im Hinterkopf. Deshalb dachte ich du weisst vielleicht etwas darüber - wenn es da was zu wissen gibt, vielleicht ist es ja Quatsch. :/

    Chapuis spielt den besten Vater - klar, der ist im französischen Stil.

    Also, ich meine ja, der Vater sei supranational ... ;) ... meinst Du den Kompositionsstil (frz. Ouvertüre) oder, wie bei Preston, der Stil der Wiedergabe?

    :) ja supranational.

    Ich meinte bei meioner Chapuis-Bemerkung den Kompositionsstil.

  • Ich dachte sie wechseln sehr viel mehr Register während sie spielen und benutzen ein schlankeres Plenum....? Ich habe nur so was im Hinterkopf. Deshalb dachte ich du weisst vielleicht etwas darüber - wenn es da was zu wissen gibt,

    Keine Ahnung. Kann sein - weiß ich aber nicht. Ich habe schwach in Erinnerung, dass in England die Generation von Simon Preston im Studium wie wild die Achttausender der Literatur rauf und runter gespielt hat, bei Reger mehr im stillen Kämmerlein als konzertant, dies im großen Gegensatz zu den Franzosen, die gegenüber Reger traditionell höchst reserviert waren. - Gut, die hatten ja auch ihren Guilmant, Franck, Widor, Vierne, Dupré, Duruflé, Alain, Messiaen e tutti quanti ...


    Preston hat auch mal gesagt, dass er in England fast immer in ziemlich halligen Kirchen spielte, was zu einem gewissen Wiedergabestil führte (den er nicht weiter beschreibt - aber dass Tempo und Artikulation auf den Nachhall abgestimmt sein müssen, ist eine Binse), und dass er sich sozusagen neu erfinden musste, als er in den USA in Räumen bis wenig Nachhall spielte.

    Ich meinte bei meioner Chapuis-Bemerkung den Kompositionsstil.

    Ok. Und warum ist ein Franzose des 20./21. Jhds. "klar" dafür prädestiniert, einen von einem mitteldeutschen Komponisten des 18. Jhds. adaptierten Stil aus dem Frankreich des mittleren und späten 17. Jhds. wiederzugeben? 8o Wenn Wagner also in seinem Rienzi dem Stil der französischen Grand opéra verpflichtet ist, ist dann auch ein französischer Dirigent ... :versteck1:


    Gruß

    MB


    :wink:

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  • Na gut, danke ! Also zu Preston nur: noch; er spielt ziemlich flott, auf jeden Fall in St Anne, aber ich meine auch die anderen P&F habe ich so von ihm der Tendenz nach in Erinnerung.....(ich müsste mich nun vom Sofa erheben und nach unten bewegen, um nachzulesen, was ich mir notiert habe. bin aber zu faul.)....also weniger Nachhall in der jeweiligen Kirche dann wohl.


    Ok. Und warum ist ein Franzose des 20./21. Jhds. "klar" dafür prädestiniert, einen von einem mitteldeutschen Komponisten des 18. Jhds. adaptierten Stil aus dem Frankreich des mittleren und späten 17. Jhds. wiederzugeben?

    :S Mensch, lass mir doch meiner künstlerische Natur lateralen Bezüge stream of consciousness freien Auslauf geben.....oder so. Äh.....im Ernst: hör mal mehr Chapuis Bach an, dann wird dir vielleicht klar, wie ich es meine. Ich finde er spielt bemerkenswert oft genau so, wie ein Deutscher sich damals zu Bachs Zeiten das höfische musizieren in Frankreich vorgestellt haben könnte. He is second guessing Bach. Woher ich das weiss? Trust me - ich weiss sowas. Speziale Antenne an der Kristallkugel usw :P .

  • "St. Anne" heißt eigentlich nur die Fuge. Und auch nur im Einflussbereich der anglikanischen Kirche, da gibt es wohl einen Choral im Gesangbuch, der anfängt wie das erste Thema der Fuge.


    Habe Chapuis nun mit dem Präludium aus BWV 552 gehört. Genauer: Nur den ersten A-Teil.


    Französisch? Na ja, bei der Ausführung des Rhythmus der frz. Ouvertüre gab es wohl von "fast ternär" bis doppelt punktiert erhebliche Freiheitsgrade. Chapuis ist bei einstimmigen Linien nahe an der Doppelpunktierung, im vollgriffigen Satz aber deutlich breiter.


    Chapuis ist ziemlich flott unterwegs. Nun wird selbiges auch von Bachs eigenem Orgelspiel berichtet; was freilich nur dann einen Anhaltspunkt gäbe, was seinerzeit das normale Tempo gewesen wäre - mit damaligem schweren Tastenfall.


    Mir fehlen die rhetorischen Akzente, z. B. bei Dissonanzen. Aber das ist eher Geschmacksfrage. Schön aufgelockert ist es aber schon.


    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Dass nur die Fuge St Anne heisst, wusste ich gar nicht, gut zu wissen !

    Französisch?

    Mir geht es tatsächlich gar nicht so um die Punktierung, sondern, dass ich (im Vergleich zu anderen) Chapuis Bach Spiel sehr nach aussen gerichtet, also glänzend, schaustellerisch, virtuos und etwas repräsentierend wahrnehme, ich scheue mich "katholisch" zu sagen, habe es aber dennoch getan und meine es überhaupt nicht wertend (also als ob man Bach nicht so spielen dürfe), sondern einfach anders und durchaus auch schön. Chapuis stellt für meine Ohren den Glanz Gottes anhand der Musik dar (meine Assoziation ist hier der Sonnenkönig). Deshalb französisch, im Gegensatz zB (interessanterweise) zu Maire-Caire Alain, die mMn versucht, so zu spielen, wie sie meint, dass man Bachs Orgelmusik damals in Deutschland gespielt habe, eben protestantisch andächtig, langsamer, etwas introvertierter, behäbiger, weniger variiert in der Registrierung.


    Interessanterweise finde ich, dass die beiden Engländer, Hurford und Preston genau dazwischen liegen. Fagius, oft mein Favorit, spielt dann mMn wieder eher "protestantisch".


    Am effektivsten kommt die Punktierung bei Hurford und Preston heraus, meine ich.

    Anyway....schönes Präludium und alle meine 7 Organisten spielen es schön auf ihre Weise.

    Heute höre ich dann irgendwann die St Anne Fuge.

  • Chapuis Bach Spiel sehr nach aussen gerichtet, also glänzend, schaustellerisch, virtuos und etwas repräsentierend wahrnehme

    Chapuis stellt für meine Ohren den Glanz Gottes anhand der Musik dar (meine Assoziation ist hier der Sonnenkönig).

    Wenn BWV 552 tatsächlich die Trinität abbildet, was sehr naheliegend ist - könnte man nicht eine gewisse Majestät im ersten Thema erwarten? Barocke Gottesbilder vor Augen habend? ;)

    protestantisch andächtig

    Was ist das?


    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Wenn BWV 552 tatsächlich die Trinität abbildet, was sehr naheliegend ist - könnte man nicht eine gewisse Majestät im ersten Thema erwarten? Barocke Gottesbilder vor Augen habend?

    Dann sind wir ja einer Meinung - also, falls ich dich hier eben richtig verstehe. Ich sagte ja zu Beginn, dass ich seinen Vater am besten fand. Ich habe Chapuis nicht kritisiert, sondern unterstützt.

    Chapuis spielt den besten Vater - klar, der ist im französischen Stil.

    Nun zu dem:

    protestantisch andächtig

    Was ist das?

    Au, das ist ganz heikel, aber deshalb fragts du ja so auf diese Art und man kann sich in Widersprüche verstricken. Ist mir schon klar. Ich werde dennoch antworten, weil ich es interessant finde. Zuerst: Protestantisch andächtig von mir geschrieben "ist" nichts, sondern wenn überhaupt, ist es meine Sichtweise im Zusammenhang zu lesen mit allem, was ich oben dazu geschrieben habe. Und selbstverständich gibt es viele verschiedene protestantische Glaubensansätze.

    Aber ganz verallgemeinert, da ich hier kein PhD schreibe: Die Pracht und die Macht Gottes wird nicht zur Schau gestellt anhand von irdischen Gütern. Diese werden nicht benutzt um den Gläubigen von der Macht und der Gnade Gottes zu überzeugen. Und selbstverständlich sind diese Richtungen nur Tendenzen, keine absoluten Gegenpole im Sinne von entweder oder. Und es sollen beide Tendenzen von mir ausdrücklich nicht bewertet werden. Ich finde beide schlüssig. (Bin fast zum Katholizismus übergetreten nach einem Besuch des Petersdoms in Rom - der irdische Glanz als Repräsentation des himmlischen wirkte also auf mich)

    Nun kannst du diese Gedanken auf musikalische Interpretation übertragen, also zB ein Element wäre wie wichtig oder unwichtig das zur Schau stellen der Virtuosität für den Organisten zu sein scheint, dann hast Du was ich meine bezogen auf Alains und zB auch Fagius Bach. Im Gegensatz dazu den Sonnenkönig - Ansatz von Chapuis. Der ebenso schön und stimmig ist.

  • ^^


    Also, des Herrn Chapuis Wiedergabe fand ich alles andere als majestätisch, sondern eher sportlich bis schnittig. Musikalisch fand ich das zumindest interessant, eigentlich sogar hörenswert. Zusammen mit dem semantischen Kontext von "Gott Vater" und barocken Gottesbildern passt es für mich nicht ganz bzw. ist zumindest in der Schere zwischen diesen Bildern und den zeitgenössischen Aussagen, dass Bach also Organist Tempi wählte, die seinen Mitmenschen als (relativ) schnell vorkamen.


    Zum Protestantismus: Ich gehe mal nur auf zwei Spielarten ein, die lutherische und die reformierte. Die Lutheraner erlauben sich recht viel äußere Pracht, gerade auch in der Liturgie. Eine reich entfaltete Liturgie, eine deutliche Mitwirkung der Gemeinde in Wechselgesängen, Kerzen, Blumen, reich geschmückte Kirchen. - Bei den Reformierten ist das alles - nimm nur alles in allem - ungleich karger, weltlichem Prunk abhold, das Fleisch ist nichts und vergänglich, der Geist ist alles und ewig. In streng reformierten Kirchen gibt es weder Kerzen noch Blumen, in der Liturgie wird das meiste gesprochen. Eine typische Anordnung in reformierten Kirchen ist der Altar am üblichen Ort, über dem Altar die Kanzel und darüber dann die Orgel (also nicht am anderen Ende der Kirche). Frontalunterricht, würde man in der Schule sagen.


    "Protestantisch andächtig" ließ mich daher nachfragen. Geht vielleicht eher in Richtung des schwäbischen Pietismus, was Du meinst ... Bachs am größten besetztes kirchenmusikalisches Werk hat er für den Karfreitag komponiert ...


    Gruß

    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Also, des Herrn Chapuis Wiedergabe fand ich alles andere als majestätisch, sondern eher sportlich bis schnittig

    Das ist natürlich Ansischtssache, aber ich kann es sogar gut nachvollziehen. Ja, er spielt es schnittig und sportlich ! Aber das widerspricht nicht meiner Auffassung von Majestät. Dabei spreche ich erstmal von der königlichen Majestät, welche den Musikgeschmack am Hofe beeinflusste, bzw die Musik sollte den besonderen Charakter der Majestät und wie sie sich darstellen wollte zumindest nicht widersprechen. Chapuis, meinte ich, bezieht sich eventuell auf diese Selbstdarstellung der Majestät. Es geht ja in unserer Unterhaltung über das Werk nicht nur um eine Darstellung Gottes, sondern mir ging es auch um den französischen Stil des ersten Themas. (Die Darstellung des Themas sollte letztendlich natürlich das französische Element und das Göttliche des Vaters verbinden.) Interessant finde ich deshalb an deiner Betrachtung dies: der Sonnenkönig stellte sich doch auch mit als sportlich dar (nicht nur, aber auch). War ihm nicht Ballett sehr wichtig? Also das Tänzerische und Schnittige? Ich weiss natürlich nicht, ob es dieselbe Aufassung von sportlich ist, wie deine. Englische Könige taten das auch...das Sportliche war ein wichtiges Merkmal (unter mehrerern) oder eine wichtige Qualität eines Königs. Ob sie es wirklich waren, ist eine andere Sache, aber man wollte so gesehen werden. Man korrigiere oder moderiere mich, wenn ich das falsch sehe. Wenn das Französische des ersten Themas also für deine Ohren sportlich oder schnittig klingt, dann ist zumindest dieses Element Chapuis mMn sogar sehr gut gelungen !

    Der weitere Schritt von der Majestät des Sonnenkönigs zur Majestät Gottes ist dann eventuell schwieriger. Vielleicht störst Du Dich nur an dem schnellen Tempo, was dir dem Göttlichen widerspricht. Aber du sagtest selber, dass Bach es auch lieber schneller hatte.


    Vielleicht liegt hier der Hase begraben:

    barocken Gottesbildern

    Kannt du mir kurz zusammenfassen, was du darunter verstehst und woraus sich die Schere ergibt zwischen den Bildern und den schnellen Tempi? Muss ein Gott Gravität haben? Wieviel? Hat Chapuis nicht genug Gravität? Vielleicht nicht....da kannst Du Recht haben. Aber Preston dann auch nicht.

    Hast Du einen Vergleich für mich, wo das erste Thema für dich göttlich Majestätisch zufriedenstellend dargestellt wird?

  • Hast Du einen Vergleich für mich, wo das erste Thema für dich göttlich Majestätisch zufriedenstellend dargestellt wird?

    Vielleicht diese?


    Rübsam, bei Naxos traktiert sein Instrument im Übrigen ähnlich, allerdings nicht so extrem punktiert gestaltet wie Ellenberger.

    Einmal editiert, zuletzt von Yukon ()

  • Vielleicht diese?

    Danke Yukon, werde ich mir anhören, wenn ich sie finden kann !!


    Bei mir lief nun die St Anne Fuge, BWV 552, mit allen meinen üblichen Verdächtigen und siehe da, Chapuis Fuge finde ich Top ! Mit überzeugender Gravität zu Beginn, dann einem feinen Wechsel zum 2.Teil und schliesslich einem irre virtuosen 3.Teil mit herrlich dröhnendem Pedal, mMn als einzige der 7 Einspielungen dem Ende der Clavier Übung würdig. Fagius und Alain 3 kommen für mich auch noch in Frage, aber die anderen Einspielungen sind mir bei dieser Fuge zu langweilig.


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