Canto Capriccioso- der Begrüssungs- und Vorstellungsthread

  • liebe mina, lieber areios
    natürlich seid ihr hier richtig:-) nur keine scheu.
    wir sind so gut wie alle aus dem chorgesang gekommen, haben auch noch mehr oder weniger lang trotz unterricht in chören mitgemacht.


    Das kann ich nur unterstreichen! Auch ich bin in meinem Ensemble sehr aktiv und singe zumindest zeitweise noch in anderen Chören. Solistisch trete ich noch gar nicht auf, das beschränkt sich im Moment alles auf den Unterricht und das Üben zuhause. Ja, und vor ein paar Wochen habe ich zusammen mit einem Organisten "Ombra mai fu" aufgenommen, da er Tontechnik studiert und eine Aufnahme mit Orgel und Gesang brauchte ;) Aber das wars auch schon.

    Zitat

    solistisch auftreten ist nicht jedermanns sache, dazu müssen auch eine menge ängste abgebaut werden und ein gewisser drang an die rampe vorhanden sein. über die qualität einer stimme sagt die tatsache, dass man den sprung ins solo tut, nicht unbedingt was aus.


    Das stimmt auf jeden Fall. Es gibt schließlich auch sehr gute Chorsänger und sehr schlechte Solisten :D
    Ich hatte lange auch gar kein Bedürfnis nach Sologesang, und einige in unserem Ensemble nehmen auch jetzt noch nur für den Zweck Unterricht, um ihre Stimme fürs Ensemble zu schulen, ohne irgendwelche Soloambitionen.

    Canto, ergo sum.

  • Guten Abend,


    ich würde mein Quartett auch nicht missen wollen. Nicht zuletzt der menschlichen Komponente wegen, aber auch musikalisch hat mir das immens viel gebracht.


    Beste Grüße


    Vitellia

    "Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste" (T. Fontane)



    But that's the beauty of grand opera. You can do anything as long as you sing it (Anna Russell)

  • Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass ein Solist ohne Ensemble-Erfahrung eine musikalische Katastrophe sein kann.


    Ich bin an meinem Conservatoire sogar verpflchtet, während der gesamten Ausbildungszeit eine Ensembletätigkeit nachzuweisen. Das gehört zur musikalischen Kompetenz unabdingbar dazu!


    Lange Zeit war das ein Konzertchor, nun ist es die Kammermusik.


    Wenn arienschmetternde Solisten nichtmal in der Lage sind, ein Terzett einzustudieren, kann etwas nicht stimmen.


    Sänger sind auch Musiker, das sollte man tunlichst nie vergessen und nciht den wenig schmeichelhaften Vorurteilen diesbezüglich auch noch Nahrung geben.


    Willkommen allen Chorsänger- ob mit oder ohne Solo! :klatsch:


    F.Q.

    Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)

  • Ich kann mich nur anschließen..Auch ich bin über den Chor zum Solosingen gekommen. Wenn man schon früh anfängt, kleinere Solopartien zu singen (oft noch aus dem "Schutz" des Chores heraus), gewöhnt man sich mit der Zeit auch daran, im Rampenlicht zu stehen. Ich möchte die Chorerfahrung nicht missenund halte auch gar nichts davon, wenn GL ihren Schülern das Chorsingen verbieten. Sicher, man singt "anders" im Chor, aber auch das sollte ein kompletter Sänger können und wie Fairy sagt: Es fördert die Musikalität.


    LG
    Rosenkavalier

    Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man auch seine Stimme auf diesen Ton aufbaut, man muss zu ihm zurückkehren können, sonst ist es aus. (Agnes Baltsa)

  • Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass ein Solist ohne Ensemble-Erfahrung eine musikalische Katastrophe sein kann. [...] Wenn arienschmetternde Solisten nichtmal in der Lage sind, ein Terzett einzustudieren, kann etwas nicht stimmen.


    Absolut!


    Ich kann mich nur anschließen..Auch ich bin über den Chor zum Solosingen gekommen. Wenn man schon früh anfängt, kleinere Solopartien zu singen (oft noch aus dem "Schutz" des Chores heraus), gewöhnt man sich mit der Zeit auch daran, im Rampenlicht zu stehen.


    Ich finde, dass es auch in Bezug auf Lampenfieber sehr hilfreich ist, erstmal kleine Soli im Chor zu singen. Ich habe das auch so gemacht (und mache es noch immer) und bekam am Anfang vor jedem noch so winzigen Solo wahnsinniges Herzklopfen. Hätte ich gleich begonnen, "richtig" solistisch zu singen, ohne mit kleinen Chorsoli anzufangen, wäre ich wohl bei jedem Versuch in Ohnmacht gefallen :faint:

    Zitat

    Ich möchte die Chorerfahrung nicht missenund halte auch gar nichts davon, wenn GL ihren Schülern das Chorsingen verbieten. Sicher, man singt "anders" im Chor, aber auch das sollte ein kompletter Sänger können und wie Fairy sagt: Es fördert die Musikalität.


    Das auf jeden Fall. Allerdings kann es m.E. in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein, das Chorsingen zumindest zu reduzieren. Ich musste viele falsche Angewohnheiten loswerden, als ich mit dem GU angefangen habe, und im Chor hatte ich darüber kaum Kontrolle. Ich hörte mich selbst zu wenig und konnte deshalb das neu Erlernte nur sehr schwer umsetzen. Im kleinen Ensemble war das kein Problem, aber die vielen Proben mit verschiedenen größeren Chören habe ich reduziert, weil ich merkte, dass es mir nicht guttat. Es warf mich zurück und ich war nach längeren Proben auch oft heiser.


    Aber diese Problematik wäre vielleicht einen eigenen Thread wert?

    Canto, ergo sum.

  • Oh je ... hier stellen sich aber nicht viele Leute vor :S


    Ich bin jedenfalls seit heute neu dabei, ich bin 40 Jahre alt und singe seit letzem Mai Alt im Städtischen Musikverein zu Düsseldorf.
    Bislang habe ich dort von Schumann "Der Rose Pilgerfahrt", "Manfred op. 115" (ungekürzt, demnächst auf DVD von Arthouse) und das "Adventlied", 2. Sinfonie von Mahler und 9. Sinfonie von Beethoven gesungen. Schumann ist ein bißchen überrepräsentiert, es war Schumannjahr in Düsseldorf. Derzeit studieren wir das "Klagende Lied" ein.
    Vorher war ich in einem anderen Chor, der eigentlich nur geistliche Werke aufgeführt hat: die Requien von Mozart und Verdi, Stabat mater und die Messe op. 86 von Dvorak, Te deum von Charpentier, Paukenmesse von Haydn.
    Seit letztem Jahr habe ich Gesangsunterricht, um Technik etc. zu verbessern und mir bei extrem hohen Parts nicht die Stimme zu ruinieren. Solosachen sind aber nicht geplant.

  • Liebe Lerche,


    super, dass Du diesen Thread aus der Versenkung geholt hast, denn inzwischen ist die Anzahl der Singenden hier deutlich größer geworden! Ich denke da z. B. an Recordatorio, Honoria, Bassbariton oder Leporello, womit garantiert noch nicht alle Neuzugänge des letzten Jahres erwähnt wären. Vielleicht will sich die / der Eine oder Andere bei meinem nächsten Pfingstworkshop Gesang weiter bilden. Diesmal geht es um englischsprachige Vokalmusik von Dowland bis Bernstein. Schumann und Düsseldorf : Eine Amour fou...



    Ciao. Gioachino :wink:

    miniminiDIFIDI

  • Liebe Lerche,


    willkommen im Sängerforum von Capriccio :wink:


    Wir sind einfach nicht so viele und daher kommt eine Verstärkung immer gelegen. Als "Schwester in der Stimmlage" ;+) kann ich dir versichern, dass ein guter Gesangsunterricht bald der Höhe den :o: nimmt.


    LG


    Ulrica

    Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)


    ACHTUNG, hier spricht Käpt´n Niveau: WIR SINKEN!! :murg: (Postkartenspruch)

  • Lieber Gioachino,


    stimmt, einige fehlen hier schon noch...

    Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)


    ACHTUNG, hier spricht Käpt´n Niveau: WIR SINKEN!! :murg: (Postkartenspruch)

  • Hallo Ulrica!


    So richtig Angst hab ich vor der Höhe ja nicht, es ist nur einfach furchtbar anstrengend. Aber immerhin, früher bin ich nach Proben oft heiser geworden, das ist eben nach inzwischen mehrjähriger Chorerfahrung nicht mehr so.
    Und meine Chorschwestern im Alt jammern im Moment auch, egal, wie lange die dabei sind 8+)

  • Liebe Lerche,


    auch von mir ein herzliches Willkommen im Sängerforum von Capriccio. :wink: Ich fände es schön, wenn dieser Bereich auch wieder ein wenig belebt würde :)


    Liebe Grüße


    Vitellia

    "Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste" (T. Fontane)



    But that's the beauty of grand opera. You can do anything as long as you sing it (Anna Russell)

  • Huhu Gioachino, danke für die Grüße.


    *bibber* Ab Dienstag geht's los: Klavierprobe, Orchesterproben, Generalprobe, 3x Konzert. "Das Klagende Lied" als Antikarnevalsprogramm in Düsseldorf ;)
    Ich bin echt auf den Dirigenten gespannt, das ist irgendwie immer ein Abenteuer, wenn die "Gäste" kommen.

  • Meine Lieben!


    Auch ich habe bei den Sängerknaben, natürlich, im Chor angefangen, da wir aber jeder Einzelne die Passagen singen mussten, hat Prof. Grossmann bemerkt, ich habe mehr drauf, und so wurde ich Solist, aber ich möchte nie vergessen, wie gut es ist sich an den Chor "anzulehnen" beim Singen [anlehnen ist nicht das richtige Wort, aber ich habe es so gefühlt]. Der Chor ist unbedingt wichtig, denn man bekommt auch eine eigene Sicherheit, ich habe regelmäßig, auch schon bei Solo-Messen, mit dem Chor mitgesungen, erst wenn ich meine Einsätze hatte natürlich nicht, das funktioniert nicht. Beim Sanctus geht es, beim Benedictus geht es nicht, in fast allen Haydn- oder Mozartmessen. Später dann hat man auch eine ganz ander "Beziehung" zu Kollegen, bei manchen habe ich von vorhinein gewusst, es kann nichts passieren, bei Güden, Janowitz, Lipp, Loose, Holm oder Kmentt, Dermota, Berry, Kunz, Schöffler, aber auch dann auf der Engelsburg oben, war ein guter Sänger viel wert, wie Franco Corelli der mir das kleine traurige Lied richtig repräsentieren lernte, auch di Stefano konnte das.


    Wer meint, dass der Chorsänger auf einem "unteren Platz" steht ist auf dem Holzweg, darum ist jeder Chorsänger, Dame oder Herr, ein wichtiges Mitglied, der Singfamilie.


    Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter, der selbst noch manchmal Solo Bariton, in Messen, singt. Gelernt ist gelernt. :wink: :wink:

  • Wer meint, dass der Chorsänger auf einem "unteren Platz" steht ist auf dem Holzweg, darum ist jeder Chorsänger, Dame oder Herr, ein wichtiges Mitglied, der Singfamilie.

    Lieber Peter,


    da bleibt mir nur zu sagen: :klatsch: :juhu: :klatsch:


    Liebe Grüße


    Vitellia

    "Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste" (T. Fontane)



    But that's the beauty of grand opera. You can do anything as long as you sing it (Anna Russell)

  • Lieber Peter,


    da geht einem ja das Herz auf :angel:
    Man fühlt sich als (Laien-)Chor schon manchmal etwas stiefkindlich behandelt, im Moment kann ich mich aber nicht beklagen.

  • ...und an der Musikalität vieler Chorsänger könnten sich manche (Möchtegern-) Solisten ruhig mal ne Scheibe abschneiden.
    Ich wollte meine Chorzeit auch nicht missen, ich habe viel gelernt und super viel Spaß gehabt.


    @lerche: Wie läuft das klagende Lied? Ich hab das Werk schonmal in Berlin gesungen. Große Musik aber echt schwer und wenn ich mich recht erinnere für den Alt auch eine Herausforderung in der Höhe, oder?


    LG
    Rosenkavalier

    Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man auch seine Stimme auf diesen Ton aufbaut, man muss zu ihm zurückkehren können, sonst ist es aus. (Agnes Baltsa)

  • @ Rosenkavalier: :stern: Die Höhe, die Höhe jaja ... also, es klappt schon meistenteils. Die GANZ hohen Partien werden bei uns vom Sopran 2 übernommen, das ist leider nicht anders zu machen. Also, es ist schon zu machen, klingt aber ... grenzwertig. Wir haben einige Altistinnen, die eigentlich Mezzosoprane sind, aber in der "Masse" ist es schon besser so, wie unsere Chorleiterin das abgeändert hat. Dafür müssen die Alti in den tieferen Lagen aushelfen. BTW ist die Sinfonie Nr. 2 von Mahler zum Ende hin ähnlich hoch, auch bis zum a".
    Noch schwieriger finde ich persönlich, immer die Einsätze zu bekommen, weil man ja wie im Flickenteppich verteilt immer mal wieder 5-10 Takte zu singen hat. Das erfordert Konzentration über das ganze Stück. Wie meinte unsere Dirigent grinsend? "It's difficult for choirs. You have to stay awake".

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