Eben gehört 2019/2020

  • Klavierquartette sind eine rare Spezies . Sowohl die genuinen Ensembles wie auch die Werke, alldieweil das eine wohl das andere bedingt . Die Interpretation eines Klavierquartetts obliegt - wenn nicht ein "echtes" Klavierquartett wie beispielsweise das Pro Arte Piano Quartet oder das Festival Quartet antritt - oft einem Klaviertrio (etwa dem Beaux Arts) , daß mit einem Bratschisten aufstockt , oder einem 3/4 Streichquartett , daß einen Pianisten hinzuzieht (etwa Pro Arte Quartet plus Schnabel ) . Und dann gibt es noch die Freundeskreise aus Solisten , die sich zum Klavierquartettspielen zusammenfinden , und die von den Firmen oft geförderten All-Star-Ensembles wie etwa Ma-Stern-Ax-Laredo .
    Heute habe ich das Klavierquartett K478 von Mozart in einer Live-Aufnahme vom 26/9/1971 mit einem ad-hoc Ensemble bei einem Konzert in der Snape Maltings Hall gehört . Dem Geiger Kenneth Sillito und dem Bratschisten Cecil Aronowitz begegnete ich schon in der Aufnahme des Pro Arte Piano Quartets ( waren eben 1.Garde damals) , hinzukommen Kenneth Heath am Cello und Benjamin Britten am Flügel . Sie musizieren durchaus wie ein Quartett , aber was Britten da spielt , ist für mich der beste Piano-Part aller Aufnahmen , die ich schätze .



    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Hier lief:



    Gustav Mahler: Das Lied von der Erde


    Jessye Norman - Mezzosopran
    Jon Vickers - Tenor


    London Symphony Orchestra
    Sir Colin Davis


    Kratzbürstiger Vickers, andersweltliche Norman. Insgesamt sehr intensiv. Ich habe über die Jahre zusehend Gefallen an dieser Aufnahme gefunden.


    :wink: Agravain

  • Hex, hex.


    Eines der herausragenden Orchesterwerke Bantocks in zwei Versionen:



    Sir Granville Bantock: The Witch of Atlas


    BBC National Orchestra of Wales
    Rumon Gamba


    Royal Philharmonic Orchestra
    Vernon Handley


    Zwei enorm schillernde Aufnahmen.


    :wink: Agravain

  • Dem Geburtstagskind.


    Johann Sebastian Bach: Sonate für Flöte und Cembalo h-Moll BWV 1030


    Marc Hantaï, Traversflöte
    Pierre Hantaï, Cembalo



    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe


  • Joseph Martin Kraus : Sinfonien, Vol.2 Concerto Köln


    Die Sinfonien "cis-moll" und "c-moll, "Symphonie funébre" zum Gedenken an die Verstorbenen des Corona-Virus'

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Nach dem Tod seiner Frau Alice war Edward Elgar nicht mehr in der Lage, neue Werke zu komponieren. Stattdessen widmete er sich der Ausarbeitung von altem Material, Orchestrierungen, dem Dirigieren und der Aufnahme seiner Werke für die HMV.
    Seine erste Arbeit nach Alices Tod entstand 1921 als Folge eines Gespräches mit Richard Strauss zum Thema Orchestrierung. Man verabredete sich, Bachs Fantasie und Fuge c-Moll BWV BWV 537 für Orchester zu setzen. Die Arbeitsteilung sah wie folgt aus: Meister Strauss die Fantasie, Sir Edward die Fuge. Während Elgar die Fuge alsbald fertig hatte, legte Strauss nichts vor. Darum machte sich Elgar im folgenden Jahr daran, auch die Fantasie zu orchestrieren. Ich höre nun Original und „Fälschung“.


     


    Johann Sebastian Bach: Fantasie und Fuge c-Moll BWV 537


    Simon Preston - Orgel


    Johann Sebastian Bach: Fantasie und Fuge c-Moll BWV 537 (orch. Elgar)


    BBC Philharmonic
    Leonard Slatkin


    :wink: Agravain

  • Auch hier nochmals Bach:


    J. S. Bach: Johannes-Passion BWV 245
    (Version II von 1725, allerdings mit dem Eingangschor „Herr, unser Herrscher“ aus der Version I von 1724.)


    Julien Prégardien, Evangelist
    Benoît Arnould, Jesus
    Dominik Wörner, Petrus und Pilatus
    Tanya Aspelmeier, Salomé Haller, Sopran
    Julien Freimuth, Pascal Bertin, Kontratenor
    Michael Feyfar, Philippe Froeliger, Tenor
    Benoît Arnould, Dominik Wörner, Bass


    La Chapelle Rhénane:
    Guillaume Humbrecht, Clémence Scharning, Benjamin Chenier, 1. Violine
    Julia Fredersdorff, Cécile Moreau, 2. Violine
    Johannes Frisch, Hélène Platone, Bratsche
    Felix Knecht, Violoncello
    Èlodie Peudepièce, Kontrabass
    Jean-Pierre Pinet, Valérie Blassa, Barocktraverse
    Margot Humber, Johanne Maître, Oboe
    Mélanie Flahaut, Fagott
    Emmanuel Vigneron, Kontrafagott
    Sébastien Wonner. Cembalo
    Élisabeth Geiger, Orgel
    Armin Bereuter, François Joubert-Caillet, Viola da gamba


    Benoît Haller, Leitung



    Druckvoll, dunkel, erdig, bisweilen aggressiv. – Julien Prégardien ist ein großartiger, reich differenzierender Evangelist.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Bei mir laufen Aufnahmen von Carl Schuricht:


    «Musik ist die größte Inspiration. Wenn du traurig bist, denk' an all die Musik, die du noch nicht gehört hast.»
    (Jim Jarmusch)

    Das Problem ist nur: In unserer Klassikkultur hört man fast ausschließlich Musik, die man schon zigmal zuvor gehört hat. Es sind vielleicht gerade mal 2 % der komponierten Musik, die wieder und wieder gespielt werden, aber 98 % bleiben unaufgeführt.

  • Weiter geht's mit Carl Schuricht:


    Brahms: Tragische Ouvertüre op. 81
    Reger: Variationen und Fuge über ein Thema von Hiller op. 100


    London Symphony Orchestra
    Carl Schuricht


    (rec. live London 31.1.1964)


    Das dritte Werk (Beethovens Große Fuge op. 133) wird von Sir Adrian Boult dirigiert. Merkwürdig auf einer CD, die groß mit "Schuricht" überschrieben ist, wie ich finde.

    «Musik ist die größte Inspiration. Wenn du traurig bist, denk' an all die Musik, die du noch nicht gehört hast.»
    (Jim Jarmusch)

    Das Problem ist nur: In unserer Klassikkultur hört man fast ausschließlich Musik, die man schon zigmal zuvor gehört hat. Es sind vielleicht gerade mal 2 % der komponierten Musik, die wieder und wieder gespielt werden, aber 98 % bleiben unaufgeführt.


  • Bin stark beeindruckt. Klasse Aufnahme (bisher nur 39 und 40 gehört, 41 folgt morgen)! Zugleich energiegeladen und klangvielfältig.

  • Louis Lewandowski (1821-1894)
    18 Liturgische Psalmen
    daraus
    Gott sei uns gnädig und segne uns
    Unsere Tage zählen lehr uns denn
    Ich erhebe meine Augen zu den Bergen



    Marton Levente Horvath
    Hungarian Radio Choir
    Andor Izsak



    Gruß
    Josquin

  • Jan Dismas Zelenka (1679-1745)
    Missa 1724



    Lucia Caihuela, Jeanne Mendoche, Aldona Bartnik, Kamila Mazalova
    Collegium Vocale 1704
    Collegium 1704
    Vaclav Luks



    Gruß
    Josquin

  • Johann Sebastian Bach: Jesu, meine Freude BWV 227

    Genau! In Ermangelung einer Kantate zum heutigen Sonntag Laetare ist diese Choralmotette über das Wochenlied wohl der beste Ersatz.


    Johann Sebastian Bach: Jesu, meine Freude BWV 227


    Monteverdi Choir
    John Eliot Gardiner



    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Richard Arnell (1917-2009)
    Symphonie Nr.3



    Royal Scottish National Orchestra
    Martin Yates



    Der Nachteil knappen Themenmaterials in dieser 1944-1945 komponierten Symphonie, was zu einer gewissen, vielleicht sogar gewollten, Eindimensionalität führt, sehe ich bei der Durchführung als Vorteil. Was Arnell aus den kurzen eingängigen Themen macht, ist spannend, sehr angenehm zu hören und gut verfolgbar, weil das Material ideenreich sowie schlüssig verarbeitet und bestens orchestriert wurde. Der Hörer wird damit förmlich bei Stange gehalten. In späteren Jahren komponiert Arnell allerdings wesentlich konzentrierter. Aber das spannungsvolle Schwadronieren, wie hier in seiner dritten Symphonie, muss auch gelernt sein. Die besten Stellen ergeben sich in den heroischen und triumphalen Momenten - es gibt jede Menge Wums.



    Gruß
    Josquin

  • Hier:



    Johann Sebastian: Markus-Passion BWV 247 (Rekonstruktion: Simon Heighes)


    Achim Kleinlein - Evangelist
    Albrecht Pöhl - Christus
    Veronika Winter - Sopran
    Anne Bierwirth - Alt
    Michael Jäckel - Bass


    Knabenchor Hannover
    Hannoversche Hofkapelle
    Jörg Breiding


    Leider furchtbar schlecht aufgenommen. ;(


    :wink: Agravain

  • Nun nochmal mit japanischen Kräften.


    J. S. Bach: "Jesu, meine Freude" BWV 227


    Bach Collegium Japan
    Masaaki Suzuki



    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Beim Hören meiner Aufnahmen des Klavierquartetts K 478 stieß ich auf eine alte La Voix de son Maitre/Les Gravures Illustres LP aus dem Jahr 1958 . Hier waren zum ersten Mal die Schellack-Aufnahmen des Klavierquartetts mit Schnabel und dem Quatuor Pro Arte vom Januar 1934 mit den einen Monat später entstandenen Aufnahmen des Streichquintetts K 516 ( verstärkt mit Alfred Hobday) transferiert und gekoppelt worden . Der Sinn dieser Zusammenstellung leuchtete mir sogleich ein : die Tonart war die Gemeinsamkeit . Binnen zweier Jahre - 1785/1787 - komponierte Mozart 2 bedeutende Werke in g-moll ,um dann noch ein Jahr später die Trias mit der Sinfonie K 550 zu vervollständigen .
    Die Mutter aller Klavierquartette , das - neben K 515 - veilleicht wichtigste Streichquintett , und die erschütternde Sinfonie = dieses g-moll sorgt für mich dafür , daß bei allen 3 Werken etwas mitschwingt , daß ich nicht in Worte fassen , aber hören kann .
    Konkret gab es das Streichquintett K 516 in einer Liveaufnahme mit dem Prazak Quartett und Hatto Beyerle .


    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • SInd das historische Instrumente ...? Na, zumindest nicht in dieser Vielzahl ...


    J. S. Bach: "Jesu, meine Freude" BWV 227


    Thomanerchor Leipzig
    Capella Thomana
    Georg Christoph Biller



    Solange das Feuer lebendiger Bach-Interpretation in England, in den Niederlanden, in Belgien und in Japan weiter lodert, ist selbst diese CD kein Grund zur Besorgnis.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

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