Eben gehört 2019/2020

  • Hier Liszt à la française.

    Franz Liszt

    Klavierkonzert Nr 1 Es-Dur
    Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

    Jean-Yves Thibaudet, Klavier
    Orchestre symphonique de Montréal
    Charles Dutoit

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Danish National Radio Symphony Orchstra
    Thomas Dausgaard


    Auch sehr gut. Zunächst bleibe ich bei Järvi (auf Bolton bin ich gespannt). Ich hörte dieses Werk in jungen Jahren zuerst unter diesem Dirigat (Järvi) im Radio, ohne zu wissen, was es ist. Zunächst dachte ich an eine unbekannte Schubertsinfonie.

    Ich halte diese Einspielung für die weitaus bessere als jene unter Neeme Järvi. Sie ist auch klangtechnisch besser durchhörbar.


    Der erste Satz ist bei Bolton bestens dramatisiert, gute und interessante Temporegie. Ich denke, diesen ersten Satz sollte man nicht zu leicht und vollmundig dirigieren. In der Musik steckt viel mehr, als man zunächst meint. Auch im 2. Satz - nicht zu lieblich. Bolton hat meinem Dafürhalten das richtige Gespür zu dieser Musik - da sind mehr Ecken und Kanten. Der letze Satz ist auch schön prägnant herausgearbeitet, neue detaillierte Facetten. Schöne Aufnahme, dagegen ist Järvi geradezu ein wenig pauschal. Die Sixten-Aufnahme mag ich jetzt schon gar nicht mehr erwähnen. Der Beginn der 4. ist auch schon vielversprechend...

    Danke für die Beschreibung. Ich habe die Aufnahme erstmals nach einiger Zeit wieder gehört. Sie ist, so war auch mein Eindruck, sehr gut gelungen (betrifft beide Werke). Schade, dass Bolton die beiden anderen Sinfonien nicht auch noch eingespielt hat. Ich finde ihn auch bei den Bruckner-Sinfonien absolut passabel, das mal so nebenbei bemerkt.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Franz Berwald (1796-1868)
    Sinfonie Nr.4 'Naïve'



    Royal Philharmonic Orchestra
    Ivor Bolton


    ...der sehr gute Eindruck setzt sich fort .. und weiterhin denke ich, dass diese tolle Musik mit Originalinstrumenten aufgeführt werden sollte. Die 4. von Berwald birgt irgendwas Schumannesques in sich.


    Gruß
    Josquin

  • Tomas Breton : Escenas andaluzas , Los amantes de Teruel , Garin, En la Alhambra , La Dolores , Guzman el bueno AD: 2004 & 2005

    Orchesta de la Comunidad de Madrid , Mugel Roa

    Es kommt mir nicht spanisch vor, aber Tomas Breton (1850-1923) war einer der bekanntesten und populärsten Komponisten seiner Zeit gewesen. Seine Musik lässt den Einfluss spanischer Volksmusik zu, ohne aber diese zu sehr dominieren zu lassen. Das Ganze ist glücklicherweise nicht atonal gehalten, man kann das auch als wenig mit spanischer Musik vertrauter Hörer gut anhören, denke ich mal.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Die Botschaft ist größer als der Berichterstatter Matthäus, größer als der Komponist, größer als die Interpreten und größer als der Hörer. Jede Reduktion auf individuelle Befindlichkeiten, und seien sie noch so empathisch-sympathisch (sympathisch gelesen als "mit-leidend"), steht der Botschaft im Weg, macht den Filter Botschaft -> Werk -> Interpret -> Hörer enger. "Das geht meiner Seele nah" ist bei weitem nicht der wichtigste Satz des Karfreitagsgeschehens, auch wenn er eine individuelle Wahrheit tragen mag. "Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen" aus dem Munde eines römischen Hauptmanns kommt meiner Sicht auf Botschaft und Werk wesentlich näher. Und bei Herreweghe höre ich das, bilde es mir jedenfalls ein. Zumindest fällt es mir bei ihm deutlich leichter, als wenn mir jemand beim Singen und Spielen dauernd von seiner individuellen Anteilnahme erzählen will, anstelle die Botschaft so gut er kann zu vermitteln

    Vielleicht mag es überraschend sein, dass man, ich, all das finden kann, was Du an Bachschen Interpretationen kritisierst, bei Herreweghe immer wieder höre- das, das Du wünschst aber bei Savall?
    Mir erscheinen Herrewghes Aufnahmen in dem Sinne "klein", von dem Du schreibst- und die Savalls gehen an das, wovon Du schreibst und meine Gedanken besser formulierst als ichs könnte.
    Dazu brauchst Du gar nicht so "giftig" formulieren.

    Im Grundgedanken sind wir einander halbwenig einig, glaube ich.

    Ein sehr lieber Freund, der oft unter Herrwege spielete meint dazu: "Schön ist es immer, aber nicht immer gut".
    Aber wir sind befreundet! Da darf man. Deine Zeilen aber, beider Namen ausgetauscht, Savall gegen Herrweghe....und ich möchte Deine Reaktion nicht lesen.

    Verzeih mir, dass ich eine andre Sicht vertrete als Du...wird zunehmend seltener.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire

  • Nun:

    Ralph Vaughan Williams: A London Symphony (Originalversion 1913)

    London Symphony Orchestra
    Richard Hickox

    HIER habe ich dereinst ein paar dürre Zeilen zur Aufnahme hinterlassen. Zeilen, zu denen ich durchaus noch stehe, auch wenn zwischenzeitlich allerhand Wasser die Themse heruntergeflossen ist.

    :wink: Agravain

  • Franz Berwald (1796-1868)
    Sinfonie Nr.4 'Naïve'

    Royal Philharmonic Orchestra
    Ivor Bolton


    ...der sehr gute Eindruck setzt sich fort .. und weiterhin denke ich, dass diese tolle Musik mit Originalinstrumenten aufgeführt werden sollte. Die 4. von Berwald birgt irgendwas Schumannesques in sich.


    seltsam, dachte ich, bisher war ich mit der Neeme-Järvi-Einspielung (aller 4 Sinfonien) sehr glücklich.
    Probeweise den 1. und 2. Satz bei Bolten angehört, habe ich mich schrecklich gelangweilt. Den 2. habe ich nicht bis zum Ende ertragen.

    Ein Spielzeitenvergleich liefert (jedenfalls zum Teil) die Erklärung:
    I.Bolton 9:19 / 7:42 / 5:34 / 7:08
    N.Järvi 7:56 / 5:41 / 5:28 / 6:14

    Die Unterschiede liegen wirklich im Tempo, nicht in irgendwelchen Wiederholungen. Erster Satz Tempo ca. 126 (Bolton) bzw 168 (Järvi), da entsteht eine ganz andere Musik.
    Hinzu kommt eine stets weiche Artikulation der Violinen, die mich bei den Londoner Orchestern schon häufiger irritiert hat. Gerade für Berwald eine unpassende Über-Kultiviertheit in der Tongebung, finde ich.
    Also Erleichterung meinerseits - die Anschaffung kann ich mir sparen.

    Eine Einspielung auf Originalinstrumenten würde ich auch sehr begrüßen.
    :wink: Khampan

  • Havergal Brian : Sinfonie Nr.4 , "Psalm of Victory" & Sinfonie Nr.12

    Chor der Slowakischen Philharmonie, Chor der Slowakischen Nationaloper, Echo Jugend Chor, Cantus - Gemischter Chor, Chor der Tschechischen Philharmonie Brünn & Slowakisches RSO,
    Adrian Leaper - Jana Valáskova (Sopran)

    Die 4.Sinfonie verlangt insgesamt fünf (!!!) verschiedene Haupt - und Nebenchöre , dazu im 2.Satz eine Sopranistin, ein überdimensionales Orchester mit zusätzlichen Instrumenten, wie z.B. Alt-Flöte, zwei Oboen d'amore, Bass-Oboe, Bassetthörner, etc. Fragt mich nicht, wozu und wo man eine Bass-Oboe benötigt, aber davon habe ich zuvor noch nie etwas gehört. Das Werk ist absolut gigantisch, mitreißend, fremd, aber auch irgendwie hammergeil. Auch frage ich mich, wie viele Dirigenten man für dieses Werk benötigt hat. Das kann doch ein Dirigent alleine nicht mehr überblicken.

    Es ist irgendwie eine Mischung aus "Carmina Burana", der 8.Sinfonie von Gustav Mahler, den großen Oratorien eines Bach, Haydn oder Händel, aber auch der "Alpensinfonie" von Richard Strauss, was den Orchesterklang angeht. Die Anlehnung an die großen Barock-Werke ist greifbar, dier Covertext stellt die Nähe zu Händels "Dettinger Te Deum" und Brahms' "Triumphlied" her.

    Havergal Brian, so der Covertext weiter, war ein großer Bewunderer der deutschen Musik, etwa von Schütz, Bach, Händel, Beethoven, Wagner und Strauss. Na, da lag ich nicht falsch mit meiner Einschätzung. Den Text habe ich erst nach den Zeilen zuvor gelesen.

    Die 12.Sinfonie ist dagegen ein nur kurzes Werk von etwas über 11 Minuten hier. Es bleibt irgendwie "bass" zurück. Diese Kombination war für die Nr.12 nicht besonders glücklich jetzt.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Enrique Granados : Danzas Espanolas (Arr.: Rafael Ferrer)

    Orquestra Simfonica de Barcelona i Nacional de Catalunya , Salvador Brotons

    Original für Klavier geschrieben, hier nun von Rafael Ferrer die Fassung für Orchester. Gegen Havergal Brian ist das hier Erholung pur.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Festlich in den Tag:

    Georg Friedrich Händel: Coronation Anthems HWV 258-261

    NDR Chor
    FestspielOrchester Göttingen
    Laurence Cummings

    In meinen Ohren nicht ganz so herausragend wie King, aber doch insgesamt eine wirklich erfreuliche Aufnahme.

    :wink: Agravain

  • Johann Christoph Friedrich Bach : 3 Sinfonien Leipziger Kammerorchester , Morten Schuldt-Jensen AD: 2008

    Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) dürfte der am wenigsten bekannte Bach-Sohn sein, was die Musiker angeht. Er wirkte vor allem bei Graf Wilhelm am Hof in Bückeburg als Cembalist ab 1750, um ab 1756 - offiziell ab 1759 - die Rolle des Konzertmeisters zu übernehmen. Er schrieb wohl 10 Sinfonien, von denen aber drei im 2.Weltkrieg verschollen gingen.

    Musikalisch und klangtechnisch scheinen dieser Einspielungen für mich sehr gelungen zu sein.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Luigi Cherubini : Sinfonia in re maggiore & 3 Ouvertüren

    Sehr spritzig gespielte Sinfonie und Ouvertüren. Auf einer anderen Plattform neu für wenige Cent erhältlich. Wer also ein Schnäppchen machen will, sollte zugreifen, wer Cherubini mag oder mal probieren möchte.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Verzeih mir meine Zeilen: CPE hat da sehr anders reagiert, die Werke betreffend.
    Über viele Takte korrigiert...-.und den Rest einfach durchgestrichen.

    Ich habe mich vor längerer Zeit mal ein Bisschen intensiver mit Friedrich Bach beschäftigt, aber die Geschichte ist mir noch nie untergekommen - wo hast du die denn her? Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass das Verhältnis zwischen Emanuel und Friedrich Bach sehr eng und von gegenseitiger Wertschätzung getragen war: Der berühmte Berliner Bach hat bei dem auch damals schon eher regional bekannten Halbbruder Klavierstücke und Lieder für die von ihm herausgegebenen "Musikalischen Nebenstunden" bestellt und auch darüber hinaus dessen kleineren Kompositionen in seine Sammlungen für den bürgerlichen Musikmarkt aufgenommen. Später besuchte Friedrich mit seinem Sohn Emanuel in Hamburg auf dem Weg nach England und es ist ein Zitat von Emanuel überliefert, in dem er den Bückeburger Bach als den besten Klavierspieler unter den vier Brüdern bezeichnet.
    Nun ergibt sich durchaus das Bild, dass bei dem engen Kontakt auch in musikalischen Dingen zwischen den beiden eher Emanuel der gebende und Friedrich der empfangende Part gewesen ist (auch heute wird ja niemand bestreiten, das CPE Bach der innovativere Musiker von den beiden war), das Verhältnis scheint mir aber dennoch von gegenseitiger Wertschätzung geprägt gewesen zu sein.

    EDIT: Dieses Thema kann auch gerne in einen Thread über Friedrich Bach verschoben werden, so es denn einen geben sollte. SO ist es später leichter wiederzufinden.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Jetzt auch hier die Vorlage zur Champions-League-Hymne.

    Georg Friedrich Händel: Coronation Anthems
    - Zadok the Priest HWV 258
    - The King shall rejoice HWV 260
    - My heart is inditing HWV 261
    - Let thy hand be strengthened HWV 259

    Choir of Westminster Abbey
    The English Concert
    Simon Preston

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Gioachino Rossini : Ouvertüren

    Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Knorke Aufnahme, wie ich finde.
    Vielleicht sollte ich im entsprechenden kleinen Faden die Besprechungen aller (mir) vorliegenden Einspielungen fertigstellen. Das Virus macht‘s ja möglich.

    Ich habe unterdessen den Saul rausgelassen:

    Georg Friedrich Händel: Saul HWV 53

    Christopher Purves - Saul
    Sarah Connolly - David
    Robert Murray - Jonathan
    Joélle Harvey - Michal
    Eizabeth Atherton - Merab
    Mark Dobell - High Priest
    Jeremy Budd - Witch of Endor
    Stuart Young - Ghost of Samuel

    The Sixteen
    Harry Christophers

    Very nice!

    :wink:

  • Vielleicht sollte ich im entsprechenden kleinen Faden die Besprechungen aller (mir) vorliegenden Einspielungen fertigstellen.

    Das fände ich wunderbar!

    Physisch steht bei mir nur diese eine Aufnahme, dazu zwei Nummern als Zugabe zu Gardiners zweiter Aufnahme von "Israel in Egypt". Mir ist aber ein Lob der Aufnahme der o. g. "Sixteen" im Ohr. Da will ich nochmal reinhören - mein Streaming-Dienstleister hat sie im Angebot.

    Aber nicht, dass das Opernprojekt leidet ...

    Gruß
    MB

    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich habe mich vor längerer Zeit mal ein Bisschen intensiver mit Friedrich Bach beschäftigt, aber die Geschichte ist mir noch nie untergekommen - wo hast du die denn her? Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass das Verhältnis zwischen Emanuel und Friedrich Bach sehr eng und von gegenseitiger Wertschätzung getragen war: Der berühmte Berliner Bach hat bei dem auch damals schon eher regional bekannten Halbbruder Klavierstücke und Lieder für die von ihm herausgegebenen "Musikalischen Nebenstunden" bestellt und auch darüber hinaus dessen kleineren Kompositionen in seine Sammlungen für den bürgerlichen Musikmarkt aufgenommen. Später besuchte Friedrich mit seinem Sohn Emanuel in Hamburg auf dem Weg nach England und es ist ein Zitat von Emanuel überliefert, in dem er den Bückeburger Bach als den besten Klavierspieler unter den vier Brüdern bezeichnet.Nun ergibt sich durchaus das Bild, dass bei dem engen Kontakt auch in musikalischen Dingen zwischen den beiden eher Emanuel der gebende und Friedrich der empfangende Part gewesen ist (auch heute wird ja niemand bestreiten, das CPE Bach der innovativere Musiker von den beiden war), das Verhältnis scheint mir aber dennoch von gegenseitiger Wertschätzung geprägt gewesen zu sein.

    EDIT: Dieses Thema kann auch gerne in einen Thread über Friedrich Bach verschoben werden, so es denn einen geben sollte. SO ist es später leichter wiederzufinden.

    Matthias Claudius berichtet irgendwo Heinrich von Gestenberg von einem Gespräch mit CPE, in dem dieser sich wenig schmeichelhaft über eine (?) Komposition seines Bruders äußert. Sie sei „nichts“ und lasse das „Herz leer“. Das sei sein Urteil zur neuen Musik. Martin Geck führt das irgendwo aus. Ich meine, in seinem Buch zum Stand der Bach-Forschung, bin mir aber nicht ganz sicher und zu faul, um nachzusehen.
    So ganz unbelastet war das Verhältnis also - zu einem bestimmten Zeitpunkt zumindest - nicht. Vielleicht zielt die Bemerkung weiter oben auf diesen Kontext?

    Davon ab: Die von Maurice gezeigt Aufnahme der JCB-Sinfonien höre auch ich sehr gern. Da ist mir CPEs „Urteil“ eigentlich einigermaßen wumpe.

    :wink: Agravain

  • Die von Maurice gezeigt Aufnahme der JCB-Sinfonien höre auch ich sehr gern. Da ist mir CPEs „Urteil“ eigentlich einigermaßen wumpe.

    Und mir erst. Deren Familienkonflikte gehen mich nichts an. :D

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

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