Franz Grundheber

  • Ja natürlich ist die ganze Oper ein Hammer, seltsamer weise kenne ich viele Opernfans die diese Oper nicht mögen. Wahrscheinlich sind das Tenorfans hahahaha .. und ich bin mal froh dass der Tenor nicht so eine große Rolle spielt :) Für mich waren immer Baritone und Bässe viel interessanter als Tenöre .


    Nun ich schaue nicht viel DVD `S nur ganz spezielle. Auch Oper im TV nur als Interesse vielleicht. Für mich ist Oper eigentlich nur LIVE wirklich Oper. Immer schon !

  • Also es gibt eine Radioübertragung vom Simone, die hab ich auf Cd eingespielt. also sollten wir hier irgendwie Kontakt aufnehmen können , dann schicke ich dir gerne eine Kopie!

    Danke für das Angebot, aber ich habe die Radioübertragung von einem der "Simones" von München, auf einer Video-Kassette, das ist tadellos.

    Was mir an Franz Grundheber auch so gut gefällt, daß er in italienischen Opern genauso gut ist wie in den deutschen. Da fehlt nichts an Italianitá.

    Kennst Du eigentlich das Radiointerview, das er vor Jahren einmal im Bayr. Rundfunk gegeben hat? Das war sehr interessant und sympathisch.


    Lučić,

    Den hatte ich in der Nachfolgeinszenierung (die viel schlechter ist) in München, das war leider kein Vergleich.

    die ganze Oper ist von vorne bis hinten ein einziger Genuss!

    Ja, ich finde auch, der "Simona Boccanegra" ist rundum eine großartige Oper, seltsamerweise bei vielen Leuten nicht bekannt.


    Ich habe sie zum ersten Mal in den Sechzigerjahren im Apothekenhof der Residenz in München gesehen, unter der Leitung von Giuseppe Patané. Wer da gesungen hat, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich war sofort begeistert.

  • Danke für das Angebot, aber ich habe die Radioübertragung von einem der "Simones" von München, auf einer Video-Kassette, das ist tadellos.

    Was mir an Franz Grundheber auch so gut gefällt, daß er in italienischen Opern genauso gut ist wie in den deutschen. Da fehlt nichts an Italianitá.

    Kennst Du eigentlich das Radiointerview, das er vor Jahren einmal im Bayr. Rundfunk gegeben hat? Das war sehr interessant und sympathisch.

    Ha jetzt hab ich es glaube ich geschafft einzeln zu zitieren.. ja man lernt nie aus...

    Oh, dann hab ich es, liebe Ira, nicht gut verstanden, gut wenn du es hast. Es gibt auch eine tolle Radioaufnahme von der Premiere in Hamburg vom Simone aus 2006 , wo sein Simone noch ausgereifter war. Leider auch da weder Video noch CD, und auch eine sehr interessante Inszenierung!

    Und wegen dem Interview, es klingt jetzt ein wenig blöd, aber ich habe sehr viele Interviews zu Hause könntest du mir ev das Datum sagen, und welchen Sender ? Würde mich über alles freuen was ich dazu bekommen könnte.


    Den hatte ich in der Nachfolgeinszenierung (die viel schlechter ist) in München, das war leider kein Vergleich.

    Nun diese Inszenierung muss die gewesen sein, die Franz Grundheber damals abgesagt hat , da ihm die Inszenierung nicht zugesagt hat, er meinte damals die Regie, die vielen Videos und zb das dauernde hin und her laufen bei der Ratsszene (bzw dass der Simone in den Zuschauerreihen sich bewegen muss) lenke viel zu viel von der Musik ab.

    (also das so nach meiner Erinnerung zu einer Münchner Inszenierung, welche das jetzt war weiss ich nicht, aber auf jeden Fall nach der wo er die Premiere gesungen hatte)


    Ich habe sie zum ersten Mal in den Sechzigerjahren im Apothekenhof der Residenz in München gesehen, unter der Leitung von Giuseppe Patané. Wer da gesungen hat, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich war sofort begeistert.

    Also mein erster Simone war in Zürich mit Juan Pons und Ruggero Raimondi - und es war eine sofortige Liebe! Bin aber auch erst spät zu dieser Oper gekommen (nach über 20 Jahren Opernbesuche)

    Ich geh jetzt seit über 50 Jahr ein die Oper. Trotzdem gibts immer wieder was neues. und klar wird man wird aber auch viel von den Lieblingsänger (wenn man denn welche hat) mit geprägt

    so habe ich an die 50 Mal Lulu in 8 verschiedenen Opernhäusern gesehen und in mindestens 6 verschiedenen Inszenierungen (Grundheber als Dr Schön und dann sehr häufig seinen Schigolch in allen möglichen Varianten) .


    Und so wie es scheint gehst Du Ira, ja noch länger als ich in die Oper !

  • Nun diese Inszenierung muss die gewesen sein, die Franz Grundheber damals abgesagt hat , da ihm die Inszenierung nicht zugesagt hat, er meinte damals die Regie, die vielen Videos und zb das dauernde hin und her laufen bei der Ratsszene (bzw dass der Simone in den Zuschauerreihen sich bewegen muss) lenke viel zu viel von der Musik ab.

    ...und die vielen Stühle! Ja, genau, das war diese Inszenierung. Ich habe sie einmal gesehen und dann nicht wieder.

    Und wegen dem Interview, es klingt jetzt ein wenig blöd, aber ich habe sehr viele Interviews zu Hause könntest du mir ev das Datum sagen, und welchen Sender ? Würde mich über alles freuen was ich dazu bekommen könnte.

    Jetzt habe ich mich auf die Suche gemacht, und das Verzeichnis meiner ca. 150 Videokassetten durchflöht.

    Gefunden habe ich eine Sendung des Bayr. Rundfunks mit Namen "Geburtstagskinder". Ich vermute, eine Sendung anläßlich seines 60. Geburtstags. Allerdings ist das nicht das Interview, das ich meine. Ich habe in die Kassette (Audio-Aufnahme) reingehört. Der Moderator beschreibt Grundhebers Stimme in den höchsten Tönen, unglaublich, eine wahre Hommage. Dann kommt die Szene des Mandryka "Mein sind die Wälder" (so schön!). Das war's, dann kommt die Münchner "Fledermaus" unter Carlos Kleiber. Das Interview ist nicht drauf. Ansonsten finde ich den "Rigoletto" von der Met 1999, "Palestrina" von Wien" 1999, einen "Otello" von Wien 1989, "Holländer", ebenfalls von Wien. Und meinen Münchner "Simone".

    Keine Ahnung, was mit dem Interview passiert ist, vielleicht habe ich es versehentlich überspielt. Das ist ziemlich schade. Ich weiß noch, daß er in dem Interview sagte, er läßt sich von keinem Regisseur in ein Korsett stecken, er hat sich seine Rollen gründlich erarbeitet und sich viele Gedanken dazu gemacht und so stellt er sie auch dar. Siehe sein Scarpia in München, wo er nicht so wie die anderen Scarpias während Toscas "Vissi d'arte" nur völlig unbeteiligt am Schreibtisch sitzt. Nein, er steht, schält sich mit dem Messer, mit dem Tosca ihn später ersticht, seelenruhig einen Apfel und beobachtet sie. Ich fand das super.


    Aber, liebe Amelia, die Video-Kassette würde Dir ja wohl nichts nutzen, außer Du hättest noch einen Videorekorder, so wie ich.


    So oft wie Du habe ich ihn nicht gesehen, am öftesten als Simone.


    Wi lange ich in die Oper gehe? 15 Jahre länger als Du. Aber ich habe auch schon sehr früh angefangen ;)

    Mein Vater war ein großer Opernfreak und so wurde ich schon früh mitgenommen.


    Liebe Grüße!

  • ...und die vielen Stühle! Ja, genau, das war diese Inszenierung. Ich habe sie einmal gesehen und dann nicht wieder.

    Ja die muss es gewesen sein, Grundheber hat ganz selten Produktionen wegen der Regie abgesagt, ist eine der ganz wenigen.


    Keine Ahnung, was mit dem Interview passiert ist, vielleicht habe ich es versehentlich überspielt. Das ist ziemlich schade. Ich weiß noch, daß er in dem Interview sagte, er läßt sich von keinem Regisseur in ein Korsett stecken, er hat sich seine Rollen gründlich erarbeitet und sich viele Gedanken dazu gemacht und so stellt er sie auch dar. Siehe sein Scarpia in München, wo er nicht so wie die anderen Scarpias während Toscas "Vissi d'arte" nur völlig unbeteiligt am Schreibtisch sitzt. Nein, er steht, schält sich mit dem Messer, mit dem Tosca ihn später ersticht, seelenruhig einen Apfel und beobachtet sie. Ich fand das super.

    Danke dir auf jeden Fall fürs nachschauen!! Ich muss mal ein bisschen durchhören, es wird aber ein wenig dauern. Aber vielleicht finde ich es eh noch bei mir.


    ... und ja sein Scarpia ist ja auch so eine Rolle die bei ihm einfach ganz anders ist, mir haben ander Opernfans gesagt er ist zu wenig dämonisch, aber warum muss Scarpia "dämonisch" sein. Und nur böse ist ja auch langweilig, genau diese Zwischentöne, dieses ausloten von menschlichen Zwischentönen taugt mir so, damit wird eine Rolle lebendig und damit auch spannend! . Das geht mir halt bei fast allen heutigen Sänger sehr ab. Generell.


    Aber, liebe Amelia, die Video-Kassette würde Dir ja wohl nichts nutzen, außer Du hättest noch einen Videorekorder, so wie ich.

    Ja klar hab ich noch einen, ich bin technisch noch sehr gut ausgerüstet ,auch für Kassetten über spielen, etc.

    Wi lange ich in die Oper gehe? 15 Jahre länger als Du. Aber ich habe auch schon sehr früh angefangen ;)

    Mein Vater war ein großer Opernfreak und so wurde ich schon früh mitgenommen.

    Cool, es ist immer gut wenn man eine Umgebung hat die so etwas fördert und vorallem auch slebst sehr begeistert ist! Bei mir war es meine Großmutter.

    Ich hab mit 12 begonnen, meine Kinder, vorallem mein großer dann schon mit 8 , aber der wollte dann auch unbedingt mitgehen. Mit 11 war er dann auch schon im Ring und Parsifal, aber auch Wozzeck mit. Er ist auch jetzt noch ein cooler Begleiter für mich, aber .. Oper wird immer weniger.. aber das würde hier nicht mehr gut herpasen und würde zu weit führen.

    Lg und danke nochmals fürs nachschauen.

  • Lg und danke nochmals fürs nachschauen.

    Kein Problem! Dabei habe ich dann gleich noch so einige andere Raritäten gefunden.

    .. und ja sein Scarpia ist ja auch so eine Rolle die bei ihm einfach ganz anders ist, mir haben ander Opernfans gesagt er ist zu wenig dämonisch, aber warum muss Scarpia "dämonisch" sein. Und nur böse ist ja auch langweilig, genau diese Zwischentöne, dieses ausloten von menschlichen Zwischentönen taugt mir so, damit wird eine Rolle lebendig und damit auch spannend!

    Voll d'accord! Und ganz genau, der Scarpia soll gar nicht eindimensional böse sein, Gerade dann, wenn er es nicht ist, wird die Sache ja erst spannend. Einen gewissen Charme sollte er schon haben. Mir ist z.B. Bryn Terfel, der ja immer so als Scarpia gelobt wird, in dieser Rolle zu einseitig.


    Schönes Wochenende!

  • Hallo ihr lieben.........

    Zitat von Ira

    Ich weiß noch, daß er in dem Interview sagte, er läßt sich von keinem Regisseur in ein Korsett stecken, er hat sich seine Rollen gründlich erarbeitet und sich viele Gedanken dazu gemacht und so stellt er sie auch dar.

    ...mit Verlaub gesagt, das klingt in meinen Ohren schon ziemlich Überheblich, den ein Regisseur macht sich auch seine Gedanken über das Stück das er inszeniert, ich glaube die sind nicht doof. Ich habe in meinem langen Leben eine Menge Regisseure kennengelernt, Lehnhoff, Neuenfels, Berghaus, Loy uva. mehr!

    Und wenn du schreibst er hat sich eine Rolle gründlich erarbeitet, ist das doch nur seine Sicht, warum nicht weiterdenken wollen! Ich pers. war immer allem aufgeschlossen, bis HEUTE und dafür bin ich meinem Leben sehr dankbar.


    Zitat von Amelia

    und ja sein Scarpia ist ja auch so eine Rolle die bei ihm einfach ganz anders ist, mir haben ander Opernfans gesagt er ist zu wenig dämonisch, aber warum muss Scarpia "dämonisch" sein. Und nur böse ist ja auch langweilig, genau diese Zwischentöne, dieses ausloten von menschlichen Zwischentönen taugt mir so, damit wird eine Rolle lebendig und damit auch spannend!

    ......dämonisch, naja ich würde sagen er ist durchweg Böse, er hat nur seinen eigenen Vorteil im Sinn.

    Und wo bitteschön liebe Amelia sollen da menschliche Zwischentöne sein, nein, ein guter Scarpia soll voll und ganz das Böse im Menschen darstellen, noch nicht einmal im Te Deum lobt er Gott um seines Glaubens, nur lobt er ihn für seine eigene Bösartigkeit.


    LG palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • RE: Was ist, was soll, was darf Opernregie? Und was nicht?Ich weiß noch, daß er in dem Interview sagte, er läßt sich von keinem Regisseur in ein Korsett stecken,

    ...mit Verlaub gesagt, das klingt in meinen Ohren schon ziemlich Überheblich, den ein Regisseur macht sich auch seine Gedanken über das Stück das er inszeniert, ich glaube die sind nicht doof. Ich habe in meinem langen Leben eine Menge Regisseure kennengelernt, Lehnhoff, Neuenfels, Berghaus, Loy uva. mehr!

    Wie cool!!:top: :top: :top: :top:
    Wow! Endlich wieder RT-Talk in Capriccio.
    Man/frau bekam mittlerer Weile Entzugssymptome … :( Schlecht2


    Die Beziehung von Stimmbandquäler*nnen zum RT (äh, sorry, zum Verunstaltungstheater Grins2 ) könnte am next Single-Modell Franz Grundheber oder im RT-Thread selbst abgehandelt werden.

    Aus beiden Möglichkeiten erwüchse uns Chance schier unendlichen Spaßfaktors beim RT-Posten… :jaja1: :jaja1:


    Dazu empfiehlt mein Brägen weiterhin Marie Louise Gilles unterhaltsame Website zu besuchen. Denn dort agiert sie als eine unerschütterliche, engagierte Veteranin, Kämpferin :hammer1: fürs Wahre, Gute und Schöne, um die bürgerliche Oper vom zersetzenden Zeitgeist linker RT-Organe Grins1 zu säubern :wisch1:

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Nach diesem Schrott von Amfortas09 habe ich mit Verlaub keine Lust mehr auf irgendeine Diskussion !


    palestrina

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • ..mit Verlaub gesagt, das klingt in meinen Ohren schon ziemlich Überheblich, den ein Regisseur macht sich auch seine Gedanken über das Stück das er inszeniert, ich glaube die sind nicht doof.

    Wenn Franz Grundheber eines nicht ist, dann überheblich.

    Ich sage mal kurz und knackig: wer überheblich ist, das sind sehr oft die Regisseure. So wird ein Schuh draus. Dazu müssen sie nicht doof sein.

    ......dämonisch, naja ich würde sagen er ist durchweg Böse,

    Keineswegs. Die wirklich guten Scarpias ( z.B. Ruggero Raimondi) haben einen gewissen maliziösen Charme, z.B. in der Szene mit Tosca, nachdem Cavaradossi abgeführt wurde. Natürlich ist er zynisch und bösartig, aber z.B. auch in der Szene in der Kirche mit Tosca kann er nicht durchwegs das Ekel herauskehren.

    Ein Regisseur, der das verlangt, liegt mMn falsch.

    ich würde sagen er ist durchweg Böse,

    Und ich würde sagen, es gibt weder durchweg böse, noch durchweg gut.


    Ein Schauspieler, der diese beiden Seiten übrigens ganz hervorragend vereinen kann, ist Christoph Waltz.

  • Nach diesem Schrott von Amfortas09 habe ich mit Verlaub keine Lust mehr auf irgendeine Diskussion !


    palestrina

    Du bist aber schnell zu vergraulen 8o

    Die Beziehung von Stimmbandquäler*nnen zum RT (äh, sorry, zum Verunstaltungstheater Grins2 ) könnte am next Single-Modell Franz Grundheber oder im RT-Thread selbst abgehandelt werden.

    Da hätten wir z.B. Waltraud Meier. Die hat sich desöfteren an Regiequälern abgearbeitet, z.B. an Peter Konwitschny.

    Ihre Einstellung ist ganz ähnlich zu der von Franz Grundheber.

  • ..mit Verlaub gesagt, das klingt in meinen Ohren schon ziemlich Überheblich, den ein Regisseur macht sich auch seine Gedanken über das Stück das er inszeniert, ich glaube die sind nicht doof.

    Wenn Franz Grundheber eines nicht ist, dann überheblich.

    Ich sage mal kurz und knackig: wer überheblich ist, das sind sehr oft die Regisseure. So wird ein Schuh draus. Dazu müssen sie nicht doof sein.

    Wo soll denn da jemand überheblich sein? Der Sänger, der seine Rolle in bestimmter Weise ausfüllen möchte, ist es in meinen Augen nicht und genauso wenig der Regisseur, der die Rolle anders versteht. Beide haben ggf. nur unterschiedliche Auffassungen, wie das Stück und die Figuren (z. B. Scarpia) zu gestaltet werden sollen, und sie kommen hier zusammen oder auch nicht. Na und?


    :tee1:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Der Sänger, der seine Rolle in bestimmter Weise ausfüllen möchte, ist es in meinen Augen nicht und genauso wenig der Regisseur, der die Rolle anders versteht.

    Ich habe das bei Regisseuren schon immer wieder erlebt (auch übrigens bei Intendanten). Hör Dir mal gelegentlich Interviews an. Aber vielleicht empfindet das nicht jeder so.

  • Natürlich ist er zynisch und bösartig, aber z.B. auch in der Szene in der Kirche mit Tosca kann er nicht durchwegs das Ekel herauskehren.

    Ihr redet glaube ich aneinander vorbei. palestrina spricht mMn von der Motivation Scarpias. Nicht davon, ob er sich ständig auf der Bühne als Teufel "herauskehrt".


    Du sagtest ja auch selber, dass er zynisch und bösartig sei und einen gewissen maliziösen Charme habe. Seine Motivation hast du hier selber genau benannt. Wie er sich dann in seinen Auftritten jeweils "gibt", was er zeigt und was er versteckt von seiner Motivation, ist eine andere Frage, und da kommt sicherlich die Regie zu Wort und die Schauspielkunst.

    Und ich würde sagen, es gibt weder durchweg böse, noch durchweg gut.

    Meinst du im realen Leben oder auf der Bühne? Wie das im realen Leben ist, ist mMn eine ganz andere Frage. Auf der Bühne muss es nicht real zugehen. Wie wirklichkeitsbezogen es zugeht, ist mE kein Massstab einer Inszenierung.


    Und wenn es dir aber wichtig ist, dieser Wirklichkeitsbezug, dann ist es tatsächlich so, dass Scarpia nötigt, wenn nicht sogar vergewaltigt, und mordet. Er begeht also eindeutig böse Handlungen. Wird er dadurch "böse" als Mensch?


    Was du also eventuell ansprichst, ist die Frage, ob man einen Menschen trotz solcher böser Taten verdammen darf oder kann. Das ist aber nicht die Frage dieser Oper, oder? Wird das in "Tosca" thematisiert? Oder könnte man es thematisiseren? Vielleicht. Interessante Frage.....an einen Regisseur. Ich würde sagen, dass man zu allererst schauen müsste, ob Scarpia auch gute Seiten hat (oder ob wir sie nicht nur theoretisch voraussetzen, sozusagen als Ausdruck unserer Lebenseinstellung), sonst erübrigt sich diese Möglichkeit und er ist und bleibt böse als Figur in dieser Oper. Also innerhalb des Rahmens dieser Oper.


    Mich würde nun deswegen interessieren, was du an der Figur des Scarpia Gutes anführen würdest...weil du ja sagtest, dass es durch und durch böse Menschen nicht gebe ?

  • Ich habe das bei Regisseuren schon immer wieder erlebt (auch übrigens bei Intendanten).


    Und die kennst Du alle persönlich, so dass Du Dir dieses Urteil meinst erlauben zu können?


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Und wenn es dir aber wichtig ist, dieser Wirklichkeitsbezug, dann ist es tatsächlich so, dass Scarpia nötigt, wenn nicht sogar vergewaltigt, und mordet. Er begeht also eindeutig böse Handlungen.


    Ja, das tut er. Er will aber auch etwas erreichen ("Tosca e un buon falco"). Und das geht bei Tosca nur mit einem gewissen Charme und nicht auschließlich mit Bosheit.


    Wird er dadurch "böse" als Mensch?

    Das weiß ich nicht. Da müßte man sich mit einer Biographie über Scarpia auseinandersetzen. Diesen Polizeichef mit Namen Vitellio Scarpia gab es nämlich wirklich.

    Wenn die Oper funktionieren soll, geht das jedenfalls m.E. nicht mit purer Bösartigkeit von Seiten des Scarpia.


    Und ich würde sagen, es gibt weder durchweg böse, noch durchweg gut.

    Das ist eine allgemeine Feststellung meinerseits und betrifft nicht gezielt die Oper "Tosca".


    Und deshalb kann ich Dir diese Frage


    Mich würde nun deswegen interessieren, was du an der Figur des Scarpia Gutes anführen würdest...

    auch nicht beantworten.

  • Und die kennst Du alle persönlich, so dass Du Dir dieses Urteil meinst erlauben zu können?

    (Hervorhebung von mir)


    Ganz ehrlich, diese Art Fragen finde ich ziemlich trivial. Das kommt immer wieder, wenn man bestimmte Beobachtungen schildert.


    Zum einen habe ich nicht von "allen" geschrieben:


    wer überheblich ist, das sind sehr oft die Regisseure


    Ich habe das bei Regisseuren schon immer wieder erlebt.

    Ich bin durchaus in der Lage mir ein Bild auf Grund von Interviews, Zeitungsartikel, Radiobeiträgen, oder Gesprächsforen (vor allem da!) machen zu können, ohne persönliches Kennen.

  • ch bin durchaus in der Lage mir ein Bild auf Grund von Interviews, Zeitungsartikel, Radiobeiträgen, oder Gesprächsforen (vor allem da!) machen zu können, ohne persönliches Kennen.

    Aber nicht jede(r), der/die in der Lage ist, ein Bild von der Büste der Nofretete in Berlin zu machen, wird dadurch zum/zur Experten/in für Ägypt*innenlogie.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe


  • O.k., das ist so lächerlich, dass mir meine Zeit zu schade ist, um darauf noch einzugehen.


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Und wenn es dir aber wichtig ist, dieser Wirklichkeitsbezug, dann ist es tatsächlich so, dass Scarpia nötigt, wenn nicht sogar vergewaltigt, und mordet. Er begeht also eindeutig böse Handlungen.


    Ja, das tut er. Er will aber auch etwas erreichen ("Tosca e un buon falco"). Und das geht bei Tosca nur mit einem gewissen Charme und nicht auschließlich mit Bosheit.

    Wenn die Oper funktionieren soll, geht das jedenfalls m.E. nicht mit purer Bösartigkeit von Seiten des Scarpia.

    Mag sein. Aber du machts weiterhin mE immer noch keinen Unterschied zwischen sich charmant geben und dennoch böse handeln oder sogar böse sein.

    Deshalb sagte ich, ihr redet aneinander vorbei.

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