Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

  • Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann,
    ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.


    R.I.P. Nicolai Gedda
    Dein Gesang wird in meinem Herzen bleiben .


    palestrina




    Wenn die Zeit endet, beginnt die Ewigkeit.

    „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
    Oolong

  • Dein Gesang wird in meinem Herzen bleiben .

    .. in meinem auch. Ich verdanke ihm wunderschöne Gesangserlebnisse


    Peter

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Das schmerzt richtig. Kein besserer Postillon, Raoul... Sollte ich je in den Himmel kommen, werde ich ihn dort sicher wieder hören...

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • Traurig.
    Viele große Partien habe ich als Kind mit Gedda zum ersten mal gehört. Tamino z.B. oder Fenton.
    ;(

    Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.

  • Nicolai Gedda ist einer der Tenöre die immer sehr verlässlich waren und es ist schon sehr schade. Er war einer meiner Taminos und ein reizender und umgänglicher Mensch.


    R. I. P. +

  • Tja, mit 91 Jahren ist man weit im "Zugabenbereich des Lebens"!
    Nicolai Gedda war zentraler Tenor Klemperers in den 60iger Jahren.
    Bach: Matthäus Passion und h-moll Messe,
    Händel: Messias und
    Mozart: Zauberflöte und Don Giovanni.
    Es darf sogar spekuliert werden, dass er bei Fidelio nur deswegen nicht dabei war, weil Klemperer auf dem "Liveensemble" bestand und Legge es ihm mit einer Alternativbesetzung (darunter Gedda) ausreden wollte Dem Machtkampf wurde dann die Besetzung geopfert.


    Liebenswert das Vorwort Geddas zur Anekdotensammlung "Sagen Sie doch einfach Otto".
    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Gedda war für mich einer der wichtigsten Tenöre der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts - maßstabsetzend seine Interpretationen von Faust oder Romeo oder Don Ottavio oder ....; stilsicher und perfekt phrasierend. Und er hat immer seine stimmlichen Grenzen gekannt und bei Gefahr rechtzeitig die Partie verlassen.
    Mit dem Tod von Nicolai Gedda hat die Musikwelt einen großartigen Menschen und Künstler verloren.


    R.I.P.

  • Meine erste Oper überhaupt

    Hallo,
    vor vierzig Jahren, als ich mit der Oper anfing, war eine Raioübertragung von Lortzings Undine das erste Stück überhaupt. Ich kannte die Namen Anneliese Rothenberger und Hermann Prey, Nicolai Gedda war mir völlig unbekannt. Er war es, der mich am meisten begeisterte trotz der sehr unsympathischen Rolle. Seitdem habe ich fast alles von ihm angeschafft (das gilt für damalige Kollegen wie Rothenberger, P>rey, Schreier, Pütze und Frick genauso).
    Ich wünsche ihm dass er seinen Lebensabend zufrieden und ruhig verbringen konnte. Er ist ein sehr großer Verlust, seine Aufnahmen und die leider nur wenigen Filme swerden weiterleben.
    Schöne aber sehr traurige Grüße
    wegan

  • Unvergeßlich wird mir Nicolai Gedda bleiben wegen seiner Titelrolle in Hans Pfitzners Künstleroper Palestrina:

    Ja. Neben einen fetzigen Live-Mitschnitt der "Verkauften Braut" (in Englischer Sprache unter Levine aus NYC) vermutlich die einzige Aufnahme mit diesem Sänger in meiner tollen Sammlung. Das war überhaupt meine erste Begegnung mit Pfitzners geilem Palestrina.
    Irgendwo mal gelesen, dass Nicolai Gedda sich für Pfitzners Palestrina engagiert und auch In den USA Auschnitte daraus aufgeführt hatte.... außerhalb des deutschsprachigen Raums scheint mir Pfitzners Palestrina noch schwerer kommunizierbar (es gab mal in London (CG ?) eine komplette Wiedergabe)..

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • Nur ergänzend:
    Pfitzner Palestrina, London, Abbey Opera 1979.
    boydellandbrewer.com/pfitzner-s-palestrina.html

    Danke für die erfreuliche Info.
    Daran knüpft sich die aller-winzigste Hoffnung, dass es Pfitzners fetziger Palestrina wenigstens mal schafft von der ENO (in englischer Sprache) aufgeführt zu werden, natürlich mit BBC-Übertragung + Listen again. In dieser britischen Perspektive könnte ein überaus spannendes Palestrina-Feeling rüberkommen. Dass sowas der ENO künstlerisch zuzutrauen ist, zeigt jüngst der Mitschnitt von Bergs Lulu unter Wigglesworth, weil orchestral mir noch viel geiler als handelbarer Mitschnitt unter Daniel von 2005 ...

    „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann

  • .. leider doch, und das mit 76 Jahren, eigentlich kein Alter um schon abzutreten. Gerade eben kam es in der Tagesschau. Ich bin sehr sehr traurig.
    Der Mann hat unser Leben seit 1976 (da habe ich meine Frau kennengelernt) begleitet. Sein erstes Konzert in Hamburg im Onkel Pö habe ich leider versäumt, da zu spät entdeckt (genau wie bei Pat Metheny). Aber später haben wir ihn regelmäßig gehört wenn er in Deutschland war. Leider gab es ein paar Konzerte, wo es tierisch laut war, aber in den leisen und zurückgenommenen Nummern (idealerweise noch mit seinem ersten Pianisten Tom Canning) war er einzigartig. Besonders sein Lachen und sein positiver Geist waren einmalig. Zuletzt hat er wieder zum Jazz zurückgefunden, und da war er am Besten. Al Du wirst uns sehr fehlen, wir hatten viele schöne Stunden mit Dir. Jetzt haben wir nur noch seine Platten, die ich aber bis an mein eigenes Ende in Ehren halten werde.


    Peter

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Danke Al!

    Hallo,
    es muss Ende März 1976 gewesen sein, als auf NDR III die Konzerte Al Jarreaus aus dem Onkel Pö übertragen wurden und ich das Glück hatte, die Konzerte auf meinem nigelnagelneuen AKAI Tonbandgerät mitzuschneiden. (Leider auf nem Ampex Band, welches nach 10 Jahren hin war.)
    Er war derjenige, der selbst das elend kitschige "Your Song" nicht nur anhörbar, sondern bewunderswert gut machte.
    Schon bald machte die Aufnahmen die Runde. Ich musste das Konzert mind. 1-mal pro Woche begeisterten Bekannten vorspielen. Es gab quasi Al Jarreau Abende!
    Michael Naura soll gesagt haben, dass er Al Jarreau auf Händen durch Hamburg getragen hätte.
    Was für ein Ereignis, der Eintritt dieses Musikers in die Jazzszene! Bei seinem ersten Konzert sollen im Pö nur 70 Leute gewesen sein.
    Leider leider wurde er Ende der 70iger arg kommerziell, sein Stil eindimensional, aber er fing sich aber nach einiger Zeit und fand zurück zu seinen Jazzwurzeln.
    Heute muss ich feststellen, dass ich von allen Aufnahmen, die mir einfallen, keine einzige mehr im Bestand aber noch alle im Kopf habe.
    Al Jarreau hat mein Leben bereichert. Danke!
    Trauriger Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Jo, un so war das damols

    Ja, aber das war schon die Wiederholung ob der großen Erfolges am (March 12, 1976) März im größeren Saal. Der Bursche schlug wie ne Bombe ein!
    Und Naura hatte wohl ein glückliches Händchen!
    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Oh, Als Tod nimmt mich wirklich mit. Ich wuchs mit seiner Musik auf und hatte alle älteren Alben bei mir stehen, jetzt sind's die Downloads auf dem PC. Mir fehlen die Worte, nur soviel: RIP, Al! :heul1:


    EDIT: Ich muss immer grinsen, wenn er in "Letter Perfect" live Berlin erwähnt und das Publikum begrüßt. "Look to the Rainbow" ist eines meiner liebsten Live-Alben:


    "https://www.youtube.com/watch?v=JsZFZic_1Ik"

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