Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

  • Und was hat er nicht alles für Filme vertont:


    Lola, das Mädchen aus dem Hafen
    Eine Frau ist eine Frau
    Cleo - Mittwoch zwischen 5 und 7
    Die Geschichte der Nana S.
    Die Regenschirme von Cherbourg
    Eisstation Zebra (!)
    Der Mittler
    F wie Fälschung
    Sag niemals nie (1983)
    Yentl
    The Other Side Of The Wind (2018)


    Und zweihundert weitere Projekte seit 1955... :ohnmacht1:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Ohne Zweifel einer der verdienstvollsten und bedeutendsten Filmkomponisten! 12x mal für Oscar nominiert und ihn 4x gewonnen! Zudem hat er mit Jazzgrößen wie Coltrane, Davis, Mulligan, Webster, Carter u.a. zusammengearbeitet. R.I.P.


    :wink: Wolfram

  • Kammersängerin Wilma Lipp ist am 26.Jänner 93jährig in Inning am Ammersee verstorben.


    Wieder ist eine der ganz Großen von uns gegangen. Ich habe dieser Tage zufällig wieder eine ihrer "Zauberflöten" gehört. Unter den Königinnen der Nacht war sie die Kaiserin, aber ihre Begabung war umfassend und reichte bis in die Operette. Requiescat in pace!

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • Wilma Lipp – Die Königin der Nacht des Wiener Mozart-Ensembles


    Am Anfang der 2. Republik in Österreich (Mai - Juni 1945) gastierte an der Hofburg in Wien in einer Freilicht - Aufführung eine etwa 16jährige Sopranistin, in Ermöglichung ihres Lehrers Jerger, "die Rosina, im Barbier von Sevilla" - Wilma Lipp.


    So, und das weiß ich von ihr, persönlich:


    Sie wurde im 13. Bezirk geboren und machte da die Schule, übersiedelte aber dann in den 19. Bezirk, Gymnasium, also ein echtes Wiener Bürgermädel, das bei einer Geburtstagsfeier etwas sang, und ein Frau die Gast war, sagte das Kind hat Talent, die muss Gesang studieren.


    Sie machte die Handelakademie, war aber auch bei Wenko Wenkoff und in der Klasse Bahr-Mildenburg, da musste sie aber sagen, sie sei schon 16, denn sonst hätte sie sich einen anderen Lehrer nehmen müssen.


    Am Ende des Krieges hatte sie zwar schon vorgesungen, auch die Königin, aber ihre Eltern schickten sie aufs Land damit sie nicht abnimmt, und so musste man sie erst suchen - das war damals 1945 eigentlich öfter der Fall.


    So kam sie zu ihrem Lehrer Alfred Jerger, wo sie dann nochmals an der WSTO vorsang, damals im Theater an der Wien, dem Ersatzquartier. Auch hier die Königin wieder.


    Im Jänner 1948 debütierte dann, mit einem sensationellem Erfolg, diese blutjunge Sängerin als Königin der Nacht.


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    Bis zu ihrem 60.Geburtstag gastierte sie, die noch unglaublich jungendfrisch aussehende, sympathische Sängerin, als Jungfer Leitzmetzerin, in der Karajan Wiederaufnahme, sie die einstige wohl wienerischte Sophie an der gleichen Oper, mit einer großartigen Kritik, wo ein Kritker meinte: Wenn man die Augen schließt und dem Timbre der Stimme lauscht, so tönt es wie aus verklungenen Tagen des damaligen "süßen Wiener Mädels" unseres Opernhauses...(1986).


    Damals war sie vielbeschäftigte und hochgeschätzte Professorin am Salzburger Mozarteum.


    War das also das Geheimnis dieser langen Weltkarriere? Wilma Lipp hat diese zweimal durchlebt:
    zuerst im Koloraturfach mit dem grandiosen Erfolg als Königin der Nacht (136mal allein im Theater an der Wien und Staatsoper), als Constanze, Zerbinetta, Gilda, Esmeralda , Musette etc.,
    dann später im lyrischen Fach, vor allem als Pamina, Margarethe und Nedda.
    Sie wurde zur ersten Wiener Sängerin, der es gelang in italienischen Rollen in Mailand und Rom Trumphe zu feriern -
    ja ihre Nedda führte sie über London sogar an die MET New York.


    Doch trotz all dieser Erfolge bleib sie Österreich, blieb sie Wien unerschütterlich treu und lebte dort, geliebt und verehrt von ihren Fans, ihre ganz intensive Karriere.


    Am Anfang wie am Schluss derselben stand neben dem Opernfach aber auch die leichte Muse der Operette.


    In den Zeiten des Theaters an der Wien nach 1945 war sie zusammen mit Erich Kunz eine resche Pepi in "Wiener Blut", mit Hilde Güden oder Gerda Scheyrer, wie Sena Jurinac ein kokettes Kammermädchen Adele in der "Fledermaus" und mit Hilde Zadek eine flotte Briefchristl im "Vogelhändler" war - am Ende ihrer Laufbahn eine liebenswerte noble Lisa, zusammen mit Rudolf Christ, hatte die ganz eigene Atmosphäre eines wehmütigen Abschieds von einer Kunstgattung:


    ich kann mich gut erinnern, als bei ihrem 3.-Akt-Lied "Ich möcht' wieder einmal die Heimat sehn" bei der Stelle "Ich möcht wieder atmen Wiener Luft" eine wahre Applaussalve aus dem Publikum ihr entgegenkam, und man ihr so demonstrieren wollte, dass sie zu den ganz großen Sängerlieblingen unserer Stadt zählt.


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    Auf ihr spezifisches Wienertum angesprochen, meinte die Kammersängerin:
    "Ich habe in allen Partien immer versucht, ich selbst zu bleiben und auch nie meine Stimme für Experimente zu missbrauchen - vielleicht war das mein Erfolgsrezept!"


    Durch ihre langjährige Professur hat sie auch hier eine Karriere gehabt.


    Als ich sie auf die einzige Partie ansprach, die meiner Meinung gefehlt hätte, und die die letzte Krönung gewesen wäre - die Feldmarschallin, da meinte sie nur:
    "Das ist sich nicht ausgegangen, wahrscheinlich war ich für die Direktoren und mein Publikum zu lange die Sophie!"


    Meine traditonell letzte Frage nach ihrer liebstgewordenen Opernrolle wurde mit liebevoll glänzenden Augen beantwortet:
    "Das ist doch wohl klar "Die Zauberflöte", mit Dermota, Kunz, Seefried und Schöffler - mit diesen auf der Bühne gestanden zu haben, wird für mich immer die höchste Erfüllung in meinem Sängerleben bedeutet haben!".


    Zum Abschuss passen wohl die Anfangsverse von Josef Weinheber in seinem Gedicht "Auf eine Wienerin":
    "Heiter ohne Schwere, wo auf Erden wäre jene stille Größe, die dich ehrt!"


    Übrigens wer den Film "Das Dreimäderlhaus" mit Hannerl Matz und Gustav Knuth sowie Rudolf Schock sieht, sieht auch Wilma Lipp in der Karlskirche, in Wien, bei der Hochzeit, Hannerl und Baron Schober, das "Ave Maria, von Schubert" singen.
    Auch singt Wilma Lipp die Gesangstücke von Hannerl Matz.


    Auf ihr blendend jugendliches Aussehen angesprochen, meinte sie: "Als Sängerin lebt man ein Leben auf Sparflamme, man darf nicht lange aufbleiben, nicht rauchen, deshalb sehen Sängerinnen im Alter so gut aus!"


    Zum Anlass des Tages als Wilma von uns ging hab ich es nochmals, aus dem Jahr 2010, ausgegraben. Wilma Lipp starb gestern im 93. Lebensjahr.

  • Hallo zusammen,


    der US-Bariton Sanford Sylvan ist im Alter von 65 Jahren in New York gestorben:


    https://www.nytimes.com/2019/0…/sanford-sylvan-dead.html


    Dem Mozart-Interessierten mag er aus den Peter Sellars-Inszenierungen von Figaro (Titelrolle) und Così (Don Alfonso) bekannt sein. Für Peter Sellars sang er auch den Handel'schen Orlando. Dem an neuer Musik Interessierten dürfte er v.a. wegen seiner engen Zusammenarbeit mit John Adams (z.B. Nixon in China, Death of Klingenhoffer), George Crumb und Philipp Glass bekannt sein.


    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Der Ex-Manager von Schalke 04 und Werder Bremen, Rudi Assauer, ist verstorben. Er wurde 74 Jahre alt. RIP


    https://www.bild.de/sport/2019…QEqaCTSGdv6XQ7twx04A6FSXE

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Albert Finney ist nun mit 82 Jahren verstorbenen.


    Finney war mehrfach für den Oscar nominiert. Berühmt wurde er wohl v.a. durch seine Darstellung des Hercule Poirot in der Verfilmung des 'Orient-Express' aus dem Jahr 1974.


    R.I.P.


    :wink: Wolfram

  • ja, Albert Finney

    Er konnte auch richtig gute Filme veredeln.
    Damit will ich nicht seinen Herkules Poirot abwerten, aber was er drauf hatte, zeigen andere Filme:
    So ist er der versoffene Honorarkonsul in der John Huston Verfilmung von "Unter dem Vulkan" nach dem Buch von Malcolm Lowry.
    Oder der Gangsterboss Leo in "Millers Crossing" von den Coen Brüdern (Mein Lieblingsspruch "Zwicke ein Schwein ins Ohr und es quiekt Dir was vor" kommt daher)
    und ganz groß als abgehalfteter Anwalt, der es noch mal wissen will, in "Erin Brockovich" von Steven Soederbergh


    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Bereits am Donnerstag ist der Dirigent und Komponist Hans Stadlmair (*1929) verstorben.

    ;( Von ihm habe ich die Sinfonien von Raff hier stehen. Die Tage hatte ich gerade wieder mal eine im Player drin. RIP

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Bereits am Donnerstag ist der Dirigent und Komponist Hans Stadlmair (*1929) verstorben.

    Lasst uns ihn mit richtiger Schreibweise in Ehren halten: Hans Stadlmair. Er hat es bestimmt verdient.


    Gruß
    MB

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich sehe gerade die Eilmeldung das Bruno Ganz tot ist

    https://www.merkur.de/boulevar…ahre-alt-zr-11772315.html


    Leider wahr. Ein ganz Großer ist von uns gegangen.....RIP !!

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Oh, mein Gott!!! ;( Er gehörte zu meinen absoluten Lieblingsschauspielern und ich hatte das Glück, ihn auf zwei Lesungen erleben zu dürfen (und er hat mir noch ein Buch signiert ... was für ein zauberhafter Mensch er doch war!!). Das macht mich nun wirklich sehr traurig.

    Don' t feed the troll!



  • Vom Bremer "Tasso" bis zu "Brot und Tulpen", ein gewaltiges Spektrum... und nun dürfen die Theaterliebhaber wieder eines ihrer Lieblingsspiele beginnen: "Wer bekommt den Ifflandring"?

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Wofür ich ihn wahnsinnig bewundert habe: er hat ja in Peter Steins ungekürzter Faust I + II Inszenierung den älteren Faust gespielt. Was er da für einen Text auswendig lernen musste ... Wahnsinn! Und wie perfekt er ihn dargestellt hat. :verbeugung1:

    Don' t feed the troll!



  • Seine Darstellung Adolf Hitlers in Oliver Hirschbiegels Spielfilm "Der Untergang" ließ wirklich das Blut in den Aden gefrieren. Sich an solch eine Rolle heranzutrauen - und dann so begnadet zu spielen.

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