Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

  • Ian Holm - da geht wieder einer, der mein Leben begleitet hat. Alien, Der Herr der Ringe, 18 Stunden bis zur Ewigkeit, Time Bandits...ach, die Liste ist lang... ;(


    RIP, Sir Ian, RIP

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Nicht zu vergessen Mr. Kurtzman aus Brazil.
    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Ich sagte doch, die Liste ist lang... ;)

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..."

    jd

  • Nun ist auch noch Peter Marxen verstorben, Wirt des "Onkel Pö" zu dessen Durchbruchzeit nicht nur Al Jarreau entdeckt wurde..
    Seine Kumpanei mit Michael Naura hat etliches bewegt.
    Lindenberg bekam da Freibier wg. "Bei Onkel Pö spielt ne Rentnerband"
    Später war er dann Wirt im Hessenstein, in den mich meine damals liebe Bekannte Birgit von Zeit zu Zeit ausführte, weil sie das Essen, die Weine und mein Portemonnaie so schätzte und ich anschließend die Nacht mit ihr.
    Long long ago
    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Carlos Ruiz Zafón ist verstorben.


    und noch ein Schriftsteller:
    https://www.spiegel.de/kultur/…68-47a2-b2df-2d42d9f84ed3

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Traurig für Tolkienfans:


    und noch ein Schriftsteller:

    Es wäre nett, wenn Du hier wenigstens die Namen der Verstorbenen nennen würdest.
    Das ist transparent, zwingt niemanden aus Neugier einen Link zu nutzen, der sonst vielleicht nicht genutzt werden würde, verknüpft Capriccio nach außen und kommt vor allem dem Zweck unserer Gedenktafel entgegen: Respektvoll verstorbener Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur zu gedenken.

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • Offenbar ist der Trompeter Ryan Anthony ist gestern verstorben. Er war seit 1986 Solo-Trompeter im Dallas Symphony Orchestra und drei Jahre auch Mitglied bei "Canadian Brass". Er wurde nur 50 Jahre alt. Er dürfte an den Folgen seiner bereits 2013 ausgebrochenen Krebs-Erkrankung verstorben sein. Ich kann noch auf keinen Link verweisen, da ich es auch nur über Facebook vernommen habe. Eine sehr traurige Nachricht so spät noch in der Nacht.


    RIP !!

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Schon in der letzten Woche ist der französische Opernregisseur und-intendant Nicolas Joel gestorben, gerade einmal 67 Jahre alt. Ich kenne von seiner Arbeit nur eine auf DVD vorliegende "Aida" aus dem Opernhaus Zürich, die ich zufällig vor kurzem erst gesehen habe: eine handwerklich gute, konzeptionell durchaus angreifbare Arbeit. Joel hat 19 Jahre das Opernhaus in Toulouse geleitet und im Anschluss von 2009 bis 2014 die Pariser Oper.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Es ist schon ein paar Tage her:
    Dieter E. Zimmer ist verstorben. Er war ne gefühlte Ewigkeit für die "Zeit" als Redakteur zuständig und leitete auch kurz das Feuilleton.
    Ich erschloss ihn mir durch drei Bücher.
    Das köstliche "Tiefenschwindel" quasi ein Sigmund Freud Bashing, dann "Die Elektrifizierung der Sprache" und "Redensarten"
    Aber er konnte noch viel mehr:
    So hat er die "Dubliner" von Joyce übersetzt.
    Und er hat eine wunderbare Besprechung der Wollschläger Übersetzung des Ulysses geliefert und zugleich im letzten Absatz bemerkt, dass sich Wollschläger in den Ulysses Text hineingemogelt hat
    http://www.d-e-zimmer.de/HTML/1976ulysses.htm
    Letzte Woche ist Dieter E. Zimmer im Alter von 86 Jahren verstorben Ein wacher Geist weniger.


    Gruß aus Kiel

    Der Himmel hat geschlossen, die Hölle ist überbevölkert. Ich bleibe noch hier. (Willie Nelson)

  • Der musste wohl sein... :D
    An The Jerk mit Steve Martin erinnere ich mich mit breitestem inneren Grinsen.
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Nicht zu vergessen Mr. Kurtzman aus Brazil.

    Ohja! Eine geniale Karrikatur eines exakt und zwanghaft nach Vorschrift handelnden und ansonsten nicht lebensfähigen "Beamten".



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Dieter E. Zimmer ist verstorben. Er war ne gefühlte Ewigkeit für die "Zeit" als Redakteur zuständig und leitete auch kurz das Feuilleton.

    Meine Lebensgefährtin hatte damals viel von ihm gelesen, und hatte auch Bücher von ihm (muss ich mal nach schauen). Dadurch war ich damals auch auf den Geschmack gekommen, und so manche interessante Lektüre hatte mir den Eindruck vermittelt, es mit einem sehr guten Linguisten zu tun zu haben.



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Der Musikwissenschaftler Ludwig Finscher ist gestern im Alter von 90 Jahren gestorben, wie eben in einer Musiksendung in SWR 2 berichtet wird.
    R.I.P.

  • Eine der ganz großen Geigerinnen des 20. Jahrhunderts - Ida Haendel - ist gestern 91-jährig verstorben. Haendel war ein klassisches Wunderkind, bereits mit 7 Jahren nahm sie an eine Internationalen Geigenwettbewerb teil und gewann eine Auszeichnung. Die Schülerin von Carl Flesch und George Enescu konnte nach dem 2. Weltkrieg eine internationale Karriere hinlegen und wurde in GB heimisch. Ihre Diskographie ist umfassend dokumentiert und enthält viele wunderbare Aufnahmen. Sie hat als erste das schwierige fast einstündige Konzert von Allan Pettersson eingespielt. Haendel blieb bis ins hohe Alter aktiv.


     
     

    Toleranz ist der Verdacht, der andere könnte Recht haben.

  • Der Arrangeur und zeitweise Posaunist/Bass-Trompeter Johnny Mandel ist im Alter von 94 Jahren verstorben.


    http://jazzbluesnews.com/2020/…GGp-k1HbmDc2VgP1MISPQekAw


    Mandels bekannteste Stück dürfte "The Shadow of yor Smile" gewesen sein. Er arbeitete u.a. mit Count Basie, Buddy Rich, Jimmy Dorsey, Frank Sinatra, Barbra Streisand, Peggy Lee, Mel Tormé, Tony Bennett, Diana Krall und Nathalie Cole zusammen.


    Für die Band von Woody Herman schrieb er "Not Really the Blues".


    Er war auch für viele Filme verantwortlich, was die Musik angeht.


    RIP , Mr.Mandel

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Dieter E. Zimmer war vor allem einer der besten Kenner von Werk (und auch Leben) Vladimir Nabokovs; als solcher in der überwiegend anglophonen Gemeinde der Nabokovians hoch geachtet. Als 23 jähriger las Zimmer 1958 die gerade erschienene Putnam's-Ausgabe von Lolita und schrieb - damals noch ein völlig unbekannter Sprachlehrer in Genf - einen Brief an den Rowohlt-Verlag (bei dem er niemand kannte), damit man sich dort die deutschen Rechte sichere. Genau das tat Rowohlt und nur ein Jahr später verfasste Zimmer für die "Zeit" eine begeisterte Rezension der deutschen Ausgabe von Lolita. Damit begann eine lebenslange Beschäftigung mit dem Werk Nabokovs: Zimmer übersetzte eine ganze Reihe seiner Romane, Erzählungen, Briefe und Interviews. Überragend finde ich vor allem die Übersetzungen der Autobiographie Speak, Memory/Erinnerung, sprich und des Romans Pnin - nach einer ersten, sehr mäßigen Übertragung durch Curt Meyer-Clason (1960) bedeutete Zimmers Großtat von 1994 den Durchbruch eines der (auch nach Ansicht Zimmers) schönsten Bücher Nabokovs auf dem deutschsprachigen Buchmarkt.


    1989 begann Zimmer bei Rowohlt mit der Herausgabe des ins Deutsche übersetzten Gesamtwerks von Nabokov in 24 Bänden, an der er auch als Übersetzer und ungeheuer kenntnisreicher Kommentator einen erheblichen Anteil hatte. 2017, nach 28 Jahren, drei Jahre vor Zimmers Tod, erschien der letzte Band. Es handelt sich unbestritten um die umfassendste und besten edierte Nabokov-Werkausgabe in irgendeiner Sprache, der im Englischen (und Russischen) nichts an die Seite zu stellen ist.


    Zimmers zahlreiche Publikationen über Nabokov gehören nicht zu denjenigen, die sich literaturtheoretisch avanciert in den komplexen Texten Nabokovs verlieren, sondern eher zu dem Typ, der im Zitat meiner Signatur zum Ausdruck kommt: so schaffte es Zimmer sowohl, aus dem zeitlichen und räumlichen Labyrinth von Lolita sowohl eine präzise Chronologie der erzählten Ereignisse zu destillieren, als auch eine lückenlose Topographie der Autofahrten zu erstellen, die Humbert Humbert und Dolores Haze kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten führen. Viele dieser Schriften zu Nabokov sind auf Zimmers oben von Doc Stänker verlinkter Website zu finden, u.a. die unglaubliche jahrzehntelange Fleißarbeit einer nahezu lückenlosen Auflistung von Nabokovs Wohnsitzen in Text und Bild (samt Urlaubsdomizilen und auch dem Haus im Berliner Tiergartenviertel, in dem 1910 der 11jährige Vladimir von einem amerikanischen Zahnarzt behandelt wurde). Ein leichtes Befremden, das viele Nabokov-Liebhaber angesichts der entomologischen Tätigkeit des Schriftstellers empfinden, konnte der auch naturwissenschaftlich gebildete Zimmer nicht teilen: A Guide to Nabokov's Butterflies and Moths gibt zu diesem wichtigen Aspekt von Nabokovs Leben und Werk erschöpfend Auskunft.


    Noch vor vier Jahren konnte Zimmer dem selbsternannten Nabokov-Kenner Daniel Kehlmann nachweisen, dass dessen Behauptungen über Nabokovs angeblich hervorragende Deutschkenntnisse auf "flimsy hear-say" beruhen. Zimmer, der zumindest in seinen publizierten Schriften über Nabokov fast nie von sich selbst sprach, konnte dabei zu Recht behaupten: "I probably happen to be one of the last Germans alive who have heard him [Nabokov] speak German." Tatsächlich hat Zimmer zwischen 1960 und Nabokovs Tod 1977 immer wieder eng mit dem Schriftsteller und dessen Ehefrau Véra zusammengearbeitet, bei der Übersetzung seiner Werke oder auch als Interviewer. Nabokov war 1936 aus Deutschland geflohen, sein Bruder war 1945 im KZ Neuengamme an Unterernährung gestorben. Wenn der Schriftsteller gegen Ende seines Lebens zugestand, dass seine Abneigung gegenüber der deutschen Kultur angesichts einiger Deutscher, die er in den letzten Jahren kennengelernt habe, ins Wanken geraten sei, dann zählte er zu diesen Deutschen sicherlich auch Dieter E. Zimmer.


    Gestern hat der führende Nabokov-Forscher Brian Boyd einen ausführlichen Nachruf auf der Website der International Vladimir Nabokov Society veröffentlicht. Boyd bezeichnet Zimmer dort als Nabokov’s most important translator, editor, and longest-serving scholar. Und im Gegensatz zu den eher dürftigen Nachrufen in den deutschen Medien findet Boyd auch Worte zur Person Zimmers: Dieter remained in person modest, even diffident, shy, reserved: he wrote to Nabokov of “a certain natural inhibition” [...]. He made it difficult to tell him how much he was admired for his integrity, his intelligence and discernment, his unflagging curiosity, meticulousness, tenacity, energy, and thoughtful generosity.


    :wink:

    .

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