Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

  • :thumbup:

    Don' t feed the troll!



  • Den einfühlsamen Worten garcias habe ich nichts hinzuzufügen.


    Elisabeth II.

    R.I.P.

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Den einfühlsamen Worten garcias habe ich nichts hinzuzufügen.


    Elisabeth II.

    R.I.P.

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott'

    Werner Schneyder

    Fleiß ist gefährlich Henning Venske 'Inventur'

  • Für mich wird die Queen im Übrigen für den Rest meines Lebens so aussehen wie sie Ende 70er Jahre aussah. Auf dem Pferd sitzend in Uniform. Sie ist in meinem Kopf schlicht irgendwann nicht mehr älter geworden. Hab' früher als ich Kind war immer Trooping the Colour mit meiner Oma geguckt. Ist also wahrscheinlich so'n Kindheitsdingsidings. Warum wir das geguckt haben, weiß ich aber auch nicht mehr. Wir haben ja in Dänemark auch eine Königin, vielleicht deswegen.


    Und irgendwie ist das alles doch komisch, dass sie nun nicht mehr da ist. Sie war immer da. Bevor ich da war. Und wir wissen alle wie alt ich bin, nämlich uralt. Sie war die letzte von damals, wenn man so will. R.I.P.

    Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"

  • Ich war noch ein Kind, als meine Tante mich zum Dammtor-Bahnhof in Hamburg mitnahm, weil die Queen dort bei ihrem ersten Staatsbesuch in Deutschland ankommen würde. Das war 1965. Sie fuhr dann an uns vorbei und ich erinnere mich noch an eine wild winkende Menge und an eine dezent zurück grüßende Königin. Was ich natürlich überhaupt nicht verstand. Wie konnte sie nur so zurückhaltend reagieren? Freute sie sich denn nicht ebenso? Dann hatte man doch gefälligst genauso so zu winken, wie wir es taten. Auf meine leicht empörte Frage antwortete meine Tante: 'Wie soll sie das denn machen? Wenn sie die ganze Fahrt hindurch wild winken würde, wäre sie doch völlig erschöpft.' - Ok, das sah ich ein.


    1977, im Jahr des Silberjubiläums, brachte ein Freund zwei Schätze von einem Verwandtenbesuch aus England mit, um die wir ihn heftigst beneideten. 'Never Mind the Bollocks' von den Sex Pistols als LP und einen Kaffeebecher mit dem entsprechenden Elisabeth - Jubiläumsaufdruck.


    Irgendwie bin ich mit ihr aufgewachsen, weil meine Eltern durchaus große Verehrer von ihr waren. Königliche Geburtstage, Hochzeiten und andere Zeremonien wurden bei uns immer angeschaut. Vielleicht auch aus Dankbarkeit dafür, dass sie sich seit 1965 so sehr für eine Versöhnung mit Deutschland eingesetzt hatte.


    Ich muss gestehen, auch ich habe meine Bewunderung für sie nie verloren, für diese völlige Hingabe an den 'Job', für diese Pflichterfüllung, dafür, dass sie es geschafft hat, diesem zusammenbrechenden Weltreich und auch dem Commonwealth eine Stütze und einen Halt zu geben. Was für eine Lebensleistung! 70 lange, lange Jahre hindurch ein Versprechen zu halten, dass sie einst als ganz junge Frau ihrem Land gegeben hatte.


    Ich kann die tiefe Dankbarkeit und auch den großen Schmerz der britischen Nation verstehen. In dieser katastrophalen Lage, in der sie sich derzeit befindet, war die Queen stets der Felsen, auf dem sie dann doch noch bauen konnte.


    Ich werde sie vermissen, auch weil sie immer da war, mich mein Leben ja auch irgendwie begleitet hat und weil wir solch einen Menschen so schnell nicht wieder erleben werden.


    R.I.P.

  • 'Never Mind the Bollocks' von den Sex Pistols als LP und einen Kaffeebecher mit dem entsprechenden Elisabeth - Jubiläumsaufdruck.

    Welch eine Mischung :megalol: das hat was...




    für diese völlige Hingabe an den 'Job', für diese Pflichterfüllung, dafür, dass sie es geschafft hat, diesem zusammenbrechenden Weltreich und auch dem Commonwealth eine Stütze und einen Halt zu geben. Was für eine Lebensleistung! 70 lange, lange Jahre hindurch ein Versprechen zu halten, dass sie einst als ganz junge Frau ihrem Land gegeben hatte.

    Ja. Dafür muß man Mornarchie nicht mögen. Im Kontrast zu den vorherrschenden Werten einer durch und durch hedonistischen, auf äußeren Glitter aufbauenden Zeit bleibt sie ein Beispiel wie es auch gehen könnte. Das wäre sie auch, wäre sie mit derselben Hingabe Klempner oder Tischler gewesen. Ich hoffe, das wird bleiben.




    :)

    "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
    (Shunryu Suzuki)

  • Der Jazz-Pianist Ramsey Lewis ist im Alter von 87 Jahren verstorben gestern (also 12.09.2022), so das Chicago Symphony Orchestra. "The In Crowd" von 1965 wurde sein größter Hit. Er wurde mit drei Grammys und 1987 für sein Lebenswerk ausgezeichnet und machte über 80 Aufnahmen. 2023 sollen seine Memoiren veröffentlicht werden.


    Unter vielen Jazzfans ist sein Spiel aber umstritten gewesen. Die eine Seite feierte ihn als exzellenten Pianisten, die andere Seite für den größten "Cocktail-Pianisten der Welt" (Joachim Ernst Berendt).


    Der Jazzbassist Cleveland Eaton (1939-2020), der später viele Jahre in der Count Basie-Band spielte, kam 1966 in die Band, als Lewis ein neues Trio gründen musste, da sich Isaak "Red" Holt und Eldee Young von ihm trennten. Beide waren auch bei "The In Crowd" dabei gewesen.


    RIP Ramsey Lewis


    Jazz-Größe Ramsey Lewis ist tot
    In den 1960er Jahren gelingt Ramsey Lewis das Kunststück, Instrumental-Jazz in die Charts zu bringen. Später landet er zwar keine Hit-Singles mehr, doch seiner…
    www.n-tv.de

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Über seine Bedeutung muß nichts gesagt werden . Mich hat insbesondere sein King Lear beschäftigt , mehr als seine anderen Werke , die ich aber auch nicht alle kenne . Ein fühlbarer Verlust . Wieder ein richtig Großer weniger . RIP

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Einer meiner Lieblingsfilme ist Le Mépris (Die Verachtung). Auch wenn es ein merkwürdiger Film quasi "ohne Handlung" ist. Oder vielleicht gerade deswegen.



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Es gibt verdammt wenige Regisseure der Generation ab 1930, die so einen großen stilistischen Einfluß auf den Film ausgeübt haben wie Jean-Luc Godard. Er ist immer Grenzen angegangen, hat sie verbogen, geschrammt, gesprengt oder geschreddert. Dabei hat er nur ein Konzept gelten lassen: alles läßt sich in einer neuen Kunst einfassen. Ob Trash, Pulp, Weltliteratur, Ideologie oder Wissenschaft - er machte daraus etwas Einmaliges, etwas Sinnliches oder Irritierendes; manchmal sogar gleichzeitig.


    Seine eigenen Denkweisen haben sich auch gewandelt, auch er war immer nah am Puls der Zeit, um daraus für seine Filme schöpfen zu können. Die Nouvelle Vague war nur ein Beginn, es folgte eine Zeit des Sozialismus, des Stilismus, der Dokumentation. Doch blieb er im Kern immer radikal, unangepaßt, frei. Aber damit schuf er Grundlagen, die im Kino immer nachwirken. Reflexion und Inhalt waren häufige Elemente seiner Filme, die mit den Sujets spielten, während sie sie erzählten. Werke wie Die Verachtung oder Weekend funktionieren nur durch seine Fokussierung aller denkbaren Mittel. Und das macht viele seiner Filme, besonders die aus den 1960er Jahren, immer noch bemerkenswert.


    Er hat sich verewigt als der intellektuelle Stilist, der Themen wie Liebe oder Tod nie ignoriert hat. Doch im Gegensatz zu einen Truffaut war er nicht so versöhnlich - das macht ihn schwieriger, aber nicht weniger treffend.


    RIP, Maitre... :verbeugung2:

    "Interpretation ist mein Gemüse."

    Hudebux

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    Jean Paul

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    jd

  • Nichts mochte ich je so ganz, Lieblingsfilme habe ich nicht recht, aber alles hat mich inspiriert und nichts ließ mich je kalt. So gesehen eine Parallele zu Faßbinder irgendwie.


    Hier steht eine kleine Godard-Rückschau an in den kommenden Tagen. Mal sehen was ich da raushole...


    Ein großer Verlust ist es immer, wenn jemand so gnadenlos subjektiv wurde und doch so eiskalt mit den Möglichkeiten zu spielen imstande war.


    Fare You Well, Mr. Godard.

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  • war es (ab und an) Godards erklärte Absicht, Anti-Hollywood Kino zu machen?? Vivre sa vie (1962) und Alphaville, une etrange aventure de Lemmy Caution (so lt. Wiki der vollstd. Titel, 1965) habe ich jedenfalls als solches entgegengenommen - als stillste(s) und effektärmste(s) Passionsgeschichte resp. Science Fiction Movie ever seen . . . < - o. k. so ganz wird diese Zuschreibung nicht passen, but please: die Stimme eines Liebhabers, nicht eines beruflich mit Film Befassten.......


    wie läuft diese Nana S. eigentl. in ihr Unglück? blind weil gierig nach Sex? fanatisch duldsam? duldsam und wissend? - - es wird ja seine Godard'sche Teufelslogik haben, dass sie sich im Kino ausgerechnet (ersichtlich tief bewegt!) diesen Jeanne D'Arc - Stummfilm ansieht - und dann noch diese Szene mit dem genial-verrückten Antonin Artaud (als solcher mag er bis weit in die 60er hinein allgemein noch gegolten haben!)


    und Eddie C. als Geheimagent Lemmy C.?? bereits eine erste gallige Bond - Parodie ganze drei Jahre nach dessen 'Erfindung' als Kinofigur?

    Sehr viel mehr als bei Nana S. ist m. E. zu spüren, dass er an seiner Profession wirklich leidet, längst lieber Kioskbetreiber in einem sterbenslangweiligen Londoner Vorort wäre...


    zu keinem der anderen Godard-Werke habe ich je Zugang bekommen... -wird schon an mir liegen: wer derart kunterbunt kulturell unterwegs ist wie der Schreiber dieser lausigen Zeilen, der hat nun eben seine kolossalen Lücken!!


    Einmal hatte ich Gelegenheit (20 J. wird nicht reichen!), Hellmuth Costards 'Filmessay' Der kleine Godard zu sehen.... -eine (am Ende sogar reichlich bissige) Kritik an mancher zu unreflektierter Godard-Bewunderung? May be - aber ist zu lange her . . .


    :wink:

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

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    8 Mal editiert, zuletzt von wes.walldorff ()

  • Alphaville - vor einer kleinen Ewigkeit habe ich das darüber geschrieben:


    Lemmy Caution gegen Alpha 60

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    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

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    jd

  • Alphaville - vor einer kleinen Ewigkeit habe ich das darüber geschrieben:


    Lemmy Caution gegen Alpha 60

    Sorry, wer ist jetzt gestorben? (Oder falscher Thread?)


    maticus

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  • Ohh, ich habe an die Münsteraner Band gedacht. Mein Firefox hatte mich nicht ordnungsgemäß an die genaue Stelle des Threads geleitet. (Jetzt der auf Android tuts.)


    maticus

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