Kunstfreiheit vor Genderproblematik?

  • Du siehst, man kann auf jeden Schmarrn noch irgend einen Schmarrn draufsetzen...

    Das ist ja nicht wirklich neu ... es gibt allerdings Schmarrnerhöhungen verschiedener Originalitätsstufen ... :wink:

    Haja: "ich will's aber so!" klingt halt so ... äh... unbescheiden...
    ...und der Künstler möchte doch auch, daß seine Entscheidungen als "durchdacht" oder wenigstens als beabsichtigt erscheinen...

    So isses.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das ist ja nicht wirklich neu ... es gibt allerdings Schmarrnerhöhungen verschiedener Originalitätsstufen ... :wink:

    Aber sicher doch! Sogar noch viel allgemeiner: Es gibt Schmarrn verschiedener Originalitätsstufen! Was auch nicht neu ist.
    :wink:
    (OK: Es wird OT...)

    viele Grüße


    Bustopher



    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Ist zwar schon zwei Wochen alt, aber die Sueddeutsche bringt hier ein Interview mit dem neuen musikalischen Leiter der Domspatzen, worin er auch was zum Thema sagt:


    https://www.sueddeutsche.de/ku…ister-interview-1.4585844


    Sie arbeiten an der Mädchenkantorei.

    viele Grüße


    Bustopher



    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • Hallo zusammen,


    gleiche Mutter, anderer Chor:


    https://www.faz.net/aktuell/fe…omaner-teil-16411742.html


    Sicher muss die Mutter wieder klagen, ist schließlich eine Juristin, die viel Ahnung von Chormusik zu haben meint ....

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • gleiche Mutter, anderer Chor:

    Nicht zu fassen.



    Zitat

    Jedoch bat die Mutter um einen Aufschub von vier Monaten: Ihre Tochter müsse erst noch den „Knabenchorklang erlernen“

    Das arme Kind!
    Kann man solche Mütter nicht verbieten?

    "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

  • Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, ich und ein Freund von damals,


    hatten bis zum 19. bzw. 20.Lebensjahr eine sehr hohe Gesangsstimme - er bis zum Zerbinetta E und ich bin zum Gis der Königin, nur meine Mutter hat mir nie verboten so hoch zu singen [auch Erna Berger oder Emmy Loose nicht], auch Benjamin Britten oder Peter Pears waren ganz bezaubert von meiner Stimmlage,
    nur kam dann etwas, sie ging mir auf die Nerven und in der Sprechstimme hat bei mir schon lange mehr nach Bariton geklungen, nur in den Rollen nicht. Obwohl ich mich heute noch ganz gerne höre, es gibt mich als 1.Knaben auf CDs.


    Die Natur regelt alles und ich kam halt sehr spät in den wahren Stimmbruch und war dann halt Bariton und wollte auch nicht mehr zur Oper zurück. Denn das Wort Mobbing gab es schon damals, nur sagt man heute so.


    Ja als Zuhörer schon aber nicht mehr als Ausführender. Es gab zu viele gute Baritöner damals, obwohl mir Emmy Loose und Erna Berger rieten, meine Stimme da ausbilden zu lassen und eine Zeitlang zu pausieren.


    Liebe Grüße von Eurem Streiferl aus Wien. :wink:

  • Peter gab mir schon vor mehreren Jahren Gelegenheit, seine Knabensopran-Stimme zu hören, und ich kann nur sagen: Eindrucksvoll!


    Tja, außerdem: Kann man an guten Baritonen wirklich zu viele haben? Andererseits hat sich Peter durch seinen Karriereverzicht sicher viel Streß und Zwang und Intrigen erspart. Unsere Oper ist ja nicht unbedingt ein Tugendtempel (außer es wird gerade die "Zauberflöte" gespielt...).

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • Danke lieber Waldi. :clap: :clap:


    Heute geht es in den "Tugendtempel" die UNI und Danke für Dein Lob. :verbeugung1: :verbeugung1:


    Liebe Grüße von Peter, Dir und Allen. :wink: :wink:

  • Das Gerichtsverfahren hat seinen weiteren Gang genommen. Erst entschied das OVG Berlin-Brandenburg (VIS Berlin - OVG 5 B 32.19 | Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 5. Senat | Urteil | Mädchen im Knabenchor), am Ende das Bundesverwaltungsgericht, das die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision zurückgewiesen hat. Die verlinkte Entscheidung ist lesenswert, meine ich.


    Witzig oder neudeutsch smart finde ich folgende Passage:

    "Der Senat braucht nicht zu entscheiden, ob ein exklusiv den Knaben und Männern eröffneter Konzertchor mit Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG und Art. 10 Abs. 2 VvB vereinbar wäre. Denn diese Exklusivität ist nicht (mehr) das Aufnahmekriterium der Beklagten. Dieses zielt vielmehr darauf ab, einen bestimmten Klang zu erzeugen, wobei für einen Knabenchor der Klang eines Knabenchores charakteristisch ist." Das Mädchen war beim Vorsingen nicht in der Lage, einen Knabenchorklang zu erzeugen.

    Einmal editiert, zuletzt von Knulp ()

  • Danke fürs Update. Ich finde die Entscheidung sehr gut: Knabenchöre sind nun einmal Knabenchöre, und das Gegenteil einklagen zu wollen ist aus meiner Sicht völlig absurd. Trotzdem lesenswert, wie genau die Entscheidung im verlinkten Dokument begründet wird (ich habe nicht alles gelesen).

  • ist ja nicht unbedingt ein Tugendtempel (außer es wird gerade die "Zauberflöte" gespielt...).

    OT

    Nun ja: Der „Tugendtempel“ wird ja von einem der Protagonisten nur behauptet - ein Kennzeichen autokratischer Regenten, dass das, was sie tun tugendhaft wäre - überprüfen kann‘s das Publikum ja nicht. Und der Depp von Tamino glaubt eh‘ allen alles: ein wirklich idealer Regent - oder vielleicht doch nur ein williges Werkzeug des „echten“ Regenten emeritus..?

    OT aus.

    viele Grüße


    Bustopher



    Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
    Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)

  • (Kurz zum Off-Topic: Die kritischen Anmerkungen zu Sarastro und Tamino teile ich vollkommen; in den nächsten Tagen werde ich einen längeren Beitrag zur Zauberflöte ins Forum stellen.)

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