In der Lohe bappt’s schon - auf zum Bayreuther Ring 2020-2022

  • Du hast mich nicht verstanden.

    Es hat keinen Zweck, wenn Du versuchst, Dich rauszureden. ich habe den Beitrag schon gemeldet.


    Es ging um Mauerblümchens potenziellen Wahnsinn, nicht um Deinen. Das war eigentlich nicht so schwer zu verstehen.


    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Die Hyperaktivität, das Hin- und Hergewurle zerstört die Szene.

    Du setzt Deine Auffassung absolut. Merkst Du das?

    Wenn Du wirklich zugehört und nicht auf das Kasperltheater nebenbei geachtet hättest

    Hier machst Du eine Aussage über Dinge, die Du nicht wissen kannst (an anderen Stellen übrigens auch). Woher willst Du wissen, ob ich "wirklich zugehört" ("wirklich wirklich?" -> Watzlawick) und worauf ich geachtet habe? Weißt Du nicht.

    dann hättest Du gemerkt, daß diese Szene sehr wohl eine Schlüsselszene ist.

    Ganz im Vertrauen: Ich kannte den Ring schon vor dem Anschauen dieses Ausschnitts gestern abend, und ja, die Sekundärliteratur hat mir die Wichtigkeit der Waltrautenszene aufs Heftigste eingebrannt, so dass ich mein Leben lang der Bedeutung dieser Stelle eingedenk bleiben werde. "Schlüsselszene" - na ja, gehe ich zur Not mit.


    (Eigentlich meine ich, dass Wagner diese Szene vor allem aus zwei Gründen geschrieben hat: (1) Mit Hilfe der Erzähltechnik [wie auch in der Szene im zweiten Aufzug der Walküre zwischen Wotan und Brünnhilde - "als junger Liebe Lust mir verblich", in der Rätselszene im ersten Akt des Siegfried, in der Nornenszene] informiert er den geneigten Zuhörer über Dinge, die er nicht explizit zeigen will, oder er wiederholt bereits Referiertes zum besseren Nachvollzug - denn der Ring war bekanntlich zur einmaligen Aufführung konzipiert, die Zuhörer mussten also beim ersten, unvorbereiteten Hören alles erfassen, darum diese Redundanzen in der Erzählstruktur. Die Idee von Vorbereitung und Sekundärliteratur ist dem originalen Impuls des Werkes m. E. völlig fremd; (2) Wagner erhöht mit der Waltrautenszene die dramatische Fallhöhe beim Erscheinen von Siegfried als Gunther.)


    Doch zwischen "einer Schlüsselszene" und "DEM spannenden Kernstück" (Dein Zitat von Christa Mayer) gibt es m. E. noch einen Unterschied. Ich freue mich, dass Du selbst mit dieser neu eingebrachten Formulierung die dramatische Wichtigkeit dieser Szene nun etwas tiefer ansiedelst.

    Weil nämlich Waltraute in ihr umfassend den desaströsen Zustand ihrer "Familie" erklärt.

    Aha - Du deutest die Waltrautenszene als eine Familenerzählung? Das finde ich spannend.


    Ich meine, in der Szene geht es um die Angst der Waltraute (das beantwortet die Frage, warum nur eine der acht verbliebenen Walküren den Weg zum Felsen ging - "Nach Walhall wieder treibt mich die Angst, die von Walhall hierher mich trieb"), es ging um den Bericht der Ereignisse seit Brünnhildes Schlaf ("Seit er von dir geschieden ..."), es geht um Wotans Weltenplan (" ... wies er zum Forst, die Weltesche zu fällen ...") und um eine mögliche Lösung (" ... des tiefen Rheines Töchtern, gäbe den Ring sie wieder zurück ..." - das verweist schon auf das Ende der GD, was auch die Musik erzählt).


    Man kann das auf eine Familiengeschichte reduzieren, und eine Inszenierung muss sich eventuell auf das Unterstreichen einiger Aspekte beschränken, aber "Erklärung des deströsen Zustands der Familie" finde ich viel zu wenig und auch verfälschend, zumal Wotans Beziehung zu Fricka nicht thematisiert wird, Freia/Holda nur über ihre Äpfel erscheint und die übrigen Götter als nur Kollektiv benannt werden - nein, um Familienbeziehungen bzw. um den Zustand der Familie als solcher geht es hier gerade nicht. Meine ich.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Symbol ,

    Doch, das war zu verstehen. Lies bitte nochmal den Satz zuvor. Dann ist der Zusammenhang eindeutig. Und falls er das nicht so gemeint haben sollte (was ich nicht glaube), dann hat er billigend in Kauf genommen, daß es bei mir anders rüberkommt.

    Obwohl ich ihm nun wahrlich dauernd entgegengekommen bin, läßt er von seiner aggressiven Tour nicht ab.

    Ich weiß ja nicht, warum er so lange gesperrt war, aber einen Grund wird es schon gehabt haben.

  • Du setzt Deine Auffassung absolut. Merkst Du das?

    Du kanst gerne ein m.E., mMn, "ich finde", etc. anfügen. Alles, was hier geschrieben wird, gibt die Meinung des Schreibers wieder. Hast Du das bisher nicht gemerkt?


    Ja, und ansonsten danke für Deine Meinung. Teilweise kann ich mitgehen.

  • Alles, was hier geschrieben wird, gibt die Meinung des Schreibers wieder.

    Gilt das auch für den hier zitierten Satz? Grins1

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Gibt es denn überhaupt noch intelligente Regisseure, die das flott-fröhlich bewerkstelligen könnten?

    Als Inspiration für eine intelligent-flott-fröhliche Ring - Umsetzung (u. für Alle, die das Grundkonzept Wagners Ring als TV-Serie irgendwie nicht loslässt!) sind mir inzwischen die guten alten Golden Girls eingefallen :) :)


    In dieser Variante (hab das Ganze jetzt eben mal ohne Ton gesehen) lebt Dorothy aka Fricka wohl schon seit Monaten von Wotan getrennt The Golden Girls | When Dorothy's daughter Kate gets married, Dorothy must confront her ex-husband - YouTube, bekommt bei 01.08' Besuch von Töchterchen ''Brünnhilde'' - und erfährt bei 02.14', dass sich (auf deren ausdrücklichen Wunsch hin) ein Wiedersehen mit ihrem Göttergatten nicht wird vermeiden lassen.... Die Gestik u. Mimik, mit der sich ca. 10min. später Dorothy/Fricka eines Küchenmessers bemächtigen wird, sind unsterblich - auf yT aber offensichtlich nicht vorhanden!


    UND BITTE - das ist nur ein erster Impuls f. eine spätere Umsetzung; bis zur Premiere haben wir noch ein paar Jährchen......


    EDIT - ich soll mich mäßigen ? SRY, versteh' ich nicht ;) ;)

    EDIT ii - das neueste bemühte Wortspielchen: ''Kunstforum International'' schreibt heute morgen von Documenta - Dämmerung, nun ja.....

    Alexa, was ist ein gerechter Lohn? 'Das weiß ich leider nicht!' Peter Kessen 'Disruptor Amazon'

    Das TV gibt mehr 'Unterhaltung' aus, als es hat - in der bürgerl. Gesetzgebung nennt man das 'betrügerischen Bankrott'

    Werner Schneyder

    Fleiß ist gefährlich Henning Venske 'Inventur'

  • Ein Satz dazu? Ich stelle diese Kritik nicht ein, weil ich finde, daß Jörn Florian Fuchs in fast allen Punkten den Nagel auf den Kopf trifft, sondern weil ich ihn gerade im Netz entdeckt habe. Ansonsten kein Kommentar.


    "Götterdämmerung" in Bayreuth - Die schlechteste aller Wagner-Welten
    Am Ende der "Götterdämmerung" erlebte Bayreuth den vermutlich größten Buhorkan der Festspielgeschichte, sagt Kritiker Jörn Florian Fuchs. Die Inszenierung…
    www.deutschlandfunkkultur.de

  • Das MUSS jetzt noch sein:


    Zitat Jörn Florian Fuchs:


    Iréne Theorins Brünnhilde singt vollkommen textunverständlich, mit konstantem Vibrato auch bei leisen Stellen: eine völlige Fehlbesetzung." - Zitat Ende.

  • Als Inspiration für eine intelligent-flott-fröhliche Ring - Umsetzung (u. für Alle, die das Grundkonzept Wagners Ring als TV-Serie irgendwie nicht loslässt!) sind mir inzwischen die guten alten Golden Girls eingefallen :) :)

    Terry Gilliam würde ich einen feucht-fröhlichen Ring zutrauen.



    Das Gebuhe aus Enttäuschung ist zu Recht, denn verspochen wurde:

    Zitat

    Der Regisseur Valentin Schwarz plant den Bayreuther "Ring des Nibelungen" in der Art einer modernen Netflix-Serie.

    Diese Netflix Produktion hätte funktionieren können. Wir hatten Valentin Schwarz als Ideengeber.


    Es fehlten: ein Drehbuchautor (der die Ideen in ein spannendes Konzept umwandelt und von den Anschlussfehlern befreit), in der Ausstattung und den Locations der Glamour einer Hollywoodproduktion, beeindruckende Spezialeffekte, schicke Klamotten und ein echter Regisseur.



    Gut, noch 4 weitere Jahre, in denen es sich nicht lohnt in die Provinz Bayreuth zu einem Ring zu fahren. Das interessantere Festival ist hier:


    Program 2022 - Bayreuth Baroque Opera Festival
    7.-18. September 2022 - Margravial Opera House, Bayreuth
    www.bayreuthbaroque.de

  • Iréne Theorin hat alle "a"s zu einem undefinierbaren "öouuu" gemacht. Furchtbar, nicht zu ertragen. Wer das nicht merkt, sitzt - um es freundlich auszudrücken - auf seinen Ohren.

  • Ich habe den Ring in der fraglichen Inszenierung nicht ganz gesehen, aber Jörg Florian Fuchs legt ein Zeugnis dessen ab, dass er zu dem Urteil, das er fällt, eventuell nicht alle Voraussetzungen mitbringt, die man (ich) erwarten würde, wollte man seinem Kommentar irgendeine Bedeutung zuerkennen.


    "Grane, nein, seien wir gendersensibel und nennen wir ihn Granerich, wird irgendwann brutal getötet, ..." Fuchs unterstellt, dass Grane ein weiblicher Vorname sei. Dabei gebrauchte Wagner den Namen "Grane" offenbar als männlichen Vornamen: "Zu Grunde stürzt Grane, der starke" / "Weißt Du auch, mein Freund, wohin ich dich führe?".


    "Iréne Theorins Brünnhilde singt vollkommen textunverständlich" - das kann ich aufgrund der von mir gehörten Stellen in keinster Weise nachvollziehen. Plappert hier ein Ahnungsloser den anderen Ahnungslosen einfach nach?


    "Und dem Regisseur, der sich im Programmheft mittels Foto als Neunjähriger mit Kopfhörern den „Rheingold“-Klavierauszug studierend, verewigt hat, verleihen wir hiermit den Ehrentitel Valentin Schwarz-Alberich." - das ist nun bester Internetforen-Stil der Halbgebildeten.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Iréne Theorin hat alle "a"s zu einem undefinierbaren "öouuu" gemacht. Furchtbar, nicht zu ertragen. Wer das nicht merkt, sitzt - um es freundlich auszudrücken - auf seinen Ohren.

    Das kann sein oder auch nicht - jedenfalls ist Vokalbildung etwas anderes als Textverständlichkeit. Jdr wß, dss mn n nm Txt d Vkl hn Vrlst dr nfrmtn wglssn knn.


    Und was furchtbar ist und was nicht, liegt im Auge der Betrachterin.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Wie haben dir persönlich denn die Sängerinnen und Sänger in der "Götterdämmerung" und in den anderen "Ring"-Teilen gefallen, Mauerblümchen?

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Das ist wieder typisch, daß Du Dich an Nebensächlichkeiten aufhängst.

    "Iréne Theorins Brünnhilde singt vollkommen textunverständlich" - das kann ich aufgrund der von mir gehörten Stellen in keinster Weise nachvollziehen. Plappert hier ein Ahnungsloser den anderen Ahnungslosen einfach nach?

    Das ist wirklich ein Witz. Ich kenne einige Chorsänger, unter anderem ist mein Mann einer, die waren völlig entsetzt von Stimme und Aussprache der Theorin. Gerade die Chorsänger üben bis zum geht nicht mehr und bemühen sich um eine verständliche Aussprache. Und es ist fürwahr ein Trauerspiel, wenn eine Profi-Sängerin so etwas wie das abliefert. Eine Zumutung für das Publikum!

    Du meinst also, alle anderen Kritiker, die in das selbe Horn stoßen, sind "ahnungslos"? Umgekehrt wird ein Schuh draus!

  • Ich habe nur Waltrautenszene und Schluss von Aufzug eins und vom zweiten Aufzug den Anfang bis zur Mannenszene gesehen - ich fands ok.


    Ich stimme anderen zu: die vokale Darstellung der Brünnhilde ist nicht mein Geschmack. Alberich und Hagen fand ich ziemlich ok. Ich war allerdings mehr von der Inszenierung und ihren Chiffren gefesselt.


    Das Orchesterspiel fand ich am Anfang des zweiten Aufzugs ziemlich schütter ... schade. Mir ist der zweite GD-Aufzug eigentlich ein Höhepunkt im Ring, der die dramatische Spannung vom Ringmotiv des Anfangs bis zum Wehemotiv des Schluss in einer Weise kontinuierlich aufrecht erhält, dass ich eigentlich nur den ersten Walküren-Akt damit vergleichen mag.

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Das ist wieder typisch, daß Du Dich an Nebensächlichkeiten aufhängst.

    Ich glaube nicht, dass die Textkenntnis des Möchtegern-Kritikers eine Nebensächlichkeit ist. Aber bitte ... Du selbst bezeichnetest die Waltrautenerzählung ja als Familienbericht. Dazu könnte man einiges schreiben - zum Beispiel, dass Du machst, was Du den bösen Regisseuren vorwirftst: Den Stoff nicht richtig zu durchdringen und dann (und deswegen) falsch darzustellen.


    Doch die eigenen Schwächen stören einen ja bei anderen am meisten.

    Du meinst also, alle anderen Kritiker, die in das selbe Horn stoßen, sind "ahnungslos"? Umgekehrt wird ein Schuh draus!

    "Der Listigste dünkt sich Loge, andere denkt er immer sich dumm."

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich kenne einige Chorsänger, unter anderem ist mein Mann einer, die waren völlig entsetzt von Stimme und Aussprache der Theorin.

    Ich kann es nachvollziehen - ich hatte auch einige Wörter falsch verstanden. Aber kein Grund zum Ärgern. Slang in internationalen Wagnerproduktionen gehören zum guten (bzw. schlechten Ton). Das beste eingefärbte Deutsch lieferte für mich immer noch Jay Hunter Morris im Hydraulik-Ring an der Met. Nach den ersten Worten weiß jeder, dass Siegfried in Wirklichkeit aus Texas kommt. Na ja, nicht jeder kann so gut Deutsch imitieren wie z. B. Gerald Finley.

  • Richtig grottig fand ich Gary Lakes als Siegmund in Levines erstem Video-Ring.


    Gerne lasse ich Dir das Schlusswort, denn so belustigend der Austausch anfangs war, wird's qua Vorhersehbarkeit Deiner Reaktionen nun eher langweilig. Darum wende ich mich von den

    Nebensächlichkeiten

    ab.


    Viel Vergnügen!

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • [...] Mir ist der zweite GD-Aufzug eigentlich ein Höhepunkt im Ring, der die dramatische Spannung vom Ringmotiv des Anfangs bis zum Wehemotiv des Schluss in einer Weise kontinuierlich aufrecht erhält, dass ich eigentlich nur den ersten Walküren-Akt damit vergleichen mag.

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Der 2. Gö-Aufzug hat, nach dem beinahe "Idyllischen" Morgendämmerungszwischenspiel und der doch reichlich "oberflächlichen" Szene zwischen Siegfried und Gutrune, einen zunehmenden "atmosphärischen TIefdruck, der sich dann in den Mannenausrufen "Hilf, Donner" nach der Schwurszene entlädt und dann in die bedrückende Stille vor Brünnhildes "Welches Unholds List" mündet. Und die motivische Verdichtung in den letzten Takten ist einfach nur die Pranke des Genies. ^^ So, das war mal etwas offtopic, aber die Begeisterung riss mich hin. :clap:

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