Wo wir nicht hingehen --- Konzertbesuche noch lange vorher planen?

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  • Wo wir nicht hingehen --- Konzertbesuche noch lange vorher planen?

    Ich bin gefrustet, und zweifle daran, ob man sich den ganzen Stress, ins Konzert zu gehen, überhaupt noch antun soll.


    Konkret: Als meine persönliche Elphi-Prämiere hatte ich mir ausgeguckt Nelsons/Boston mit Schost-4 im September. Erlebt man ja auch nicht alle Tage live. Wenn man unter diesen Voraussetzungen nicht reingeht, wann dann? Okay, ab heute 18:00 Uhr begann der Vorverkauf im Internet. Allerdings ging es tatsächlich erst etwa eine Stunde später los. Aber dann konnte ich nur noch feststellen, dass das Konzert ausverkauft ist. :heul1: :hammer1:


    Und das nach dem positiven Erlebnis einen Tag zuvor (auch eine persönliche Prämiere), eine Live-Veranstaltung aus der Berliner Philharmonie im Kino zu erleben. (Sir Simons Abschiedskonzert.)


    Ich gehe ja relativ selten ins Konzert. Besonders nach Capriccio-Maßstäben. Aus unterschiedlichen Gründen. Wohnortbedingt, keine Zeit, persönliche Trägheit. Dazu meist recht aufwendig, wegen Anreise, Übernachtung, etc. Lange Planung im Voraus, und dann beim Termin garnicht in rechter Stimmung etc. Und dann noch das: AUSVERKAUFT.


    Ich muss sagen, das gestrige Kinokonzert fand ich kurzweilig und entspannend wie kaum ein anderes Konzert. Das lag auch an den (vielfältigen) Bildern, die man auf seinem festen Sitz im Konzertsaal nicht geboten bekommt. Eigentlich fast besser als ein "richtiges" Konzert. Leider gibt es nicht so viele Kinokonzerte. Dafür aber die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker. Deswegen frage ich mich ernsthaft, ob ich in Zukunft überhaupt noch mal planen soll, ins Konzert zu gehen. Stattdessen mir von vornherein den damit verbundenen Frust zu sparen.


    Geht es jemandem ähnlich? Kann mich jemand verstehen?


    Es mag noch viele andere Gründe geben, NICHT ins Konzert zu gehen. Bin auf Meinungen gespannt.



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Lieber Maticus,


    ich weiß nicht, ob Du jetzt eine Liste von Aufführungen lesen möchtest, wo jeder von uns gerne hingehen würde, aber leider keine Karten mehr bekommen hat. In München ist die Erfahrung 'sofort ausverkauft' eine Standarderfahrung jedes Klassikliebhabers, wenn er Kirill Petrenko hören möchte: Der 'Parsifal' als nächste Premiere an der Staatsoper (kommende Woche) mit einer sehr namhaften Besetzung würde wahrscheinlich auch noch vier mal so viele Aufführungen ausverkauft bekommen ....


    Immerhin hat die Staatsoper bei den von Kirill Petrenko dirigierten Konzerten für die kommende Spielzeit ein Einsehen gehabt und hat die Anzahl der Termine von zwei auf drei erhöht .... Wenn das mal nicht ein tolles Entgegenkommen gegenüber den Fans ist.


    Und ein ausverkauftes Konzert in der Elphi: wirklich überrascht bist Du nicht, oder?


    Gruß Benno

    Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)

  • Lieber Benno,

    Und ein ausverkauftes Konzert in der Elphi: wirklich überrascht bist Du nicht, oder?

    Doch. Gestern begann erst der Vorverkauf. Ab 18:00 Uhr sollte es freigeschaltet sein, war es aber erst ca. eine hlabe bis dreiviertel Stunde später. Habe es immer mal wieder versucht. Vielleicht hat es dann erst 5 oder 10 Minuten nach der tatsächlichen Freischaltung geklappt, aber da war es schon ausverkauft. Und vieles weitere auch.


    Mit diesem Thread will ich sicherlich zuviel gleichzeitig. Vordergründig ist da der Frust, keine Karte für ein Konzert bekommen zu haben, auf dass ich mich schon lange gefreut hatte. Aber eigentlich geht es mir um eine Sinnfrage.


    Welchen Sinn macht es, Konzertbesuche zu planen, mittel- und längerfristig ins Auge zu fassen? Ich persönlich habe auch garkeine Lust, schon Karten für ein Konzert zu erwerben, welches erst ein Jahr später oder so stattfinden wird. Insbesondere, da dies i. d. R. damit verbunden ist, dass ich in die entsprechende Stadt reisen muss inklusive Hotelübernachtung etc. Ich muss mir vorher überlegen, ob die Zeit günstig ist mit geringer Wahrscheinlichkeit, dass beruflich etwas dazwischen kommen könnte. Ich mache dies ja auch recht selten. Gestern war mal wieder eines der wenigen forschen Planungen in diese Richtung, die dann prompt zunichte gemacht wurde. Ich ziehe für mich nun den Schluss, dass ich solche Planungen nun ganz aufgebe. Handhabe das dann doch lieber wie gehabt, dass ich spontan mal inns Konzert gehe, wenn ich gerade zufällig in der (Groß-) Stadt bin, es passt und noch Karten an der Abendkasse zu haben sind. Ohne große Erwartungen zuvor, ohne dass die Reise daran hängt, u.s.w.


    Genial finde ich ja das Konzept der Kinokonzerte der Berliner Philharmoniker im Rahmen der DCH, sowie die DCH generell. Sowas sollte viel mehr Schule machen.


    Ich bin also in diesem Thread daran interessiert, wie ihr es handhabt mit Konzert- und Operngängen. Plant ihr die lange im Voraus? Unter welchen Voraussetzungen? (Wohnort u. ä.)


    Habe den Threadtitel abgeändert.



    maticus

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  • Ich neige zur Bequemlichkeit und bin von daher ja nicht der grosse Konzertgänger. Wer aber vor kurzem mit meiner Frau in der Kölner Philharmonie. Das habe ich mir vor ein paar Monaten zum Geburtstag schenken lassen. Und das live Erlebnis war schon echt toll, so dass ich direkt wieder angefixt war.


    Also doch ich plane so etwas immer mindestens einige Woche, wenn nicht zwei, drei Monate im voraus. Ob ich da in der richtigen Stimmung bin, weiß ich natürlich nicht, dass spielt bei mir keine grosse Rolle.


    Aber ich habe den großen Vorteil zwischen Bonn und Köln zu wohnen, da braucht es keine Hotel Übernachtung. Da hätte ich dann auch wenig Lust drauf.


    Falls du auch wissen willst ob ich DCH dem Live Erlebnis vorziehen würde, nein das würde ich nicht, weil ich es im echten Konzertsaal zu sein, doch spannender finde, als anderen dabei zu zusehen. Ich finde aber grundsätzlich Konzerte bisher nicht so richtig spannend und höre dann meistens lieber ohne Bild.

    Viele Grüße, Michael

  • Das von maticus ins Auge gefasste Konzert vom Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons hatte ich gestern auch (grob, wenn auch nicht wild entschlossen) auf dem Schirm. Und ich habe - wie maticus - keine Karte dafür bekommen. Es war wirklich rasend schnell ausverkauft.


    Schostakowitsch Nr. 4 gibt es in der kommenden Elphi-Saison allerdings noch in weiteren Aufführungen:


    Mit Valery Gergiev und den Münchener Philharmonikern am 21. Januar
    https://www.elbphilharmonie.de…iker-valery-gergiev/10531


    und mit Krzysztof Urbanski und dem NDR Elbphilharmonie Orchester am 12. April
    https://www.elbphilharmonie.de…-krzysztof-urbanski/10337


    Für die beiden letztgenannten Konzerte habe ich Karten, und ich bin mir nicht sicher, ob nicht Valery Gergiev mit den Münchener Philharmonikern sogar das bessere Aufführungsergebnis von Schostakowitsch 4 gegenüber Nelsons mit den Bostonern bringen wird.

  • Hallo maticus,


    da ich leider keinen Führerschein und nur selten "Mitgänger" für Konzerte habe und darüber hinaus - trotz Großraum FFM - ländlich mit sehr schlechter ÖPNV-Anbindung (vor allem nachts :schimpf1: ) wohne, war ich bis letztes Jahr viele Jahre lang leider nicht mehr in der Alten Oper zum Konzert. :heul1:
    Bis ich dann vorletztes Jahr im Herbst feststellte, dass Francois Leleux und Albrecht Mayer nach FFM kommen werden: da habe ich dann alle möglichen Freunde / Bekannten angefixt, um Mitgänger zu finden und so war ich dann tatsächlich zu 3 Konzerten in FFM. Geplant und die Karten gekauft habe ich die selbstverständlich Monate im voraus. Und dann täglich die Vorfreude auf die Konzerte genossen ....
    Und nun kommt Leleux diesen Herbst nochmal nach FFM: da habe ich mir die Karte dann auch sofort bei Vorverkaufsbeginn besorgt, ohne zu wissen, wie ich dann von FFM nach Hause kommen werde .... aber auch dieses Problem hat sich nun - dank dieses Forums hier :D - gelöst.


    Jedoch habe ich das Glück, dass es in meinem Wohnort viele Kultur- und Musikinteressierte gibt, die vor rd. 20 Jahren einen "Kulturring" gegründet haben und offensichtlich gute Kontakte zu vielen Künstlern haben, so dass jedes Jahr hier vor Ort rd. 20 tolle klassische Konzerte mit tlw. namhaften und auch ansonsten hervorragenden Musikern veranstaltet werden.
    Aber auch diese Konzerte plane ich länger im Voraus, da einige Konzerte sehr begehrt und daher manchmal sogar ausverkauft sind. Und ich habe den Termin im Kalender stehen, so dass mir nichts anderes dazwischenkommen kann ....
    So werde ich gerade kommende Woche 2 Konzerte im Rahmen des "Kleinen Streicherfestivals" besuchen: mit dem Henschel-Quartett und dem Diogenes-Quartett 8o


    Fazit: wenn ich das Fahrproblem nicht hätte, würde ich noch zu viel mehr Konzerten gehen: sei es in die Alte Oper nach FFM, zum Rheingau Musik Festival, nach Aschaffenburg (Bach-Tage und Schlosskonzerte), Wiesbaden, Mainz usw.


    Ich finde nämlich: live klingt die Musik nicht nur noch viel schöner und eindrucksvoller; auch die Atmosphäre ist eine ganz andere. Und auch den Musikern direkt zusehen zu können, hat was Besonderes .... und manchmal kann man sie sogar direkt sprechen - besonders hier am Ort im kleineren Rahmen 8) ....


    Die DCH hat natürlich auch was; ich habe mir dort auch schon mehrere schöne Konzerte angesehen.


    Ansonsten gucke ich auch regelmäßig auf dem youtube-Kanal des hr-Sinfonieorchesters vorbei, das dort viele ihrer Konzerte einstellt und manche sogar auch live überträgt. Aber diese live zu sehen und vor allem zu hören, ist noch viel, viel besser und eindrucksvoller als auf dem Bildschirm ....


    Das Kino-Konzert-Erlebnis kenne ich allerdings noch nicht und kann daher auch nicht sagen, ob das näher an "live" herankommt als am heimischen PC ....

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Ich brauche nicht viel planen! Konzerttag ist bei uns der Freitag, bei mir ein normaler Arbeitstag an dem ich normalerweise zwischen 21 und 23 Uhr nach Hause komme.^^
    Warte auf die Rente in einigen Jahren. :)

  • Gestern begann erst der Vorverkauf. Ab 18:00 Uhr sollte es freigeschaltet sein, war es aber erst ca. eine hlabe bis dreiviertel Stunde später. Habe es immer mal wieder versucht. Vielleicht hat es dann erst 5 oder 10 Minuten nach der tatsächlichen Freischaltung geklappt, aber da war es schon ausverkauft. Und vieles weitere auch.

    Ich beteilige mich schon seit längerem nicht mehr an diesem Zirkus hier in Hamburg. Da ich am 21.6. noch unterwegs in Frankreich war konnte ich mich auch gar nicht am Vorverkauf beteiligen (das über mein Smartphone zu machen habe ich mir erspart). Ich habe auch keine Ahnung warum fast alle Karten an einem Tag angeboten werden, anstatt das zu staffeln. Und für eine Reihe von Konzerten muß man an einer Tombola teilnehmen. Vielleicht erlebe ich ja noch den Tag, wo es wieder normal wird, und ich wie jetzt von der Staatsoper Post bekomme, das ich doch bitte in diese oder jene Veranstaltung gehen möchte. Darüberhinaus finde ich die Programme in der Elphi (grosser Saal) überwiegend langweilig und einfallslos, Touristenkost eben.
    Für den kleinen Saal bekommt man immer mal wieder etwas, und trotzdem ich ihn keinesfalls besser als den in der Laeiszhalle finde, gehen wird dort regelmäßig hin (z.B. gerade 2 schöne Konzerte mit Klavier- und Kammermusik russischer Komponisten gebucht).
    Meine Bereitschaft viel Geld für spektakuläre Konzerte auszugeben ist ohnehin gegen Null gegangen, auch weil man es als Rentner nicht mehr so Dicke hat. Klar, das ist eine Frage der Präferenzen, aber auch die haben sich im Laufe der Jahre geändert. Wir mögen es lieber intimer.


    Peter

    "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)

  • Das Kino-Konzert-Erlebnis kenne ich allerdings noch nicht und kann daher auch nicht sagen, ob das näher an "live" herankommt als am heimischen PC ....

    Ist natürlich alles in Abstufungen. Im Kinosaal ist es nah dran am Live-Erlebnis, mit der DCH auf dem großen Flachbildschirm und Ton über HiFi-Anlage und große Lautsprecher ist es immer noch nah dran, aber natürlich abgeschwächter, noch schwächer ist es dann auf dem Laptop oder Smartphone per Kopfhörer.


    Wobei ich finde, dass das Erlebnis im Kino gegenüber dem Konzertsaal auch Vorteile hat. Etwa die verschiedene Kameraeinstellungen, Großaufnahmen von Solisten, u.s.w. (Im Konzertsaal hat man immer nur dieselbe "Einstellung" und sieht, je nach Sitzplatz, nichtmal den Solisten, der einen interessiert.) Und der Klang ist in gewisser Hinsicht transparenter als im Konzertsaal, wenn auch nicht immer voll natürlich; manche Stimmen sind gegenüber anderen manchmal zu laut, manche zu leise. --- Ich fand jedenfalls mein erstes solches Kinoerlebnis neulich aufregender und entspannter als die meisten Konzerte im Konzertsaal.


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Welchen Sinn macht es, Konzertbesuche zu planen, mittel- und längerfristig ins Auge zu fassen? Ich persönlich habe auch garkeine Lust, schon Karten für ein Konzert zu erwerben, welches erst ein Jahr später oder so stattfinden wird. Insbesondere, da dies i. d. R. damit verbunden ist, dass ich in die entsprechende Stadt reisen muss inklusive Hotelübernachtung etc. Ich muss mir vorher überlegen, ob die Zeit günstig ist mit geringer Wahrscheinlichkeit, dass beruflich etwas dazwischen kommen könnte. Ich mache dies ja auch recht selten. Gestern war mal wieder eines der wenigen forschen Planungen in diese Richtung, die dann prompt zunichte gemacht wurde. Ich ziehe für mich nun den Schluss, dass ich solche Planungen nun ganz aufgebe. Handhabe das dann doch lieber wie gehabt, dass ich spontan mal inns Konzert gehe, wenn ich gerade zufällig in der (Groß-) Stadt bin, es passt und noch Karten an der Abendkasse zu haben sind. Ohne große Erwartungen zuvor, ohne dass die Reise daran hängt, u.s.w.

    Geplant und die Karten gekauft habe ich die selbstverständlich Monate im voraus. Und dann täglich die Vorfreude auf die Konzerte genossen ....


    Dieser Faden hier beschreibt, was auch mich derzeit umtreibt, daher hole ich ihn mal wieder vor:


    Ich plane meine Konzert- und Operntermine fast immer sehr langfristig, damit ich alle Produktionen, die ich sehen möchte, unter einen Hut bekomme und um die Urlaube herum bzw. in die Urlaube hinein planen kann. Für die kommende Saison habe ich bereits jetzt einen ganz klaren Plan, der nur noch durch die Sprechtheater-Termine, die noch nicht veröffentlichen Festivalprogramme (Tage Alter Musik in Herne, Wittener Tage Neuer Kammermusik, Klavierfestival Ruhr, Ruhrfestspiele) und mögliche "Spontanschüsse" ergänzt werden wird. Im Kalender stehen zwischen August 2019 und Juli 2020 127 Konzerte, Theater- und Opernaufführungen. Ich habe auch für 90 % meiner Pläne schon Karten gekauft.


    Ich freue mich trotz der Masse auch immer noch sehr auf einzelne Veranstaltungen. Zum Beispiel auf die konzertante Frau ohne Schatten im Konzerthaus Dortmund mit lauter von mir sehr geschätzten KünstlerInnen (Yannick Nézet-Séguin, Michael Volle, Stephen Gould, Elza van den Heever und das fantastische Rotterdamer Orchester). Mit ausgebuchten Veranstaltungen habe ich in der Region wenig Erfahrungen gemacht. Und ich besuche auch außerhalb des Mittleren Westens nur wenige Veranstaltungen, die einen Run auslösen würden - mit Ausnahme von Bayreuth, vielleicht.


    Für mich gibt es vier Gründe so langfristig zu planen:


    1. wie schon beschrieben: da ich viele Veranstaltungen besuchen will, muss ich die ganze Saison terminlich koordinieren,
    2. wenn ich früh buche, bekomme ich bessere oder günstigere Plätze,
    3. ich muss mich später nicht mehr aufraffen, denn es ist schon alles klar und bezahlt - "spontan" würde ich wahrscheinlich viel weniger machen und stattdessen länger im Büro bleiben oder früher auf dem Sofa landen (was mir beides weniger interessant vorkommt) und
    4. der Sommer ist eh veranstaltungsarm und daher eine Zeit der Vorfreude auf die neue Saison.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Ich habe ein Excel-Dokument, in das ich eintrage, was mir interessant erscheint: Die Zeilen sind die Tage, und die Spalten die verschiedenen Spielstätten (Musikverein, Konzerthaus, Theater an der Wien, Staatsoper, Volksoper, sowie Bratislava, Linz, Brünn, Graz etc). Das heißt, ich habe einen schönen Überblick, was es alles in meiner Nähe gibt, und wohin ich wirklich gehe, entscheide ich oft erst recht spontan (außer ich weiß, dass die billigsten Karten bald weg sind, dann muss ich früher zuschlagen).
    Für die kommende Saison habe ich mir noch keine einzige Karte gekauft, ich weiß ja noch nicht, wann ich wieviel Zeit habe.
    Glücklicherweise ist der Konzertvorverkauf in Wien noch nicht losgegangen, ein so früher Verkauf wäre ja auch unsinnig und kundenunfreundlich.

  • Ich habe es gerne spontan. Dazu zwingt mich mein Beruf zu manchem Durcheinander im Kalender. Wenige Termine stehen fest (Oxford im Oktober, im Frühjahr gebucht), ein paar werden höchstens zwei Monate im voraus gebucht, der Rest wie's sich hergibt. Und wenn's dann nicht geht, dann freut sich halt der innere Schwabe.. Bislang ist mir nie etwas Lebenswichtiges entgangen.

    Alles, wie immer, IMHO.

  • Im Kalender stehen zwischen August 2019 und Juli 2020 127 Konzerte, Theater- und Opernaufführungen. Ich habe auch für 90 % meiner Pläne schon Karten gekauft.

    127 Konzerte und Aufführungen?!? 10-11 Veranstaltungen pro Monat?


    Oh Gott, diese Energie hätte ich nicht. Das wäre mir zuviel. Das würde mein mentales Fassungsvermögen übersteigen. Ich gehe sehr gern ins Kino, aber selbst in meiner besten Zeit habe ich nicht 120 Filme pro Jahr besucht. Und ein Konzert u.ä. ist für mich noch aufwendiger als ein Kinobesuch.

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • 127 Konzerte und Aufführungen?!? 10-11 Veranstaltungen pro Monat?


    Oh Gott, diese Energie hätte ich nicht. Das wäre mir zuviel. Das würde mein mentales Fassungsvermögen übersteigen. Ich gehe sehr gern ins Kino, aber selbst in meiner besten Zeit habe ich nicht 120 Filme pro Jahr besucht. Und ein Konzert u.ä. ist für mich noch aufwendiger als ein Kinobesuch.

    Ich hatte von Anfang Jänner 2019 bis Ende Juni 2019 110 Kulturbesuche (hauptsächlich Konzert oder Oper), also 18-19 pro Monat. Tja, war vielleicht nicht alles notwendig. Und ab Herbst werde ich stark zurückschrauben aus mehreren Gründen.
    Aber ich kenne einige Leute mit ähnlicher Frequenz. Jedem das Seine :D

  • Oh Gott, diese Energie hätte ich nicht. Das wäre mir zuviel. Das würde mein mentales Fassungsvermögen übersteigen.

    Für mich ist das in erster Linie Unterhaltung und Feierabendgestaltung. Daher belastet es auch mein "Fassungsvermögen" nicht. Ich gestehe mir durchaus zu nicht immer beflissentlichst aufmerksam zu sein. Und ich schlafe auch oft kurz ein... :sleeping:


    Ich finde, man hat einfach eine andere "Feierabendqualität", wenn man noch ein Konzert besucht. Oper mache ich aber selbstredend eher freitags bis sonntags.

    Und ein Konzert u.ä. ist für mich noch aufwendiger als ein Kinobesuch.

    Warum ist ein Konzert aufwändiger? Ist das von dir weiter als zu einem Kino? Dann verstehe ich es.


    Aber vom administrativen Aufwand her ist es doch egal, ob man in ein Lichtspiel- oder in ein Schauspiel-/Konzerthaus geht, oder? Ich persönlich finde Kino sogar noch aufregender, weil man da aus Versehen in eine falsche Vorstellung geraten kann...

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • <= jegliches Gepäck problemlos mit hineinschleppen.
    <= (geschützt durch die Dunkelheit) mich aus- und umziehen wie ich lustig bin, mich mit Drinks ausstatten >und sie fleißig zu mir nehmen< wie ich lustig bin (die Temperaturverhältnisse werden, sei's Lichtspiel-, sei's Konzert- od. Opernhaus, m. E. immer schriller und verschiedener: von derart aus allen Rohren feuernden Klimaanlagen, dass ich mich nur noch mit dickem Pulli und dicken Socken meine gegen schützen zu können bis zum genauen Gegenteil!!).
    <= >da in aller Regel erheblich mehr Beinfreiheit!!< sehr viel "variabler" meine Sitzpositionen wechseln; Muskeln und Gelenke danken es einem :jaja1:
    <= noch erheblich unkomplizierter meinen Platz wechseln, so quasselnde Mitbesucher mich nerven - zudem gibt's im Kino keinerlei Platzkarten (höchstens pro forma) und ich kann mich bereits anfangs nicht in die Nähe von Leuten setzen, die mir entspr. "verdächtig" wirken...
    <= häufiger zwischen unterschiedlichen Anfangszeiten wählen - d. h. mehr Kino- als Konzert- u. Opernvorstellungen sind gegen 20.30h beendet, und ich habe noch alle Zeit der Welt für einen lauschigen Abendspaziergang, für ein Feierabendbierchen etc. etc.
    <= mich vor der Vorstellung erheblich gemütlicher im Foyer ausbreiten, in ausliegenden Zeitungen und Zeitschriften lesend, und niemals von irgend welchen (für mich nach meinen Erfahrungen in aller Regel einfach nur überflüssigen) Einführungsvorträgen behelligt...


    ;) ;)

    Das Schlimmste ist Konsequenz Bruno Maderna Fleiß ist gefährlich Henning Venske Majo ist ätzend ''Paranoid Park''

  • betr. "Unterhaltung"

    <= nun denn, da stehen sich nu zwei unterschiedliche Lebensweisen gegenüber...oder zwei verschiedene Ansichten über den >sowieso schon endlos diskutierten< "Begriff" Unterhaltung - ich vermute mal, ne Mischung aus beidem...


    hüstel und räusper...nach meinem Verständnis gehe ich auf den Fußballplatz (resp. sehe mir im TV diverse Sportsendungen an), wenn ich mich unterhalten will - mit meiner Aufmerksamkeit ist's dort dann auch nicht allzu weit her: ich bin ich immer wieder erstaunt, was diese Sportjournalisten (über Spiele berichtend, die ich selbst vor Ort gesehen habe) so alles herausgefunden haben!


    …..würde noch nicht mal sagen, dass ich ins Kino gehe, um mich zu "unterhalten" - anders formuliert: für Filme, die keinerlei Tiefen versprechen, ist mir mein Geld zu schade - - -


    dass ich niemals im Konzert- und Opernhaus eingeschlafen bin, ist (bei meinen i. Vgl. sehr viel selteneren Aufführungsbesuchen: aktuell noch 11 od. 12 bis zur nä. Weihnachtspause!) dann wohl mitnichten ein "persönliches Verdienst" oder sowas, sondern einfach logofax!


    ...just my little Espresso ;)

    Das Schlimmste ist Konsequenz Bruno Maderna Fleiß ist gefährlich Henning Venske Majo ist ätzend ''Paranoid Park''

  • Warum ist ein Konzert aufwändiger? Ist das von dir weiter als zu einem Kino?


    Genau das. Mein Stammkino ist 2 km entfernt, und ich weiß, was mich dort erwartet (preislich, Parkplatz-Situation u.ä.). Ein Konzert bzw. Oper würde ein Veranstaltungsort bedeuten, den ich mit großer Wahrscheinlichkeit vorher nie gesehen hatte; ich weiß nicht, wo man (günstig) parken kann, wie sieht die Bus- bzw. Zugverbindung aus, was kann ich dort essen/trinken, herrscht Krawattenzwang... ;)


    Ich muß alles vorher recherchieren und mich darauf einstellen - nicht, daß mich das anstrengen würde, aber ins Kino brauch ich nur ins Auto zu steigen. Fertig.


    Wohlgemerkt: wenn ich in zwölf Monaten zu - sagen wir mal - 60% der Veranstaltungen recherchieren müßte, würde ich mir dreimal überlegen, wenn ich pro Woche 4 Konzerte/Opern besuche. Und für mich ist das eher ein Event, keine bloße Unterhaltungsvorstellung. Ich bin ja kein regelmäßiger Konzertgänger.


    PS:
    Nächste Oper wäre gut 20 km entfernt. Konzertsaal im Prinzip auch. Alles machbar - nur möchte ich halt sicher sein, daß ich gut hin- und zurückkomme.

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  • hüstel und räusper...nach meinem Verständnis gehe ich auf den Fußballplatz (resp. sehe mir im TV diverse Sportsendungen an), wenn ich mich unterhalten will - mit meiner Aufmerksamkeit ist's dort dann auch nicht allzu weit her: ich bin ich immer wieder erstaunt, was diese Sportjournalisten (über Spiele berichtend, die ich selbst vor Ort gesehen habe) so alles herausgefunden haben!

    Du brachtest mich zum Nachdenken.

    Unterhaltung ist möglicherweise nicht das Einzige; Theater und Musik bieten mir ganz wesentlich auch Zerstreuung von meiner Arbeit. Ich habe mit dem regelmäßigen Ausgehen seinerzeit begonnen, um einem Burnout zuvorzukommen: Nur, wenn ich eine Verpflichtung hatte, abends um 19.30 oder 20.00 Uhr irgendwo auf einem bestimmten Stuhl zu sitzen, konnte ich mein Büro ver- und mein Zeug liegen lassen. Meine berufliche Inanspruchnahme hat sich zwar mittlerweile ein wenig entspannt, aber ich bin nicht ganz sicher, ob das nicht ein Henne-Ei-Thema wäre, wenn ich mit dem Ausgehen wieder aufhörte...

    <= noch erheblich unkomplizierter meinen Platz wechseln, so quasselnde Mitbesucher mich nerven - zudem gibt's im Kino keinerlei Platzkarten (höchstens pro forma) und ich kann mich bereits anfangs nicht in die Nähe von Leuten setzen, die mir entspr. "verdächtig" wirken...

    Hast du dafür einen siebten Sinn? :verbeugung1:


    Du beschreibst ja in deinem gesamten Posting "Komfortvorteile" des Kinos. Das ist sicher richtig. Aber ich für meinen Teil suche gerade das Mönchische, das ein langer Opern- oder Konzertabend bisweilen haben kann: Man sitzt da so vor sich hin und muss ganz bei sich und dem Dargebotenen sein. Und alles andere geht nicht. Nicht mal schnell was in wikipedia nachschauen (was auch im Kino unhöflich wäre, aber wohl nicht geächtet würde). Nicht mal schnell am Chardonnay nippen. Nicht mit dem Fuß wippen oder sich jede Minute umwälzen. Performing Arts verfolgen ist ja auch sowas wie praktizierte Impulskontrolle. Mir tut das ziemlich gut, weil ich eigentlich auch eher zum Zappeln und Rumtigern neige...

    …..würde noch nicht mal sagen, dass ich ins Kino gehe, um mich zu "unterhalten" - anders formuliert: für Filme, die keinerlei Tiefen versprechen, ist mir mein Geld zu schade - - -

    Naja, "Unterhaltung" ist ja kein Unwert. Auch eine "ernsthafte" Befassung mit einem Stoff oder einem Werk kann "unterhaltsam" sein, weil sie fesseln und völlig neue Perspektiven auf kollektive oder individuelle Problemlagen oder ethische Probleme eröffnen kann. Erwartbarerweise habe ich im Sprechtheater öfter solche Momente als bei Oper oder gar Konzert. Aber das heißt nicht, dass ich nicht auch im Sprechtheater in erster Linie Unterhaltung (und Zerstreuung) suchen würde. Ich finde übrigens wenig Freude daran, wenn Darbietungen absichtlich und ausschließlich unterhaltsam oder gar klamaukig gemacht sind. Ich musste deswegen einmal einen Händel-Xerxes (in Düsseldorf) zur Pause verlassen, weil er mir unerträglich seicht und plump daherkam (und auch noch weitgehend auf Deutsch gesungen wurde, was mir überhaupt nicht gefiel). Und auch die Düsseldorfer Entführung ist mir in sehr negativer Erinnerung ob ihres Dumpfsinns und unheil- wie absichtsvoll eingestreuter Spezialtrivialitäten geblieben.


    Interessant ist, wie sich in den letzten Jahren - seit ich so intensiv darstellende Kunst beackere - meine Wahrnehmung von Werken bildender Kunst verändert hat: Ich habe sozusagen einen persönlichen "performative turn" erlebt und komme beim Betrachten von Malerei nachgerade zwangsläufig dazu Repräsentationsfragen zu stellen ("Wie wird auf diesem Bild etwas dargestellt?"). Aber das ist hier endgültig off topic und vielleicht anderswo zu vertiefen...

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

  • Genau das. Mein Stammkino ist 2 km entfernt, und ich weiß, was mich dort erwartet (preislich, Parkplatz-Situation u.ä.). Ein Konzert bzw. Oper würde ein Veranstaltungsort bedeuten, den ich mit großer Wahrscheinlichkeit vorher nie gesehen hatte; ich weiß nicht, wo man (günstig) parken kann, wie sieht die Bus- bzw. Zugverbindung aus, was kann ich dort essen/trinken, herrscht Krawattenzwang...


    Ich muß alles vorher recherchieren und mich darauf einstellen - nicht, daß mich das anstrengen würde, aber ins Kino brauch ich nur ins Auto zu steigen. Fertig.


    Wohlgemerkt: wenn ich in zwölf Monaten zu - sagen wir mal - 60% der Veranstaltungen recherchieren müßte, würde ich mir dreimal überlegen, wenn ich pro Woche 4 Konzerte/Opern besuche. Und für mich ist das eher ein Event, keine bloße Unterhaltungsvorstellung. Ich bin ja kein regelmäßiger Konzertgänger.

    Das führt auf einen sehr interessanten Aspekt hin:


    Was man regelmäßig macht, wird leicht und unkompliziert.


    Ich werde auch von KollegInnen und FreundInnen oft gefragt, ob es nicht ungemein anstrengend sei drei bis fünfmal in der Woche einer Bühnenperformance zu folgen. Die Antwort lautet: Nein. Wenn man es vier oder fünfmal in der Woche macht, ist es praktisch eingeübt, sozusagen erlernt. Genau wie man sich angewöhnen kann jeden Morgen um 6 Uhr schwimmen zu gehen (was für viele Nichtfrühschwimmer wohl eine Horrorvorstellung wäre) und das gar nicht belastend, sondern im Gegenteil ganz normal und entspannend und den Tag ungemein strukturierend zu finden.

    ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...

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