Eben gehört 2020/2021

  • Ernst Toch : Sinfonie Nr.1, op. 72

    Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin, Alun Francis

    So, da beginne ich also mit den Sinfonien von Ernst Toch. Ich werde sie auch in der richtigen Reihenfolge anhören, also nicht nach den CD-Formaten. Mal schauen, ob ich den Zugang finde dazu.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Erwin Schulhoff : Sinfonien Nr.2 & 3

    Tschechische Staatsphilharmonie Brünn , Israel Yinon

    Passend zu Toch noch eine CD mit Musik aus der Zeit der "Entarteten Kunst", nun mit Erwin Schulhoff, den man 1942, der bereits die Ausreisepapiere nach Russland in den Händen hatte, aber durch den Ausbruch des Krieges mit Russland in Prag interniert wurde. Er verstarb am 18.August 1942 auf der Wülzburg in Bayern, wo man ihn hin deportiert hatte. Dort wurden wichtige Kriegsgefangene und auch andere wichtige Personen gefangen gehalten, darunter etwa auch Charles de Gaulle.

    Schulhoffs Sinfonien galten damals - 1932 und 1935 - als ultramodern. Er verwandte als einer der ersten modernen Klassik-Komponisten auch Elemente des Jazz in seinen Werken. Es sind sehr eindringliche Sinfonien, die auch das Unheil des Dritten Reiches in Form von harter, fast schon brutaler Musik im Marschrhythmus beschrieb. Das kann man vor allem im ersten Satz der 3.Sinfonie hören.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Hier lief zwischenzeitlich die Kombination Mahler-Barbirolli.

    Gustav Mahler: Symphonie Nr. 3

    Lucretia West - Alt
    Frauen- und Knabenchor der St. Hedwigskathedrale, Berlin
    Berliner Philharmoniker
    Sir John Barbirolli

    Es könnte schlimmer kommen. :D Nein, im Ernst: Ich habe die Aufnahme gern gehört. Ich mag ja auch den in verschiedenen (eher technischen) Punkten angreifbaren BBC-Mitschnitt. Beide zeigen - meine ich - höchst interessante, integre und bereichernde Ergebnisse der intensiven Beschäftigung Barbirollis mit Mahler.

    Nun wieder Musik von Janne aus Finnland.

    Jean Sibelius: Symphonie Nr. 3 C-Dur, op. 52

    London Symphony Orchestra
    Anthony Collins

    Herrlich kompakt und ohne verschlepptes Andantino.

    :wink: Agravain

  • Robert Schumann : Sinfonie No.3 . Symphonieorchester des Bayerischen. Rundfunks , Rafael Kubelik . Der ist hier viel engagierter und hörbar auf seine Lesart mit "seinem" Orchester bedacht . Ganz anderer Schnack als die ältere DG Einspielung .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Nach einer guten Dritten kann auch noch eine gute 4.Sinfonie von Schumann folgen : Szell mit seinem Philadelphia . Andere Sichtweise , aber eben auch Schumann vom Feinsten !

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Szell mit seinem Philafelphia . Andere Sichtweise , aber eben auch Schumann vom Feinsten !

    Cleveland bitte. :D Das dürften aber die Schumann-Sinfonien nach eigenem Arrangement sein, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • "Arrangement" ist ein bisschen übertrieben. Was Szell tat, haben viele andere auch getan: kleine Eingriffe in die Intrumentierung. Bernstein war wohl der erste, der die 'Originalversion' eingespielt hat.

  • Bruckner 1. Sinfonie

    Eugen Jochum & Dresden Staatskapelle 1978

    Angenehme Überraschung, aber für mich immer noch nicht so gut wie Haitink/Concertgebouw. Rhythmisch nicht ganz so straff und präzise wie Haitink; oft nicht ganz so natürlich agogisch phrasiert; hier und da kommt der Bass nicht genug raus oder die typischen brucknerschen wiederholten Takte wirken langweilig; oder auch die Sextolen in den Geigen vor der Reprise erstens schlecht gespielt und zweitens immer gleich betont....usw. Alles Kritik im Detail, was aber dann unter dem Strich das Kraut für mich fett macht, weil es bei Haitink letztendlich interessanter und ergreifender zugeht ohne maniriert oder verzettelt zu klingen. Denn Haitink hat auch im grossen den längeren Atem, die weitere und tiefere Sicht, meine ich.

  • Anton Bruckner
    Symphonie Nr. 5
    Concertgebouworkester Amsterdam
    D: Riccardo Chailly

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Winterreise 11

    Eine andere Winterreise in der originalen Stimmlage hat es zuletzt geschafft , in meine Auswahl zu gelangen . Es ist die 1980 veröffentlichte Aufnahme mit Ernst Haefliger, Tenor , und Jörg Ewald Dähler an einem Hammerflügel von ca.1820 . Haefliger konnte zum Zeitpunkt der Einspielung auf eine lange Karriere zurückblicken , er war 61 und damit älter als der Komponist und der Dichter zusammen zum Zeitpunkt der Entstehung ihrer Werke . Aber die Stimme klingt noch jung . Haefliger vermeidet jede Übertreibung und Psychologisierung , konzentriert sich ganz auf Stimme und Gesang , und wird darin kongenial unterstützt von Dähler , dessen Interpretation Schubertscher Klavierwerke auf dem Hammerflügel breite Anerkennung genießt . Von Stimmlage und Instrument quasi einer zeitgenössischen Aufführung ähnlich , so es sie gegeben hätte . Der Reisende , von dem Haefliger und Dähler hier erzählen , ist verdammt einsam . (Dank an den Kleingeist , der mir diese singuläre Interpretation an Herz und Ohr legte) .

    Hörprobe : https://www.youtube.com/watch?v=Ei_gvGX5qrA


    https://www.winterreise.online/haefliger-daehler/

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Eine andere Winterreise in der originalen Stimmlage

    Was ich nicht verstehe: Wenn man schon auf originale Stimmlage und originalen Hammerflügel setzt, warum transponiert man dann einzelne Lieder nach oben oder unten? Bei Schubert sind z.B. "Lindenbaum" und "Wasserfluth" nacheinander auf demselben Grundton (E), während Haefliger und Dähler bei letzterem einen Ganzton nach oben transponieren. Ich finde, dass das ein wesentlich stärkerer Eingriff in die Komposition ist, als wenn man alle Lieder z.B: für Baritonlage transponiert, aber dabei die Verhältnisse untereinander beibehält.

  • Was ich nicht verstehe: Wenn man schon auf originale Stimmlage und originalen Hammerflügel setzt, warum transponiert man dann einzelne Lieder nach oben oder unten?

    Lieber Christian ,ich kann deine Irritation nachvollziehen . Ich konnte bisher nichts von einem der Interpreten zu diesem Thema finden , und da beide nicht mehr befragbar sind , wird es als "künstlerische Freiheit" stehenbleiben , und du mußt es aushalten . Die Gründe könnten interessant sein , aber so bleibt nur die Spekulation , und die überlasse ich gern den Börsen-Jobbern . ( Mich stört es nicht - ich fantasiere lieber , daß es so ähnlich zu Lebzeiten Schuberts geklungen haben mag , wie ich auch bei Doda Conrad und Lili Kraus noch ein fernes Echo des Ehepaares Schnabel zu hören vermeine).-

    Leos Janacek : Pohadka (Märchen) für Cello & Klavier . Es spielen Gary Hoffman & Mikhail Rudy . Überhaupt finde ich diese Zusammenstellung sehr gelungen , sowohl in Hinsicht auf die Ausführung als auch die Programmzusammenstellung .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Anton Bruckner
    Symphonie Nr. 8
    Wiener Philharmoniker
    D: Carl Schuricht

    "Interpretation ist mein Gemüse." Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation." Jean Paul

    "Manchmal sind drei Punkte auch nur einfach drei Punkte..." jd

  • Lieber Christian ,ich kann deine Irritation nachvollziehen . Ich konnte bisher nichts von einem der Interpreten zu diesem Thema finden , und da beide nicht mehr befragbar sind , wird es als "künstlerische Freiheit" stehenbleiben , und du mußt es aushalten . Die Gründe könnten interessant sein , aber so bleibt nur die Spekulation , und die überlasse ich gern den Börsen-Jobbern .

    Ich kann das natürlich gut aushalten und kam nur auf das Thema, weil ich vor längerer Zeit mal diverse Aufnahmen der Winterreise auf die Beibehaltung der originalen Tonartenverhältnisse überprüft habe, Es stellte sich heraus, dass es absolut üblich ist, innerhalb das Zyklus' nach Belieben hin- und herzutransponieren (ich glaube Pears/Britten war eine der Ausnahmen, aber sicher bin ich mir nicht mehr), was mich dann doch sehr erstaunt hat: Ich kenne z.B. keinen Pianisten, der das Adagio der Hammerklavier-Sonate mal eben nach f-moll transponieren oder auch nur auf die Idee kommen würde. Es zeigt sich mal wieder: Sänger sind halt besondere Menschen :) .
    Apropos, da fällt mir einer meiner Lieblingswitze ein:
    Nach der Generalprobe sagt der Dirigent zum Orchester: "Meine Damen und Herren, notieren Sie bitte für heute Abend noch ein paar Änderungen: Von Takt 44 bis Takt 82 spielen wir zwei Metronomstriche langsamer, die Takte 101 bis Takt 131 verlängern wir von 4/4 auf 5/4, und ab Takt 170 transponieren wir bis zum Schluss alles einen Halbton nach unten.". Die Orchestermitglieder schreiben fleißig mit, da beugt sich die Sängerin in den Graben und fragt "Gilt das auch für mich?". Worauf der Dirigent antwortet "Nein nein, Sie machen alles so wie immer!"

  • Nach der Generalprobe sagt der Dirigent zum Orchester: "Meine Damen und Herren, notieren Sie bitte für heute Abend noch ein paar Änderungen: Von Takt 44 bis Takt 82 spielen wir zwei Metronomstriche langsamer, die Takte 101 bis Takt 131 verlängern wir von 4/4 auf 5/4, und ab Takt 170 transponieren wir bis zum Schluss alles einen Halbton nach unten.". Die Orchestermitglieder schreiben fleißig mit, da beugt sich die Sängerin in den Graben und fragt "Gilt das auch für mich?". Worauf der Dirigent antwortet "Nein nein, Sie machen alles so wie immer!"

    Herrlich :D

  • Es stellte sich heraus, dass es absolut üblich ist, innerhalb das Zyklus' nach Belieben hin- und herzutransponieren

    Hast du da nicht mal nachgehakt , etwa bei "begleitenden" Kollegen ?

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • dem war diese Praxis so selbstverständlich

    Aber das klingt ja so , als würde sich der Vortrag danach richten , wie es dem Vortragenden in die Stimme passt - heute so , morgen leicht indisponiert etwas tiefer - so recht kann ich mir das nicht vorstellen . Aber wenn du das Transponieren als ständige Übung ausgemacht hast , fällt mir keine plausiblere Erklärung ein .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

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