Flügel für Höheres

  • Wenn gesagt wird "mit viel/wenig Pedal" gespielt, welches Pedal ist dann gemeint?

    Das rechte.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • Besten Dank,


    das Video ist sehr hilfreich. Auch wenn ich mir z. B. bei der Erklärung des linken Pedals eine Nahaufnahme vom Inneren des Flügels gewünscht hätte.


    Warum gibt es eigentlich diese Pedal-Unterschiede bei (Konzert-) Flügeln vs. Klavieren? (Ist "Klavier" im deutschen synonym mit "upright piano"?) Liegt das einfach daran, dass die unterschiedlichen Bauformen nicht dieselben Funktionen zulassen? Oder hatte man da eher im Sinn, dass der Einsatzzweck ein anderer ist?


    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Ist "Klavier" im deutschen synonym mit "upright piano"?

    Yes.
    Grand Piano = Flügel
    Upright Piano = eigentlich richtig: Pianino (umgangssprachlich aber meist mit "Klavier" gleichgesetzt). Pianino gehört z.B. nicht zu meinem aktiven Wortschatz.
    :wink:

  • Warum gibt es eigentlich diese Pedal-Unterschiede bei (Konzert-) Flügeln vs. Klavieren? (Ist "Klavier" im deutschen synonym mit "upright piano"?) Liegt das einfach daran, dass die unterschiedlichen Bauformen nicht dieselben Funktionen zulassen? Oder hatte man da eher im Sinn, dass der Einsatzzweck ein anderer ist?

    Nein, das liegt an der Bauart: Bei echtem una corda müssen die Dämpfer von der sonstigen Mechanik entkoppelt sein, weil sie natürlich nicht mit verschoben werden dürfen. Das geht aber bei Klavieren (zumindest bei solchen mit der seit über hundert Jahren obligatorischen Unterdämpfung) normalerweise nicht, weil die nur einen Mechanik-Balken haben, an dem beides zusammenhängt.
    Zu Deiner anderen Frage: "Klavier" bezeichnet je nach Kontext entweder "Klaviere und Flügel" (ein "Klavierbauer", "Klavierlehrer", "Klavierstimmer" usw. beschäftigt sich natürlich mit beidem) oder "upright pianos" (gelegentlich auch "Pianinos" genannt) im Gegensatz zu Flügeln. Historisch (bis etwa zum Ende des 18. Jahrhunderts) war ein "Clavier" bekanntlich so ziemlich alles, was Tasten hatte.

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
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    (Theodor W. Adorno)

  • Besten Dank euch beiden.


    maticus

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  • Neue EU-Verordnung für Elfenbeintastaturen

    Die EU hat zum Jahresanfang eine neue Verordnung erlassen, die den Handel mit Produkten verbietet, die bearbeitetes Elfenbein enthalten. Zwar kann man eine Ausnahmegenehmigung für Musikinstrumente bekommen, aber nur wenn diese vor 1975 gebaut wurden und der Nachweis möglich ist, dass das Elfenbein vom Hersteller legal erworben wurde. Das Problem ist, dass Tastenbeläge aus Elfenbein bis 1990 erlaubt waren, so dass jetzt z.B. alle Steinway-Flügel aus der Zeit zwischen 1975 und 1990 grundsätzlich nicht mehr weiterverkauft werden dürfen. Auch wenn bei diesen Flügeln z.B. ein einzelner Belag kaputt geht, darf er nicht mehr erneuert werden, auch nicht aus einem rechtmäßig erworbenen alten Lagerbestand. So wie es aussieht, müssen deshalb z.B. Musikhochschulen, die solche Flügel (bei uns üblicherweise nach dreißig bis vierzig Jahren Nutzungsdauer) verkaufen wollen, zuvor die Elfenbeinbeläge runterreißen und durch Kunststoffbeläge ersetzen lassen. Immerhin eine Art wird durch die Verordnung zweifellos geschützt: die der realitätsfernen Bürokraten ;).

    "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
    "Mir nicht."
    (Theodor W. Adorno)

  • So wie es aussieht, müssen deshalb z.B. Musikhochschulen, die solche Flügel (bei uns üblicherweise nach dreißig bis vierzig Jahren Nutzungsdauer) verkaufen wollen, zuvor die Elfenbeinbeläge runterreißen und durch Kunststoffbeläge ersetzen lassen.

    Echt? Hättest Du das am 1. April 2022 geschrieben, wäre bei mir ein leiser Verdacht entstanden...


    :spock1:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Das war auch mein erster Gedanke Schlecht1


    Und wer ist am Ende derjenige, der belangt wird, wwenn solch ein Instrument doch ver-/gekauft wirde ? Der Käufer, der das einfach nicht wusste ? Oder der Verkäufer, der es - wenn Privatverkäufer - auch nicht wusste ? :rolleyes:


    Aber vielleicht bessert die EU da ja noch mal nach, so wie es auch bei den Holzblasinstrumenten aus exotischen Hölzern geschehen ist, die vor ein paar Jahren erstmal grenzüberschreitendes Reiseverbot bekommen hatten, wenn sie die Herkunft ihres Holzes nicht nachweisen konnten :hammer1:

    Viele Grüße - Allegro


    "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés

  • Echt? Hättest Du das am 1. April 2022 geschrieben, wäre bei mir ein leiser Verdacht entstanden...

    Es ist leider kein Witz. Und mir ist bisher keine andere Möglichkeit eingefallen als eben die Beläge vor dem Verkauf zu ersetzen. Dass man ab 1990 Elfenbeinbeläge verboten hat, fand und finde ich übrigens richtig, und inzwischen gibt es längst Kunststoffe (Taran), die in Bezug auf Haltbarkeit, Haptik und Schwitzeigenschaften mindestens gleich gut sind. Aber ein rückwirkendes Verbot, und das auch noch mit der willkürlichen Grenze ab 1975, finde ich - auch juristisch - sehr zweifelhaft. Und ganz sicher wird dadurch kein einziger Elefant gerettet.

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    (Theodor W. Adorno)

  • zuvor die Elfenbeinbeläge runterreißen und durch Kunststoffbeläge ersetzen lassen

    Das passt zu meinem Beitrag in Eben gewälzt, den ich gleich schreiben werden.

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    Gruß aus Kiel

    Ich bin jahrelang mit den schönsten Frauen in meinen Träumen eingeschlafen, bis ich eines Nachts von der Karibik träumte. Da wusste ich, nun bin ich alt. Die Frauen sind aus meinen Träumen verschwunden. (Die Invasion der Barbaren)

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