Der schnöde Mammon - Geld in der Musik

  • Jean Sibelius: "Über Musik kann man nur mit Bankdirektoren sprechen. Musiker reden ja nur übers Geld ..."


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Hans Fritz Beckmann/Peter Kreuder

    Ach so! :versteck1: ;(



    Spontan fällt mir noch die 6.Symphonie von Kurt Atterberg ein,
    da geht es zwar nicht musikalisch um das liebe Geld...aber der Komponist gewann den 1.Preis in einem hoch (für damalige Verhältnisse sogar sehr hoch) dotierten Wettbewerb (Schubert-Wettbewerb).
    Von dem Gewinn konnte er sich ein (teures) Auto kaufen....
    die Symphonie hat seit dieser Zeit den Beinamen "Dollar-Symphonie".



    ...und dann fällt mir noch Rigoletto ein, welcher einen Mörder dingt um den Herzog von Mantua meucheln zu lassen...was bekanntlich schlimm nach hinten los geht.



    Herzliche Grüße:
    KALEVALA :wink:

    Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)



    Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

  • Ach so!

    Gesungen hat's der Heesters schon, mit Marika Rökk (im Film "Hallo Janine").

    und dann fällt mir noch Rigoletto ein, welcher einen Mörder dingt um den Herzog von Mantua meucheln zu lassen

    Ah, da warst Du schneller!


    Un uom che libera
    Per poco da un rivale

    ...

    Una metà s'anticipa,
    Il resto si dà poi

    ***


    Ein Mann, der einen für wenig Geld
    von einem Rivalen befreit,

    ...
    Eine Hälfte im voraus,
    den Rest gibt man hinterher.

    Bernd


    Fluctuat nec mergitur

  • Das Oboenkonzert von Richard Strauss verdanken wir dem üppigen Honorar von 1000 Dollar. Angeblich hat Strauss die "thousand dollar" als einleitendes und später immer wieder auftauchendes Motiv in Noten gesetzt. In dem entsprechenden Thread schrieb ich vor Jahren:

    Zu diesem Eingangsmotiv wird folgender witziger Hintergrund überliefert:
    Strauss hatte eigentlich keine Lust mehr zu komponieren, die vom Auftraggeber gebotenen "thousand Dollar" sorgten dann aber doch dafür, zusammen mit dem Zureden von Frau Pauline, die Bedenken beiseitezulegen.
    Diesen Entscheidungsprozess hat Strauss im Beginn verewigt: "thousand Dollar?... thousand Dollar?..." - dann erst darf der Oboist zu seiner weit ausholenden Kantilene starten.
    (wurde mir von einem sehr bekannten Oboisten erzählt)

    Bei dem sehr bekannten Oboisten handelt es sich immerhin um Helmut Winschermann. Es könnte zwar eine urban legend sein, ist dem Komponisten aber auf jeden Fall zuzutrauen. Stutzig macht mich lediglich, dass man bei der Internetsuche nach der Geschichte außer bei Capriccio nicht fündig wird.


    :wink: Khampan

  • Heesters

    ist doch dauernd in´s Maxim gegangen, war bestimmt auch nicht ganz billig :)




    Herzliche Grüße:
    KALEVALA :wink:

    Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)



    Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

  • Hm ... beim Thema "Geld" wird' s ja schnell politisch, daher habe ich kurz gezögert, ob ich die Songs, die mir spontan einfielen, posten soll.
    Ich wage es dennoch ... :versteck1:


    Konstantin Wecker:


    "Die Gedanken sind frei":


    ..."Die Gedanken sind frei,
    solang sie nicht stören,
    doch auf Verderb und Gedeih
    weißt du, wem sie gehören.
    Monsanto und Banken
    und den Öllieferanten,
    den Algorithmen von Google,
    besser gib dir die Kugel,
    dann ist alles vorbei -
    die Gedanken waren frei.



    "Ballade vom Puff, das Freiheit heißt":


    ..."Kommen Sie in das Puff, das Zukunft heißt
    und Wachstum, Profit und Ordnung!
    Wenn Sie auch einer sind, der aufs Weiterleben pfeift,
    dann sollten Sie das sofort tun.
    Wir bieten Ihnen Wohlstand und Sicherheit
    und unverwundbare Seelen.
    Sie geben Ihr Hirn am Eingang ab
    und brauchen sich nie mehr zu quälen ...
    .“



    "Der Waffenhändler-Tango":


    Eigentlich der gesamte (großartige) Text:


    https://wecker.de/de/musik/alb…Waffenhaendler-Tango.html


    ... "beim Krieg gehts immer nur ums Geldverdienen.
    Und unsre Freiheit ist, auch dieses Lied beweist es,
    nur die des Marktes, nicht mehr die des Geistes
    ". …



    "Absurdistan":


    Auch hier geht' s eigentlich nur ums Geld:


    ..."Will auch dabei sein im Karussell
    der Reichen und Klugen und Schönen,
    und dann lass´ ich mich von den Medien loben
    und von meinem Konto verwöhnen
    ." ...


    https://wecker.de/de/musik/item/336-Absurdistan.html




    Blumfeld:


    "Die Diktatur der Angepassten":


    ... "das Geld vibriert und auf den Genchips
    diktiert ein freier Markt das Leben
    Leben, Leben, Leben
    die Medien helfen ihnen beim Dummsein
    ein starker Staat hilft ihnen beim Stummsein
    die Leute wollen unter sich sein
    und gehen dafür über Leichen
    “ …



    "Armer Irrer":


    ... "Einsam geht er seiner Wege, armer Irrer, schlechter Held
    Unter Brücken, auf der Trebe, wertlos in der Warenwelt
    Wegen ihm wird niemand weinen, armer Irrer, der er ist
    Zieht er weiter im Geheimen, wenn er nicht gestorben ist
    ."



    Dies so spontan ...

    Don' t feed the troll!



  • Vor langer, langer, langer Zeit hörte man immer wieder Leo Leandros mit dem Schlager "100.000 Cruzeiros" ("100.000 Cruzeiros wünsch' ich mir in dieser Nacht / 100.000 Cruzeiros, dann wird Hochzeit gemacht"). Hoffentlich habe ich den Text noch richtig in Erinnerung...

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • Wencke Myhre: Eine Mark für Charlie


    Zu Konstantin Wecker ergänzend: Mr. Money aus dem "Hundertwasser Musical" (2004)

    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Einfach gesagt (gesungen):


    "Es beherrscht der Obolus
    seit jeher unseren Globulus.
    Mit anderen Worten: Der Planet
    sich primär um das eine dreht!


    ......."


    EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung)---Geld oder Leben




    Herzliche Grüße:
    KALEVALA :wink:

    Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)



    Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

  • Zigeunerbaron....Von des Tajo Strand.....fremder Held, grüß dich Gott, Uhr und Geld grüß dich Gott.... pardautz, der Kautz, da liegt er mäuserlstad, ich find geschwind das Kleingeld, das er hat.....


    Czipra, Saffi ...doch mehr als Gold und Geld....

    viele Grüße von musica

  • Atterbergs 6. Sinfonie trägt bekanntlich den Beinamen "Dollarsinfonie".

    genau! ;)

    Spontan fällt mir noch die 6.Symphonie von Kurt Atterberg ein,
    da geht es zwar nicht musikalisch um das liebe Geld...aber der Komponist gewann den 1.Preis in einem hoch (für damalige Verhältnisse sogar sehr hoch) dotierten Wettbewerb (Schubert-Wettbewerb).
    Von dem Gewinn konnte er sich ein (teures) Auto kaufen....
    die Symphonie hat seit dieser Zeit den Beinamen "Dollar-Symphonie".


    ...und dann gibt es da noch Papa Haydn und seine "Protest"-Symphonie Nr.45, besser bekannt als
    "Abschiedssymphonie"...da zahlte der Arbeitgeber Fürst Esterhazy für die damalige Saison seinen Musikern lieber mehr Geld, damit er sich deren Familienanhang vom Halse halten konnte. :D




    Herzliche Grüße:
    KALEVALA :wink:

    Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)



    Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)

  • Alban Berg - Wozzeck, Erster Akt, Erste Szene, Air:


    Wozzeck:
    „Wir arme Leut! Sehn Sie, Herr Hauptmann, Geld, Geld! Wer kein Geld hat! Da setz‘ einmal Seinesgleichen auf die moralische Art in die Welt! Man hat auch sein Fleisch und Blut! Ja, wenn ich ein Herr wär‘, und hätt‘ einen Hut und eine Uhr und ein Augenglas und könnt vornehm reden, ich wollte schon tugendhaft sein! Es muß was Schönes sein um die Tugend, Herr Hauptmann. Aber ich bin ein armer Kerl! Unsereins ist doch einmal unselig in dieser und der anderen Welt! Ich glaub‘, wenn wir in den Himmel kämen, so müßten wir donnern helfen!“


    Erster Akt, Vierte Szene, Passacaglia mit Variationen, 13. bis 18. Variation:


    Doktor
    „Wozzeck, Er kommt ins Narrenhaus. Er hat eine schöne fixe Idee, eine köstliche aberratio mentalis partialis, zweite Spezies! Sehr schön ausgebildet! Wozzeck, Er kriegt noch mehr Zulage! Tut er noch alles wie sonst? Rasiert seinen Hauptmann? Fängt fleißig Molche? Ißt seine Bohnen?


    Wozzeck
    Immer ordentlich, Herr Doktor; denn das Menagegeld kriegt das Weib: Darum tu‘ ich‘s ja!


    Doktor
    Er ist ein int‘ressanter Fall, halt‘ er sich nur brav! Wozzeck, Er kriegt noch einen Groschen mehr Zulage. Was muß er aber tun? Was muß er tun? Was?


    Wozzeck
    Ach, Marie! Marie! Ach!“

  • Zu dem Thema ("Geld und Musik") gab es vor einem halben Jahr eine musikwissenschaftliche Tagung, zu der sicher auch ein Tagungsband erscheinen wird. Das Programm enthält bestimmt ein paar Impulse für diesen Thread:
    https://www.klangdesgeldes.de/…s-das-symposium/programm/

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

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