Billy Wilder oder 'Du sollst nicht langweilen!'

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Billy Wilder oder 'Du sollst nicht langweilen!'

    Von Ernst Lubitsch ist es natürlich nicht weit zu Billy Wilder, zu dem, der für ihn gearbeitet und unendlich viel von ihm gelernt hat. Aber nicht nur darum verdient Wilder hier nun endlich einen eigenen Thread.


    Billy Wilder *1906 in Galizien, Österreich-Ungarn - +2002 in Los Angeles, USA.


    Und auch sein Lebensweg ähnelt den manch anderer Filmschaffender. Aus der österreichischen Provinz nach Wien, dann Berlin, dann Emigration über Frankreich in die USA.


    Zunächst Arbeit als Journalist, dann Drehbuchautor in Berlin ('Menschen am Sonntag', 'Emil und die Detektive'), ein erster Film in Frankreich, in den USA zunächst wieder Drehbuchautor und ab 1942 dann auch Regie.


    21 Oscar-Nominierungen, davon 6 Auszeichnungen, 1 'Ehrenoscar', 3 Golden Globes und so weiter und so fort. Die Liste seiner Ehrungen und Auszeichnungen ist schier endlos. Was natürlich sofort die Frage nach dem 'Warum' aufwirft.


    Billy Wilder war kein filmischer Revolutionär bzw. Erneuerer, wie es Orson Welles war. Aber er schaffte es in seiner Glanzzeit von 1942-66 (sein letzter Film entstand 1981) einen grandiosen Film, einen Klassiker nach dem anderen zu produzieren mit nur ganz wenigen 'Flops' dazwischen.

    Diese Liste muss man sich wirklich einmal in aller Ruhe zu Gemüte führen. Über fast ein Vierteljahrhundert war Billy Wilder in dem schnelllebigen und gnadenlosen Hollywood mit erstklassigen Filmen präsent, was nur wenigen anderen Regisseuren gelungen ist und was er sicherlich auch nicht geschafft hätte, hätte er nicht auch immer diese hochklassige Drehbuchgemeinschaft mit z.B. Charles Brackett oder später mit I.A.L. Diamond gehabt.


    Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich seinen amerikanischen Erstling 'The Mayor and the Minor' nicht kenne. Ein Art Lolita-Geschichte mit Ginger Rogers und Ray Milland. Durch den Erfolg bei Publikum und Presse war es ihm dann möglich sofort weitere Projekte anzugehen. 'Five Graves to Cairo' ist ein Kriegsfilm u.a. mit Erich von Stroheim, der deshalb auch bemerkenswert ist, weil Wilder mitten im Krieg die Deutschen nicht in Grund und Boden verdammt. Mit seinem dritten Film 'Double Indemnity' wechselt er erneut das Genre (anders als sein großes Vorbild Ernst Lubitsch) und erschafft einen der Höhepunkte des Film Noir. 'The Lost Weekend' ist trotz einiger Schwächen ein grandioser Film über Alkoholismus, ein Thema, das so im amerikanischen Film vorher noch nicht gezeigt wurde und durch den er zu seinen ersten Oscars kam. 'Death Mills' und 'Emperor Waltz' kenne ich nicht, vor allem letzterer wurde von Wilder selber geradezu verabscheut. Aber mit 'A Foreign Affair' gelingt ihm wieder ein komplexer, die Zeitgeschichte nach 1945 sehr genau und auch sehr objektiv reflektierender Film. Mit 'Sunset Boulevard' kreiert er dann eine Mischung aus FN und Kritik an Hollywood und dessen System. 'Ace in the Hole' kritisiert die Pervertierung des Journalismus und mit 'Stalag 17' ist dann eine Tragikkomödie über ein deutsches Kriegsgefangenenlager. Mit 'Sabrina' wendet er sich nun (fast) endgültig den romantischen Komödien zu. Audrey Hepburn, Marilyn Monroe und Shirley MacLaine werden es dann sein, die in jeweils zwei Komödien zu großer Form auflaufen. Dazwischen gibt es mit 'The Spirit of St. Louis' noch einen Ausrutscher in das Heldenverehrungsfach, aber dagegen auch mit 'Witness for the Prosecution' die mit Abstand beste Agatha-Christie-Verfilmung. Der Rest seiner großen Filme ist - Lachen! Mal 'hilarious', mal dezenter, mal trauriger, mal böser und Jack Lemmon rückt auf zu seinem bevorzugten Darsteller.


    Wilder ist ganz anders als Ernst Lubitsch. Viel direkter, viel 'knalliger', viel obszöner. Aber auch er konnte nicht alles so sagen, wie er es gerne gewollt hätte. Aber Wilder reizte das System noch mehr aus. Wenn Lubitsch die geheimnisvolle Aura einer Garbo oder die schon direktere einer Dietrich benutzte, griff Wilder zu der eher 'proletarischen' Version der Verführerin in Form von Marilyn Monroe. Beide waren dabei aber auf der Höhe ihrer Zeit. Aber anders als Lubitsch 'wilderte' Wilder in viel mehr Genres und schaffte dort jeweils Standards der Filmgeschichte. Beide wiederum wussten ganz genau, wie man einen Film dramaturgisch und visuell anzugehen hat, um das beste Ergebnis zu erzielen. Beide hatten dabei immer das Publikum im Blick, was vielleicht auch heute noch ihre Filme so angenehm konsumierbar macht, aber beide (Wilder deftiger als Lubitsch) liebten es, das Publikum mit bitteren Wahrheiten zu konfrontieren.


    Wilder ist dabei böser, zynischer, sarkastischer. Er arbeitete allerdings auch in einer anderen Zeit. Den Charme, die Eleganz, die sanfte Ironie eines Lubitsch konnte er auch, aber er wollte sie nicht immer unbedingt. 'Ace in the Hole' ist ein böses Porträt der Zeit, weil die Zeit eben böse ist. Gleiches gilt für 'Double Indemnity', für 'Sunset Boulevard'. 'Sabrina' oder 'Love in the Afternoon' sind romantische Märchen, weil die Zeit danach verlangte. Aber man glaube doch nicht, dass Wilder bereit war, diese Zeitströmung zu bedienen. Nein, beide Filmträume gibt es nur mit dem dazugehörigen Augenzwinkern. In 'Five Graves to Cairo' oder 'A Foreign Affair' nimmt er direkt politische Stellung und dann wiederum ganz anders, als die Zeit es eigentlich von ihm erwartete.


    Wilder hatte die große Gabe, eigene konträre Positionen, Zeitkritik, Gesellschaftskritik, Kritik an bürgerlicher Verlogenheit und das große Thema Sex in eine Form zu packen, sie dem Massenpublikum nahezubringen, ohne einen Box-Office-Flop zu riskieren. Und das muss man erstmal schaffen. Das Publikum wird mit sich selber konfrontiert, lacht aber darüber und strömt in den nächsten Wilder-Film. Wilder ist also höchste (und böseste) Unterhaltung auf höchstem Niveau.


    :wink: Wolfram

  • Ich liebe die allermeisten Wilder-Filme, aber mein Non-Plus-Ultra ist wirklich dieser hier:



    Die Komödie aller Komödien. 1959 bei der Oscarverleihung natürlich sträflichst übergangen, weil eben 'Ben Hur' da war. Als eine Art Trostpflaster gab es dann den Oscar-Segen ein Jahr darauf, was aber diese künstlerische Ungerechtigkeit nicht wettmachen kann.


    'Some Like it Hot' ist quasi in jeder Zeile ein Hit, hat dieses unnachahmliche Tempo, das große Komödien haben müssen, bringt drei großartige Komödianten auf die Leinwand, spielt mit dem 'Unspielbaren', ist witzig, ironisch, hat diese 'punch lines', die im Gedächtnis bleiben, ist großartig inszeniert und geschrieben, ist...ist....ist.... Und ist u.a. auch ein Spiel mit Genres und Filmgeschichte, aber das vielleicht nur nebenbei.


    Ich habe den Film immer wieder meinen Schülern gezeigt, die aufstöhnten, als es hieß, dass es nun einen Schwarzweißfilm zu sehen gäbe. Und die sich dann totgelacht haben. 'Some Like it Hot' ist ein Film, der selbst 62 Jahre nach der Entstehung immer noch grandios funktioniert.


    :wink: Wolfram

  • Nur kurz: es fehlen in der Liste einige der späteren Filme:


    Avanti! (1972)
    Extrablatt (1974)
    Buddy Buddy (1981)


    Während es lange her ist, dass ich die beiden letztgenannten zuletzt gesehen habe, gehört Avanti! zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.



    maticus

    Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
    Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten

  • Ich habe den Film immer wieder meinen Schülern gezeigt, die aufstöhnten, als es hieß, dass es nun einen Schwarzweißfilm zu sehen gäbe. Und die sich dann totgelacht haben. 'Some Like it Hot' ist ein Film, der selbst 62 Jahre nach der Entstehung immer noch grandios funktioniert.

    Lieber Wolfram!
    Ich bin ja ein riesengroßer Filmmuffel, und im Jahr 2020 habe ich genau zwei Filme gesehen: Der Clou / The Sting (George Roy Hill, 1973) und eben Manche mögen’s heiß. Und was soll ich sagen: Du hast es völlig richtig beschrieben: Wir haben uns zwei Stunden fast ununterbrochen totgelacht, der Film ist (soweit ich das mit meiner beschränkten Erfahrung sagen kann) wirklich großartig. Und das liegt nicht nur an der Schlusspointe, die ja zum geflügelten Wort geworden ist.
    Inwiefern der Film mit Genres und Filmgeschichte spielt, habe ich beim ersten Anschauen im vergangenen Sommer aber nicht mitbekommen.

  • Ähnlich wie maticus bin ich absolut begeistert von "Avanti", dem Nonplusultra von Humor mit Herz. Zu erinnern wäre aber bei Wilder auch an seine Drehbuchtätigkeit ("Emil und die Detektive"- zweimal sogar, ""Ninotschka"), mit welcher doch auch entscheidende Beiträge geliefert hat.

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • "Where were you at 3pm on St Valentine's Day?


    - l was at Rigoletto.


    - What's his first name and address?"

    Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)

  • Nur kurz: es fehlen in der Liste einige der späteren Filme:

    Nicht von ungefähr ;) , weil für mein Empfinden er ab 'Sherlock Holmes' doch künstlerisch nachlässt. Aber da können wir gerne drüber diskutieren. ^^


    :wink: Wolfram

  • Inwiefern der Film mit Genres und Filmgeschichte spielt, habe ich beim ersten Anschauen im vergangenen Sommer aber nicht mitbekommen.

    Lieber Sadko, er spielt natürlich mit dem Gangsterfilmgenre bzw. bezieht sich darauf, alleine schon durch die Wahl des Sujets, aber auch durch die Besetzung mit George Raft. Gleichzeitig ist es natürlich auch ein (früher) Höhepunkt des Travestie-Genres.


    :wink: Wolfram

  • Zu erinnern wäre aber bei Wilder auch an seine Drehbuchtätigkeit ("Emil und die Detektive"- zweimal sogar, ""Ninotschka"), mit welcher doch auch entscheidende Beiträge geliefert hat.

    V.a. auch 'Baubarts achte Frau', auch für Lubitsch. Der würde Lothar bestimmt auch wieder Muskelkater verschaffen. ;)


    :wink: Wolfram

  • Einer meiner liebsten Wilder ist dieser hier:



    Kollidierte 'Some Like ist Hot' bei der Oscarverleihung mit 'Ben Hur' so dieser 1950 mit 'All About Eve'. So gewann er, nominiert für 11 Oscars nur drei davon. Und trotzdem gilt er heute für das American Film Institute als einer der besten amerikanischen Filme aller Zeiten.


    Nun kann man über solche Ehrungen und Preisverleihungen ja immer mit dem besten Recht streiten. Aber hier haben die Damen und Herren schon einen Punkt.


    Wilders Film ist eine große Hommage an die Traumfabrik und gleichzeitig eine bitterböse Abrechnung damit. Und er ist neben 'Double Indemnity' sein wichtigster Beitrag zum Film Noir und durchaus auch einer der wichtigsten.


    'Sunset Boulevard' kommt völlig ohne Gangster aus, aber er hat den Anti-Helden, der für äußeren Erfolg alles tut. Er hat die 'Femme Fatale', aber vielschichtiger als in üblichen FN's. Norma Desmond setzt alles ein, was sie hat, um zu ihrem Ziel zu kommen. Aber das eben nicht mehr bei klarem Verstand. Sie ist ein Opfer der Gegenwart, der Marktgesetze, des kapitalistischen Systems, auf dem die 'Traumfabrik' fußt. Aber das Opfer produziert weitere Opfer, weil die Verlockungen des Traums ungebrochen bestehen.


    Der Film ist fast eine Aneinanderreihung großer, genialischer Momente. Das beginnt schon gleich mit der ersten Szene, in der die Leiche von William Holden im Pool schwimmt und er zu reden beginnt. Wilder wollte die Leiche eigentlich erst im Leichenschauhaus ihre Geschichte erzählen lassen, aber das war dann wohl doch zu viel.


    Dann gibt es die Szenen mit von Stroheim, die mit Gloria Swanson beim Anschauen ihrer alten Filme, der Besuch im Studio, die geisterhafte Atmosphäre, wenn die vier 'Ehemaligen' Karten spielen und natürlich die grandiose Schlussszene, in der das alte Hollywood und seine Größe und Hemmungslosigkeit wie in einem Brennglas noch einmal zusammengefasst wird.


    Ein wirklicher genialer Einfall Wilders war das Casting. William Holden als der Anti-Held, zynisch, ehrgeizig, unbedarft - großartig! Nancy Olsen als die Nette von Nebenan, die völlig naiv noch an die Traumfabrik glaubt. Und dann die Besetzung mit den beiden großen Stummfilmikonen, die bei 'Queen Kelly' einst so heftig aneinandergeraten waren. Swanson und Stroheim sind in ihren jeweiligen Rollen schlichtweg grandios und dass die Swanson (vielleicht zusammen mit Bette Davis) keinen Oscar gewonnen hat, werde ich nie verstehen. Und dann die Nebenrollen, die allesamt eine Hommage darstellen, aber eben nicht nur das. De Mille, Hopper, Keaton, Warner! Hier stimmt wirklich alles.


    Der Film ist wirklich aus einem Guss, hat Größe und Gemeinheit, hat bittersten Humor und menschliches Leid, hat genaueste Analyse und schlichtes Mitgefühl. Und er hat v.a. eine große Liebe zum Kino, eine verzweifelte Liebe.


    :wink: Wolfram

  • Ähnlich wie maticus bin ich absolut begeistert von "Avanti", dem Nonplusultra von Humor mit Herz.

    Die Kirche in Forio als Leichenschauhaus. :neenee1: ;)


    Ich habe bei Wilder und hier I.A.L. Diamond als Ko-Autor immer das Gefühl, dass sie so richtig aufblühten, wenn sie sich fragten: Dürfen wir das sagen? Nein, das geht gar nicht. Wie kriegen wir es dann hin?


    1972 war eigentlich alles erlaubt und wenn Jack Lemmon davor zurückschreckt, klar und deutlich zu sagen, dass sein Vater und seine Geliebte in einem gemeinsamen Bett geschlafen haben, dann mag diese Pietät vielleicht in seinem Charakter gerade noch so eben begründet sein, aber eigentlich war es nicht mehr zeitgemäß. Und das genau stört mich wohl am meisten an den ganz späten Wilders. Die Zeit war über ihn hinweggegangen. Seine wirkliche Stärke lag woanders. Nicht im Offensichtlichen, sondern im Verbergen. Von daher empfinde ich die letzten Filme eher als angestrengt und oftmals als zu lang. Aber das ist natürlich nur persönliches Empfinden.


    Was ich an 'Avanti' aber wirklich liebe, ist der Schauplatz Ischia, das ich ziemlich gut kenne und an das ich wunderbare Erinnerungen habe. Ich sah gerade die erste Staffel von 'Doc Martin', einer BBC-Arztserie. Wirklich nicht toll, aber sie spielt in Cornwall und ich sog jedes Bild davon in mich auf. So ergeht es mir auch bei 'Avanti', wobei der Plot schon intelligenter und besser ist als bei dieser BBC-Serie. :D


    :wink: Wolfram

  • er spielt natürlich mit dem Gangsterfilmgenre bzw. bezieht sich darauf, alleine schon durch die Wahl des Sujets, aber auch durch die Besetzung mit George Raft. Gleichzeitig ist es natürlich auch ein (früher) Höhepunkt des Travestie-Genres.

    Alles klar, danke für die Erklärung!

  • 1972 war eigentlich alles erlaubt und wenn Jack Lemmon davor zurückschreckt, klar und deutlich zu sagen, dass sein Vater und seine Geliebte in einem gemeinsamen Bett geschlafen haben, dann mag diese Pietät vielleicht in seinem Charakter gerade noch so eben begründet sein, aber eigentlich war es nicht mehr zeitgemäß. Und das genau stört mich wohl am meisten an den ganz späten Wilders. Die Zeit war über ihn hinweggegangen.

    Ich glaube, das schätzt Du falsch ein. Besonders auf die USA bezogen. Deswegen floppte der Film wohl auch in den USA. (Eins-zwei-drei hatte auch erst in den 1990er Jahren in Deutschland Erfolg.) Billy Wilder fand es allerdings selbst dennoch zu zahm. Er hätte sich (habe ich mal gelesen) lieber einen Liebhaber (!) des Vaters vorgestellt, also Homosexualität. Aber das war wohl erst recht damals nicht machbar.

    Was ich an 'Avanti' aber wirklich liebe, ist der Schauplatz Ischia, das ich ziemlich gut kenne und an das ich wunderbare Erinnerungen habe.

    Er wurde aber hauptsächlich auf dem Festland, dem Sorrent, gedreht. (Die Kapelle ist auf Ischia.) Insbesondere ist das tolle Hotel in Sorrento. (Ich habe schonmal den Traum gehabt, da mal zu übernachten. Die Preise auf der Website vom Hotel haben mich aber schnell davon abgebracht...)


    maticus

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  • Ich glaube, das schätzt Du falsch ein. Besonders auf die USA bezogen.

    Selbst die USA war 1972 schon weiter. Vielleicht nicht unbedingt, was einen Liebhaber des Vaters angeht, aber das verschämte Herumdrucksen hinsichtlich des gemeinsam benutzten Bettes war eigentlich nicht mehr notwendig.

    Er wurde aber hauptsächlich auf dem Festland, dem Sorrent, gedreht

    Ich denke dabei nicht nur an Forio, sondern auch an die Ankunft auf der Insel, die Fahrt zum Hotel, die genau zu unserer Lieblingspension führt etc. Wobei mir natürlich sofort auffällt, dass die Außen- und Innenaufnahmen hinsichtlich des Hotelwagens nicht zueinander passen. Aber das ist wirklich nebensächlich.


    :wink: Wolfram

  • Lieber Wolfram,


    Vielleicht war man in Deinem Kreis um 1972 schon "weiter", aber das darf man nicht verallgemeinern. Ich erinnere mich gut, daß schon zwischen der BRD und Österreich diesbezüglich damals noch einige Unterschiede bestanden - nicht überall natürlich, aber im Durchschnitt betrachtet doch unübersehbar.
    Daß der Film in den USA nicht so gut aufgenommen wurde, konnte mich nicht überraschen. Die parodistische Entlarvung des Yankeetums war zu treffsicher, um nicht den Nerv der Apostrophierten zu töten. Wie überhaupt Wilder jedwedes Klischee so herrlich durch den Kakao zog, aber immer mit einem verständnisvollen Lächeln. Unbeschreiblich gut der mit fast allen Wässerchen gewaschene Hoteldirektor Clive Revills! Und die italienischen Typen, zum Wälzen!

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    Homo sum, ergo inscius.

  • Vielleicht war man in Deinem Kreis um 1972 schon "weiter", aber das darf man nicht verallgemeinern.

    Lieber Waldi, ich meinte eigentlich die amerikanische Kinoproduktion. Persönlich war mein Kreis noch nicht so weit, aber ich war auch erst 12. ;)


    :wink: Wolfram

  • ich meinte eigentlich die amerikanische Kinoproduktion.

    Jetzt würden mich persönlich aber ein paar Beispiele interessieren.


    maticus

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  • Billy Wilder ist auch einer meiner Lieblingsregisseure, vielleicht gehört er zu meinen vier oder fünf besten. Ich finde sein Timing fantastisch, seine Klarheit wie auch seinen "ernsten Humor", wie ihn auch Chaplin und Hitchcock zelebrierten.


    "Manche mögen´s heiß" wurde hier bereits erwähnt, wahrlich ein (nicht nur erotisches, aber auch) Feuerwerk.


    Meine beiden Lieblingsfilme Wilders sind "Das Appartement" und "Zeugin der Anklage". Es sind zwei ziemlich unterschiedliche hervorragende Filme.



    Uwe

    Wenn alle ein klein wenig verrückter wären, dann wäre die Welt nicht so durchgedreht.

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