Die Fledermaus am 31.12.2020 aus der WStO LIVE im Fensehen.

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  • Die Fledermaus am 31.12.2020 aus der WStO LIVE im Fensehen.

    Hat wer das gesehen, was wurde aus der wirklich guten Otto Schenk Inszenierung gemacht?


    Gut es war auf ORF III, das wird nicht überall empfangen, und das war ein Glück.


    Das Orchester war gut, keinesfalls überragend, aber es kam ärger. Camilla Nylund ist von Kopf bis Fuß keine Rosalinde, wenn sie auch sagte das die Rosalinde ihre erste Partie gewesen war, sie hätte es beim 1. Mal lassen sollen.


    Die Adele war passabel, die Ida war besser und der Orlowsky hatte ja Wagner Ausmaße, was nichts gegen Wagner sagt, sie war mies. Das Zoryana Kushpler ihn mit den Leuten nicht gemacht hat war zu verstehen.


    Nun der Eisenstein, Alfred, Falke und Frank das war ein Outrieren wie in der Purkersdorfer Waldbühne und dort wäre es besser gewesen.


    Ich wartete nur auf Peter Simonischek der hat gezeigt wie man es machen soll, das hat die Anderen kaum gestört, die Bühne war ja halbvoll die Staatsoper war, Corona bedingt, leer C:::S . Dass das so schlecht war hat nicht mit Otto Schenk zu tun, denn der "Rosenkavalier" ein paar Tage vorher war exzellent und ist auch eine Schenk Inszenierung, Martina Serafin habe ich mir als Rosalinde gewunschen aber sie machte da nicht mit.


    Selbst Anna Netrebko und Jussiferl wären ideal gewesen, sie kann zwar nicht Deutsch, aber bei der Fledermaus, wäre es das kleinste Übel gewesen.
    Liebe Grüße von Eurem Streiferl und Prost, meine Prosit 2021 und bleibt alle gesund. Danke vielmals. :cincinsekt:

  • Ja, lieber Peter, natürlich habe ich mir das angeschaut (so wie den "Rosenkavalier" ein paar Tage vorher, der für mich aber eher etwas enttäuschend war - unter Staatsopernniveau stelle ich mir anderes vor). Interessant, daß wir auch hier in unserer Einschätzung etwas auseinander driften. Denn ich fand Cornelius Meister und die Philharmoniker ausgezeichnet. Auch die Nylund war sehr gut. Sie hat die Rosalinde etwas parodistisch angelegt und war auch optisch eine treffliche, wiewohl nette Karikatur einer Heroine aus der Strauß-Zeit. Stimmlich war sie der Partie wirklich gewachsen. Ein Lichtblick für mich war auch Regina Mühlemann als Adele (daß Janowitz und Holm weiterhin meine Favoriten sind, steht auf einem anderen Blatt).
    Von der originalen Schenk-Inszenierung ist einiges verlorengegangen bzw. verändert worden, leider nicht zum besseren.
    Peter Simonischek erntet international, soweit ich sehe, keine guten Kritiken für seinen Frosch. Was ich verstehe. Frühere Frösche haben sich weit nachdrücklicher eingeprägt. Er war nicht schlecht, aber nicht besonders. Die Sonstigen waren, wie schon bei anderer Gelegenheit gesagt, größtenteils brav bemüht, aber halt mehr (sehr) gutes Provinzniveau denn Staatsopernqualität. Der Alfred begann eher kläglich, wurde dann besser. Wenn ich dagegen an Kmentt oder Hopferwieser denke, kann man mir nicht verdenken, wenn ich die alten Zeiten lobe. Auch die gar nicht üble Okka von der Damerau ließ mich seinerzeitige Orlofskys nicht vergessen. Wolfgang Windgassen war zwar unter Böhm eine eigenwillige Besetzung, aber eine superbe Lösung. Was der in seiner Arie an Feinheiten vermittelte, war einmalige große Kunst. Oder die Faßbinder. Das war Temperament von der blasierten Sorte zum Kugeln.
    Wenn ich mich nicht verschaut habe, dann wurde beim Souper nur Champagner serviert, nichts zu essen. Jaja, die Sparmaßnahmen!
    Ich verstehe, daß die Staatsoper coronabedingt derzeit viel mit Wasser kochen muß (die Zeitungskritik faßt den Betrieb daher auch ziemlich mit Glacéhandschuhen an). Trotzdem, ein bisserl mehr dürfte es schon sein...

    ______________________


    Homo sum, ergo inscius.

  • Ursprünglich hätte am 31.Dezember die "Fledermaus" aus der Volksoper übertragen werden sollen (an die vorgesehene Besetzung - mit Ausnahme von Mirko Roschowski als Eisenstein (Debut) - erinnere ich mich nicht und den Spielplanfolder habe ich längst wegen Makulatur entsorgt) und dafür ist auch schon längere Zeit geprobt worden. Im TV will man sich ja schließlich bestmöglich präsentieren. Es wohl dem unausstehlichen Virus und der Übermacht der Staatsoper geschuldet, dass die in Sachen Operette (trotz zulässiger und berechtigter Einwände) deutlich kompetentere Volksoper aus dem Programm geworfen worden ist.


    Ich habe von der in Wahrheit aufgezeichneten Aufführung (tatsächlich live war der Stream der Staatsoper um 17:00 Uhr) nicht viel gesehen; und zwar aus den ähnlichen Eindrücken, wie sie Peter beschreibt. Nylund ist eine zweifellos sehr gute Sängerin, aber eben keine Operettendiva; Georg Nigl, den ich vor allem bei neuer Musik sehr schätze, fehlt aus meiner sehr subjektiven Sicht der Charme und die Ausstrahlung, über die ein Eisenstein verfügen muss; Mühlemann als Adele war für mich der Lichtblick des Abends; Falke und Blind hätten auch in der Volksoper bestenfalls als Einspringer eine Auftrittschance. Und über den Alfred verliere ich kein Wort.


    Die Volksoper hätte mit weniger prominenten Namen aufgewartet (mit Ausnahme des Herrn Direktor als obligater Frosch), wäre aber zweifellos authentischer gewesen.

  • Lieber Michael und lieber Waldi.


    Also Mühlemann hieß die Adele, ich habe ihren Namen überlesen, nein sie gefiel mir auch nicht besonders, sie sang recht brav und solid aber auch nicht mehr. Ihr Temperament hat sie daheim gelassen. Über die Nylund habe ich mich schon negativ ausgelassen. Die Herren - alle - können wo anders gut sein, in der Fledermaus waren sie langweilig und fade. Okka von der Damerau als Orlowsky gefiel mir auch nicht, das war eine Corona bedingte C:::S Krankenkassa-Fassung der Fledermaus und bei Simonischek hast Du Waldi bestimmt Recht, es gibt Bessere als Frosch. Der Champagner war von der Billig-Sorte.


    Liebe Grüße von Eurem Streiferl. :wink:

  • Ich habe die Übertragung nicht gesehen, aber den Michael Laurenz halte ich für einen superguten Sänger. Kann aber natürlich sein, dass er als Alfred in der Fledermaus nicht den richtigen Ton trifft (ebenso Camilla Nylund, die ich insbesondere bei Strauss sehr schätze, aber die den wienerischen Tonfall wahrscheinlich wirklich nicht draufhat).


    (Eindrücke zu dieser Fledermaus gab es übrigens schon hier und hier).

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