Meine Hifi-Anlage

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Meine Hifi-Anlage

    Hallo zusammen,


    diesen Beitrag habe ich urprünglich im Hifi-Forum(.de) gepostet (einige Links zu weiterführenden Besprechungen gehen auch dorthin, was hoffentlich ok ist). Ich möchte ihn auch hier teilen. Vielleicht mag jemand zu Teilaspekten diskutieren oder der Beitrag kann mal jemandem Anregungen in Sachen Technik liefern. Hifi-Verrückt bin ich schon seit vielen Jahren, habe aber seit langem der "High-End-Spinnnerei" den Rücken gekehrt, zu Gunsten teilweise professioneller Komponenten.


    Mein Hörrraum ist ein offenes Dachstudio mit Dachschrägen, wie auf den Bilder zu sehen ist. Bitte die Fotos bei Bedarf einfach anklicken. Sie sind teilweise verkleinert. :)


    Die Raumakustik profitiert von zwei 82,5*55*5 cm abmessenden Basotec-Absobern, die an die Seitenwände geklebt wurden (auf den Bildern ist nur der linke Absorber zu sehen). Sonst wurde zunächst einmal nichts weiter angepasst. Der Raum an sich erscheint mir für Musikwiedergabe als sehr gut geeignet, wegen der Schrägen und der Offenheit zum Treppenhaus hin. Jedenfalls sind mir bisher keine nervigen Bassresonanzen ins Ohr gefallen, wofür die geringe Anzahl großflächiger, paralleler Wände, die asymmetrische Positionierung der Anlage/Lautsprecher und des Hörplatzes im Raum sowie die insgesamt freie Positionierung der Lautsprecher und des Hörplatzes verantwortlich sein mag. Weiterhin dürfte die geschlossene Bauweise sämtlicher Lautsprecher zu einer eher trockenen, dröhnfreien Basswiedergabe beitragen.


    Die Hörposition befindet sich im Nahfeld und bildet mit den Lautsprechern ein gleichschenkliges Dreieck. Ich bin ein großer Fan des Nahfeldhörens, wie auch der Wiedergabe über Kopfhörer. Ich mag es, Aufnahmen in hoher Transparenz zu hören, quasi in die „Aufnahmeräume hineinzukriechen“ und dabei möglichst viele Details wahrzunehmen.


    Als Lautsprecher dienen mir nach dem Verkauf meiner JBL nun wieder die guten, alten Klein&Hummel O300D, die sehr neutral spielen und noch besser auflösen, als die vorher an ähnlicher Position postierten JBL-Monitore. Die LS stehen auf niedrigen Ständern von Pro-Ject, welche die Hochtöner auf Ohrhöhe bringen. Die K&H sind um 90° gedreht, was in Sachen Abstrahlung nicht ideal ist, aber eben der korrekten HT-Positionierung geschuldet ist. Hier werde ich mich mal nach anderen Stands umsehen, um die LS dann liegend betreiben zu können.
    Seit kurzem werden die Monitore durch einen Neumann KH750DSP-Subwoofer ergänzt, der in Sachen Basstiefe, Pegelfestigeit und auch Natürlichkeit der Haupt-LS einiges gebracht hat, denn diese werden nun von der Bassarbeit entlastet. Die Einmessung erfolgt mit dem Neumann MA-1-Mikrofon, mit einer im Ergebnis weiter zugenommenen Klarheit der gesamten akustischen Abbildung (Details, Raum).


    Als wesentliche Quellgeräte dienen mir ältere SACD-Spieler: ein Marantz DV7001 sowie ein Sony DVP-NS900V. Zwei Geräte, da damit verschiedene Kopfhörerverstärker (KHV) angesteuert werden können. Der Anschluss erfolgt dabei sowohl digital als auch analog. Letzteres immer dann, wenn ich SACDs höre.


    Dann gibt es noch eine Variante des Technics 1200/1210 (SL-1210M5GE), der, bestückt mit einem Ortofon MC30 super, über einen Ortofon Übertrager T-20 an einem Aqvox Pre hängt. Der Technics steht auf Gummidämpfern in einer mit Spikes entkoppelten Echtholzzarge, die auf einer Schieferplatte ruht. Ob es nun diesem Untergrund-Mix geschuldet ist oder aber der Technis bereits ab Werk so unempfindlich ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls kann man ganz ordentlich gegen das Rack hämmern :hammer1: , ohne dass davon etwas aus den Lautsprechern zu hören ist oder man sogar größere Membranauslenkungen sieht.


    „Schaltzentrale“ der Anlage ist ein Grace m902, ein Kombi-Gerät aus DAC, KHV und Vorstufe, der aus der Studio-Ecke stammt. Es gibt ja mittlerweile viele spannende Geräte dieser Art am Markt, und gelegentlich juckt mich ein Neukauf, aber als „Geräteklangverneiner“ scheint mir momentan der einzig sinnvolle Grund für einen Ersatz ein Defekt und wirtschaftlicher Totalschaden des Grace zu sein. Parallel nutze ich als zweite Schaltzentrale einen Teac UD-503 DAC/KHV, der die ebenfalls als KHV dienende Röhrenendstufe oder aber einen der beiden Stax-KHV speist.


    Dann gibt es noch zwei weitere KHV: ein Stax SRM-323II sowie ein und High-Amp Antares V3, für meine beiden Stax L700 Mk II und SR-303.
    Die dynamischen KH, die wahlweise am Grace oder am Teac angeschlossen werden, sind: Focal Clear, Quad ERA-1, Sennheiser HD800 (Mk I), HD650, HD25 und Ultrasone Proline 750. Neben dem Rack steht ein CD-Regal, am dem ich zwei Halterungen für Kopfhörer bzw. deren Verlängerungskabel montiert habe.


    Das Rack ist nach wie vor ein IKEA Besta-Schrank, bei dem ich die Rückwand weggelassen habe. Insgesamt ist -glaube ich- kein einziges Möbel im Zimmer NICHT von Ikea… :/


    Wen die Kabel interessieren: überwiegend Normalzeugs von Sommer und Cordial. Das Teuerste ist ein Funk BS-2.


    Überbleibsel aus meiner dunklen Vergangenheit als "Goldohr" und bekennender Audiophiler sind weiterhin ein von einem befreundeten Anlagenelektroniker gebautes Steckdosenmonster sowie ein Netzfilter mit zwei Dosen (ich war jung und hatte kein Geld… :zahlen1: ).


    Braucht IMHO kein Mensch, ist aber nunmal jetzt da und stört auch nicht weiter… ;)


    Hier noch meine "voll manuelle" Schallplattenwaschmaschine :D :


    Sie besteht aus einem Ikea-Drehteller plus rundem Platzdeckchen und einem Türstopper (als Beschwerer). Gereinigt wird mit Tuch, Schwamm oder Pinsel, mit nachfolgender Absaugung (Fenstersauger).


    Wie klingt's? Ich bin sehr zufrieden. :) Neutral, hoch auflösend und mit exzellenter Informationsdichte, dabei fast nie nervend, selbst bei schlechten oder historischen Aufnahmen. Tolle räumliche Darstellung, bei entsprechenden Aufnahmen, mit klarer und eindeutiger Ortbarkeit der Schallquellen. Der Bass geht dank des Neumann-Subs sehr tief, sofern auf der Aufnahme vorhanden, und spielt dabei sauber und trocken. In Sachen Pegelfestigkeit ist das System natürlich begrenzt. Ich komme damit jedoch umkomprimiert zu Lautstärken, die für meine Bedürfnisse absolut ausreichen und darüber hinaus noch über Reserven verfügen. Endgame? Vielleicht. Perspektiven. Hm. Evtentuell irgendwann ein 2. KH750, sofern Neumann die Software des MA-1 entsprechend anpasst.


    So, jetzt habe ich euch reichlich zugetextet - aber ich persönlich finde ein paar Hintergründe und Beweggründe eigentlich immer ganz interessant und aufschlussreich, über die Bilder hinaus. Wer Fragen oder Anregungen haben sollte: her damit.


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:


    Hinweis:
    Die hier eingefügten Fotos wurden aufgrund der Nichteinhaltung dieser
    Vorstandsregelung entfernt, da das Einfügen von Foto- bzw. Bilddateien nur für Notenbeispiele vorgesehen ist. Es besteht aber die Möglichkeit, Links zu den Fotodateien zu setzen. Wir bitten um Verständnis.
    Lionel - Für die Moderation


    Ja, sehr schade und mir ehrlich gesagt nicht verständlich, warum ich keine eigenen Fotos hier anfügen darf (die verlinkte Regelung habe ich gerade gelesen).


    Ich verweise dann der Einfachheit halber auf den Beitrag Nr. #39966 im Hifi-Forum, der weitgehend identisch ist, mit diesem hier. Dort können die Bilder eingesehen werden.

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Ja, sehr schade und mir ehrlich gesagt nicht verständlich, warum ich keine eigenen Fotos hier anfügen darf (verlinkte Regelung habe ich gelesen).


    Ich verweise dann der Einfachheit halber auf den Beitrag Nr. #39966 im Hifi-Forum, der weitgehend identisch ist, mit diesem hier. Dort können die Bilder eingesehen werden.


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

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  • Interessanter Bericht. Danke dafür. Werde mich später auch mal outen.

    Mein Hörrraum ist ...

    Da spricht der Kenner: Mit dem Hörraum fängt es an!

    Die Raumakustik profitiert ...

    Sag ich doch. Glücklich sind die, deren Raum okay ist. Oft dürfte der Hörraum zugleich der Wohnraum sein. Typisches L beispielsweise mit Glasfront hinter dem Rücken. Bei mir steht rechts ein Kamin. Darüber hatte ich mich früher geärgert, weil ich ahnungslos annahm, zwei flache, gerade Wände wären besser. Irgendwann war Hifi-Messe, ich nahm eine Skizze meines Hörraums mit und landete bei Thomas Fast (ein bekannter Name in der Hifi-Akustik-Szene). Der erklärte mir sehr freundlich einige Zusammenhänge (und empfahl einige Produkte, die die Hürde Ehefrau nicht genommen haben). Seitdem freue ich mich wieder über den Kamin.

    Die Hörposition befindet sich im Nahfeld

    Kann ich nachvollziehen, würde ich aber nicht für sämtliche Musik haben wollen.

    wenn ich SACDs höre

    Vielleicht das zweitwichtigste Thema: Welches Quellenmaterial? Ich habe seinerzeit mit Schallplatten angefangen (frühe Achtziger) und war so was von froh, als die CD-Spieler die Macht übernahmen, weil ich die Nadel mit meinen Zitterfingern regelmäßig über die Rillen schrammte. War nicht so schlimm, weil es die Platten bzw. der Plattenspieler meines Bruders war. Dann wünschte sich ein Honk noch das dritte Lied ... Kratz! Als nächstes kaufte mein Bruder sich einen Spieler mit Absenkautomatik.


    Heutige Aufnahmen sind meiner Erfahrung nach so gut aufgenommen, dass die Quellensache nicht mehr so wichtig ist wie früher. Umgekehrt hatte ich gerade vorgestern eine ausgiebiges Probehören von auch alten Aufnahmen, bei denen die Kenner sich wunderten, wie gut das klingt. Remastered, lautete die Antwort. Bringt teilweise ganz erstaunliche Ergebnisse. Hab dann mal die erste Platte von den Toten Hosen eingelegt (Opel-Gang). Schauerliche Aufnahme.

    und gelegentlich juckt mich ein Neukauf

    Ja, das ist das Los des Hifi-Enthusiasten. Warum hält das Zeugs auch so lange?!

    noch zwei weitere KHV

    Hm.

    Überbleibsel aus meiner dunklen Vergangenheit als "Goldohr"

    Dafür muss man sich nicht schämen. Dunkel ist da so gar nichts. Eher hell. Das Vodoo-Zeug vielleicht. Ich muss noch den Raum anregen. Hatte mal zwei Klangpyramiden in den Ecken. Hat meine nicht Hifi-affine Frau im wiederholten Blindtest zuverlässig rausgehört. Die war aber auch für mineralische Unterstützung zum Schwangerwerden...

    Braucht IMHO kein Mensch, ist aber nunmal jetzt da und stört auch nicht weiter

    Und bringt Spaß, solange man das nicht zu ernst nimmt.

    Neutral, hoch auflösend und mit exzellenter Informationsdichte, dabei fast nie nervend

    Beides geht nicht. Es ist immer ein Kompromiss. Jeder mag für sich entscheiden, wo die Grenze ist. Zu geschlossen darf das Klangbild auch nicht sein, aber bitte auch keine akustische Lupe, würde ich sagen. Außerdem: Große Bühne mit sehr guter Räumlichkeit plus Tiefenstaffelung. Höre ja gern Opern und orchestral. Aber, wie gesagt...

  • Hallo,


    und danke für deine Rückmeldung! :)

    Werde mich später auch mal outen.

    Sehr gerne. Mich persönlich würden Anlagenvorstellungen weiterer Mitglieder interessieren. :)

    Vielleicht das zweitwichtigste Thema: Welches Quellenmaterial?

    Ja, wobei das Medium für mich kein Dogma ist: LP, CD, SACD, egal. Streaming ist (noch) nicht mein Ding, was aber nicht an einer Ablehnung der Technik liegt, sondern mehr am "haptischen haben Wollen", mit Blick auf die Tonträger.


    Vielleicht noch ein paar Anmerkungen zu meinen "Hifi-Grundüberzeugungen".


    Die Qualität der Aufnahmen vorausgesetzt (diese können wir ja nicht beeinflussen), halte ich die Lautsprecher (LS) und den Raum für die wichtigsten Komponenten (alternativ die Kopfhörer). Danach kommt sehr lange nichts, was die Bedeutung für die Klangqualität anbelangt. Meiner Erfahrung und Überzeugung nach haben die meisten Elektronikkomponenten (CDP/DAC/Quellgeräte abseits von Plattenspielern sowie Verstärker) nur einen allenfallls marginalen Einfluss auf das klangliche Endergebnis. Das allermeiste Zubehör (Kabel, Strom- und Aufstellungstuning etc.) ist ebenfalls Humbug.


    Wer daran zweifelt, dem sei "zu Erdungszwecken" mal die Durchführung eines Blindtests empfohlen. Wichtig dabei ist ein genauer Pegelabgleich der zu vergleichenden Geräte, denn höhere Pegel werden in aller Regel mit einem "besseren Klang" gleichgesetzt. Das mag nicht alle Unterschiede erklären oder negieren, kann aber dabei helfen, Relationen geradezurücken und "vernünftiger" darüber zu entscheiden, wo Geld effizient in Klang fließen sollte. Geräte, die sich in einem Blindtest eindeutig verifizieren lassen, messen sich in aller Regel auch "auffällig".


    Nichsdestotrotz mag ich sog. "High-End-Geräte", bei denen ein hoher konstruktiver und Materialeinsatz erfolgt, selbst, wenn das nicht unmittelbar der nachweislichen Klangqualität dient. Das Auge hört schließlich auch mit und eine Komponente kann mAn durchaus ein "gutes Gefühl" vermitteln, welches sich dann auf die Zufriedenheit beim hören auswirkt. Eine teure mechanische/ automatische Uhr treibt das Funktionsprinzip idealerweise ja auch auf die Spitze, ohne dabei den Primärzweck (Zeit anzeigen) "besser" zu erfüllen, als die 30-EUR-Funkuhr vom Discounter.


    Bei Lautsprechern habe ich die Erfahrung gemacht, das gerade "neutrale" LS für mich bei klassischer Musik am besten funktionieren. Wichtig für Neutralität ist allerdings nicht allein ein gerader Frequenzgang "auf Achse", sondern vielmehr ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten. Denn auch der vom Raum reflektierte Diffusschall (bzw. gerade dieser, je nach Hörabstand) prägt das Klangbild. Wenn ein LS auf Achse linear spielt, dafür aber deutlich ungleichmäßig abstrahlt, kommt am Hörplatz schlechtestenfalls ein ziemlich verfärbtes Summenergebnis an. Daher bin ich mit meinen recht gleichmäßig abstrahlenden Studiomonitoren, die zudem im Nahfeld gehört werden (weniger Raumeinfluss), auch so zufrieden. :)


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

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    - H. W. M.

  • Dann will ich mal:


    Ich staune immer wieder darüber, wie oft viele Hifi-Freunde die Komponenten wechseln. Bei mir ist das anders. Ich suche meine Sachen gründlich aus und freue mich dann lange über sie. Grundsätzlich geht eine Komponente erst, wenn sie kaputt ist.


    Ich betreibe zwei Hifi-Anlagen: eine große im Wohnzimmer und eine kleine am PC. Am PC betreibe ich aktive Nahfeldmonitore. Darüber habe ich in diesem Unterforum bereits geschrieben. Ich wiederhole die dringende Empfehlung für diejenigen, die noch immer mit einfachen PC-Lautsprechern hören: Die Änderung lohnt sich und ist vergleichsweise günstig (siehe den Thread für Näheres).


    Die große im Wohnzimmer besteht aus einem Verstärker, einem Streamer und einem Lautsprecherpaar.


    Die Lautsprecher sind von Dynaudio, Focus 360. Lautsprecher sind das Wichtigste, denke ich. Beim Aussuchen kann man gar nicht genug Vergleiche machen. Dringend zu empfehlen ist auch m. E. das Probehören im eigenen Hörraum. Allerdings haben verschiedene Boxen eigene Charakteristiken. Beim Hören verschiedenster Lautsprecher haben mir Dynaudio-Produkte eigentlich immer zugesagt: relativ offenes Klangbild, große Bühne, gute Tiefenstaffelung, gute Detailtiefe ohne zur Lupe zu geraten. Beim Hifi-Händler meines Vertrauens stand die Focus 360 eines Tages als Auslaufmodell. Prompt habe ich sie nach einem Probehören vor Ort mitgenommen und ich war augenblicklich im Klanghimmel (zuvor hatte ich Boxen von Jamo und dann eine ältere von Ohm, die ich ziemlich klasse fand). Die Focus spielt jetzt einige Jahre bei mir und ich bin noch immer hochzufrieden.


    Beim Verstärker hat sich jüngst etwas geändert. Die letzten fünfzehn Jahre verrichtete eine Denon PMA 2000 MKIV seinen Dienst. Obere Mittelklasse mit ausreichend Kraft. War okay, ich träumte aber immer von mehr. Inzwischen hat dieser Verstärker die typische Krankheit: Korrosion des Quellenwahl-Drehrads. Also musste ein neuer Verstärker her und musste mich zwischen drei Varianten entscheiden: Lyngdorf etc. mit Klangregelung. Finde ich faszinierend, ich mag aber keine PC-Verstärker und mein Hörraum "Wohnzimmer" ist voll okay. Also nicht. Variante 2: ein typischer Traumverstärker Marke Statussymbol (Accuphase und Kollegen). Nun hatte ich beim ersten Hören der Focus meinen Denon-Verstärker mit zum Hifi-Händler genommen, um den Lautsprecher mit meinem Verstärker zu hören. Dort stand auch ein größerer Accuphase (weiß nicht mehr welcher, 370?), den ich probehörte. Ich war verblüfft, wie gering der Klangunterschied war. Sicherlich, der Accuphase war hörbar besser. Dennoch, ich hätte mehr erwartet. Mit dieser Erfahrung vor Augen fiel es mir leicht, einen Vernunft-Oldschoole-Amp zu kaufen. Aktuell im Angebot eines großen Hifi-Händlers ist ein Anthem Integrated 225 (einfach googlen), der alle meine Bedingung erfüllte. Ist vor ein paar Tagen gekommen. Ich bin out of the box-hochzufrieden. Ein klasse Gerät und, ja, ein klarer Fortschritt zum Denon. Der Anthem bleibt, ich bin glücklich und träume (momentan) nicht mehr von Accuphase.


    Mein Quelle ist mein NAS. Es macht riesigen Spaß, mit dem Tablet (Android mit Bubble) durch die Sammlung zu dirigieren oder auch schnell etwas zu vergleichen. Die Bedingung dafür ist ein gut getaggtes Musik-Archiv und ein Server, der die vielen selbstgenerierten Felder verarbeiten kann bzw. liefert. Ersteres hat Jahre gedauert, zweiteres leistet der Minim-Server. Großartig, wie sehr ich diesen an meine Wünsche anpassen kann. Ich habe Felder für: Komponist, Werkgattungen, Werktitel, Dirigent, Orchester, Solist, Chor Kompositionsdatum, opus-Nr. und Tonart. Bitte alle Klaviersonaten in c-moll. Alles von Beethoven mit Rubinstein ... Bringt mir großen Spaß. Hörvergleiche sind im Übrigen komfortabel wie nie. Der NAS steht oben im Arbeitszimmer, wo die PC-Anlage steht. Von dort geht ein Lan-Kabel nach unten ins Wohnzimmer.


    Mein Streamer ist ein Pioneer n70a. Den habe ich tatsächlich nach einer Empfehlung in Stereoplay gekauft. Klanglich bin ich mit ihm top-zufrieden. Leider gibt es zwei Probleme: Das erste ist klein: Das Gerät zeigt die Cover-Bildchen an. Sobald die Bilder (jpg) größer sind als 600x600 tut er das nicht mehr. Leider belässt das Gerät es nicht bei der Nichtanzeige, sondern rebooted jeweils. Ärgerlich, aber lösbar. Die Cover-Bilder wurden von mir entsprechend verkleinert (ging nach etwas fummeln mit Bildbearbeitung automatisch). Das zweite Problem ist die gapless-Wiedergabe. Die funktioniert nur mit der Pioneer-eigenen App. Diese ist schrottig und nicht mehr verfügbar. Katastrophal. Wenn ich eine Oper hören möchte, ziehe ich sie mir vorher auf einen USB-Stick. Damit klappt es gapless. Nervt und ist vom Empfinden her ein bisschen wie Schallplattenauflegen. Der Nachfolger N70AE soll das Problem nicht mehr haben. Mal sehen, wann der Nachfolger des Nachfolgers kommt...


    Das Übrige ist eine Keksdose von Audioplan, Verkabelung: Lautsprecherkabel von NAIM, Chinch: Mogami The Pure).


    Theoretisch habe ich noch einen CD-Spieler. Schon ewig und noch immer hält ein alter von Marantz (davon hatte ich vor dem Denon einen passenden Verstärker). Dann folgte ein Moon, der klanglich haushoch überlegen war (von wegen CD-Spieler klingen alle gleich). Der Moon ging dahin, der Marantz ist noch da, steht aber inzwischen im Keller. Seit ich streame, hatte ich vielleicht drei CDs aufgelegt.


    Den Denon habe ich jetzt doch zur Reparatur gebracht. Wenn es wirklich nur der Input-Selector ist, lohnt sich die Reparatur allemal. Mit den Jamo-Boxen, die ich noch im Keller habe, erhält sie mein Sohn. Hifi-Anfixen. Dann noch irgendwas dazwischen, damit die Musik vom Smartphone (Spotify) zum Verstärker kommt. Da kenne ich mich nicht aus. Mal schauen. Irgendwo müssten auch noch Lautsprecher-Kabel sein ...

  • Erst einmal vielen Dank für Eure hochinteressanten Berichte über die HIFI-Anlagen, in denen ich so manche Übereinstimmung von Erfahrungen lesen konnte, lieber Frank und Thomas.


    Das allermeiste Zubehör (Kabel, Strom- und Aufstellungstuning etc.) ist ebenfalls Humbug.

    Im Prinzip ja, aber Du wirst ja nicht mit "Beipackstrippen" arbeiten ?!!?
    Also ich hätte ein schlechtes Gefühl, wenn ich zwischen meinem CD-Player SONY-CDP-XA50ES kein anständiges Chichkabel hätte: mit NEUTRIK-Steckern
    Mit den Lautsprecherkabel habe ich auch immense Unterschiede erfahren. Verwendete 5mm2 - Kabel hatten einen viel zu detailarmen und bassbetonten Klang.
    Erst meine heutigen EAGLE Silverline 2 x 4mm2 haben einen ungleich natürlicheren Klang.
    Zwischenzeitlich verwendete geflochtene KIMBER-Kabel habe wieder zur Seite gelegt, denn die waren nicht besser.


    Ich staune immer wieder darüber, wie oft viele Hifi-Freunde die Komponenten wechseln. Bei mir ist das anders. Ich suche meine Sachen gründlich aus und freue mich dann lange über sie. Grundsätzlich geht eine Komponente erst, wenn sie kaputt ist.

    Die Dyaudio Focus 360 finde ich auch einen ganz famosen Lautsprecher, den ich auch mal im Auge hatte ... bin aber heute bei CANTON hängen geblieben. Habe mir gerade nochmal den Testbericht/Beschreibung im Netz angesehen.
    Damals als Student war er mir Dynaudio (auch für den Selbstbau) allgemein noch zu teuer.


    Ich war deshalb Boxenselbstbauer und habe Standboxen mit Isophon, später Visaton-Chassis gebaut (bis etwa 1995). Mein letzter Selbstbaulautsprecher war die Standbox VISATON Atlas Compact (1,30m hoch mit 25cm Innentreiber und 30cm Basschassis), die heute optisch nicht mehr ins WZ passen würde, heute im Hobbyraum als Hintergrundboxen nur noch ihren Dienst (läuft wie am ersten Tag).
    Ich habe dann mehrere Standboxen von CANTON in feinstem Kirschbaumfurnier gekauft - zuerst die CANTON ERGO 100, die ich aber genau wie die anderen Modelle an der Frequenzweiche anpassen müssen, was viele Monate Hörtests und immer wieder Änderungen bedeutet hat - hat aber Spass gemacht. Es folgten weitere Modelle ... bis zur riesigen ERGO 1200.


    *** Irgendwann bin ich auf die halbaktive CANTON ERGO RC-A gestossen, die dann keiner Änderung mehr bedurfte.
    Diese habe ich auch in einer von CANTON neu aufgelegten Version (mit einem Digaital-Vr für den Bassbereich) für den Hobbyraum (deshalb mussten dort die Atlas weichen). Mit diesen bin ich jetzt seit 2003 (2009 das zweite Paar für den Hobbyraum) vollends zufrieden. Höre öfter mal bei HIFI-Händlern und kann auch heuer keine Kaufoption für eine Änderung bei mir feststellen.


    Als Vr hatte ich den grössten aus der SONY Esprit-Klasse: SONY TAF- 808ES. Ein Wahnsinnsteil auch klanglich - für die Ewigkeit gebaut.
    Da dieser sehr viel Verlustenergie hatte und verdammt heiss wurde, habe ich wieder auf den klanglich ebenso guten SONY TA-F690ES, auch mit Gibraltar Chassis und MOS FET-Endstufe zurückgewechselt, der bis heute seinen Dienst für die halbaktiven Frontboxen bestens erfüllt.
    Für die Hintergrundboxen erfüllt ein 7Kanal-Receiver seinen Dienst: SONY DA 2400ES. Auch ein Klasse Teil, der im Prinzip alleine alle Boxen mit bestem Ergebnis antreiben könnte.

    ______________


    Gruß aus Bonn


    Wolfgang

  • Im Prinzip ja, aber Du wirst ja nicht mit "Beipackstrippen" arbeiten ?!!?

    Hallo Wolfgang,


    ich schrieb ja, dass ich "normale" Pro-Kabel von Sommer oder Cordial verwende (mit ordentlichen Steckern von Neutrik oder Hicon). LS-Kabel spielen bei meinen Aktiv-LS keine Rolle. Allerdings teile ich deine Haltung auch nicht, der von dir beschriebe Wechsel mache einen Unterschied (oder könne diesen ausmachen; siehe oben). Die Sony-Komponenten sind grundsolide, schöne Geräte, fast schon Vintage. Ich hatte mal den 707-Amp aus der Serie - lange ist's her. :)

    Dyaudio Focus 360

    Dynaudio fand ich immer klasse, Optik/ Design, Verarbeitung, Chassis...gibt auch interessante Monitore des Herstellers.


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Höre öfter mal bei HIFI-Händlern und kann auch heuer keine Kaufoption für eine Änderung bei mir feststellen.


    Erlaube mir einmal Dich auf einen Boxenbauer aufmerksam zu machen: Google mal nach ›philharmonische-lautsprecher‹ und schau Dir diese Seite einmal an.
    Da kannst Du auch einen Hörtest absolvieren …


    Hoffentlich wird das nicht als Werbung aufgefasst …

    Es grüßt
    Maurice_Hol

  • Erlaube mir einmal Dich auf einen Boxenbauer aufmerksam zu machen: Google mal nach ›philharmonische-lautsprecher‹ und schau Dir diese Seite einmal an.
    Da kannst Du auch einen Hörtest absolvieren …

    Hallo Maurice_Hol,


    ja, es gibt immer wieder Alternativen. Allerdings habe ich meinen Boxenselbstbau (auch aus optischen Gründen) bereits in den 90er Jahren beendet.
    Warum sollte ich Geld ausgeben, wenn ich mit meinen halbaktiven Boxen voll zufrieden bin ?
    Die sind so gut, sodass ich diese sogar 6 Jahre später noch einmal gekauft habe, als diese bei Canton bereits nicht mehr im Programm waren ... wurden aber wegen der grossen Beliebtheit noch einmal neu aufgelegt und produziert.


    Werbung für Lohnendes ist immer gut !




    Allerdings teile ich deine Haltung auch nicht, der von dir beschriebe Wechsel mache einen Unterschied (oder könne diesen ausmachen; siehe oben).

    Ich hatte den Lautsprecherkabelvergleich ja ausprobiert und war selber verblüfft.
    Die EAGLE-LS-Kabel waren einfach natürlicher und das wummerige im Bass war wie weggeblasen.


    Wie Du bin ich ansonsten auch kein Anhänger von Kabel-Vodoo ...

    ______________


    Gruß aus Bonn


    Wolfgang

  • Ich staune immer wieder darüber, wie oft viele Hifi-Freunde die Komponenten wechseln. Bei mir ist das anders. Ich suche meine Sachen gründlich aus und freue mich dann lange über sie. Grundsätzlich geht eine Komponente erst, wenn sie kaputt ist.

    Bei mir ist es auch so. Ich habe meine derzeitigen Geräte seit 20 Jahren oder mehr. Herz meiner Anlage ist dabei der Plattenspieler, das ist meines Erachtens (nach Linn-Philosophie) schon ein sehr wichtiger Baustein, wenngleich ich den Boxen den erste Platz nicht streitig machen will. Ich hatte früher einen Linn LP12, der sehr gut spielte. Allerdings störte mich dann doch etwas das schwabbelige Subchassis, daher wechselte ich vor 15 Jahren auf einen “dps” (schlicht und einfach: Der PlattenSpieler), die Eigenentwicklung von Wilfried Bauer aus München (der hatte mir auch den Linn verkauft). Als System habe ich darauf ein Delos Lyra montiert, das einen sehr klaren transparenten Klang hat.
    Die Vinylplatte ist für mich immer noch das Zentrum meiner Musiksammlung mit knapp 2000 Scheiben, und es macht immer noch und immer mehr Spaß, diese Aufnahmen (zumeist aus den 60-70er-Jahren) zu hören. Eine Zeit lang erlag ich dem Sammelfetischismus bestimmter Pressungen der späten 50er- und frühen 60er-Jahre, die teilweise zu abstrusen Preisen geführt haben (RCA, DECCA 1st label, etc.), aber davon habe ich wieder Abschied genommen und nehme auch mit späteren Pressungen vorlieb, wenn die Interpretation der Werke nur stimmt.
    Die Boxen sind von T+A, schlanke 1,50m hohe Türme, die von einem Accuphase 307 Vollverstärker gespeist werden. Diese Komponenten besitze ich nun schon 25 Jahre und sie tun immer noch ihren Dienst. Mancha Freaks unken ja, dass der Kalottengummi im Lauf der Zeit ausleiert und die Boxen an Klangqualität verlieren. Da aber bei mir auch das Gehör in den letzten 25 Jahren sichtlich gelitten hat, stört mich so etwas nicht.
    Zur Plattensammlung gehört natürlich auch eine gute Waschmaschine, und da habe ich mich nicht lumpen lassen und das jedenfalls in den 90er-Jahren als Top-Modell gefeierte von Loricraft Audio besorgt (inkl. des berühmten Chivers-Marmeladenglas mit Spezialdeckel, in das die abgesaugte Reinigungsflüssigeit hineinläuft).


    Trotz Vinylsammlung kam ich natürlich ab Mitte der 80er-Jahre nicht an der CD vorbei, die man ja erst frenetisch feierte, bis dann auch gleich der Frust einsetzte wegen der mangelnden Aufnahmequalität. Das ist sicher heute kein Thema mehr, seitdem die Tontechniker viel dazugelernt haben. Trotzdem hat mich die CD nie richtig glücklich gemacht, schon allein deshalb, weil die schrecklichen Plastikschachteln überhaupt keinen Charme versprühen und meistens sehr schnell kaputt gehen (oder schon im Geschäft lädiert und mit Kratzern versehen angeboten werden). Am schlimmsten ist eben. dass die Zähne, die ins Mittelloch greifen, regelmäßig abbrechen un einem die Silberscheibe beim Öffnen unkontrolliert entgegen kommt und oft auf dem Boden landet. Glücklicherweise gibt es ja inzwischen viele Firmen, die auf andere Verpackungen aus Pappe gewechselt haben.
    Ich besitze einen Resolution Audio Opus 21, aber er steht jetzt nur als Fallback-Option da und wird kaum noch genützt. Die CD-Sammlung, die trotzdem stattlich ist, habe ich vorletztes Jahr in einem dreimonatigen Kraftakt komplett auf eine Synology-Diskstation gerippt, und damit wieder Platz in meinem Bücherregal für mehr Musikliteratur geschaffen. Seitdem erwerbe ich nur noch Downloads. Zum digitalen Hören besitze ich das Streaminggerät node 2i von Bluesound. Das hat für 500 Euro einen tadellosen Klang. Und ich will auch gestehen, dass das blitzschnelle Umschalten von einer Aufnahme auf die nächste ihre Bequemlichkeit hat und auch den Vorteil, wenn man verschiedene Aufnahmen vergleichen will. Die Lagerung auf dem Server hat zudem den Riesenvorteil, dass ich im ganzen Haus darauf zugreifen kann und auch in schlaflosen Nächten mit meinem iPhone mir eine Cellosuite oder die Goldbergvariationen von Bach ins Ohr träufeln kann.


    Trotzdem ist die LP weiterhin mein Hauptinteresse. Corona-Zeiten machen es einem da nicht leicht, denn ich bevorzuge analog immer den Kauf vor Ort in einem gut sortierten 2nd hand Shop und nicht bei eBay und Konsorten. Meine Hauptbezugsquelle, das Schallplattencafe Horenstein in Berlin ist nun leider Geschichte, da der Besitzer Wolf Zube letztes Jahr gestorben ist.


    Nur ganz nebenbei, da in diesem Thread eigentlich OT: Zu meiner “Anlage” gehört auch ein Stand-Grammophon von HMV aus den 30er-Jahren, und eine Sammlung von über 100 Schellack-Platten mit Aufnahmen aus der Zeit, z.B. Schnabels Beethovensonaten und Klavierkonzerte, Forellenquintett, Cellosonate op. 69 mit Schnabel/Fournier, Kreutzersonate mit Cortot/Thibaud, oder auch Budapest Quartett (Beethoven op. 59/1, Schubert D810). Auch diese Kostbarkeiten konnte ich fast alle bei Wolf Zube erwerben,

    -----------------------------------------------------------------------------------------------
    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Auch hier ist eher Konstanz angesagt, Komponenten laufen auch schon mal 20 Jahre. Warum auch nicht.

    Herz meiner Anlage ist dabei der Plattenspieler, das ist meines Erachtens (nach Linn-Philosophie) schon ein sehr wichtiger Baustein, wenngleich ich den Boxen den erste Platz nicht streitig machen will. Ich hatte führe auch einen Linn LP12, der sehr gut spielte.

    Ich teile die LINN-Philiosophie. nach sich die Klangqualität vor allem an der Quelle entscheidet. Hinzufügen mag ich, dass das allerdings aber erst auf dem Level gilt, wo alle Komponenten schon eine hohe Qualität mitbringen. Eine Quelle mit einem Preis im fünfstelligen Bereich (und diesem angemessener Qualität) wird an PC-Boxen auch nicht klingen. Ansonsten ist die Grundidee ja klar: Was die Quelle nicht liefert, kann kein Verstärker und keine Box aus dem Material rausholen.


    Herzstück ist bei mir ein Streamer/Wandler/Vorverstärker Akurate DSM/2 von LINN. Der bekommt seine Daten meistens von Qobuz und akzeptiert alles bis 192 kHz/24 Bit.


    Die Vorstufe liefert ihren analogen Output über ein LINN Black Interconnect an die Endstufe LINN 2250. Letztere gibt ihren Output über Lautsprecherkabel LINN K20 an Boxen Audio Physic Virgo III von ca. 2007


    Von dieser Kette hatte ich zuerst die Boxen ausgesucht. Begeistert hatten mich vor allem die große und präzise Räumlichkeit, welche diese Boxen bei korrekter Aufstellung anbieten. Sie fesseln den Hörer auch nicht an einen "Sweet Spot", die räumliche Verteilung bleibt über einen ziemlich großen Bereich erhalten. Dazu spielen sie für meine Ohren ziemlich neutral mit fein aufgelösten Höhen. Auch Orgel-CDs mit 32'-Register kommen gut rüber.


    Diese Boxen haben mir dann bei verschiedenen Händlern vor Augen geführt, wie viel Endstufe und Kabel eben doch an eigener Charakteristik mitbringen. Zu Kabeln: Erhellend war ein Beispiel bei einem Händler in Wiesbaden, wo ich die Boxen an einer sündhaft teuren CD-Vorstufe-Endstufen-Kombi eines Herstellers hörte, dessen Namen ich vergessen habe (ein Mehrfaches des Preises der Boxen). Beim Hören von a-capella-Chormusik von Brahms erschien mir der Sopran oberhalb von etwa e" unangemessen scharf. Ich sprach den Händler darauf an, der setzte andere Cinchkabel zwischen CD-Spieler, Vorstufe und Endstufe ein, schon war's traumhaft ... er meinte, dass er persönliche Vorlieben in diesem Segment mit Kabeln gut berücksichtigen könne, wenn die Grundausrichtung des Klangs stimmt.


    Gehört habe ich die Boxen noch an Vollverstärkern bzw. Vor/End-Kombis von Accuphase, naim, McIntosh und eben an der Endstufe LINN 2250. Letztere zauberte nicht nur einen wunderbar seidigen Klang, sondern wirkte nochmal wie ein Vergrößerungsglas für die Klangbühne.


    Diese Kombination, Audio Physic Virgo III und LINN 2250, lief erst am regelbaren Ausgang meines damaligen CD-Spielers Sony XA-50ES, später dann am Multiplayer Unidisc SC mit eingebauter Vorstufe. Der Wechsel vom Sony zum LINN Unidisc SC hat mir sehr klar vor Ohren geführt, welchen großen Einfluss die Quelle auf die Klangqualität hat. Die Auflösung, gerade bei niedrigeren Lautstärken, war um Klassen besser - Hören war weniger anstrengend. Das gilt erst recht für die Hörlautstärke: Mit der besseren Quelle waren höhere Pegel mögluvh, ohne dass der Klang nervte.


    Als der Laser seinen Geist nach und nach aufgab, wurde der Unidisc SC durch einen Streamer mit Vorverstärker ersetzt, eben der LINN Akurate DSM/2 als Gebrauchtgerät.


    Dazu kam dann noch ein Multiplayer Oppo UDP-203, der seine Audio-Daten per HDMI digital an den Wandler im LINN Akurate weitergibt, d. h. der Oppo ist für CDs, Blu-ray Audio, SACD usw. nur ein Laufwerk mit Digitalausgang, den Rest macht der LINN. Dazu spielt der Oppo auch DVDs und Blu-rays ganz wunderbar ab.


    Das ist die heutige Kette: Oppo UDP-203, HDMI-Kabel Audioquest Cinnamon, Streamer/Wandler/Vorstufe LINN Akurate DSM/2, Cinch-Kabel LINN Black Interconnect, Endstufe LINN 2250, Lautsprecherkabel LINN K20, Boxen Audio Physic Virgo III.


    Netzleiste Music Line ML 6, Steckdose von HMS.


    Der Traum wäre die komplette Akurate-Kette von LINN; bestehend aus dem Akurate Exakt DSM und den Lautsprechern LINN Akubarik Exakt. Letztere sind nicht nur vollaktiv, sondern besorgen auch gleich die D/A-Wandlung und haben die Vorstufe in sich. Lautsprecherkabel gibt*s da nicht mehr, die Lautsprecher werden an Strom und Ethernet angeschlossen. Fertig. Beim nächsten Lottogewinn ... ;)


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Da aber bei mir auch das Gehör in den letzten 25 Jahren sichtlich gelitten hat, stört mich so etwas nicht.

    Solche Aussagen hört man häufig. Das ist ungefähr so als würde man sagen, ich brauche keine neue Brille, meine Augen werden sowieso immer schlechter. Das Gegenteil ist doch der Fall: Je schlechter die Ohren werden, desto wichtiger ist es, möglichst viel an Klangqualität der Anlage zu erreichen, sonst hört man ja noch weniger.

    Das ist mein größter Einwand gegen Musik, dass Österreicher darin exzelliert haben.
    (Arno Schmidt: Das steinerne Herz)

  • Kleiner Einwurf: Ich bin mir nicht sicher, ob Klangqualität und deren Verbesserung aus der Perspektive des Hörgeschädigten dasselbe bedeutet wie aus der Perspektive des nicht Hörgeschädigten, dem aber Perfektionierung wichtig ist. Im ersten Fall geht es z. B. (mir) darum, höherfrequente Töne besser hören zu können. Wer da nicht beeinträchtigt ist, benötigt da keine Anhebung.


    :wink:

    Es grüßt Gurnemanz
    ---
    Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
    Helmut Lachenmann

  • Solche Aussagen hört man häufig. Das ist ungefähr so als würde man sagen, ich brauche keine neue Brille, meine Augen werden sowieso immer schlechter. Das Gegenteil ist doch der Fall: Je schlechter die Ohren werden, desto wichtiger ist es, möglichst viel an Klangqualität der Anlage zu erreichen, sonst hört man ja noch weniger.

    Also der Vergleich ist wohl etwas schief. Man kann den Bedarf einer neuen Brille nur mit einem Hörgerät vergleichen, aber nicht mit einem Lautsprecher. Ich bin auch nicht in dem Sinn hörgeschädigt. Mein Satz war vor allem ironisch gemeint, denn ich gebe nicht alle 5 Jahr 5000 Euro aus, um meine Boxen “frisch” zu halten. Die Musik ist für mich das primär Wichtige, und wenn dann die Transparenz der Wiedergabe vielleicht nicht mehr so ist wie früher, dann ist mir das nicht so wichtig. So war mein Hörraum vor 2 Jahren noch.ein anderer und besserer als jetzt nach einem Umzug. Die Lebensqualität ist aber in unserem neuen Heim zehn Mal besser und da verzichte ich gerne auf das letzte Quäntchen Klangqualität. (Man muss bei solchen Fragen ernsthaft auch den WAF berücksichtigen... WAF= woman’s acceptance factor :D ).
    Diese Einstellung ist hoffentlich aus meinem ganzen Beitrag im Vergleich zu den anderen Beiträgen klar geworden. Mit Monster-Kabeln und Spezial-Steckdosen z.B. habe ich mich noch nie befasst. Dafür wende ich mich lieber intensiv der Pflege und Aufbewahrung der LPs zu (regelmäßige Wäsche und Aufbewahrung in antistatischen Nagaoka inner sleeves).


    Vielleicht werde ich ja als Dinosaurier belächelt, aber ich wollte trotzdem meine Vorliebe für die analoge Welt vorstellen und sehen ob es Gleichgesinnte gibt. Ich will dabei betonen, dass ich kein militanter Vinylist bin. Das geht ja schon daraus hervor, dass ich auch viel über Streaming höre (allerdings nicht online, sondern nur gespeicherte Dateien).

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Zur Linn‘schen „Quellen-Priorität“ sollte man bedenken, dass diese noch aus Analogzeiten stammt und damals noch eine andere Berechtigung hatte, als heutzutage, wo bedeutend weniger schiefgehen kann. Selbst schlechte Digitalquellen bewegen sich mit ihren „Qualitätsproblemen“ zumeist jenseits von Hörbarkeitsschwellen (zumindest, wenn man objektivierend = verblindet testet).


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Selbst schlechte Digitalquellen bewegen sich mit ihren „Qualitätsproblemen“ zumeist jenseits von Hörbarkeitsschwellen (zumindest, wenn man objektivierend = verblindet testet).

    Das möchte ich, die Erinnerung Sony XA-ES 50 vs. LINN Unidisc SC noch lebhaft, bestreiten ... in der Raumabbildung, im Timing, im "Nervfaktor", wenn*s lauter wird, kommt man dem ziemlich schnell auf die Schliche ...


    Der ultimative Test war der Beginn von Peter Cornelius' "Der alte Soldat" (aus: Drei Männerchöre op. 12). Beginn dreistimmig, Bass I/II/III im homophonen Satz, pianissimo, Lage zwischen As und es, höher als ces' wird's nicht. Enge Lage fast durchweg. Mit dem Sony dumpf, breiig, mit dem LINN waren die drei einzelnen Stimmen klar zu verfolgen.


    Vielleicht ein extremes Beispiel, aber der Sony hatte vor ca. 25 Jahren auch einen Neupreis von DM 2.500,-.


    Bei anderem Material waren die Unterschiede nicht so drastisch, aber klar erkennbar.


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Vielleicht werde ich ja als Dinosaurier belächelt, aber ich wollte trotzdem meine Vorliebe für die analoge Welt vorstellen und sehen ob es Gleichgesinnte gibt. Ich will dabei betonen, dass ich kein militanter Vinylist bin. Das geht ja schon daraus hervor, dass ich auch viel über Streaming höre (allerdings nicht online, sondern nur gespeicherte Dateien).

    Lieber Leverkühn
    hier gibt es schon noch weitere Dinos, z.B. mich und auch Freund Hueb. Die Schallplatte hat schon was und macht einfach mehr Spaß als die CD. Die sammle ich natürlich auch, aber in erster Linie Aufnahmen, die es auf LP nicht gibt. Der Grundbestand an Klassikwerken existiert nach wie vor auf Vinyl und wird auch gehört. Und ich kaufe auch immer noch ab und zu dazu. Nicht unbedingt das, was neu herauskommt (von den vielen Reissues habe ich das meiste eh schon original), sondern second hand. Da habe ich hier in Stuttgart eine sehr gute Quelle.


    Meine Musikanlage verdanke ich einem Freund, der vor 15 Jahren meinte, mit meiner "Studentenanlage" ginge es ja wohl nicht weiter und mir preiswert hochwertige Gebrauchtkomponenten besorgt hat. Mein Linn-Plattenspieler (Einstiegsmodell) läuft nach 30 Jahren immer noch. Und zwischen dem und den Boxen von Thiel findet sich eine Vorverstärker von Krell (PAM3) und eine Endstufe von Electrocompaniet. Als CD Spieler dient das ehemalige Flaggschiff von Cambridge Audio. Daneben habe ich noch zwei Kopfhörerplätze, die mit kleineren Komponenten ebenfalls von Cambridge Audio bzw. Yamaha/Audio Fidelity bestückt sind. Mit dem Sennheiser HD 600 bin ich komplett glücklich. Gestreamtes (von idagio) höre ich mit Grado Sr 125 vom ipad.


    Die furchtbaren CD Jewel Cases schmeiße ich übrigens gleich weg und bewahre die CDs mit dem Booklet in passenden Soft Bags auf, praktisch wie kleine LPs.


    So, die bessere Hälfte ruft nach Abendbrot, muss an den Herd. :D


  • Die furchtbaren CD Jewel Cases schmeiße ich übrigens gleich weg und bewahre die CDs mit dem Booklet in passenden Soft Bags auf, praktisch wie kleine LPs.

    Eigentlich pfiffig ... aber wie klappt das mit dem Sortieren bei Neukäufen, wenn man mehr als 10-15 CDs besitzt (wovon ich ausgehe) ?? oder ist das ein Loseblattsystem??

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Also der Vergleich ist wohl etwas schief. Man kann den Bedarf einer neuen Brille nur mit einem Hörgerät vergleichen, aber nicht mit einem Lautsprecher.

    Dann mache ich einen anderen und vielleicht besseren Vergleich: Wenn ich schlecht sehe, tue ich mich beim Lesen eines gut gesetzten und gedruckten Buches viel leichter als wenn ich eine mäßige Fotokopie vor mir habe. Und beim Hören ist es eben wichtig, dass möglichst wenig von der Klanginformation der Aufnahme bei der Wiedergabe verloren geht. Wenn die Kette schon 30 Prozent unterschlägt und ich mit den schlechten Ohren davon nur 60 Prozent höre, krieg ich weniger mit als wenn ich 60 Prozent von 90 Prozent höre.

    Das ist mein größter Einwand gegen Musik, dass Österreicher darin exzelliert haben.
    (Arno Schmidt: Das steinerne Herz)

  • Zitat von leverkuehn

    ich wollte trotzdem meine Vorliebe für die analoge Welt vorstellen und sehen ob es Gleichgesinnte gibt.

    Bei mir läuft auch sehr viel Vinyl. Meine Anlage stelle ich in diesem Thread aber mal lieber nicht vor. Ist verglichen mit den Kleinwagenparks, die manche/r hier im Hörraum/Wohnzimmer stehen hat, eigentlich eher eine Kinderzimmerkette ... :D Aber ich bin mit den Geräten in dieser Kette (TT/CD, Amp, LS), die nun seit jetzt fast 30 Jahren ohne Murren, Knurren, Knacken und Rauschen ihren Dienst versehen und dabei in meinen Ohren sehr gute Ergebnisse abliefern, völlig zufrieden und glücklich. :)


    Adieu
    Algabal

    Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.

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