Saint-Saëns: Klavierkonzerte - Betrachtung der verfügbaren Gesamtaufnahmen

  • Saint-Saëns: Klavierkonzerte - Betrachtung der verfügbaren Gesamtaufnahmen

    Mein Erstkauf 2021 war die digitale GA der Saint - Saens - Klavierkonzerte mit Stephen Hough / City of Birmingham So / Sakari Oramo.

    Dieser Kauf war zunächst ein erneuter Versuch, die Klavierkonzerte endlich einmal in einer akzeptablen GA zur Verfügung zu haben. Die bisherigen GA; die viel zu gemütliche mit Roge / Dutoit (Decca-Doppel-CD) hatte ich schon vor Jahren abgesetzt. Die etwas bessere, aber recht langsame mit Ciccolini / Baudo (EMI) kann jetzt meinerseits im Prinzip auch weitergegeben werden.
    8) Denn wie ich seit heute weis, ist dieser Versuch ausgezeichnet gelungen, denn diese brillante GA ist ausgezeichnet gelungen.

    Ein auch bei uns bekannter Klavierspezialist ACOMA (Siamak) hatte vor Jahren in einem Saint-Saens-KK-Therad bereits geschrieben, dass diese GA, das Zeug hat neben dem KK Nr.2 auch die KK Nr.1 , 3-5 gleichwertig erscheinen zu lassen. Da auch die Tempi 5 KK der absolut stimmig sind, weit zügiger als Ciccolini; und das bei jedem Satz innerhalb der Klavierkonzerte.

    :) Ausserdem hat die Hyperion Doppel-CD noch einige weitere Leckerbissen zu bieten. Es sind nämlich alle Werke für Klavier und Orchster vorhanden:
    Klavierkonzerte Nr. 1 - 5
    Wedding Cake op.76
    Rhapsodie d´Auvergne op.73
    Allegro appasionato op.70
    und Africa op.89
    ^^ Besonders die vor guter Laune nur so sprühende Africa - Fantasie macht durch ihre spielerische Virtuosität richtigen Hörspass und war neben den anderen Werken für K + O eine Neuentdeckung für mich.

    *** Was die Klavierkonzerte Nr. 2 und 4 angeht, sind diese auch mit Hough / Oramo klasse interpretiert, doch an die herausragende Einspielung mit Entremont / Ormandy (SONY) kommt diese nicht an die virtuose und auch orchestral spannendere, alle Ecken und Kanten ausspielenden Aufnahmen heran.

    Klanglich sind diese Hyperion-Aufnahmen auf recht aktuellem Niveau. Sehr schöner perlender und sonorer Klavierklang. Der orchestrale Klangeindruck ist etwas halliger und damit im Forte nicht immer so präzise, ;) wie die alten SONY-Analogaufnahmen mit Ormandy.


    Hyperion, 2000-2001, DDD


    Welche GA der Klavierkonzerte haben noch das Niveau, hier Erwähnung zu finden ?

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

  • Diese. Hat mir sehr gut gefallen und gefällt mir noch. Müsste ich mal wieder hören, aber ich komme wie immer zu nichts.
    Jean-Philippe Collard, André Previn, Royal Philharmonic Orchestra.

    Helli

  • Mit GAs habe ich es ja schwer , denn wer spielt schon alles auf höchstem Niveau ? Nichtsdestotrotz habe ich den Ciccolini als Alternative ,vielleicht gerade aus den von teleton genannten Gründen . Aber eigentlich reicht mir Jeanne-Marie Darre völlig , und dazu noch einige einzelne Konzerte mit anderen Pianisten , um das Bild abzurunden .Wie ich hier im Forum schon schrieb : sie kannte den Komponisten , hatte einen kongenialen Begleiter in Louis Fourestier , und was konnte die Frau spielen ! (Nicht nur Saint-Saens ) .

    Good taste is timeless - "Ach, ewig währt so lang " - "But I am good. What the hell has gone wrong?" - A thing of beauty is a joy forever.

  • Eine Spitzenaufnahme ist die von Jeanne-Marie Darré, die noch bei Saint-Saens studierte. Louis Forestier und das Orchestre de la Radiodiffusion Francais begleiteten sie 1958. Mono und somit nicht teletontauglich ;)

    Ich halte durchaus auch Ciccolini/Baudo für ganz große Klasse.

    Und hoffe, dass Bertrand Chamayou seinen Zyklus bald vollendet. Fehlen noch die Konzerte 1, 3 und 4.

    Etwas enttäuschend die neue Chandos-GA mit Louis Lortie - aber klingt bestimmt super...


    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Mit GAs habe ich es ja schwer , denn wer spielt schon alles auf höchstem Niveau ? Nichtsdestotrotz habe ich den Ciccolini als Alternative ,vielleicht gerade aus den von teleton genannten Gründen . Aber eigentlich reicht mir Jeanne-Marie Darre völlig , und dazu noch einige einzelne Konzerte mit anderen Pianisten , um das Bild abzurunden .Wie ich hier im Forum schon schrieb : sie kannte den Komponisten , hatte einen kongenialen Begleiter in Louis Fourestier , und was konnte die Frau spielen ! (Nicht nur Saint-Saens ) .

    Zwei Doofe, ein Gedanke :D :cincinbier:

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Zitat von Général Lavine

    Und hoffe, dass Bertrand Chamayou seinen Zyklus bald vollendet. Fehlen noch die Konzerte 1, 3 und 4.

    Oh, ist das geplant? Das wäre toll, denn die Scheibe mit 2 und 5 ist eine der allerbesten Saint-Saëns Aufnahmen, die ich habe.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Tacchino/Froment hatten den ganzen Kleinkram auch schon dabei. Vox nennt übrigens als Aufnahmedaten April 1974, Mai 1973 Mai 1974 und Mai 1976, in dieser Reihenfolge, ?( , ohne Hinweis darauf, auf welches Werk sich die Angaben beziehen.
    Dürften also wohl ziemlich die ersten gewesen sein.

  • Oh, ist das geplant? Das wäre toll, denn die Scheibe mit 2 und 5 ist eine der allerbesten Saint-Saëns Aufnahmen, die ich habe.

    Kennst Du Chamayous Mendelssohn-Album? Das finde ich ganz ausgezeichnet. Da interessiert mich Deine Meinung.
    Leider weiß ich nicht, ob und wann die Konzerte 1, 3 und 4 noch erscheinen werden.
    Alldieweil kann man sich aber ganz vorzüglich mit dieser wunderbaren Scheibe, die mir viel Hörvergügen bereitet, über die Wartezeit hinwegtrösten.

    “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability."
    Oscar Wilde

  • Ah, die hast Du schon? Sie ist ganz oben auf meiner Einkaufsliste - lange kann es also nicht mehr dauern, bis sie in meinem Player landet.

    Chamayous Mendelssohn habe ich und die Platte ist hervorragend. Aber ich muss sie mir noch einmal anhören, um genaueres zu den einzelnen Stücken sagen zu können.

    Im Zweifelsfall immer Haydn.

  • Philippe Entremont

    Die für mich wichtige Ergänzung zur wirklich ausgezeichneten Hough / Oramo - GA sind die Aufnahmen aus 1964 und 1961 der Klavierkonzerte Nr.2 und 4 mit Entremont / Ormandy (SONY).
    Es ist einfach unglaublich welche Energie und noch darüber hinausgehende Brillanz sowohl von Entremont, wie auch orchestral von Ormandy ausgeht.


    SONY, 1961 - 1969, ADD


    Eugene Ormandy halte ich ohnehin für einen wahnsinnig guten Dirigenten von Solokonzerten, der nicht nur eine blose Begleitung abliefert, sich auf den Solisten einstellt und seinen Part mit Spannung und Emotion ausfüllt.
    Egal ob es die Violinkonzerte von Tschaikowsky, Sibelius (mit Oistrach), Schostakowitsch Cellokonzert Nr.1 (mit YoYoMa und Rostropowitsch), auch das kabalewsky - CC, Klavierkonzerte von Tschaikowky Nr.1 (mit Joselson) - Nr.2 (mit Graffmann), Grieg (mit Entremont) sind, das sind alles feurige kurzweilige Wiedergaben, die richtig Hörspass machen.


    *** Entremont hat auch eine GA der Saint - Saens - KK mit Michel Plasson / L'Orchestre du Capitole de Toulouse (CBS) vorgelegt.
    Mein Hörtest in diese GA ergab keine Kaufoption, denn der orchestrale Part war einfach zu abgeklärt, zurückhaltend, zu brav ... zu nett. Und Entremonts Brillanz vernehme ich dort auch nicht in dem Ausmaß wie mit Ormandy.

    Neuausgabe:
    CBS, 1976-78, ADD

    ______________

    Gruß aus Bonn

    Wolfgang

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!