STREAMING-DIENST: Qobuz

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • STREAMING-DIENST: Qobuz

    Die Angebote von Idagio, Spotify und die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker haben hier bereits eigene Threads.


    Ich möchte kurz meinen Streaming-Dienstleister Qobuz vorstellen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Paris. Es wurde 2007 gegründet, stand 2015 trotz steigender Abonnentenzahlen kurz vor dem Konkurs, wurde aber erfreulicher Weise von der französischen digitalen Vertriebsplattform Xandrie übernommen. Ich weiß nicht mehr, wann ich genau auf Qobuz aufmerksam geworden bin. Jedenfalls habe ich zunächst Alben im Download erworben und erst später den Streaming-Dienst abonniert.


    Die Möglichkeit, Alben zu kaufen und herunterzuladen, unterscheidet Qobuz meines Wissens von den meisten anderen Streaming-Diensten. Bei Spotify, Tidal, Napster zumindest gibt es diese Option nicht.


    Qobuz hat einen umfangreichen, spartenübergreifenden Katalog. Idagio wäre mir persönlich zu eng auf Klassik eingegrenzt.


    Nicht verfügbar sind Produktionen aus dem Hyperion-Katalog. Auch Tacet ist nicht vertreten. Aufnahmen von Myrios und MDG gibt es zum Teil im Download-Bereich, aber nicht im Streaming. Ansonsten habe ich keine Lücken entdeckt.


    Im Abonnement ist es wie bei den meisten anderen Diensten auch möglich, sich Titel für eine Wiedergabe außerhalb von WLAN oder ausreichendem Mobilfunknetz auf den Rechner oder das Smartphone zu laden. Natürlich kann man diese dann nicht auf andere Medien kopieren. Bei Spotify gab es zumindest früher - den aktuellen Stand weiß ich nicht - irgendeine Titel- oder Zeitbegrenzung für diesen vorübergehenden Download, das ist bei Qobuz nicht der Fall.


    Wie ich beim aktuellen Blick auf die Homepage gesehen habe, gibt es derzeit nur noch Streaming-Abonnements mit "HiRes"-Option. Früher konnte man auch ein günstigeres Abonnement mit Beschränkung auf CD-Qualität abschließen. Die Preise beginnen bei ca. 15 Euro (monatlich bei Abschluss eines Jahres-Abos). Es gibt gegen Aufpreis die Option für monatlich kündbare Abonnements und Familien-Abos mit bis zu sechs Teilnehmern, die unter derselben Adresse gemeldet sein müssen.


    Hier gibt es einen Überblick über die "kompatiblen" Marken, also die Hersteller, deren Streaming-Hardware Qobuz eingebunden hat.


    Natürlich kann man auch ohne werkseitige Einbindung Qobuz über den PC streamen, mit Anbindung via HDMI-Ausgang oder USB-DAC auch in HiRes.


    Ich verwende zu Hause einen Yamaha-AV-Receiver. Die entsprechende Steuerungssoftware ("MusicCast" für Android) läuft problemlos. Qobuz bietet eigene Apps für Apple, Android und Windows an, außerdem gibt es einen plattformunabhängigen Webplayer. Die Apple- und Android-Anwendungen können via Chromecast entsprechend kompatible Geräte fernansteuern.


    Ein großes Problem ist bei der Konstellation meiner Komponenten, dass Yamahas MusicCast-App Qobuz bislang (auch nach einem kürzlich erfolgten Firmware-Update) nicht gapless wiedergeben kann, was natürlich eigentlich ein K.-O.-Kriterium ist. Habe ich zu spät bemerkt. Den Receiver wollte ich dann nicht deswegen umtauschen. Also habe ich nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Am einfachsten ist es, für diese Fälle den Windows- oder Apple-Rechner via HDMI direkt an den Receiver anzuschließen. Eine aus meiner Sicht funktionell nicht befriedigende Krücke ist das Programm Audirvana, das grundsätzlich im WLAN auf den Receiver streamen kann. Vielleicht funktioniert das mit leistungsfähigeren Maschinen oder mit schnellerem WLAN, bei mir gibt's jedenfalls zu viele Aussetzer. Eine zeitlang habe ich mit Bubble-UPNP (Android) gearbeitet, das auch auf verschiedene Quellen (Qobuz, Tidal, Spotify, Deezer, Heim-NAS) zugreifen kann. Zuletzt funktionierte da gapless leider auch nicht. Müsste ich mal wieder probieren. Insofern arbeite ich momentan mit dem Direktanschluss des PCs an den Receiver, wenn ich gapless brauche.


    Geschmackssache ist die Gestaltung des Internetauftritts und der App-Oberfläche. Mir gefällt's. Die Suchfunktion der Android-App ist sehr viel gnädiger als die bei Spotify. Schreibfehler werden toleriert. Natürlich muss man auch bei Qobuz manchmal merkwürdige Umwege auf der Suche nach bestimmten Alben beschreiten, aber mehr Fantasie als bei Amazon braucht man auch nicht. Für viele Alben kann man über Qobuz auch das Booklet als pdf herunterladen. Teilweise vor allem auch für das Nachlesen von Aufnahmedaten sehr nützlich.


    Alles in allem bin ich nach kurzen Probeabonnements von Tidal, Spotify und Idagio nun doch bei Qobuz hängengeblieben.


    Es gibt hier im Forum meines Wissens einige weitere Nutzer von Qobuz. Vielleicht mag der eine oder andere ja etwas beitragen.

  • Nicht verfügbar sind Produktionen aus dem Hyperion-Katalog.

    Letzte oder vorletzte Woche habe ich einen relativ neuen Titel aus dem Hyperion-Katalog vergeblich bei Spotify gesucht. Ist das eine generelle Firmenpolitik von Hyperion, bei Streamingdiensten nicht vertreten sein zu wollen?

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Auch Linn Records sind generell nicht im Angebot - da ich nur Qobuz nutze, weiß ich aber nicht, ob Linn bei anderen Streamingdiensten vertreten ist oder ob das auch hier Firmenpolitik ist.


    Manchmal ist es schon ärgerlich mit Hyperion und Linn - aber häufig kaufe ich mir die begehrten "Platten" dann ohnehin. Und das geht bei Hyperion und Linn sehr gut direkt in deren Shops. Und mit etwas Geduld gibt es dort ja auch Ausverkaufe oder Aktionen, wo man sie etwas günstiger erhält.

  • Des Braccio Worte kann ich alle bestätigen. Bin unterm Strich sehr zufrieden mit Qobuz.


    Ärgerlich:
    - Titel sind nicht immer gut getaggt. Klickst Du eine Box an, so kann es sein, dass Du nur "Titel 1, Titel 2, Titel 3, ..." im Verzeichnis siehst. Was bei der Box der Beethoven-Sonaten mit Gulda bei Orfeo lästig ist, da Du parallel bei amazon schaun musst, auf welcher CD und bei welchem Track die Sonate op. 81a ist.
    - Das Lesen der Beihefte wird nur in der Qobuz-App angeboten. Zur Steuerung meines Streamers muss ich aber die LINN-App nehmen, welche die Funktion des Beiheftes nicht anbietet (ok, das ist ein Problem der LINN-App). So hat man zwei Tablets herumliegen ...


    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Manchmal ist es schon ärgerlich mit Hyperion und Linn - aber häufig kaufe ich mir die begehrten "Platten" dann ohnehin. Und das geht bei Hyperion und Linn sehr gut direkt in deren Shops.

    Gilt das jetzt auch noch für Lieferungen aus dem Nicht-EU-Ausland? Als gleichermaßen ängstlicher wie bequemer Internetkäufer würde ich persönlich ja versuchen, die Platten über die bewährten Anbieter Amazon und jpc zu bekommen, statt direkt individuell aus dem UK zu bestellen.

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Auch Linn Records sind generell nicht im Angebot - da ich nur Qobuz nutze, weiß ich aber nicht, ob Linn bei anderen Streamingdiensten vertreten ist oder ob das auch hier Firmenpolitik ist.

    Einige Aufnahmen von Linn Records gibt es bei Apple Music/iTunes sowie bei Deezer.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Salve,
    Ich bin seit zwei Monaten bei Qobuz und sehr glücklich damit. Nach Erfahrungsaustausch, hier und mit meiner Chefberaterin "Für die Laien", habe ich meiner Probeabo verlängert und gleich das Jahresabo genommen, das monatlich 5 EUR weniger kostet. Mir war Klangqualität wichtig und das Angebot ist auch hervorragend. Für meinen Geschmack, Blues & Jazz & Klassik eine Wundertüte.
    Meine Naim App kann nicht nur die Beihefte aufzeigen, sondern lässt mich auch prima suchen. Hyperion wäre natürlich schön zu haben. Das Label schätze ich sehr. Hin und wieder auch nicht Komplett-Angebote, sondern Appetizer. Bei der tollen CD von Weithaas & Friends mit den Oktetten von Mendelssohn & Enescu ist jeweils der erste Satz gesperrt.
    Gruß, Frank

  • Gilt das jetzt auch noch für Lieferungen aus dem Nicht-EU-Ausland? Als gleichermaßen ängstlicher wie bequemer Internetkäufer würde ich persönlich ja versuchen, die Platten über die bewährten Anbieter Amazon und jpc zu bekommen, statt direkt individuell aus dem UK zu bestellen.

    Ich habe auch bei Presto Music gekauft. Zur Zeit gibt es da im Brexit-Übergangsstadium reduzierte Preise für CDs, aber nur bis 30.6. meines Wissens. Die bieten teilweise neben der physischen CD auch Downloads in verschiedenen Qualitätsstufen an.
    (prestomusic.com)

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    Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)

  • Bei mir hat diese Diskussion hier zumindest schonmal den unerwarteten Nebeneffekt gezeitigt, dass ich gerade tatsächlich doch eine physische Hyperion-Bestellung aufgegeben habe mit:

    Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

  • Bislang hatte ich Qobuz mit dem Qobuz-Webplayer am PC genutzt, d. h. per zwischengeschalteten DAC gab es dann die Verbindung zur Hifi-Anlage. Gapless- und HiRes.Wiedergabe sind so kein Problem.


    Vor kurzem hatte ich die Idee, den Himedia Q30-Mediaplayer mit Qobuz auszuprobieren, den ich bis dahin hauptsächlich nutze, um Filme und Serien zu streamen sowie Musik- und Videodateien von externer Festplatte abzuspielen. Letzte Woche installierte ich dann die Qobuz-Android-App auf dem Mediaplayer, der per Toslink mit dem Verstärker sowie per HDMI mit dem TV verbunden ist. Mit den Qobuz-Zugangsdaten auf der App eingeloggt und los gings. Auch hier kann ich Aufnahmen in HiRes und gapless streamen. Für eine stabile Internetverbindung habe ich den Mediaplayer per Ethernet mit dem Router verbunden. Tonaussetzer, App-Abstürze o. ä. hatte ich bis jetzt nicht gehabt.


    Zur besseren Bedienbarkeit des Mediaplayers habe ich eine kleine Tastatur mit integriertem Mauspad per USB-Kabel angeschlossen, weil mir das mit der Fernbedienung zu umständlich ist.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Bislang hatte ich Qobuz mit dem Qobuz-Webplayer am PC genutzt, d. h. per zwischengeschalteten DAC gab es dann die Verbindung zur Hifi-Anlage. Gapless- und HiRes.Wiedergabe sind so kein Problem.


    Vor kurzem hatte ich die Idee, den Himedia Q30-Mediaplayer mit Qobuz auszuprobieren, den ich bis dahin hauptsächlich nutze, um Filme und Serien zu streamen sowie Musik- und Videodateien von externer Festplatte abzuspielen. Letzte Woche installierte ich dann die Qobuz-Android-App auf dem Mediaplayer, der per Toslink mit dem Verstärker sowie per HDMI mit dem TV verbunden ist. Mit den Qobuz-Zugangsdaten auf der App eingeloggt und los gings. Auch hier kann ich Aufnahmen in HiRes und gapless streamen. Für eine stabile Internetverbindung habe ich den Mediaplayer per Ethernet mit dem Router verbunden. Tonaussetzer, App-Abstürze o. ä. hatte ich bis jetzt nicht gehabt.


    Zur besseren Bedienbarkeit des Mediaplayers habe ich eine kleine Tastatur mit integriertem Mauspad per USB-Kabel angeschlossen, weil mir das mit der Fernbedienung zu umständlich ist.

    Nochmals herzlichen Dank für diese Anregung! Bei mir hängt der Q30-Player jetzt über HDMI am Receiver, als Fernbedienung habe ich mir noch eine Minitastatur von Orbismart dazu gekauft, die via Bluetooth-Dongle mit dem Player verbunden ist. Die Android-App von Qobuz ist zwar ganz eindeutig für berührungssensible Displays optimiert, aber mit Maus und Pfeiltasten geht es auch so einigermaßen. :top:

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