Muzio Clementi (1752-1832)

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins hier statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.
  • Christoph Eschenbach spielt - in dieser vor kurzem veröffentlichten Box enthalten, die mit Beyers Vorschule beginnt und mit Mendelssohns Liedern ohne Worte endet - auch einige Clementi-Sonatinen.


    Herzliche Grüße
    AlexanderK

  • Naxos 2019


    Naxos hat die Klaviersonaten von verschiedenen Künstlern einspielen lassen. Nach einigen Hörproben war ich sehr angetan und gedenke mir, alle diese Scheiben anzuschaffen. Begonnen habe ich mit der US-koreanischen Pianistin Soyeon Kate Lee, deren 2018 aufgenommenen Beitrag zur Serie ich wärmstens empfehlen kann. Ihre Interpretation verleugnet nicht das - natürlich gegebene, aber von Mozart einseitig und übertrieben betonte - Virtuose in Clementis Kompositionsstil, verdeutlicht aber vorzüglich, daß da weit mehr enthalten ist. Gerade die langsamen Sätze sprechen mich besonders an und sind alles andere als die Schöpfungen eines bloßen Mechanicus. Nach den Kommentaren in diesem Thread bin ich jedoch nicht nur gierig auf die Klavierwerke, sondern auch auf die Symphonien. Mir schwant Unheil für mein Börserl...

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    Homo sum, ergo inscius.

  • NAXOS 1995


    Balázs Szokolays Clementi-Disc ist unter den Naxos-Clementis eine der frühesten, wenn nicht sogar die älteste und wurde 1990 eingespielt. Der Künstler entstammt einer renommierten Musikerfamilie (sein Vater ist der Komponist Sandor Szokolay, sein Neffe der Pianist Ádám Szokolay). Während Soyeon Kate Lee mit äußerster Disziplin, aber trotzdem mit Seele interpretiert, geht Szokolay mit etwas mehr Temperament und Leidenschaft, auch etwas mehr Pedal zur Sache. Er macht das aber nicht weniger wunderbar. Ich gestehe, beim Anhören bei mir Anzeichen einer fortgeschrittenen Clementi-Sucht entdeckt zu haben. Glücklicherweise habe ich schon - nicht zuletzt, um mich über den aktuellen Lockdown hinwegzutrösten - mehrere (Naxos-) Medikamente für dieses Leiden entstanden.

    Auf dieser Scheibe hört man auch die Sonate op.24,2 mit dem Zauberflötemotiv, da bekommt man doch irgendwie das Gefühl, daß der oft allzu schnabelfertige Mozart mit der Verwertung eine kleine indirekte Abbitte leisten wollte. Zumindest möchte man das gern glauben.

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    Homo sum, ergo inscius.

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  • Köszönöm szépen, kedves kartársom! Soeben habe ich eine weitere Clementi-Disc aus dem Briefkasten gefischt, im Moment bin ich der Oper ziemlich untreu...

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    Homo sum, ergo inscius.

  • NAXOS 1999


    Op.40, 1-3 demonstriert innerhalb des bisher Gehörten am ehesten die virtuosen Eigenschaften von Clementis Musik, aber auch seine enorme Bandbreite. Da ist alles dabei, von perlenden Extremläufen bis zu verträumter Romantik. Manches mag eher äußerlich sein, aber man darf sich durch die recht extremen technischen Anforderungen nicht täuschen lassen. Da steckt viel mehr drin. Immer wieder empfinde ich hier ein höchstgradiges Klaviergenie und obwohl ich versuche, mich nicht in verfrühter Begeisterung zu suhlen, bleibt der Eindruck auch bei den Stücken, die ich gleich zweimal angehört habe, bestehen.

    Pietro De Maria ist für diese Sonaten ein idealer Interpret. In ganz wenigen Extremphrasen scheint er mir sogar ein Alzerl (pardon für diesen wienerischen Ausdruck, aber Nuance träfe es nicht) zu übertreiben. Das mag aber dem einmaligen Eindruck und dem Mangel an Vergleichen geschuldet sein. Jedenfalls verdient er so wie die obigen Naxos-Einspielungen fünf Sterne.

    Clementi hat übrigens eine weitere sehr bedenkliche Nebenwirkung: Sein bedeutendster Schüler John Field beginnt eine ähnlich magnetische Wirkung auf mich auszuüben. Felix, ich ahne Dein smirking face!

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    Homo sum, ergo inscius.

  • John Field war selber suchtkrank. Die Sucht, die seine Musik auslöst, ist zwar ansteckend, aber nicht gesundheitsgefährdend.

    Ein besonderer Vektor dieser Sucht ist der Pianist John O'Conor (derjenige, bei dem ich mich am häufigsten booste).

    Alles, wie immer, IMHO.

  • NAXOS 2018


    Also bis jetzt kann ich NAXOS zu dieser Serie nur gratulieren. Der aus Bulgarien stammende Stefan Chaplikov steht den anderen Pianisten (für Gendersüchtige: das ist pars pro toto) in nichts nach. Und was er spielt, nun, Ich kann mir gut vorstellen, wie hingerissen seinerzeit Clementis Zeitgenossen gewesen sein müssen. Ich bin's auch.

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    Homo sum, ergo inscius.

  • NAXOS 2019


    Weiter geht es mit einer der renommiertesten jungen Pianistinnen der amerikanischen Szene (die Miss hat aber unter anderem auch in Hannover studiert und lehrt inzwischen schon selbst). Sun-A Park hat sich teilweise an Stücke gewagt, die vermutlich zu den schwierigsten gehören, die Clementi hinterlassen hat. Das technische Können ist bewundernswert, aber auch vor allem in den nicht ganz so extremen Abschnitten berührt ihr Spiel sehr. Andererseits verfällt sie an ein paar Stellen, in denen der Komponist ausgesprochen supervirtuose Bravour demonstriert, ein wenig ins Bombastische. Ich kann mir inzwischen nicht vorstellen, daß das wirklich im Sinn des Erfinders ist. Das schmälert jedoch nicht den günstigen Gesamteindruck.

    Die Naxos-Leute haben bei der Auswahl des Coverbildes gut gewählt. es zeigt das Einfahrtstor zum Park von Fonthill Abbey, dessen seinerzeitiger Besitzer der berühmte William Beckford war, der Autor von Vathek. Dessen Cousin (oder Bruder?) Peter war es, der den jungen Clementi für mehrere Jahre verpflichtete und dessen Ausbildung förderte. Die Beckfords waren allerdings auch bekannt als Sklavenhalter...

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    Homo sum, ergo inscius.

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