Eben gehört

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  • Stenhammar
    Sinfonie No.2
    Stockholm Philharmonic
    Antal Dorati


    Dies ist die Liveaufnahme eines Konzerts vom 30.September 1970 , bei dem auch noch das klavierkonzert von Schumann mit Bruno Leonardo Gelber auf dem Programm stand . Für mich eine Ergänzung zur Einspielung von Tor Mann , da mich Blomstedt und Jarvi nicht so begeistern .
    Erschienen ist die CD bei der Antal Dorati Centenary Society http://www.dorati-society.org.uk , auf deren Seite noch eine Fülle von bislang unveröffentlichten Aufnahme mit Dorati zu finden ist .. Auch bestellbar über amazon.co.uk ASIN B07P62R4SW
    Bild nur bei amazon.co.uk

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Danke für Deine Anregung, lieber B-dur'scher Flaneur um's Erdmann-Haus :thumbup: :clap:


    Stenhammar's Zweite in g-moll op.34 (1911-15) ist mE eine ganz GROSSE Symphonie!


    Deine hier soeben vorgestellte Aufnahme ist mir (noch) nicht bekannt.


    Ich habe das energiegeladene Werk kennengelernt durch die fulminante Live-Aufnahme von 1983 mit Neeme Järvi und "seinen" Gothenburgern:



    Ich bin restlos glücklich damit.


    ***


    Unlängst habe ich mir die Version mit Herbert Blomstedt zugelegt - notabene mit dem gleichen Orchester und ebenfalls live realisiert (2013).


    Ich habe sie mir aber erst ein einziges Mal angehört, weil ich bei der Erstbegegnung ziemlich enttäuscht war: Das "Fetzige" dieser über weite Strecken "rhapsodischen" Musik kommt bei Neeme Järvi ungleich überzeugender 'rüber, als unter der allzu kontrollierten Stabführung von Blomstedt, wie mir damals schien.



    Nun, ich muss sie mir heute nachmittag nochmals zu Ohren führen (anschliessend an die beglückende Wiederbegegnung mit Järvi, welche jetzt gerade aus den Speakern quillt). Vielleicht kann ich meinen ersten Eindruck korrigieren, finde ich Blomstedt ansonsten doch durchwegs sehr überzeugend.


    Mal schauen. Vielleicht werde ich noch berichten.


    Das Werk ist jedenfalls ein grosser Wurf!


    Gruss aus Bern vom Walter

  • Bei mir mal wieder was Seltenes:



    Leopold van der Pals (1884-1966)
    Symphonie Nr.1 fis-moll op.4
    + Symphonische Dichtungen "Frühling" op. 14 Nr. 1; "Herbst" op. 14 Nr. 2; "Wieland der Schmied" op. 23
    Helsingborg Symphony Orchestra, Johannes Goritzki
    CPO, DDD, 2017


    Leopold van der Pals wird als "Neuromantiker" beschrieben. Das FF trifft es ganz gut:

    Zitat von FonoForum 11 / 2018:

    »Fließen ohne Wagner'schen Druck, Wagemut in der Harmonik ohne Regers Zwanghaftigkeit, weit sich steigernde Entwicklungen wie bei Bruckner: All das findet sich in der Musik von Lepold van der Pals.«


    Vielleicht wollten sie auch bloß freundlich sagen, das Pals nicht gar so aufregend ist. :saint: Mir hat diese gewollt "schön" Musik jedenfalls gefallen. Kann man gut hören, wenn man keine der Entstehungszeit gemäße Modernität erwartet. Gekonnt gemacht scheint mir das allemal. Ich würde mich freuen, wenn cpo mit der Entdeckung von Pals weitermachte. Neben dieser CD gibt es eine weitere Produktion mit Konzertstücken.


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Jetzt:



    Ludwig van Beethoven (1770-1827)
    Streichquartett Nr. 15 (op. 135)
    Quatuor Ebene
    Erato, DDD, 2019/2020


    Musik und Deutung, Hand in Hand, ganz oben. Geht nicht meisterhafter. Danach muss man eigentlich mal ausschalten, denn das Meiste danach kann nur abstinken, banaler sein. :verbeugung1:
    Vielleicht ging so gerade noch Pink Floyd... :versteck1: :D


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Eben ist Stenhammar 2 mit Blomstedt verklungen (Järvi ist definitiv kerniger und interessanter!) und schon kommt ein weiterer Spätestromantiker um die Ecke geklungen ... Danke lieber Hueb'!



    Diese Musik ist nicht nur schön, sie ist beseelt!


    Nein, keine exaltierte Leidenschaft, aber umso mehr (anthroposophisch inspirierte) Empfindsamkeit.


    Immerhin hat Sergej Rachmaninoff dem jungen van der Pals ein Empfehlungsschreiben an Reinhold Gliere mitgegeben, welcher van der Pals dann in der Tat als Student angenommen hat.


    Seine erste Symphonie kann das russischen Idiom auch keineswegs verleugnen.


    Süffige Musik!


    Allein nur schon dieses ANDANTE MOLTO <3 !


    (... andere würden es in die Kategorie "Kitsch" einordnen wollen ... nicht ich!)


    Dieser wunderschöne langsame Satz ist wahrhaftig und ehrlich empfunden <3 !


    Die Aufnahme gehört zu meinen Insel-Scheiben.


    Fetteste Empfehlung meinerseits.


    Gruss aus Bern vom Walter

  • andere würden es in die Kategorie "Kitsch"

    Schön, dass er Dir so gut gefällt! :)
    "Kitschig" fand ich rein gar nichts an der CD (oder das man das so hören könnte) :)
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • "Kitschig" fand ich rein gar nichts an der CD (oder das man das so hören könnte) :)
    :cincinbier:

    Ich ja auch nicht! Nicht im Geringsten!


    (Ich hätte den heiklen Begriff gar nicht erwähnen sollen. Lasst uns ihn bitte fürderhin umschiffen.)


    Für Puristen ist dieses Andante (komponiert im Jahre 1908) halt einfach "zu schön, um wahrhaftig zu sein".


    Das ist aber ein Irrtum.


    Ich habe die Biographie von Wolfram Graf über den Komponisten Leopold van der Pals gelesen (Verlag am Goetheanum, Dornach 2002):


    Dieser Mensch war die Wahrhaftigkeit, Integrität und Bescheidenheit in Person. Er strebte nichts weniger an, als mit seinen Klängen die Erhabenheit des Göttlichen zu spiegeln und zu preisen.


    Nach dem frühen Tod seiner über alles verehrten Gemahlin, zog er sich in den "Tempel der Anthroposophie" , ins Goetheanum nach Dornach, zurück, wo er über 30 Jahre lang als Musikdirektor wirkte.


    Er würde einen eigenen Thread verdienen ...


    Gruss aus Bern vom Walter

  • Grundsätzlich bevorzuge ich bei allen Bruckner-Sinfonien die Erstfassungen:

    Moin Walter,
    wie wir hier im Norden zu sagen pflegen.
    Ich habe mal nachgeschaut in meiner Sammlung. Und siehe da.
    Eine Urfassung sollte ich auch haben.
    Tintner
    Die ist aber irre langsam, er kommt auf fast 80 Minuten. Ich habe sie gerade gehört und finde sie arg betulich.
    Von der späteren Version habe ich dann Szell und Sanderling. Beide sogar 2-mal. Es sieht also nicht so schlecht aus um die 3. bei mir.


    So, nun werde ich mich mal auf die Suche nach weiteren 1873-er Versionen machen. Tipps habe ich ja.
    Vielen Dank und
    Gruß aus Kiel

    Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)

  • Stenhammar's Zweite in g-moll op.34 (1911-15) ist mE eine ganz GROSSE Symphonie!


    Die kenne ich noch nicht sehr gut. Ich habe aber gerade mit Gewinn eine Aufnahme mit Paavo Järvi und den Stockholmer Philharmonikern gehört. Der Sohn lässt sich vor allem im letzten Satz mehr Zeit als der Vater, was ich durchaus als Gewinn empfinde, ist ja IMO eine romantische Symphonie, da darf man schon mal etwas schwelgen. Auperdem haben wir Pensionäre ja Zeit. :)



    Den Pals kenne ich noch gar nicht, ändert sich aber bald.

  • Vielleicht wollten sie auch bloß freundlich sagen, das Pals nicht gar so aufregend ist. Mir hat diese gewollt "schön" Musik jedenfalls gefallen. Kann man gut hören, wenn man keine der Entstehungszeit gemäße Modernität erwartet. Gekonnt gemacht scheint mir das allemal.

    Ich fand die Einspielung insgesamt als wenig auffällig und langweilig. Ja, "schöne Musik" ist es, aber auch irgendwie langweilig, ohne Ecken und Kanten. Nach dem Hören ist bei mir im Grunde nichts hängen geblieben. Doch das IST meine Meinung. Weitere Veröffentlichungen brauche ich nicht von ihm.

    Viele Grüße sendet Maurice

    Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

  • Moin Doc


    Ich habe Dir bewusst die Tintner-Fassung der Dritten (1873/Ed.Nowak) nicht angezeigt, weil ich mit Dir völlig d'accord gehe:


    Die Partitur wird in der Tat megabetulich gestaltet, und sie wurde zudem akustisch ziemlich mulmig und allzu distanziert aufgenommen. Nicht mein Favorit.


    Es ist wohl die problematischste Aufnahme in der ansonsten durchaus bemerkenswerten Serie mit Tintner.


    Gruss aus Bern vom Walter

  • Grundsätzlich bevorzuge ich bei allen Bruckner-Sinfonien die Erstfassungen:

    Bei der Dritten (und nicht nur da ...) könnte die Aufnahme mit Simone Young einen Lausch wert sein:



    Gruß
    MB


    :wink:

    "Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten." - Johann Wolfgang von Goethe

  • Ach Himmel, wie konnte ich bloss die Simone von der Alster vergessen! Natürlich! Shame on me!


    (Ich hab' wohl einfach zu viele Aufnahmen :versteck1: )


    Frau Young liefert eine sehr überzeugende Aufnahme der Erstfassung (1873) der Dritten mit den Hamburgern.


    Sie ist darüberhinaus aufnahmetechnisch hervorragend eingefangen in den heiligen Laeisz-Hallen.


    Und die Version ist mit knapp 69 Minuten auch nicht so bandwurmig wie bei Tintner.


    Danke für die Erinnerung, liebes Mauerblümchen!


    Auf nach Hamburg!

  • Die kenne ich noch nicht sehr gut. Ich habe aber gerade mit Gewinn eine Aufnahme mit Paavo Järvi und den Stockholmer Philharmonikern gehört. Der Sohn lässt sich vor allem im letzten Satz mehr Zeit als der Vater, was ich durchaus als Gewinn empfinde, ist ja IMO eine romantische Symphonie, da darf man schon mal etwas schwelgen. Auperdem haben wir Pensionäre ja Zeit. :)



    Den Pals kenne ich noch gar nicht, ändert sich aber bald.

    Nix gegen's Schwelgen, lieber Wieland.


    Aber manchmal muss es auch einfach nur abgehen!


    Und gerade der Schlusssatz braucht Drive, sonst bleibt die Fuge kleben. Das macht der Neeme schon toll.


    "Den Sohn" kenne ich noch nicht - aber er ist ja auch bei den Schmidt-Symphonien viel zamer ...


    Ich präferiere grundsätzlich "den Alten" :alter1: !

  • Vielleicht wollten sie auch bloß freundlich sagen, das Pals nicht gar so aufregend ist. Mir hat diese gewollt "schön" Musik jedenfalls gefallen. Kann man gut hören, wenn man keine der Entstehungszeit gemäße Modernität erwartet. Gekonnt gemacht scheint mir das allemal. Ich würde mich freuen, wenn cpo mit der Entdeckung von Pals weitermachte.

    Ich fand die Einspielung insgesamt als wenig auffällig und langweilig. Ja, "schöne Musik" ist es, aber auch irgendwie langweilig, ohne Ecken und Kanten. Nach dem Hören ist bei mir im Grunde nichts hängen geblieben. Doch das IST meine Meinung. Weitere Veröffentlichungen brauche ich nicht von ihm.


    Ja, so unterschiedlich hört man, nicht nur bei Pink Floyd. ;)


    Ich fand die Symphonie eben bei der Erstbegegnung SEHR ansprechend, erinnert mich an einigen Stellen ein wenig an die von Cesar Franck, eine meiner Lieblingssymphonien. Verstehe gar nicht wieso mir die Pals CD bisher durch die Lappen gegangen ist, registriere eigentlich sehr genau was cpo so herausbringt. Egal, bei der nächsten Bestellung ist sie dabei. Nun muss ich als nächstes natürlich unbedingt den Wieland hören. :D

  • Kannst kommen , die Luft ist rein ,sie ist weg .

    Uff! :thumbdown: Pöse, pöse! :thumbup:


    Ich hab' das Rumoren unter ihrer Regentschaft sehr wohl vernommen ...


    Aber Hamburg ist immer eine Reise wert!


    Ich war im Jahre 2005 letztmals dorten, damals hatte Simone Young wohl gerade ihren Einstand an der Staatsoper.


    Gruss aus Bern vom Walter

  • Ich war im Jahre 2005 letztmals dorten, damals hatte Simone Young wohl gerade ihren Einstand an der Staatsoper.

    Du hast nichts versäumt . aber ich stelle fest , daß die sprichwörtliche Berner Langsamkeit sehr wohl Vorteile haben kann . Du bist natürlich sehr willkommen !

    Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Not really now not anymore" "But I am good. What the hell has gone wrong?"

  • Du hast nichts versäumt . aber ich stelle fest , daß die sprichwörtliche Berner Langsamkeit sehr wohl Vorteile haben kann . Du bist natürlich sehr willkommen !

    Die Berner Langsamkeit lass' ich mir in der Tat nicht madig machen. Aber ich muss dich desillusionieren.


    Mein Aufruf: "Auf nach Hamburg!" war eigentlich nur eine symbolische Aufforderung, sich in Young's Bruckner-Kiste zu vertiefen, die ich so schlecht nicht finde, ganz im Gegentum.


    Der Umstand, dass Frau Young schon lange nicht mehr in Hamburg ihr umtriebiges Wesen verbreitet, war mir selbstredend bekannt... :pfeif: :trost: :D


    Offenbar wurden ihr nicht allzuviele Tränen nachgeweint. Ich kenne aber keine Details und will sie jetzt auch nicht wissen, weil offtopic.


    Danke für Dein freundliches Willkomm!
    Die Elfi bei St.Pauli würde mich schon reizen ...


    Ich mach mich schon mal auf den Weg ...
    es kann bei uns Bernern ja bekanntlich dauern ... :D :cincinbier: