Eben gehört

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  • Es ereignet sich für mich eben gerade ein kleines Pfingstwunder:


    Ich hätte nicht gedacht, dass es heutzutage (2015) noch möglich ist, eine durchwegs verständliche (quasi "post-neo-brucknerische") Sinfonie mit 12-Ton-Skalen zu schreiben, ohne epigonales Brimborium abzusondern.

    Ganz starkes Werk IMO. Zwölftönig (laut Booklet) aber irgendwie doch noch tonal. Wer die heftigeren Werke von Robert Simpson und Malcolm Arnold schätzt, wird auch das hier mögen.

    :cincinsekt:

  • Die nette Plauderei hier zwischendrin muss schon sein!


    Philip Sawyers muss ich mir merken.


    Nach der Sinfonie Kórmtchaïa (2. Sinfonie; 1936-1939) von Arthur Lourié (1891–1966) in leider sehr historischer Aufnahmequalität (Ernest Ansermet) jetzt etwas ebenfalls Neoklassizistisches von


    Alexandre Tansman (1897–1986) die Sinfonie Nr. 2 in a-moll (1926), Serge Koussevitzky gewidmet. Melbourne Symphony Orchestra; Leitung: Oleg Caetani.


    Beides bei YT.


    Liebe Grüße, Kermit :wink:


    Update: Ich gehöre auf dem genannten Kanal gerade die 4. Sinfonie von Philip Sawyers (*1951). Klingt natürlich schon nach "irgendwie schon einmal gehört, kann mich aber nicht erinnern, wo", und trotzdem erscheint es mir nicht epigonal. Robert Simpson hat das zuvor schon einmal hinbekommen, und hier gelingt es ohrenscheinlich nochmal. Ich stimme also Walter Heggendorn und Wieland zu.

    Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.

  • Richard Strauss:
    bzw. bzw. hier
    (AD: 17. - 20. Januar 2018 [Ein Heldenleben], live & 24./25. Oktober 2020 [Burleske], Auditorium Parco della musica, Rom)


    Ein Heldenleben, op. 40, TrV 190*
    Burleske d-moll, TrV 145**


    Bertrand Chamayou, Klavier**
    Orchestra dell' Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Roberto Gonzáles-Monjas, Konzertmeister & Solo-Violine*)
    Antonio Pappano

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Rued Langgaard:
    bzw. bzw. hier
    (AD: 07./08. März 1997 & 13./14. Februar 1998, Frichsparken, Aarhus)


    Der Stern im Osten, BVN 180 (1915/1916/1923/1927) für Sopran und Orchester
    Meer und Sonne, BVN 102 (1915/1940er Jahre) für Mezzo-Sopran, Chor und Orchester
    Der Traum, BVN 98 (1915 - 1916/1945) für Sopran, Tenor, Chor und Orchester
    Angelus, BVN 233 (1915/1937/1944) für Sopran, Mezzo-Sopran, Chor und Orchester
    Epilog, BVN 122, Nr. 5 (1915/1916) für Chor und Orchester


    Anne Margrethe Dahl, Sopran / Pia Hansen, Mezzo-Sopran / Jens Krogsgaard Jensen, Tenor
    Canzone Choir
    Aarhus Symphony Orchestra
    Frans Rasmussen


    Die in dieser Aufnahme eingespielten Werke sind Bestandteil eines Projekts mit dem Namen "Sinfonia interna" womit sich Langgaard ab 1915 beschäftigte und eine szenisch aufgeführte Sinfonie mit Gesangssolisten und Chor sein sollte. Langgaard konnte dieses Projekt aber nicht vollenden bzw. sind Teile der Partitur verschollen. Die hier zu hörenden erhaltenen Teile der "Sinfonia interna" geben einen eindrucksvollen Einblick in dieses Projekt.

    "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)

  • Heute: Pfingsten, Edwardian style.



    Sir Edward Elgar: The Kingdom op. 51


    Yvonne Kenny - Sopran
    Alfreda Hodgson - Alt
    Christopher Gillett - Tenor
    Benjamin Luxon - Bass


    London Philharmonic Choir
    London Philharmonic Orchestra
    Leonard Slatkin


    :wink: Agravain

  • Finale aus dieser Box:



    Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 9
    Schwarzkopf, Höngen, Hopf, Edelmann
    Chor & Orchester der Festspiele Bayreuth
    D: Wilhelm Furtwängler
    rec. 29. Juli 1951 (live)

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • Erschreckendes:



    Max Reger (1873-1916)
    Dies Irae (Fragment, 1914) für Solo, Chor, und Orchester



    Marga Höffgen, Nikolaus Hildebrand
    Chor des NDR
    NDR-Sinfonieorchester
    Roland Bader



    Gruß
    Josquin

  • Großartiges:



    Max Reger (1873-1916)
    Gesang der Verklärten, Op.71



    NDR-Chor
    NDR-Sinfonieorchester
    Roland Bader



    Oh je! Jetzt verstehe ich, warum die Jet-Set-Dirigenten so gut wie keinen Reger dirigieren. Schaut man in die Orchester-Partituren, wird man ja geradezu wahnsinnig ob der Hundertschaften an Anweisungen. Schwarz die Noten - rot Artikulation, Dynamik, Ausdruck und Tempo. Dafür braucht man wohl viel Zeit.



    Gruß
    Josquin

  • Danke für die Steilvorlage, lieber Josquin!


    Ich nehme sie gerne an ... und dribble wagemutig durch das faszinierende Dickicht dieser fulminanten Partitur, immer wieder den Ball verlierend an närrische Faune und neckische Feen.


    Dieses verrückte Werk (1905) ist ein frühfreitonales, spätestromantisches Champions-Ligeti-Finale der Sonderklasse ... 8)


    Man mag es, oder man hasst es!


    ***


    Du hörst es richtig, lieber Josquin:
    der Gesang der "Hinübergegangenen" ist in der Tat ein ganz grossartiges geistliches (?) Werk, welches sich dem hammerwuchtigen Psalm 100, op.106 (!) als ebenbürtig erweist.


    Du schreibst es richtig, lieber Josquin:
    die Dichte der Komposition und der aufführungstechnische Aufwand, den Reger fordert, ist schier unverschämt.


    Aber das opulente Klang-Resultat rechtfertigt den notierten Überschwall überschwänglichstens.


    Die Reger-Biographin - Susanne Popp - spricht von einer "auskomponierten Verunklarung" und rückt das eindrückliche Werk berechtigterweise in die Nähe von Schönberg's Gurreliedern (S.184f).


    Nachpfingstlich erregerter Gruss aus Bern vom Walter

  • Mein aktueller musikalischer Begleiter:



    LG :wink:

    "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

  • Gute Abend Walter,


    danke für die schöne Ausformulierung - sie trifft den Kern.

    Schönberges Werk Gurrelieder wirkt aufgedunsen im Vergleich zur uneitlen Orchesterverdichtung Regers.





    Nun, aus dem unerschöpflichen Regerschen Kammermusikfundus:



    Max Reger (1873-1916)
    Klarinettenquintett A-Dur, op. 146
    Sextett für Streicher F-Dur, op. 118



    Sabine Meyer
    Wiener Streichsextett





    Gruß
    Josquin


  • Gustav Mahler (1860-1911)
    Symphonie Nr.5
    Wiener Philharmoniker, Leonard Bernstein
    DGG, DDD, 1987


    Harte Kost. Der einleitende Trauermarsch ist für mich in trüber Stimmung kaum zu ertragen. Lennie geht in dieser Musik auf, legt noch eine Schüppe Extra-Drama oben drauf. Trotz des Alters und mittlerweile stark fortgeschrittenen Mahler-Diskographie immer noch eine Wucht und eine Deutung von zeitloser Kraft. Einer der seiner zeitigen Einschätzung der Klangqualität durch die Stereoplay - siehe Rezension bei jpc - hat sich ebenfalls nichts geändert, denn die Transparenz des Orchestersatzes ist tatsächlich hervorragend.


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.


  • Antonin Dvorak (1841-1904)
    Cellokonzert op. 104
    Anja Thauer, Czech Philharmonic Orchestra, Zdenek Macal

    DGG, ADD, 1968


    5 Jahre vor ihrem Selbstmord entstanden, ist dies für mich immer noch eine der schönsten und ausdrucksstärksten Einspielungen von op. 104. Und auch an Zdenek Macal denke ich gerne zurück. Ihn durfte ich mal mit Dvorak #9 im Konzerthaus Dortmund erleben. :)
    Ich sehe gerade, dass das Cellokonzert am 17.9.2021 als LP wiederveröffentlicht werden soll. Das Original ist recht teuer. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich die Heliodor-Pressung in der Sammlung habe...


    Viele Grüße
    Frank
    :cincinbier:

    "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
    but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
    - H. W. M.

  • Alleine zuhaus:



    Johann Sebastian Bach
    Die Sonaten für Violine solo BWV 1001, 1003, & 1005
    Gunar Letzbor (Barockvioline)

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul

  • Alleine zuhaus:



    Johann Sebastian Bach
    Die Partiten für Violine solo BWV 1002, 1004, & 1006
    Gunar Letzbor (Barockvioline)

    "Interpretation ist mein Gemüse."
    Hudebux

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
    Jean Paul


  • Kahl ist's auf dem Berg. Karg ist's bei Mussorgsky, sagten die Fünf. Dennoch hier die Originalversion, die dann wohl Johannisnacht auf dem Kahlen Berge heißen müsste, wie ich eben bei Wikipedia gelesen habe. Ist, nebenbei bemerkt, schon klasse, wie informativ Wikipedia inzwischen im Bereich Klassische Musik geworden ist.


    Klasse ist auch diese CD. Ist eine von denen, die man direkt noch einmal hört.

  • Gestern vor 110 Jahren uraufgeführt:



    Sir Edward Elgar: Symphonie Nr. 2 Es-Dur, op. 63


    The Scottish National Orchestra
    Sir Adrian Boult


    Eine ganz wunderbare Aufnahme.
    Schade, dass sie nie (?) auf CD veröffentlicht wurde.


    :wink: Agravain

  • Alleine zuhaus


    Willst du uns mitteilen, dass man diese herrlichen Sonaten und Partiten für Violine solo von JSB nur hören soll, wenn man allein ist? Weil sie für dich fürchterlich sind? Oder du sie akustisch nicht teilen willst? Da facht der Staunmann und der Wunde laiert sich.


    Ich bin auch allein - der Konzentration geschuldet. Und versuche es jetzt nochmals mit dieser:



    JSB
    Sonaten & Partiten für Violine BWV 1001-1006
    Augustin Hadelich
    P2021


    Augustin Hadelich setzt einen Barockbogen ein. Das kann man an der Überlänge des Bogens auf dem Cover erkennen. Er macht das, um eine größere Palette an Ausdrucksmöglichkeiten zu haben. Mal hören, wo das hinführt. Eigentlich noch zu früh am Abend für diese Musik, aber ich bin gehörig im Rückstand. Hörtechnisch und so.

    "You speak treason" - "Fluently"
    "You've come to Nottingham once too often!" - "When this is over my friend, there'll be no need for me to come again!"